Safari in Südafrika: Die Bongani Mountain Lodge

Eine Safari steht bei den meisten auf der To-Do-Liste, wenn sie nach Südafrika reisen. So auch bei mir. Südafrika war 2013 meine erste Fernreise - und meine erste Reise nach Afrika. Meine erste Safari habe ich auf der Bongani Mountain Lodge erlebt. Sie liegt im Mthethomusha Game Reserve, am südwestlichen Rand des bekannten Kruger Nationalparks. Hier gibt es nahezu alle Tiere, die es nebenan im Kruger auch gibt: Elefanten, Nashörner, Giraffen, Zebras, Gnus, Löwen, Leoparde und Co. Mich hat vor allem überzeugt, wie liebevoll es rund um die Lodge zugeht. Die Guides und Fahrer sind Locals, die sich seit Ewigkeiten hier auskennen. Und überall ist man darauf bedacht, dass es den Gästen gutgeht.


Bongani Mountain Lodge am Kruger Nationalpark: Anreise

Wer Afrika und seine Tiere liebt, wird die Bongani-Lodge lieben. Die kleine, privat geführte Lodge liegt am Rande des bekannten Kruger Nationalparks, dem größten Nationalpark in ganz Südafrika, und in einem privaten Schutzgebiet namens Mthethomusha Game Reserve. Das Reservat befindet sich im Südwesten des Kruger Nationalparks, unweit der Grenze zu Eswatini und zu Mosambik.  

 

Am besten ist Bongani über Johannesburg - und mit einem Auto - erreichbar. Johannesburg, das Finanzzentrum von Südafrika liegt etwa vier Autostunden und rund 400 Kilometer von der Bongani Mountain Lodge entfernt. 

 

Von Johannesburg aus ist der Weg recht einfach zu finden - am besten eignet sich ein Mietwagen. Von Johnnesburg aus nimmst du zunächst die Autobahn 12, danach die Autobahn 4 Richtung Nelspruit / Mbombela. Wir haben unterwegs kurz an einem Rasthof Halt gemacht, weil wir auf Toilette mussten - und hatten dabei direkt einen Blick auf einige Nashörner, die dort an einem kleinen Teich verweilten. Also Safari-Gefühl schon auf dem Weg zur Safari! 

 

Das Auto könnt ihr gesichert am Rande des Mthethomusha Game Reserve parken. Die letzten paar hundert Meter, die von der Autobahn Richtung Reservat abgehen, sind absolute Schotterpiste und wir haben direkt zwei Wagen gesehen, die dort liegen geblieben sind. Also etwas Vorsicht ist geboten.

Dann erreicht ihr den schönen Parkplatz der Lodge - der ziemlich weit weg von der eigentlichen Bongani Mountain Lodge ist. Doch die restlichen Wege im Wildtier-Reservat sind nicht geeignet für normale Straßenautos.

 

Der Empfangsmensch sagt direkt bei der Ankunft oben Bescheid und es kommt ein Fahrer den rund halbstündigen Weg herunter, um einen abzuholen. Das Auto bleibt die ganze Zeit über auf dem Parkplatz stehen, es wird doch bewacht (und unseres war auch blitzblank geputzt, als wir nach vier Tagen zurückkamen). 

 

Der Weg nach oben ist dann auch schon ein Highlight, denn er führt einmal quer durch das Reservat auf den Berg hoch. Wir haben direkt einige Wildtiere gesehen, vor allem Antilopen. Also quasi ein weiterer Einstieg in die Safari.


Safari auf der Bongani Mountain Lodge: Das Konzept

Die Bongani Mountain Lodge wurde, im Gegensatz zu den meisten Lodges in Südafrika, nicht einfach von Weißen hingestellt, nachdem die lokale Bevölkerung vertrieben wurde. Die Lodge wurde zwar auch von Weißen hochgezogen, allerdings als ein Community-Projekt.

