Safari in Tansania: Serengeti darf nicht sterben

Die Serengeti ist der vielleicht berühmteste Nationalpark der Welt. Hier, im Herzen von Afrika, leben Löwen, Elefanten, Nashörner, Leoparden, Giraffen, Geparde, Zebras und Co. Wer eine Safari in Tansania oder generell in Afrika macht, der wird immer wieder auf die Serengeti stoßen: In dem riesigen Nationalpark finden sich immerhin zahlreiche Tiere und die Chancen, die Big 5 zu entdecken, sind besonders hoch. Ich habe vier Tage in der Serengeti verbracht, für eine Recherche für eine Zeitungs-Reportage auf den Spuren von Bernhard Grzimek (der einst "Serengeti darf nicht sterben") drehte. Die Mischung aus Safari, Wildlife und Informationen zum Tierschutz haben mich nachhaltig geprägt und beeindruckt.


 

Hinweis in eigener Sache: 

Mein Besuch in der Serengeti war eine Pressereise für eine Reportage in der Frankfurter Rundschau. Unterkunft und Transport vor Ort wurden von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt gestellt und finanziert, der Parkeintritt in die Nationalparks und die Verpflegung von meinem damaligen Arbeitgeber, der Frankfurter Rundschau. Die Pressereise fand auf Wunsch der Frankfurter Rundschau statt, Gegenleistungen oder Verpflichtungen waren nicht daran gebunden.

 
     

Safari in Tansania: Der Serengeti Nationalpark

Kein Nationalpark steht so sehr für Afrika und für die Big Five (dazu gehören Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn) wie die Serengeti. Die Serengeti ist in Deutschland nicht erst ein Begriff, seit Bernhard Grzimek in seiner Fernsehserie darüber berichtet hat und den Film und das Buch "Serengeti darf nicht sterben" erschienen ist.

 

Noch heute finden sich viele Spuren des Frankfurter Biologen Bernhard Grzimek - mein Besuch in der Serengeti stand auch in seinem Namen. Für eine Reportage in der Frankfurter Rundschau, die unter dem TItel "Grzimeks Erbe" erschien, war ich vier Tage mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt rund um die Serengeti unterwegs. Eine klassische Safari habe ich daher nicht gemacht. Aber wer in und um die Serengeti recherchiert, trifft auf jeden Fall sehr viele Tiere und lernt enorm viel über das Ökosystem und die Herausforderungen, mit denen Tierschützer und auch Einheimische hier konfrontiert sind.

Die Serengeti ist eine Savanne im Grenzgebiet von Kenia und Tansania, jeweils im Westen der beiden Länder, ganz in der nähe des berühmten Victoriasees. Die Fläche des Ökosystems Serengeti beträgt 30.000 Quadratkilometer. Der Serengeti Nationalpark an sich misst 14.763 Quadratkilometer und gehört zu den größten Nationalparks in ganz Afrika. 

 

Die Serengeti ist ein sehr großer Bereich, der sich über Kenia und Tansania ausstreckt. Der Serengeti Nationalpark liegt komplett in Tansania, aber zum Ökosystem Serengeti gehören auch das Schutzgebiet Masai Mara in Kenia sowie das Reservat rund um den Ngorongoro-Krater in Tansania. Die Tiere bewegen sich völlig frei, keines der genannten Gebiete ist eingezäunt. Damit wandern immer wieder Tiere von einem Ende zum anderen - am berühmtesten ist wohl die große Gnu-Wanderung, Big Migration, wenn Millionen Gnus und Zebras von der Masai Mara bis zur Serengeti wandern - immer dem Regen nach. 

Das ist nicht immer ganz ungefährlich. So verlassen Elefanten immer wieder die Schutzgebiete und dringen in menschliche Lebensräume ein - und zerstören mitunter die gesamte Ernte und damit die Lebensgrundlage von Menschen.

 

Mancherorts ist Wilderei deshalb noch sehr üblich (auch nach Antilopen, die zum eigenen Verzehr dienen). Andernorts wurden Projekte etabliert, beispielsweise von der ZGF, die zu einem harmonischeren Miteinander führen. In Bonchuga ganz in der Nähe des Nationalparks Serengeti wurde etwa eine Elephant Task Force gegründet. Bewohner halten Wache und tauchen Elefanten in der Nähe des Dorfes auf, werden die Bewohner geweckt und sie vertreiben die Elefanten mit ganz viel Lärm, indem sie auf Töpfe trommeln. 

