Helgoland: Dein perfekter Tag auf der Nordsee-Insel

Helgoland - die am weitesten abgelegene Insel Deutschlands steht schon ewig auf meiner Bucketlist, aber irgendwie hat es nie gepasst. Zumal das Wetter gefühlt auch oft zu wünschen übrig lässt. Doch im August konnte ich Helgoland endlich erkunden - und hab spontan auch gleich noch eine Nacht dort verbracht. Deshalb kommen hier auch ein paar Tipps von morgens bis abends auf der Insel Helgoland. Wer nur einen Tagesausflug macht und daher nur ein paar Stunden auf Helgoland hat, wird allerdings auch fündig: Der Klippenrandweg mit Lummenfelsen und Langer Anna ist die Top-Sehenswürdigkeit, aber auch ein Besuch auf der Helgoländer Düne bei den Seehunden ist machbar.


Helgoland: Ab auf die Insel mit der Fähre

Helgoland ist eine Insel in der Nordsee und lässt sich damit folglich nur auf zwei Wegen erreichen: per Flugzeug oder per Schiff. Ich bin mit der Fähre gefahren und auch wenn das seine Zeit dauert, würde ich das wieder so machen.

 

Die Fähren fahren ab unterschiedlichen Orten in Deutschland, je nachdem, welche Reederei man nimmt. Tägliche Abfahrten gibt es ab Cuxhaven mit der Reederei Cassen Eils, die auch Fahrten ab Hooksiel und Bremerhaven anbietet. Ab Cuxhaven und Hooksiel dauert die Überfahrt zwei bis zweieinhalb Stunden, ab Bremerhaven drei. Wer am gleichen Tag zurück fährt, zahlt 49,50 Euro, wer länger bleibt 58 Euro. 

 

Ich habe vorher allerlei Horrorgeschichten über Seekrankheit gehört - immerhin ist Helgoland eine Hochseeinsel. Aber meine Fahrten waren beide geschmeidig - und bei bestem Sonnenschein. Wegen Corona bekam jeder einen Sitzplatz zugewiesen, draußen gab es leider keinen mehr - aber ein Deck war offen, um hier auch mal die Aussicht zu genießen.

 

Die Fähre dockt natürlich im Hafen an, genauer gesagt im Südhafen - in rund 15 Gehminuten erreicht man die Innenstadt mit Tourist-Information, Fahrstuhl und Landungsbrücken. Aber auch auf dem Weg gibt es schon einiges zu sehen.

Ein absolutes Highlight sind die Hummerbuden, die mich sehr an Skandinavien erinnert haben. Es handelt sich dabei um kleine Holzhäuser, die bunt getüncht sind, die aneinander gereiht am Hafen stehen.

 

Wenn die Fähren ankommen, ist hier reger Betrieb - wer also nicht nur ein paar Stunden auf Helgoland verbringt, sollte morgens oder abends nochmal hier vorbei schauen und die Ruhe genießen.

 

Die Häuser sind aber nicht nur zur Zierde da. Darin finden sich etwa Kioske und Cafés, Souvenir-Shops und Räumlichkeiten für Vereine. Eine beliebte Anlaufstelle ist das Restaurant "Bunte Kuh" in einem blauen Eckhaus mit kleinem Außenbereich. Ich hab an dem Abend leider keinen Platz bekommen, es war zu voll! 

 

Wer auf Helgoland zu wenig Zeit hat, noch großartig Souvenirs zu kaufen, kann das auch am Südhafen kurz vor der Rückfahrt machen. Übrigens eine der vielen Besonderheiten auf Helgoland: Die Insel ist steuerfrei. Wenn du hier also Zigaretten, Alkohol und Co kaufst, musst du keine Steuer entrichten und kannst, wie am Flughafen, überall Duty Free einkaufen. Wer also gerne shoppt und dabei noch etwas Geld sparen will, sollte dafür Zeit einplanen. 


