Zoos: Was für und was gegen einen Zoo-Besuch spricht

Zoo-Besuche sind so umstritten wie nie. Ist es noch zeitgemäß, Tiere in Gefangenschaft zu halten, um Menschen zu unterhalten? Ich habe mich in den vergangenen Jahren viel mit Tierschutz beschäftigt, ich habe Wildtiere in zahlreichen Ländern in freier Wildbahn erleben dürfen. Dennoch halte ich Zoos aktuell noch für notwendig. Denn auch wenn in Zoos viele Tiere leben, die keinen gefährdeten Status in ihrer natürlichen Umgebung haben, gibt es welche, die ohne Zoos in freier Wildbahn ausgestorben wären. Aber Zoos in Deutschland haben noch viel Potenzial in Sachen Tierschutz, etwa, indem Aufklärungsarbeit und Auswilderung vorangetrieben werden. 


Pro Zoo-Besuch: Artenschutz und Auswilderung

Ein Thema, das von Zoo-Befürwortern immer wieder aufgegriffen wird, ist das Thema Artenschutz. Vorab: Ja, auch ich sehe positive Beispiele - auch wenn für mich auf diesem Feld noch viel zu wenig passiert und ich mir wünschen würde, dass Zoos hier verstärkt darauf achten und sich engagieren.

 

Es gibt einige Beispiele von gelungenem Artenschutz - und in manchen Fällen konnten die Tiere sogar ausgewildert werden. Nehmen wir beispielsweise die in Jordanien heimische Oryx-Antilope. Der Bestand auf der arabischen Halbinsel war quasi dezimiert, die Oryx-Antilope in Jordanien fast ausgestorben. Durch Zuchtprogramme in Zoos jedoch wurden die Art erhalten - und nach einer Weile wurden auch in Jordanien wieder Oryx-Antilopen angesiedelt. Inzwischen gibt es ein eigenes Schutzgebiet im Nordosten Jordaniens, das Shaumari Reservat in der Nähe der Stadt Al Azraq. Bevor die Oryx-Antilopen (und auch andere Wildtiere wie etwa die Wildesel-Art Onager) komplett in freier Wildbahn auskommen, werden sie in dem Schutzgebiet auf das Leben in Freiheit vorbereitet und dabei von Rangern und Zoologen beobachtet. Inzwischen kannst du beispielsweise bei Wanderungen durch das Wadi Mujib, den Grand Canyon Jordaniens, wieder wilde Oryx-Antilopen sehen.

 

Übrigens gibt es auch ganz in der Nähe erfolgreiche Projekte: Der im Alpenraum heimische Steinbock war vor einigen Jahrzehnten nahezu ausgerottet, weniger als 50 Tiere waren in freier Wildbahn übrig. Durch Zuchtprogramme in Zoos hat sich der Bestand erholt - inzwischen leben in den Alpen wieder Zehntausende Tiere. 

 

Auch bei anderen Tierarten gibt es diese Aktionen immer wieder, wenn auch leider noch zu vereinzelt und zu wenig öffentlichkeitswirksam. 2020 wurden beispielsweise fünf vom Aussterben bedrohte Spitzmaulnashörner aus Zoos in Dänemark, England und Tschechien nach Ruanda in Ostafrika gebracht und dort ausgewildert. Auch in der weltberühmten Serengeti in Tansania leben Nashörner, die in Zoos geboren wurden. 

 

Allerdings muss man hier auch ein wenig das Verhältnis beachten: Pro Jahr werden aus allen deutschen Zoos zusammen nur zehn Tiere ausgewildert. Das kann für einzelne Tierarten zwar durchaus die Rettung bedeuten, aber in Anbetracht der Tatsache, wie viele Tiere in Gefangenschaft leben, ist es doch eher gering. 

 

Dennoch möchte ich auch hier relativieren. Für viele Lebewesen ist die freie Wildbahn aktuell nicht sicher. Es wäre schön, wenn das anders wäre und ich wünsche es mir sehr. Viele Menschen arbeiten auch daran, durch Aufklärung, Kampagnen und andere Projekte dafür zu sensibilisieren, Lebensraum und Tierwelt zu schützen, aber aktuell bestünde für viele Tiere tatsächlich eine akute Gefahr, würden sie ausgewildert.