 

Locals wurden als Fahrer und Guides ausgebildet und angeheuert.  Und das hat seinen Grund: Die Menschen haben hier schon immer gelebt, sind hier aufgewachsen und damit haben sie von klein auf gelernt, Spuren zu lesen und den Lebensraum der jeweiligen Tiere zu kennen. Man wollte ja nicht beim Spielen einem Löwen begegnen. Auch in anderen Bereichen, als Service- und Putzkräfte beispielsweise, haben Locals aus dem Dorf Arbeit bekommen. 

 

Die Lodge liegt auf einem kleinen Berg, deshalb heißt sie auch Bongani Mountain Lodge, von dem aus sich wunderbar über die gesamte Landschaft des Mthethomusha Game Reserve blicken lässt.

 

Wir hatten die gesamten vier Tage den gleichen Fahrer und den gleichen Guide (der auch Spurenleser war) dabei und die beiden haben uns an einem Abend auch von Hügel oben ihr Dorf gezeigt. Sie haben berichtet, dass es einiges an Geld brachte, als das Reservat hier gegründet wurde. Dennoch: Alle Bewohner mussten umziehen und sich außerhalb des  Mthethomusha Game Reserve wieder ansiedeln.


Safari in Südafrika: Pirschfahrten rund um die Bongani Lodge

Das Gelände ist nicht so groß, es hat nur rund 8000 Hektar. Aber es ist sehr hügelig, weshalb sich viele Tiere verstecken können und man das perfekte Safari-Erlebnis bekommt.  Die Guides hatten wirklich Ahnung, haben unglaublich viel erklärt und das auf eine sehr sympathische und humoristische Art und Weise.

 

Auf jeder Pirschfahrt war ein Fahrer dabei sowie ein Spurenleser, der auch als Guide fungiert hat. Wobei auch der Fahrer immer sehr viel zu erzählen hatte und über einen großen Wissensschatz verfügt. Wir wurden die rund vier Tage von Seph und Elliot begleitet und haben die beiden sehr schnell ins Herz geschlossen.

 

Nachtrag Februar 2021: Noch Jahre nach der Safari auf der Bongani Mountain Lodge haben wir zu Hause darüber gesprochen, dass wir einmal mit unseren Kindern hierhin zurückkehren wollen. Es war einfach ein magischer Ort. Wunderschön gelegen, so viel Natur und Wildlife und dazu Personal mit so unglaublich viel Charme und Herz.

 

Leider ist die Bongani Mountain Lodge aber Ende Januar abgebrannt, der Schaden liegt wohl bei 100 Prozent, sagen die Eigentümer. Es soll sich um Brandstiftung handeln, gezielt wurden zunächst die Hütten der Ranger angezündet, das Feuer breitete sich aber schnell aus. Gerüchten und Medienberichten zufolge soll es sich um einen Racheakt von Wilderern handeln. Wenige Tage zuvor sollen bei einem Einsatz gegen Wilderer Schüsse gefallen sein, ein Wilderer soll von einem Ranger angeschossen worden sein. 

Wieder zurück zum eigentlichen Beitrag: Die Pirschfahrten, wie man die Safari-Fahrten im Jeep eigentlich nennt, waren jeweils morgens und abends. Meistens waren wir jeweils vier bis fünf Stunden unterwegs.

 

Der Jeep war meist gut besetzt, allerdings noch so, dass jeder außen sitzen konnte. Ob man auch eine private Safari buchen kann, weiß ich gar nicht.

 

Für Frühstück und Abendessen hatte sich die Bongani Mountain Lodge etwas besonderes einfallen lassen: Es fand immer wieder an wechselnden Orte, etwa im Busch, am Lagerfeuer oder am Pool. Besonders das Frühstück im Busch, quasi mitten während der Safari, war super beeindruckend. Die Mitarbeiter hatten ein paar Tische und einen Grill aufgebaut. 

 

Bei den Ausfahrten gab es immer eine kleine Kaffee-Pause, abends gab es auch einen Wein oder ein Bier auf der Fahrt. Vorher wurden wir gefragt, was wir als Sundowner trinken wollen - es war einfach genial. Wir hatten mehr als einen wundervollen Sonnenuntergang mit Aussicht auf Elefanten oder Nashörner.