Über die Geschichte lernen bei der Bunker-Führung

Mehrfach hatte ich vor meinem Besuch gelesen, dass die Bunker-Führung ein absolutes Muss ist. Da ich grundsätzlich immer an der Geschichte eines Ortes interessiert bin und auch beispielsweise die Berliner Unterwelten großartig finde, habe ich mich angemeldet. Das geht bei der Touristen-Info per Mail und das Ticket holt man am Tag vor der Führung dort ab und bezahlt direkt die 12 Euro.

 

Vorab: Wenn du mindestens eine Nacht auf Helgoland verbringst, solltest du diese Tour unbedingt machen. Sie war mein absolutes Highlight! Die Tour findet zweimal am Tag statt, Start ist um 10 Uhr sowie um 16 Uhr. 

 

Die Führung beginnt in der Nähe des Falm Cafés im Oberland mit einem kurzen Einblick in die Geschichte Helgolandes und wie sich das Bunkersystem verstehen lässt. Vorbei am Maulbeerbaum, der als Hoffnungszeichen gilt, da er die starken Bombardierungen überlebt hatte, geht es dann hinab in die Tiefe. Rund 18 Meter unter der Oberfläche ist hier im Zweiten Weltkrieg ein riesiges Tunnel- und Bunkersystem entstanden.

Der Guide erzählte zunächst über die abwechslungsreiche Geschichte Helgolands, das zunächst englisch war und vor dem Ersten Weltkrieg an die Deutschen überging - die Deutschen haben hierfür den Engländern das Handelsrecht auf der tansanischen Insel Sansibar (Tansania war deutsche Kolonie) gewährt.

 

Auch zum Aufbau des Bunker-Systems und zur Nutzung wird gesprochen. So reichte der Bunker für die gesamte Bevölkerung von Helgoland und auch für die hier stationierten Soldaten, allerdings nicht für die mehr als 1000 Zwangsarbeiter auf der Insel.

 

Zunächst waren die Helgoländer noch zuversichtlich, dass die Engländer sie nicht bombardieren würden - immerhin waren viele noch mit englischem Pass geboren worden -, doch da Adolf Hitler Helgoland zu einem riesigen militärischen Hafengebiet umbauen wollte, wurde Helgoland kurz vor Kriegsende noch völlig zerstört. Bilder an den Wänden zeigen, wie die Insel am Morgen des 18. April 1945 und am Abend des selben Tages aussah - es ist grauenhaft!

 

Immerhin konnte nahezu die gesamte Bevölkerung gerettet werden, sie wurde aufs Festland gebracht und konnte erst viele Jahre später - die Engländer hatten Helgoland zwischenzeitlich als Bomben-Übungsort genutzt und um nicht explodierte Bomben zu sprengen - auf die völlig zerstörte Insel zurück. Alle Gebäude stammen also aus den 60er Jahren.

Bei der Führung zeugen nicht nur die Bilder an den Wänden von der Geschichte, sondern auch die einzelnen Räume. Teilweise lässt sich noch gut rekonstruieren, wie das Leben hier unten gewesen sein musste - teilweise verbrachten die Menschen hier Stunden bis Tage im Dunklen. 

 

Es gibt beispielsweise einen Bäckerei-Raum, hier wurde das Brot für alle Menschen gebacken, beziehungsweise es gab die Möglichkeit, hier Brot für alle zu backen, um das Überleben zu sichern. Außerdem gab es einzelne Mutter-Kind-Räume, wo sich Frauen mit kleinen Kindern etwa zum Stillen zurückziehen konnten. Auch eine Apotheke findet sich, ebenso eine Vorratskammer. 

 

Das gesamte System fand ich enorm spannend kennenzulernen, auch wenn ich ähnliche Bunker beispielsweise in Berlin schon gesehen habe. In der Führung geht es auch viel darum, warum Helgoland so stark bombardiert wurde: Adolf Hitler wollte Helgoland zu einer richtigen Festung ausbauen: Helgoland sollte sich durch die sogenannte Hummerschere deutlich vergrößern, hierfür wurde aufgeschüttet.

