Simbabwe


Man sagt, wer die Victoriafälle nicht von der simbabwischen Seite gesehen hat, hat sie gar nicht gesehen. Und dem muss ich leider zustimmen. Auch wenn der Nationalpark selbst in Sambia viel schöner ist und die verschiedenen Wanderwege unterhaltsamer sind, so gibt es auf simbabwischer Seite doch mehr zu sehen.


Dafür muss man erst einmal nach Simbabwe kommen. Das geht ganz simpel, für einen Euro im Sammeltaxi oder zehn Euro im Taxi geht es von Livingstone an die Grenze.

 

Es lässt sich auch vom Eingang des Nationalparks auf sambischer Seite zu Fuß gehen.

 

Für den Übertritt lohnt sich das Kombivisum für beide Länder, KAZA genannt, das 50 USD kostet und den Grenzübertritt sehr simpel macht.

 

Auch mit Tagesvisa sollte es keine Probleme geben - wobei für den Wiedereintritt nach Sambia dann erneut ein Visum notwendig ist, was es teurer macht als direkt das Kombi-Visum zu kaufen.

 

Als Grenze dient die Eisenbahnbrücke über den Sambesi River, die auch von Autos, LKW und Fußgängern genutzt werden kann.

 

Der Weg zieht sich ein wenig, ist aber gut zu Fuß machbar. Da immer nur ein LKW auf der Brücke sein darf, ist die Schlange lang. Dazwischen treiben sich auch gerne Paviane und Affen rum.

 

Auf der Brücke selbst unbedingt einen Fotostopp einplanen: Die Fälle zeigen sich manchmal sogar mit Regenbogen im Vordergrund! Nass wird man beim Grenzübergang übrigens auch.

 

Wer zu faul ist, um die etwa halbe Stunde zu Fuß zu gehen (was ich aber absolut empfehlen würde!), kann sich ein Fahrrad leihen oder ein Taxi nehmen.

 

Die Brücke ist übrigens bekannt fürs Bungee Jumping - man wird permanent darauf angesprochen und tatsächlich lassen sich allerlei Mutige beobachten, wenn sie in die Tiefe stürzen.

 

Der Parkeingang zum Victoria Falls Nationalpark Zimbabwe liegt ein paar Meter hinter der Grenze.

 

Wer keine Regenbekleidung dabei hat, muss sich diese noch draußen ausleihen - gegenüber dem Haupteingang auf dem Parkplatz gibt es Shopping-Möglichkeiten, wo man Regencapes ausleihen kann.

 

Der Nationalpark hat nur einen einzigen Weg ausgeschrieben, der einmal entlang an den Fällen führt. Wer eine kleine Übersicht möchte, kann sich hier die Karte anschauen.

 

Die Tour beginnt bei einer Statue von David Livingstone, der die Fälle seiner Königin zu Ehren Victoria Falls nannte, (eine solche Statue gibt es auch auf sambischer Seite) und führt dann direkt zum Devil's Cataract, dem wahrscheinlich beeindruckendsten Teil der Wasserfälle!

 

Hier stürzen sich immense Wassermassen hinab, es ist Lärm und ein unfassbares Naturschauspiel, das sich meistens gut sehen lässt, weil der Wind den Wassernebel weg trägt. Man steht quasi direkt neben den Fällen, was wirklich großartig ist. Hier wird man übrigens noch nicht nass.

 

Dann aber führt der Weg weiter zu den Main Falls, Horseshoe Falls, Armchair Falls und Rainbow Falls.

 

Der Weg führt zwischen Bäumen hindurch und hat immer wieder Aussichtsplattformen direkt an der Front entlang. Aber auch wer nicht auf die Plattformen geht, wird klitschnass werden, da es auch von den Bäumen tropft.

 

Am Ende führt der Weg raus aus dem Regenwald, auf eine offene Wiese, der Weg macht eine kleine Kurve zur Brücke, wo sich möglicherweise ein Regenbogen zeigt, was ansonsten aber eher unspektakulär ist, dann geht es zurück zum Ausgang.

 

Wer Glück hat, begegnet unterwegs Warzenschweinen, Pavianen und Affen. Der Eintritt in den Nationalpark kostet 30 USD.

Victoria Falls Town ist das simbabwische Pendant zu Livingstone, allerdings noch eine Nummer teurer und touristischer. Die Stadt ist eine Aneinanderreihung von Hotels, Restaurants und Reisebüros und hat wirklich keinen Charme.

 

Ich bin dort spazieren gegangen, weil mir nicht bewusst war, dass es derart touristisch ist. Und bin auch schnell wieder verschwunden.

 

Ich habe mir nicht einmal etwas zu Mittag gegönnt, weil es einfach so teuer war: Pro Tapas ab 8 USD - da ist mir der Appetit vergangen.

 

Da die Stadt zwischen den beiden Nationalparks Zambezi und Victoria Falls liegt, sieht man aber immerhin hin und wieder ein Tierchen unterwegs, Warzenschweine laufen durch die Stadt, als wäre es ihr natürlicher Lebensraum.

 

Sehr schön hingegen ist die Anlage an der Botaka Gorge, die zwischen Grenze und Vic Falls liegt. Es ist als "Lookout Cafe" beschrieben - und die Aussicht ist tatsächlich der Wahnsinn!

 

Es lässt sich auf der einen Seite bis zu der Grenzbrücke schauen, wo sich hin und wieder ein Regenbogen zeigt, auf der anderen Seite zeigt sich, wie sich der Sambesi durch die Schluchten schlängelt.

 

Wer noch ein wenig Action mag: Auch hier ist Ziplining und der "Monkey Jump" möglich. Essen und Getränke sind hier übrigens deutlich günstiger als in Vic Falls Town - ein Milchshake hat 4 USD gekostet.





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