 

Nahezu alle Tiere, die in Subsahara-Afrika in freier Wildbahn vorkommen, finden sich auch in der Serengeti. Am beliebtesten sind die Big 5 mit Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn. Aber auch Giraffen, Zebras, Gnus, Wildhunde, Schakale und Co kannst du in der Serengeti entdecken. 


Serengeti in Tansania: So kommst du hin

Der Serengeti Nationalpark liegt im Nordwesten von Tansania, an der Grenze zu Kenias Südwesten und ganz in der Nähe zur Grenze mit Uganda.

 

Es gibt sowohl die Möglichkeit, mit dem Flugzeug dorthin zu kommen als auch mit dem Auto. Vorweg: Ich war mit dem Auto dort, habe also den Landweg genommen. Aber generell sollte man sich das gut überlegen - denn im Zweifel ist es nicht nur schneller, mit dem Flieger in die Serengeti zu fliegen, sondern auch günstiger.

 

Um von Arusha auf dem Landweg in die Serengeti zu kommen, muss man einmal am Kraterrand vom Ngorongorokrater langfahren, was 72 USD pro Tag kostet. Immerhin gibt es dafür ein paar schöne Ausblicke. Der Landweg lohnt sich aber eigentlich nur dann so richtig, wenn man mindestens auf einem der beiden Wege noch Zeit im Ngorongorokrater verbringt - eine Safari dort ist noch einmal ein anderes Erlebnis, weil die Tierdichte viel höher ist als in der Serengeti und das ganze Gebiet deutlich kleiner und übersichtlicher.

Die Fahrt an sich ist allerdings sehr schön, erst ging es durchs grüne Tansania, dann langsam den Berg hoch, wobei sich tolle Ausblicke etwa auf den Lake Manyara Nationalpark (der sich nach meinen Infos nach übrigens auch sehr gut für eine Safari eignet).

 

Vom Kraterrand des Ngorongoro runter fährt man rund zwei Stunden durch eine eher öde Landschaft. Als ich im April dort war, hat man vor allem Gras gesehen. Hin und wieder ein paar Tiere, was natürlich schön ist. Giraffen, Zebras, Gnus, Gazellen und Antilopen zeigten sich. 

 

Etwas skurril ist, dass dazwischen immer Weidevieh ist. So grasen Gnus, Zebras, Rinder und Ziegen gerne direkt nebeneinander. Hier haben wir übrigens auch, kurz vor dem Gate zum Serengeti Nationalpark, die Big Migration, also die große Gnu-Wanderung, gesehen - was natürlich mega cool ist. Hunderttausende Tiere siedelten sich rechts und links der Straße (und natürlich auch auf der Straße) an, einige kamen ganz nahe. Definitiv eine Aussicht, die man so nur in Afrika hat!

 

Insgesamt hat die Fahrt von Arusha bis zum Gate rund fünf Stunden gedauert. Der erste Tag war also nahezu komplett für die Anreise drauf gegangen, zumal wir auch nicht schon enorm früh morgens los sind und im Ngorongorokrater zum Foto-Stopp gehalten haben.


Safari in der Serengeti: Ausgangspunkt Seronera

Da ich bei der Zoologischen Gesellschaft im Gästezimmer nächtigen konnte, mussten wir nach Seronera, was ziemlich mittig in der Serengeti liegt. Deshalb waren wir am Gate angekommen auch noch lange nicht dort. Eine Stunde lang fuhren wir vom Parkeingang dorthin und sahen vor allem lange Grashalme.

 

Ja, das ist wahr: In meiner ersten Stunde in der Serengeti habe ich quasi nur Gras gesehen und keine Tiere. Einmal zeigten sich kurz zwei Schakale, aber mehr war auch nicht zu sehen. Ich war fast ein wenig enttäuscht, weil zum einen die Landschaft weitestgehend langweilig war, zum anderen aber eben auch nicht einmal ein paar Zebras oder Antilopen zu finden waren. Aus anderen Nationalparks kenne ich solch lange Durststrecken nicht - da sieht man zumindest immer wieder kleinere Tiere. Mein Begleiter von der ZGF erzählte mir, dass er einmal auf dem Weg nach Seronera einen sehr seltenen Karakal gesehen hat - mit zwei Babys. Die Babys lagen direkt am Straßenrand. Wow - was für ein Glück kann man bitte haben! 