Tierwelt in Südafrika: Leben rund um die Bongani Lodge

Die Bongani Mountain Lodge liegt wie gesagt im privaten  Mthethomusha Game Reserve. Das liegt direkt am Rande des Kruger Nationalparks, jedoch trennen in Südafrika Zäune die privaten Gebiete. Aus Kenia oder Tansania kenne ich es etwas anders, da sind die Tierkorridore offen und die Tiere wandern einfach, wie es ihnen gefällt. Allerdings durchbrechen vor allem die Elefanten immer mal wieder die Zäune und wandern so umher - andere Tiere wie Löwen und Leoparden nutzen dann die Löcher, um ebenfalls umherzuziehen.

 

Generell gibt es im Mthethomusha Game Reserve die gleichen Tiere wie auch im benachbarten Kruger Nationalpark. Doch während die Chancen auf Löwen-Sichtungen im Kruger Nationalpark sehr hoch sind, sieht man sie im Mthethomusha Game Reserve leider nur sehr selten. Auch Leoparden werden dort nicht so oft gesichtet. Wir hatten bei beiden leider auch Pech. 

 

Dafür ist das Mthethomusha Game Reserve perfekt für Nashörner, Elefanten, Giraffen, Büffel, Zebras, Gnus und Antilopen. Davon sieht man nämlich sehr viele. Vor allem Breitmaulnashörner leben rund um die Bongani Mountain Lodge. Damit sie nicht so attraktiv für Wilderer sind, wird ihnen das Horn abgesägt. Das ist zwar durchaus ein Eingriff in ihre Lebensweise - aber immerhin rettet es so ihr Leben. 

Auf der Bongani Mountain Lodge habe ich meine erste Safari überhaupt gemacht. Viele Tiersichtungen werde ich in meinem Leben nicht vergessen. Wir standen mit dem Wagen ganz fasziniert in Richtung einer Giraffe - meiner ersten Giraffe. Mehr oder minder ungläubig ob des tollen Erlebnisses habe ich mit dem Kopf geschüttelt - und dabei direkt hinter uns eine Herde Elefanten entdeckt! Wir waren so fokussiert auf die Giraffe, dass wir die Elefanten gar nicht bemerkt hatten. 

 

Nach zwei Pirschfahrten hatten wir die großen Tiere alle gesehen, außer Löwe und Leopard. Dafür hatten unsere Guides dann etwas mehr Zeit, uns auch kleinere Bewohner vorzustellen. In der Nacht fiel unserem Guide etwa ein Chamäleon auf, das in einem Baum saß. Und an einem Tag hatten wir eine riesige Freude daran, den Pillendrehern zuzusehen. Das sind Käfer, die sich an den Elefantenkot machen und daraus Kugeln basteln. Auf den Kugeln haben sie Sex und sie rollen sie auch ewig weit. 

 

Eine gute Kamera hatte ich damals übrigens noch nicht, die Bilder sind allesamt mit meiner Digitalkamera entstanden. Also entschuldigt die eher mäßige Qualität. Die Safari-Fotos aus Kenia, Tansania, Botswana oder Ghana sind da deutlich besser gelungen.

 

Die Bongani Mountain Lodge organisiert auch Safari-Touren in den Kruger Nationalpark selbst. Wir haben es ob der Löwen-Chancen durchaus überlegt, und dann aber dagegen entschieden. Wir haben uns auf der Bongani Mountain Lodge einfach so wohl gefühlt und hatten so tolle Guides, dass wir gar nicht mehr weg wollten.


Safari in Südafrika: Die Bongani Mountain Lodge

Eigentlich war es fast schade, dass wir die meiste Zeit des Tages, zumindest wenn es hell war, unterwegs waren und die Bongani Mountain Lodge gar nicht so ausgiebig genießen konnten, wie sie es verdient hätte. Denn die Lodge ist einfach wundervoll. 