 

Wir Menschen wissen seit vielen Jahren, dass wir den Lebensraum von beispielsweise Eisbären zerstören. Wir wissen, dass jedes Jahr mehr als 1000 Nashörner und unzählige Elefanten für ihr Horn, ihre Stoßzähne, ihre Haut gewildert werden. Wir wissen, dass in einigen Ländern Löwen legal erschossen werden dürfen, obwohl es nur noch 20.000 Löwen weltweit in freier Wildbahn gibt. Bis das Überleben von Tieren in freier Wildbahn gesichert ist, halte ich Zoos für enorm wichtig. Zoos könnten zu einer Art Übergangslösung gehören - bis die freie Wildbahn für die Lebewesen keine Gefahr mehr darstellt.

 

Allerdings müssten sich Zoos meiner Ansicht nach dann auch mehr genau dafür stark machen und Aufklärungsprojekte vor Ort starten. Ein für mich positives Beispiel ist hier die Zoologische Gesellschaft Frankfurt. Der Zoo Frankfurt ist längst nicht mehr die Aufgabe der ZGF, die aber genau dort ihren Sitz hat. Stattdessen werden Tierschutz-Projekte weltweit realisiert, ganz im Sinne ihres einstigen Gründers Bernhard Grzimek. In Tansania hat die ZGF beispielsweise Ausbildungsprojekte finanziert. So wurden aus Wilderern, die am Rande der Serengeti lebten, Ranger, die in privaten Schutzgebieten direkt an der Serengeti ihr Geld mit Tourismus verdienten.  


Zoo-Besuch: Wo Kinder über Tiere lernen können

Auch das ist ein gerne genutztes Argument von Zoo-Befürwortern: Zoos können eine aufklärende Wirkung haben. Dafür reicht es allerdings nicht, Tiere einfach in Gehege zu stecken und eine Infotafel dazu zu hängen, die Eltern vorlesen. 

 

Wenn Kinder mehr lernen sollen als nur, welches Tier sie vor sich sehen, wie groß es wird und wo es eigentlich lebt, braucht es gute pädagogische Konzepte und interaktive Lernelemente. In einigen Zoos und Tierzentren gibt es das inzwischen, in Deutschland und weltweit. 

 

Wichtig ist in meinen Augen, dass Kindern vermittelt wird, dass Tierschutz ein elementares Recht ist und sich alle dafür einsetzen müssen - egal wo derjenige oder diejenige lebt und wie viel Bezug er oder sie zu wilden Tieren hat. Kinder können durch gut gemachte Informationszentren lernen, wo Tierschutz anfängt und welch andere Bereiche, etwa die Plastikverschmutzung, in den Tierschutz hinein ragen. 

 

Viele Zoos und Tierparks haben extra Einrichtungen, wo etwa Kindergartengruppen oder Schulklassen zu Workshops kommen können. Das ist ein guter Anfang - es sollte allerdings direkt beim Besuch inkludiert sein, um möglichst viele Menschen (auch Eltern!) zu erreichen. Auch wenn es im Wolfcenter Dörverden zwischen Bremen und Hannover beispielsweise etwas zu viele Informationen für kleine Kinder waren, so wird dort sehr anschaulich erklärt, wie Mensch und Wolf früher einmal zusammen gelebt haben und was auch Kinder tun können, um den Wolf zu schützen.  


Contra Zoo-Besuch: Gefangenschaft und Verhaltensstörung

Auch wir Menschen kennen das Prinzip von Gefangenschaft, etwa durch Gefängnisse. Dabei wird der Freiheitsentzug als Strafe eingesetzt, in den allermeisten Fällen ist er zeitlich begrenzt. 

 

Früher war es üblich, dass Tiere und auch Menschen eingesperrt und ausgestellt wurden. Erst 1958 (!) fand die letzte Menschenschau statt. Bei solchen Schauen wurden vor allem Schwarze Menschen, aber auch beispielsweise Kleinwüchsige oder Behinderte "ausgestellt" - wie heute Zootiere.

 

Natürlich wäre es wünschenswert, dass alle Tiere in Freiheit leben können. Dass sie in ihrem natürlichen Lebensraum geschützt werden und es kein Artensterben mehr gibt. Dass wir Menschen lernen, mit Tieren zusammen zu leben und uns gegenseitig Respekt und Raum zugestehen. Doch leider ist das noch Utopie.