 

Immerhin hat mir die Landschaft rund um Seronera wieder deutlich besser gefallen, weil sich endlich auch ein paar Bäume zeigten und verschiedene Grüntöne. Es gab ein paar felsige Gebiete, in denen sich auch gerne mal Löwen aufhalten und generell war es deutlich abwechslungsreicher. 

In der Nähe von Seronera (dort gibt es ein paar Häuser, wo Angestellte des Parks leben, eine Tankstelle und sogar ein Kiosk) erreichten wir schließlich das Ziel des Tages: Das Areal der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, das mitten in der Serengeti liegt. Und natürlich nicht eingezäunt ist. 

 

Direkt am Haus huschten einige Klippschliefer und Echsen herum, auch Antilopen zogen immer mal wieder vorbei. Um mich herum zwitscherten die Vögel und die Sonne war kurz nach der Ankunft gerade dabei, unterzugehen und tauchte die Savanne der Serengeti in ein fantastisches Licht. Ach, Afrika!

 

Auch nachts war einiges los. An einem Abend entdeckte ich zwei Dikdiks, die vor meiner Tür spielten, kurz davor graste ein Flusspferd zwischen Parkplatz und Haus. Und an einem anderen Abend leuchteten mich zwei Augen von einem Baum direkt vor meiner Terrasse an. Ich konnte leider nicht herausfinden, was für ein Tier es war - es könnte natürlich ein Leopard gewesen sein - aber auch einfach eine Ginsterkatze oder ein Affe. Das weiß man im Dunklen in der Serengeti einfach nie so genau. 


Safari in der Serengeti: Elefanten und Leoparden

Ja, ich war nicht zur Safari in der Serengeti, sondern zum Arbeiten. Daher hatte ich nach der Ankunft in Seronera auch keine Zeit für einen abendlichen Gamedrive zum Tieregucken, sondern war bei Projektmanagern zum Abendessen eingeladen. Während wir es uns auf der Terrasse bei Wein und Gegrilltem gut gehen ließen, hörten wir Hyänen schreien und Löwen brüllen. Einfach großartig. 

 

Allerdings habe ich tatsächlich eine kleine Mini-Safari gemacht. Am zweiten Tag hatten mein Begleiter von der ZGF und ich nämlich erst mittags einen Termin und wollten daher den Morgen für einen Gamedrive nutzen.  Zwei Stunden lang fuhren wir zum Sonnenaufgang durch den Serengeti Nationalpark, allerdings sahen wir außer ein paar Pavianen und Nilpferden nichts. Es war verhext. Da kommt man mit großen Erwartungen in die Serengeti und ich muss gestehen, dass ich etwas enttäuscht war. Schon auf dem Weg vom Gate der Serengeti nach Seronera hatten wir so wenig gesehen. 

 

Doch noch war ich ja erst rund 15 Stunden in der Serengeti, also noch keine Zeit zum Lamentieren. Zwei weitere Nächte und zwei Tage standen mir noch bevor. Und da wir zu allen Terminen einige Wegstrecken durch die Serengeti zurückzulegen hatten, war quasi der Arbeitsweg jeweils auch ein Gamedrive. 

Am zweiten Tag gegen Mittag wollten wir nach Moru fahren, ein Gebiet innerhalb der Serengeti. Moru war lange Zeit für Touristen gesperrt und ist erst seit einigen Jahren wieder zugänglich. Von Seronera aus sind es rund anderthalb Stunden, wenn man nicht zu oft anhält, um Tiere zu fotografieren. 

 

Genau das taten wir aber immer wieder. Denn dieser anderthalbstündige Arbeitsweg war eine der tollsten Safaris meines Lebens. Rund eine halbe Stunde nachdem wir Seronera verlassen hatten, begannen die großen Tiersichtungen. 

 

Zunächst entdeckten wir ein paar Elefanten, die gar nicht weit weg waren. Sie grasten in aller Ruhe - allerdings waren sie auch echt nicht komplett zu sehen, weil das Gras einfach viel zu hoch war, um die Tiere ordentlich auf die Kamera zu bekommen.

Dann kam mein großes Highlight in der Serengeti: Wir waren zwar mit dem Parkmanager der ZGF unterwegs, dennoch hatten wir uns verfahren. Als wir gerade umdrehten, schauten die beiden Männer nach hinten und ich nach vorne - und ich konnte nur noch "Katze!" sagen.