 

Es gibt zwei Pools - und einer davon hat eine großartige Aussicht hinaus in die Natur. Es handelt sich um eine Lodge, die eher im Luxus-Bereich angesiedelt ist (wir haben 2013 rund 850 Euro pro Person ausgegeben für vier Nächte). Die Hütten sind super hübsch eingerichtet, es gibt sogar drinnen und draußen eine Dusche. Einmal saß ein Affe oben und hat uns beim Duschen beobachtet. 

 

Auch rund um die Lodge gab es immer wieder Besuch, von kleinen Affen, und Nyalas, einer Antilopenart. Aber auch Elefanten und Giraffen schauten vorbei. Ein älterer Elefanten wohnt quasi in der Lodge und zeigt sich vor allem in der Nacht - ganz schön unheimlich, wenn da plötzlich so ein Riese vor einem steht. Löwenspuren haben wir an einem Morgen auch gefunden - zwischen den Hütten am äußersten Rande.

 

Da die Lodge nur Platz für rund 30 Menschen bietet, ist man immer wieder einsam unterwegs, wir haben nie ein anderes Auto getroffen.


Safari auf der Bongani Mountain Lodge: Mein Fazit

Eine Safari war lange ein Traum von mir - und stand schon ewig auf meiner Bucketlist. In Südafrika habe ich mir diesen Traum erfüllt - gleich mehrfach. Aber die Tage auf der Bongani Mountain Lodge bleiben für mich unvergessen. 

 

Auch wenn es der mit Abstand teuerste Part unserer dreiwöchigen Südafrika-Rundreise war, hat es sich absolut gelohnt. Ich würde jederzeit wieder hierherkommen. Denn vor allem die Liebe, mit der alle Beteiligten die Lodge führen, hat mich tief beeindruckt. Von Sekunde eins an habe ich mich wahnsinnig wohl gefühlt. 

 

Die Guides gingen auf unsere Wünsche ein, obwohl wir nicht nur zu zweit im Auto saßen. Sie erklärten viel und entdeckten auch die Kleinigkeiten, die sie mit uns teilten. Unsere beiden Guides/Fahrer waren so enttäuscht, dass sie uns keinen Löwen zeigen konnten, dass wir am letzten Morgen sogar anderthalb Stunden früher losgefahren sind - sie wollten ihn unbedingt finden. Doch obwohl wir keinen Löwen oder Leoparden gefunden haben (von beiden aber die Fußspuren) - es waren vier wundervolle Tage, geradezu perfekt. 


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Kommentare: 3
  • #1

    Manuel (Samstag, 06 Februar 2021 11:26)

    Afrika, wie man es erleben sollte. Entdecken der gesamten Breite, von der faszinierenden Tierwelt über die Menschen bis hin zu einer tollen Lounge.
    Was mich besonders interessieren würde, auch wenn bestimmt gefährlich ist eine Safari bei Nacht. Ich glaube, da offenbart sich nochmals eine ganz andere Seite von Afrika.

  • #2

    Mo (Samstag, 06 Februar 2021 19:18)

    Liebe Miriam,

    von der Bongani Mountain Lodge hatte mir schon mal ein ehemaliger Klassenkamerad vorgeschwärmt. Er hatte früher mit seinen Eltern in Südafrika gelebt und war ganz begeistert. Es ist total traurig, dass sie vollkommen abgebrannt ist. Schade, dass Menschen aus Rache etwas zerstören, dass so viel Gutes gebracht hat.
    Ich hoffe, dass der Ort dennoch neu entstehen kann, auch wenn es ein Totalschaden ist.

    Liebe Grüße
    Mo

  • #3

    Steffi (Sonntag, 07 Februar 2021 01:05)

    Huhu,

    als Tierliebhaber interessierte mich vor allem die Passage mit der Safari enorm. Die Tiere in der Wildbahn mal live erleben zu dürfen ist sicherlich ein unvergesslicher Moment.

    Die Lodge gefiel mir vom Foto her unheimlich gut. Es sieht einladend aus und auch der Pool kann sich sehen lassen!

    LG Steffi