 

Dennoch lässt sich an vielen Stellen sehen, dass die dauerhafte Gefangenschaft auch bei Tieren zu Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Erkrankungen führen kann. Sie führen ein Leben in einem nicht angepassten Lebensraum (in den meisten Fällen schon alleine wegen des Klimas) und erlernen ein unnatürliches Verhalten. So müssen Löwen, Wölfe und Co in Gefangenschaft beispielsweise deutlich weniger fressen als in Freiheit, weil sie viel mehr ruhen und schlafen und es ihnen an Bewegung fehlt. Sie haben keinerlei Jagd-Kompetenzen mehr - eine der natürlichsten Fähigkeiten von Raubtieren. 

 

Psychische Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten sind vor allem bei Tieren zu erleben, die in einem zu kleinen Gehege gehalten werden und denen es an Abwechslung fehlt. Auch wenn die Gruppe nicht dem natürlichen Sozialverhalten nach zusammengestellt ist, kann das passieren. In vielen Zoos und Tierparks arbeiten Tierpsychologen, um das Verhalten zu beobachten und eingreifen zu können. Leider sind aber noch viel zu wenige Zoos und Tierparks hierfür sensibilisiert. 


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Tiere im Zoo: Wie viel Platz ist Platz genug?

Ich glaube, die Frage nach dem Platz kann niemand wirklich beantworten. Wie viel Platz ist genug für ein Nilpferd, das in freier Wildbahn bis zu 30 Kilometer pro Nacht zurücklegt? Wie viel Platz ist genug für Zebras und Gnus, die in freier Wildbahn pro Jahr mehr als 600 Kilometer zurücklegen?

 

Dennoch: Der Platzbedarf, den man Tieren in  Gefangenschaft zuspricht, wird immer wieder erhöht. Das ist richtig so, denn Tiere brauchen Platz und Rückzugsorte. Ich glaube, dass ein Zoo niemals genug Platz bieten kann, um den Tieren gerecht zu werden. Das sieht man schon an dem veränderten Bewegungsmodell und den veränderten Fressgewohnheiten, wenn man wilde Tiere und gefangene Tiere vergleicht. Und deshalb ist es umso wichtiger, sich der Thematik Platzbedarf auch sensibel zu nähern.

 

In Zoos galt vor allem früher oft das Motto: Je mehr Tierarten, desto besser. Auch heute ist das noch hier und da vorzufinden. Dennoch haben auch einige Zoos inzwischen umgedacht und halten lieber weniger Tierarten, dafür bekommen die Tiere, die man hat, mehr Platz. Genau das ist auch die Richtung, in die es gehen muss: Weniger Tiere, mehr Platz. Ist nur die Frage, ob sich ein Zoo dann noch rechnet. Denn ich glaube, viele Menschen, die sich nicht so dolle damit auseinander setzen, welche Vorteile und welche Nachteile ein Zoo hat, werden das eher traurig finden.

 

Was ich übrigens sehr schön finde, ist die Entwicklung, zunehmend auch mehrere Tierarten gemeinsam zu halten, die in sich in freier Wildbahn einen Lebensraum teilen. Vorreiter in Deutschland ist da wohl der Serengeti-Park in Hodenhagen in Niedersachsen, zwischen Bremen und Hannover, wo Giraffen, Zebras, Antilopen und Nashörner beispielsweise auf einer gemeinsamen Fläche leben. Aber auch in Zoos gibt es solche Ansätze inzwischen, etwa die Steppenlandschaft im Zoo Hannover oder viele Bereiche im Burger's Zoo in Arnheim in der Niederlande


Ausflug in den Zoo: Geht es den Tieren gut?

Ob es Tieren im Zoo gut geht, lässt sich nicht generell sagen. Es kommt zum einen viel auf die Haltungsbedingungen an: Je besser diese sind, desto eher kann es Tieren auch dauerhaft gut gehen. Je mehr Rückzugsraum die Tiere haben und je näher sie an ihrem natürlichen Umfeld leben können, desto besser geht es ihnen. 

 

Allerdings sind für einige Tiere die Haltungsbedingungen an sich nicht so relevant - wie auch bei uns Menschen gibt es Tiere, die besser mit Gefangenschaft klarkommen als andere. Es gibt Tiere, die sich wohlfühlen im Zoo und welche, die sich grundsätzlich nicht wohlfühlen. Jedes Tier hat einen anderen Charakter, jedes Tier hat andere Bedürfnisse - und niemals kann ein Zoo auf alle eingehen. 