 

Der heutige Nordostteil der Insel wurde durch Hitler aufschütten lassen - den gab es zuvor nicht. Auch die Helgoländer Düne war nur ein Viertel so groß wie heute. Durch das Projekt Hummerschere sollte der Hafen zu einer Militärbasis ausgebaut werden.  


Sightseeing auf Helgoland auf dem Klippenrandweg

Ich habe die Bunker-Führung um 10 Uhr morgens gemacht und war daher kurz vor 12 Uhr fertig - und da ich ohnehin im Oberdorf war, bot es sich natürlich an, den Tag mit dem Klippenrandweg fortzuführen. Vorab: Tagesgäste kommen etwa zur gleichen Zeit an, je nachdem, mit welchem Schiff sie anlegen - und starten dann meist auch in etwa zu der Uhrzeit den Klippen-Rundweg. 

 

Der Klippenrandweg zeigt quasi das Beste von ganz Helgoland und sollte daher auf jeden Fall auf deiner To-Do-Liste für die Nordsee-Insel stehen. Je nachdem, von wo aus du vom Unterland zum Oberland hoch kommst, beginnst du den Klippenrandweg an verschiedenen Stellen. Aber da es ein Rundweg ist, kommst du auch ohnehin wieder am Ziel heraus.

 

Ich bin wie gesagt nach der Bunker-Tour gestartet und habe mich zunächst am Leuchtturm orientiert. Das ist übrigens der Leuchtturm in Deutschland, der am weitesten in die Helgoländer Bucht hinein strahlen kann. Kein Leuchtturm in Deutschland leuchtet weiter und stärker. Leider ist der Turm gesperrt und kann nicht besucht werden - eine extra Aussicht gibt es also leider nicht.

Während der östliche Teil des Oberlandes gut ausgebaut ist und sich dort viele Gebäude und Infrastruktur befinden, ist der westliche Teil noch sehr naturnah. Zumindest wenn man das noch so sagen kann: Denn vor dem Zweiten Weltkrieg war das Oberland quasi komplett flach, inzwischen finden sich unzählige kleine und große Krater, die durch Bombenexplosionen verursacht worden sind. An allen Stellen ist aber Gras drüber gewachsen, sodass es nun nur noch nach leicht hügeligem Land aussieht.  

 

Der Klippenrandweg ist rund drei Kilometer lang, sehr gut ausgeschildert (und sehr viele Wege gibt es da oben weitestgehend ohnehin nicht) und ihr solltet mindestens anderthalb Stunden dafür einplanen.

 

Denn es gibt einiges zu sehen, zu beobachten und zu fotografieren, sodass ihr sicher an der ein oder anderen Stelle eine Pause machen wollt. Am Wegesrand finden sich immer wieder Aussichtsplattformen und Sitzbänke, sodass man einfach auf die Nordsee schauen kann und die Schönheit der Insel genießen kann. Ich hatte mir auch als kleinen Lunch ein bisschen Obst und Kekse mitgenommen und habe das bei herrlicher Aussicht verspeist, während ich Möwen und Wellen beobachtet habe.

Vom Leuchtturm aus gen Lange Anna gehend bieten sich vor allem viele tolle Ausblicke und auch die Vögel kommen immer näher - zusammen mit dem Vogelgeschrei. Über den Lummenfelsen und die Lange Anna, beides absolute Sehenswürdigkeiten auf Helgoland, schreibe ich nochmal gesondert. 

 

Der Klippenrandweg macht enorm viel Spaß, weil er so vielfältige Ausblicke ermöglicht und auch viel über die Geschichte erzählt. So finden sich immer wieder Infotafeln an verschiedenen Stellen, die mehr zu Flora, Fauna und der Geschichte Helgolands erzählen. 