 

Da kam gerade ganz gemütlich ein Leopard aus dem Gras und lief einmal über die Straße. Er schaute uns kurz an und trottete dann weiter. Auf der anderen Straßenseite stand ein Baum und der Leopard sprang direkt hinauf. Er poste noch ein wenig für uns und legte sich dann ganz gemütlich auf einen Ast.

 

Ich hätte ewig dabei zusehen können, es war einfach nur großartig! Ich habe zwar schon öfter Leoparden gesehen - aber so nah und ganz für mich allein und mit allem drum und dran, ein absolut unvergesslicher Moment.

Während wir morgens meistens auf dem direkten Weg zu unseren Terminen gefahren sind, konnten wir uns abends hin und wieder Zeit lassen und noch einmal eine kleine Extra-Runde drehen - abseits der Hauptstraßen. 

 

An einem Abend hatten wir etwas Pech und wir entdeckten nur Flusspferde und Affen, aber hin und wieder hatten wir auch mehr Glück und entdeckten beispielsweise Hyänen oder Zebramangusten. 

 

Am speziellsten war es für mich, dass wir jeden Abend zum Abendessen auf den Terrassen waren - und da die Häuser der ZGF-Angestellten mitten im Nirgendwo liegen und es deutlich ruhiger und dunkler ist als in großen Lodges oder Camps, kamen da auch allerlei Tiere vorbei. Am coolsten war eine Hyäne, die jeden Abend an der Terrasse vorbei kam - und immer überrascht war, als sie uns entdeckte. Aber meist hat sie uns erst bemerkt, wenn sie nur noch ein, zwei Meter entfernt war. Das war schon ein ulkiges Tier. 


Safari in der Serengeti: Die große Gnu-Wanderung

Die große Gnu-Wanderung habe ich in der Serengeti zum ersten Mal gesehen. Es ist schon faszinierend. Da sind auf einem Hunderttausende Tiere - man sieht Zebras und Gnus so weit das Auge reicht. Und dann sieht man stundenlang bei der Safari in der Serengeti kein anderes Tier mehr. 

 

Denn es ist in der Tat so: Auch die Raubtiere richten sich häufig nach der großen Gnu-Wanderung. Immerhin haben sie das Fressen das quasi direkt vor der Schnauze. 

 

So in etwa war es bei uns auch. Wir entdeckten die Gnu- und Zebraherden rund um Moru und beobachteten die Tiere. Das war schon ganz cool. Zebras und Gnus vor uns und am Horizont konnten wir Büffel und ein paar Elefanten entdecken. Also einiges los. Aber dann kam noch eine riesige Überraschung hinzu. 

Wir beobachteten nämlich gerade die Gnus und Zebras und erfreuten uns an diesem Naturschauspiel, als ich einen Leberwurstbaum entdeckte. Ich mag die Bäume total gerne und hatte noch kein Foto, also habe ich geknipst. Wir fuhren etwas näher ran, damit ich es gut aufs Bild bekomme. Aber auf einmal bewegte sich im Baum etwas! 

 

Man muss ja immer ein wenig aufpassen, wenn man in Subsahara-Afrika unter einem Baum hält, immerhin leben viele Tiere in Bäumen. Aber was da im Baum saß, das war neu für mich: Vier Löwen lagen chillig und mit prall gefüllten Mägen auf den Ästen! 

 

Ich habe schon gehört, dass vor allem in Uganda Löwen auch in Bäumen leben, aber gesehen hatte ich es noch nie. Und von der Serengeti hatte ich das auch noch nie gehört. Eigentlich sind Löwen, anders als Leoparden, nämlich keine guten Kletterer. Aber von hier oben aus hatten sie die perfekte Sicht auf die Gnus und Zebras, die zu Tausenden direkt vor ihrer Nase herumsprangen. 

Es gibt Tage, da läuft einfach alles. Eigentlich wollten wir nur ein Nashorn finden und eigentlich war es ja nur der Weg nach Moru, damit ich dort meine Recherche machen konnte. Aber nach dieser tollen Sichtung von Leopard und den vier Baum-Löwen wartete noch ein weiteres Highlight. 

 

Wir machten gerade eine kurze Lunch-Pause in der Gegend um Moru und aßen belegte Brote und tranken eine Sprite auf einem etwas abgelegenen Platz, als wir es plötzlich neben uns rascheln hörten. 