 

Als Zoo-Besucher ist es enorm schwierig herauszufinden, ob es einem Tier gut geht oder nicht. Aber es gibt ein paar Anzeichen: Fellverlust und kahle Stellen beispielsweise. Oder wenn Tiere nur apathisch herumliegen oder einen apathischen Blick haben. Wenn sie abgemagert oder übergewichtig sind. Und auch, wenn Tiere immer wieder im Kreis gehen, ist es ein Anzeichen dafür, dass psychisch etwas nicht in Ordnung ist. 


Zoo-Besuch: Weshalb Shows mit Tieren überflüssig sind

Eine Sache, die für mich inzwischen ein No-Go ist, sind Tiershows. Egal ob springende Delfine, Robben, die Bälle fangen oder Vögel, die spektakuläre Flüge zeigen - das muss nicht sein. 

 

Generell halte ich es nicht für falsch, wenn Tiere in Gefangenschaft ein paar Tricks lernen. Zur Abwechslung und Bespaßung kann das sogar ganz klug sein. Aber es gibt einen Unterschied zwischen dem Erlernen von Tricks zur Bespaßung der Tiere und dem Erlernen von Tricks zur Bespaßung von Besuchern. 

 

Wenn Tiere täglich zu einer bestimmten Zeit einen bestimmten Trick vorführen müssen, weil das Zoo-Programm es so will, dann steckt da immer ein gewisser Druck dahinter. Und dieser Druck zeigt sich auch im Training. Käme ein Delfin alleine auf die Idee, durch einen Ring zu springen? Wohl eher nicht. 

 

Ich vergleiche das mal mit meinen beiden Kaninchen. Mit ihnen machen mein Mann und ich auch hin und wieder Tricks und Clicker-Training. Aber wir machen das abhängig von ihrer (und unserer) Stimmung. Und wenn einer nicht will, dann geben wir eben auf und lassen ihn in Ruhe. Damit werden wir es zu keinem Kaninchen-Talentwettbewerb schaffen, aber dafür habe ich auch keine Kaninchen. Stattdessen haben wir mit der Zeit gelernt, was ihnen mehr Spaß macht und für welche Leckerlis sie auch einmal mehr auf Kommando über den Tunnel springen (was sie übrigens auch so öfter machen, es ist also ein "natürlicher Trick"). Auch wenn es Tiere gibt, die lernwilliger sind als meine beiden Kaninchen, so will ich mir nicht ausmalen, mit welchem Druck ich an die Sache herangehen müsste, damit sie täglich um 14 Uhr ihre Kunststücke abliefern.


Zoos und der problematische Begriff "artgerecht"

Wer bis hierhin gelesen hat, hat wahrscheinlich erkannt, dass ich trotz der berechtigten Kritik an Zoos das grundsätzliche Konzept nicht verteufle. Aber an einem Begriff störe ich mich dennoch sehr - denn er suggeriert, dass es möglich ist, Tiere in Gefangenschaft so zu halten wie es ihrem natürlichen Wesen entspricht. Der Begriff lautet "artgerecht". 

 

Immer wieder ist von einer "artgerechten Haltung" die Rede. Doch um es klipp und klar zu sagen: Eine artgerechte Haltung ist in Gefangenschaft niemals möglich. Das Gehege kann noch so groß sein - mit artgerecht hat die Zoohaltung nichts zu tun. 

 

Artgerecht ist eine Erfindung von Menschen für Tiere, um die Gefangenschaft zu gerechtfertigen. Und es stört mich, weil es die Haltungsbedingungen und die Gefangenschaft verniedlicht und zu einer Art Optimal-Zustand macht, der nicht zu kritisieren ist. Es suggeriert, dass es möglich ist, Tiere in Gefangenschaft zu halten, ohne dass sie ihre natürlichen Instinkte verlieren. Und das ist eben Quatsch.

 

Auch sehr gute Haltungsbedingungen in Zoos sind schlechter als in freier Wildbahn. Zoos sind derzeit meiner Ansicht nach aus den genannten Gründen noch notwendig - aber als Schutzraum und Zufluchtsort, nicht als Optimal-Zustand, der erhalten werden müsste, auch wenn Tiere in Freiheit nicht mehr gefährdet sind.