 

An Orten wie der Serengeti muss man dann natürlich immer mehr als vorsichtig sein - immerhin sind Tiere wie beispielsweise Flusspferde und Krokodile (wir waren an einem kleinen Fluss) sehr gefährlich. Aber meine Begleiter zeigten in eine Richtung und nur ein paar Meter entfernt stand ein Elefant. Es war der absolute Wahnsinn. Wir gingen ein kleines Stück durch das Gebüsch (bei einem Parkmanager weiß man ja, dass er genau weiß, was er tut) zum Fluss hin und dort standen noch einmal zwei Elefanten, die gerade badeten und auch eine Lunch-Pause hatten. Es war unheimlich beeindruckend, die Tiere auf diese Art zu sehen und ihnen so ganz ohne den Schutz des riesigen Autos gegenüber zu stehen. Ein Safari-Moment, den ich definitiv nicht vergessen werde. 


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Nashörner in der Serengeti: Das Schutzprojekt in Moru

Zurück zu unserem eigentlichen Ziel an diesem Tag: Mori. Moru hat mir von allen Ecken, die ich in der Serengeti gesehen habe, am meisten gefallen. Das Gebiet drum herum ist wirklich wunderschön ist. Moru liegt ziemlich zentral in der Serengeti, aber etwas südlicher als Seronera. 

 

In Moru betreut die ZGF ein Nashorn-Projekt, um das es an diesem Tag eigentlich gehen sollte (auch wenn ich von den Leoparden und Löwen ganz abgelenkt war!). Von den einst 700 Nashörnern im Serengeti Nationalpark waren in den 90er Jahren nur noch zwei Nashörner übrig. Alle anderen waren der Wilderei zum Opfer gefallen. 

 

Das Problem: Die beiden Spitzmaul-Nashörner waren Weibchen. Nur durch einen Zufall konnte die Art im Serengeti Nationalpark erhalten bleiben.

 

Im nahegelegenen Ngorongorokrater kam es nämlich ungefähr zur gleichen Zeit zu Revierkämpfen zwischen zwei Nashorn-Bullen und einer der Bullen musste den Krater verlassen. Er wanderte gen Westen - und damit direkt in den Serengeti Nationalpark. Dort traf er die beiden Weibchen und die drei verstanden sich offenbar - und zeugten Nachwuchs!

Inzwischen liegt der Bestand wieder bei etwa 30 Tieren. Das wurde natürlich nicht nur durch die drei verbliebenen Nashörner 1992 geschafft. Es wurden auch von andernorts Nashörner angesiedelt, zudem wurden ein paar Nashörner, die in Zoos geboren waren, erfolgreich in der Serengeti ausgewildert.

 

Übrigens sollen gar nicht viel mehr Nashörner angesiedelt werden, denn sind es mehr, ist der Bestand nicht mehr so gut zu kontrollieren - die Wilderei würde wieder zunehmen.

 

Ich führte in der Ranger-Station ein paar Gespräche und Interviews mit Rangern, die die Nashörner überwachen und beobachten - und immer wissen, wo die Tiere gerade sind. Nachdem wir noch die fantastische Aussicht genossen haben - diese Gegend der Serengeti ist wirklich wunderschön -, fuhren wir weiter und versuchten, ein Nashorn zu finden. 

 

Zunächst entdeckten wir eine Löwin, die allerdings leider zu weit weg war, um ein ordentliches Foto zu machen. Und nachdem wir dann noch ein paar Büffel und noch einmal die Gnu-Wanderung entdeckt hatten, zeigte sich auch das Nashorn.

Spitzmaul-Nashörner sind, anders als Breitmaul-Nashörner, normalerweise nicht in der offenen Savanne zu finden, sie verstecken sich eher zwischen Gestrüpp und Bäumen. Aber das Exemplar spazierte gemütlich im Gras umher. Allerdings merkten wir schnell, dass es uns bemerkt hatte und sehr vorsichtig war, weshalb wir nicht näher als etwa 80 Meter an das Tier heranfahren konnten. 

 

Obwohl die Ranger durch die Beobachtungen und auch GPS-Chips, die in Hörner implantiert wurden, immer etwa wissen, wo sich die Tiere aufhalten, entdecken Touristen sie nicht immer. Es ist aber in der Überlegung, ob spezielle und kostenpflichtige Touren angeboten werden - mit den Rangern, damit Touristen die Nashörner in einem geschützten Rahmen zu sehen bekommen. Am Rhino Post ist zudem ein Museum geplant, das über den Schutz und die Bedrohung von Nashörnern informieren soll. Generell kann man heute schon dorthin und sich informieren, aber so wirklich öffentlich ist es noch nicht.