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Kommentare: 11
  • #1

    Jens Hoffmeister (Montag, 31 Mai 2021 14:25)

    Hallo Miriam,
    ein schöner Artikel, der einen guten Überblick über die verschiedenen Aspekte von Zoos bietet. Ich gehöre hierbei übrigens zu denen, die Zoos gänzlich ablehnen, vielleicht weil ich zu viele gesehen habe, in denen die Tiere einfach unter zu schlechten Lebensbedingungen vor sich hin vegetieren. Das problematische an dieser Haltung, ich interessiere mich sehr für Tiere, mag ihnen gerne zusehen, würde sogar gerne mit ihnen in Kommunikation treten, würde auch liebend gerne mit meinen Kindern durch Zoos streifen, aber die offensichtliche Gefangenschaft und die damit verbundenen Probleme für die Tiere machen mir zu sehr zu schaffen. Und einem Tier in freier Natur auf Augenhöhe zu begegnen ist einfach etwas ganz anderes, als es in einem Zoo zu besuchen, wo es sich meist nicht einmal zurück ziehen kann. Wenn nun aber jeder Mensch dieser Erde in den Regenwald, in die Antarktis oder zu den Galapagos-Inseln reisen würde, dann wären noch viel mehr Tiere in ihrer Lebensweise bedroht. Außerdem sind wild lebende Tiere natürlich oft nur sehr schwer zu beobachten. Vielleicht könnten großangelegte Reservate in Kombination mit interaktiven Medien diese Lücke füllen?
    Einen herzlichen Gruß,
    Jens

  • #2

    Sabrina Bechtold (Montag, 31 Mai 2021 14:40)

    Liebe Miriam!
    Wie immer super recherchiert und informativ aufbereitet.
    Ich teile viele Deiner Einschätzungen. Gut erinnern kann ich mich noch, an eine Studie, an der ich früher einmal im Erdkunde-Unterricht teilgenommen habe. Es ging um die Beobachtung von Hospitalismus-Erscheinungen bei Fluss-Delphinen im Duisburger Zoo. Das war um es kurz zu machen mehr als erschreckend und hat einfach nur weh getan.
    Allerdings habe ich auch einmal an einer Privatführung durch das Affengehege teilgenommen und war schwer beeindruckt von der intensiven und engen Beziehung zwischen den Tieren und den Pflegern.
    Das ist alles ein zweischneidiges Schwert, und wie immer ist die Grauzone sehr groß.
    Verteufeln würde ich Zoos daher auch nicht, bin aber zunehmend vorsichtiger und sensibler geworden.

    Liebe Grüße,
    Sabrina

  • #3

    Julia (Montag, 31 Mai 2021 15:29)

    Liebe Miriam,
    das ist ein richtig toller Artikel! Danke dafür! Ich bin schon seit vielen Jahren nicht mehr im Zoo gewesen, bekomme aber immer wieder diese Diskussionen in verschiedenen Foren über pro/contra Zoobesuche mit. Da werde ich dann in Zukunft auf deinen Text verweisen ;-)
    Liebe Grüße, Julia

  • #4

    Renate (Montag, 31 Mai 2021 15:54)

    Liebe Miriam,
    sehr gut recherchiert. Schwieriges Thema! Ich gehe sehr gerne in Zoos oder Tiergärten und halte sie für wichtig. In manchen Zoos werden auch seltene Haustiere gezüchtet, damit sie erhalten werden.

    Dann aber sehe ich auch Berichte über wilde Tiere in Afrika, die bei genauerem Hinsehen nicht so frei leben, wie man meint. In Südafrika werden für die Touristen Tierparks angeboten, durch die sie dann mit dem Ranger fahren können. Besonders gerne werden viele Jungtiere gezüchtet, weil sie ja so süß sind. Später werden sie dann gegen Geld zum Abschuss freigegeben. Es ist nicht immer einfach, dahinter zu schauen.

    Liebe Grüße
    Renate

  • #5

    Heike Pirngruber | Pushbikegirl (Montag, 31 Mai 2021 16:24)

    Liebe Miriam, tolles und wichtiges Thema!

    Danke!

    Wie du bereits super aufgearbeitet hast, lässt sich pauschal einfach nicht sagen ob es gut oder schlecht ist einen Zoo zu besuchen !

    Ich meide sie - sehe aber in gewissen Ecken dieser Welt genug Gründe es eben doch zu tun.