Serengeti Cheetah Project: Auf den Spuren der Geparde

Ein eigenes ZGF-Projekt ist das Cheetah-Project nicht, aber Tierschützer arbeiten ja quasi oft Hand in Hand, daher konnte ich an einem Vormittag auch kurz bei dem Geparden-Projekt vorbeischauen. Das war eher dem Zufall geschuldet. Am Ende unserer Mini-Safari am zweiten Tag kam uns der Projektleiter entgegen und erzählte uns von Autofenster zu Autofenster, dass er gerade auf dem Weg ist, eine Gepardin und ihre zwei schon recht große Jungtiere zu suchen. 

 

Wir folgten ihm für eine Weile und dann zeigte er auch schon eine Richtung - und unter dem Strauch saßen tatsächlich drei Geparde: Die Mutter mit ihren zwei fast ausgewachsenen Kindern.

 

Während ich bis dahin in freier Wildbahn sonst nur faul rumliegende Geparde gesehen habe, waren diese immerhin hin und wieder aktiv und haben sich von ihrem Sonnenplatz in den Schatten begeben. 

Ich konnte mich ins Auto zu dem Projektleiter setzen und er erzählte mir vom Monitoring. Jeden Tag war er unterwegs, um verschiedene Geparde im Serengeti Nationalpark zu suchen. Er schrieb auf, welche Tiere er fand - anhand bestimmter Fellzeichnungen kann er die Geparde unterscheiden. Was ein Job! Er schreibt auf, wo er welches Tier sieht und wie es sich verhalten hat - damit können Bewegungsmuster und Lebensweisen erforscht werden. 

 

Die Mutter und ihre beiden Jungen hatte er am Abend zuvor an ungefähr der Stelle gesehen und konnte sie daher am Morgen in einem bestimmten Gebiet lokalisieren. So dauert es nicht lange, bis er die Tiere findet, normalerweise zumindest. Denn sie sind auch Meister im Verstecken. 

 

Die drei Geparde hatten gerade gefrühstückt. Eine tote Antilope lag am Rastplatz der drei. Es war super spannend, die Tiere so im Miteinander zu beobachten und gleichzeitig von einem Geparden-Schützer mehr über die Raubkatzen zu erfahren. Dass sie die schnellsten Säugetiere an Land sind, wusste ich allerdings schon.

 

Die Big Five innerhalb von ein paar Stunden und dazu noch Geparde - das bringt nicht jeder Safari-Tag. Ich hatte das bis dato nur einmal erlebt - im Februar 2017, also rund zwei Monate zuvor, bei einer Tour in der Masai Mara in Kenia.


Das kostet eine Safari in der Serengeti in Tansania

Wenn du eine Safari in der Serengeti planst, solltest du auf jeden Fall genug Kleingeld dabei haben. Eine Safari in Tansania ist nämlich alles andere als günstig und die Serengeti ist einer der teuersten Nationalparks weltweit.

 

Der Eintritt für den Serengeti Nationalpark kostet 60 USD für Touristen, darauf kommen noch einmal 18 Prozent Steuern, insgesamt sind es rund 72 Euro pro Tag. Gerechnet wird in 24 Stunden. Den Beleg muss man immer bei sich haben. Wer mit dem Auto in die Serengeti reist, muss rund 145 USD für den Transit Pass durch den Ngorongorokrater hinzurechnen. 


Ab Arusha gibt es viele organisierte Safari-Touren, die unterschiedlich viel Geld kosten. Es gibt sowohl luxuriösere Camps, wo der Tag schon einmal 400 Euro oder mehr kostet, aber auch günstigere Unterkünfte, bei denen man mit 80-120 Euro am Tag hinkommt. Dabei sind in der Regel acht Stunden Safari am Tag, entweder man macht eine Tour und fährt die gesamte Zeit oder aber man macht eine Mittagspause im Camp. Du solltest auf jeden Fall mindestens 150 Euro pro Tag (nicht Nacht) rechnen, eher 200 Euro, um eine Safari in der Serengeti zu machen. 

 

Weitere Infos gibt es auf der Website von TaNaPa. 