    LG Heike

  • #6

    Julia (Montag, 31 Mai 2021 19:58)

    Hallo Miriam,
    ich finde Zoos sehr wichig wenn auf wichtiges geachtet wird. Den Kindern wird so vieles beigebracht und lernen noch einige Zoo.Tierpark Warder kann ich empfehlen mit vielen Tieren und Platz. Es gibt eben ein pro und contra aber wenn die Arten damit erhalten bleiben sehr gut.
    Liebe Grüße
    Julia

  • #7

    Jana (Montag, 31 Mai 2021 22:38)

    Ich finde das Thema Zoos/Tierparks auch immer zweigleisig! Auf der einen Seite hat man als Normalo, der in der Welt nicht sonderlich umherkommt, mal die Möglichkeit, all diese Tiere live zu sehen! Andererseits finde ich es nicht richtig, sie deshalb den Großteil oder ihr ganzes Leben lang einzusperren. Ich sehe Elefanten, Löwen, Hyänen etc. auf deinem Blog so oft in Freiheit, was mir wesentlich besser gefällt! Aber wenn Zoos/Tierparks Arten erhalten können, haben sie auch ihre Berechtigung!

    Liebe Grüße
    Jana

  • #8

    Katrin Haberstock (Dienstag, 01 Juni 2021 09:08)

    Hallo Miriam,

    Du hast recht, es ist ein umstrittenes Thema. Aber ein wichtiges Thema.
    Ich liebe Tiere. Aber das letzte Mal im Zoo war ich vielleicht 8 Jahre alt.
    Was ich mir gar nicht ansehen würde sind Shows an denen Tiere ganz unnatürliche Kunst Stücke vorführen sollen. Das finde ich nicht so artgerecht.
    Danke für deinen gut Recherchierten und informativen Artikel.

    Liebe Grüße
    Katrin Haberstock

  • #9

    Christian Ö. (Dienstag, 01 Juni 2021 10:50)

    Wow, da hast du ganz schön intensiv recherchiert, starker Artikel! Der wird auch einigen meiner Freunde gefallen, denn wir diskutieren auch immer wieder über Pro/Contra Tiergärten.

    Viele Grüße aus Wien,
    Christian

  • #10

    Torsten (Dienstag, 01 Juni 2021 15:00)

    Hallo Miriam,

    auch ich schwanke immer zwischen den Stühlen bei einem Zoobesuch. Dennoch empfinde ich alle zoologischen und auch die botanischen Einrichtungen als sehr notwendig. Gerade in unserer heutigen Zeit, bei all dem Artensterben, Lebensraumverlust und dem Klimawandel. Diese Einrichtungen sind mittlerweile zu einer modernen Arche Noah geworden. Denn selbst alte Haustierrassen sterben aus, weil sie keine Leistung mehr erbringen.

    Allerdings müssen auch wir als Besucher diesen Einrichtungen einen gewissen Respekt entgegenbringen und dürfen sie nicht als Freizeitattraktion sehen. Lärmende Kinder, die an Glasscheiben hämmern, Leute, die mit Steinen werfen, um die Tiere zum Aufstehen zu bewegen. Tiergärten, die aus Profitstreben vielerlei Tiere halten zur Belustigung der Besucher, mit viel zu kleinen und zu sterilen Gehegen. Die unzureichenden und schlechten Dinge gehören angesprochen und abgeändert. Das können auch Besucher mit beeinflussen.

    Ich sehe die Bewohner dieser Einrichtungen immer als Botschafter unserer Welt. Woher soll sonst Naturliebe und Verantwortung gegenüber der Natur herkommen, wenn nicht aus solchen Einrichtungen.

  • #11

    Mo (Mittwoch, 09 Juni 2021 13:26)

    Liebe Miriam,

    es ist gut, dass es Artikel wie deine gibt. Ich sehe Zoos ebenfalls mit gemischten Gefühlen, eben aus jenen Gründen die du angeführt hast. Fakt ist aber, dass der Mensch in der Regel nur das lieben kann, was für ihn sichtbar ist. Heißt: Ein Zoo ist wichtig, um besonders die nachfolgenden Generationen daran zu erinnern, wie wichtig der Erhalt der Arten in der freien Wildbahn ist. Nun kann man sich hier natürlich fragen, ob das nicht auch anders geht. Mit Sicherheit, aber wir sind meiner Meinung nach noch nicht so weit, dass wir Aufklärung rein digital bspw. lösen können.
    Der respektable Umgang mit den Tieren sollte in einem Zoo geschult werden und nicht zu einer freizeitparkähnlichen Attraktion verkommen.

    Liebe Grüße
    Mo