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Kommentare: 8
  • #1

    Renate (Sonntag, 14 Februar 2021 10:25)

    Grizmek und "Serengeti darf nicht sterben" haben tatsächlich meine Kindheit geprägt. Und sicher bis heute meine Haltung zu Tieren beeinflusst. Ein Vegetarier bin ich deshalb zwar nicht geworden. Aber der Schutz wilder Tiere ist mir sehr wichtig geblieben. Wie interessant zu lesen, wie dieser Ort heute ist. Serengeti war für mich bisher doch ziemlich abstrakt. Ich hatte seit damals nie mehr davon gehört oder gelesen...
    LG Renate von Trippics

  • #2

    Vivienne Claus (Sonntag, 14 Februar 2021 10:26)

    Liebe Miriam,
    ein sehr schöner Beitrag, der mich kurz alles um mich herum vergessen ließ und mich mitnahm auf eine spannende Reise durch die Serengeti. Wie viele Tiere Du nach einigen Tagen doch noch zu Gesicht bekommen hast, hattest Du ein Glück und die Bilder sind einfach sehr beeindruckend und schön geworden.
    Herzliche Grüße und alles Liebe
    Vivienne

  • #3

    Anja (Sonntag, 14 Februar 2021 22:48)

    Liebe Miriam,
    inzwischen weißt du es ja aus etlichen anderen Kommentaren zu weiteren Safari-Beiträgen: So eine Safari wäre ein Traum für mich. Am liebsten würde ich dieses Abenteuer mit meiner Familie erleben, denn wir lieben die Tiere, die wir bislang nur aus dem Zoo kennen.
    Deine Schilderung der leuchtenden Augen, die dich, auf deiner Terrasse, angeblinzelt haben, beeindruckt mich. Nicht nur tags dort zu sein, sondern auch die Nacht inmitten der vielen Tiere zu verbringen, muss ein großes Erlebnis sein - ich wäre wohl die ganze Nacht wach.
    Herzlichen Gruß
    Anja von STADT LAND WELTentdecker

  • #4

    Karin (Montag, 15 Februar 2021 15:00)

    Wenn ich Serengeti höre, muss ich immer automatisch an Bernhard Grizmek denken, der uns damals im Fernsehen die Wildnis gezeigt hat. Mittlerweile habe ich zwar auch schon viele Tiere in ihrer natürlichen Umgebung erlebt, aber nach Tansania möchte ich unbedingt auch mal!

  • #5

    Cornelia (Montag, 15 Februar 2021 17:57)

    Der Titel dieses Artikels machte mich sofort neugierig, ist doch der Film von Bernhard Grzimek "Serengeti darf nicht sterben" ein absoluter Klassiker, der begeistert. Ich schaue furchtbar gern solche filme/Reportagen, auch wenn das nicht unbedingt 'mein' Reiseziel ist.

  • #6

    Auszeitgeniesser (Montag, 15 Februar 2021 18:38)

    Liebe Miriam,

    so schön und vielfältig die Tiere alle sind, am meisten aber faszinieren mich die Bäume. Die Form und vorallem ihr Wachstum in dieser kargen Landschaft sorgt immer für tolle Motive.
    Der Film " Serengeti darf nicht sterben" ein Klassiker, den ich immer wieder gerne schaue. Zugegeben dann auch wegen der Tier :-)

    Liebe Grüße, Katja

  • #7

    Jana (Montag, 15 Februar 2021 21:14)

    Hach ist das herrlich, all diese Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen! Ich kenne die Doku von Grzimek und kann dem nur zustimmen! Wir sollten viel mehr tun, um solche Landschaften und und ihre Bewohner zu schützen. Schön, dass du außer hohem Gras doch noch so viele Tiere sehen konntest! Eine reine Bilderflut!

    Liebe Grüße
    Jana

  • #8

    Julia (Dienstag, 16 Februar 2021 12:51)

    Hallo Miriam,

    sehr interessant das alles zu erfahren. Das meiste wusste ich noch nicht, oder man hat das nicht in den Umfang erfahren. Sehr neugierig hat mich aber auch das gemacht das die Haustiere, mit den anderen auf der Fläche standen ohne Stress. Sehr schön, das muss unbedingt erhalten bleiben. Es ist wichtig für alle damit die Tiere weiter dort leben können. Und es sind so tolle Stolze Tiere,

    Liebe Grüße
    Julia