 

Von der Langen Anna Richtung Osten zurück erreicht man schließlich wieder die Zivilisation, erste Häuser und Gebäude formen den Weg. Kurz zuvor wartet noch einmal ein eher makaberes Highlight: Der Krater einer 5000 Kilogramm schweren Bombe, die hier nach dem Zweiten Weltkrieg gesprengt wurde, als die Briten Helgoland als eine Art Testzone für Bomben und Raketen nutzten. Es ist der größte Krater auf Helgoland. 

 

 

Von hier aus bietet sich nun auch langsam ein Blick auf jenen Teil Helgolands, der erst durch das Projekt Hummerschere, beziehungsweise durch den Wiederaufbau nach Kriegsende entstanden ist. So lässt sich von oben der lange Sandstrand, der einzige auf der Hauptinsel Helgoland, einsehen. Die Strömung hier im Norden ist allerdings recht stark, weshalb vor allem Familien mit Kindern den deutlich ruhigeren Südstrand auf der Helgoländer Düne nutzen. 

 

Auch auf das vielfältige Angebt von Nordostland lässt sich nun sehen: Schwimmbad, Sportplätze, Bibliothek, Rathaus, Jugendherberge, Museum, Aquarium reihen sich hier aneinander. 

 

Über die Straße Am Falm kannst du quasi eine terrassenartige Sicht auf das Unterland und die Helgoländer Düne erhaschen. Hier kommst du auch am Fahrstuhl vorbei. Ich habe meine Runde hier auch beendet und bin nicht mehr bis zum Leuchtturm zurück gegangen - den Blick von oben auf den Südhafen hatte ich also nur am Rande. 


Wo Basstölpel und Lummen brüten: der Lummenfelsen

Der Lummenfelsen auf Helgoland ist wahrscheinlich der berühmteste Felsen des Landes. Denn diesen roten Sandstein-Felsen (und inzwischen auch die umliegenden) haben zahlreiche Vögel zu ihrem Zuhause gemacht, darunter auch die namensgebenden Lummen. Schon von weitem Abstand kann man die Vögel schreien hören und im Anflug auf den Lummenfelsen als weißen Punkt entdecken. Je näher man kommt, desto lauter und gefiederter wird es.   

 

Die schwarz-weißen Lummen habe ich leider bei meinem Besuch nicht gesehen. Sie brüten im Frühjahr und die kleinen Trottellummen stürzen ab Mitte Juni ohne fliegen zu können vom Lummenfelsen hinunter in die Nordsee - das muss ein beeindruckendes Naturschauspiel sein, das nur an wenigen Tagen im Jahr beobachtet werden kann. Ich war dann im August leider zu spät und konnte keine Lummen mehr entdecken. Lummen brüten in Deutschland übrigens nur am Lummenfelsen, sonst nirgendwo. 

 

 

Aber nicht nur Lummen brüten im kleinsten Naturschutzgebiet Deutschlands, was der Lummenfelsen der Insel Helgoland mit 1,1 Hektar Fläche ist - übrigens ist es auch das Naturschutzgebiet mit der größten Brutvogeldichte in ganz Deutschland.

 

Es finden sich hier das ganze Jahr über Tausende Vögel, unter anderem riesige Kolonien von Basstölpeln (die in Deutschland ebenfalls nur auf Helgoland brüten). Auch Eissturmvögel, Dreizehenmöwen und Tordalk brüten hier (und auch andere Möwen-Arten). Tordalke, die Lummen recht ähnlich sehen (zumindest für mich als Laien) habe ich leider auch verpasst. Eigentlich war noch Saison für die Eissturmvögel, aber die habe ich nicht wahrnehmen können (oder vielleicht auch nicht von den Dreizehenmöwen unterscheiden können). Dreizehenmöwen habe ich hingegen einige gesehen, genau wie die anderen üblichen Möwenarten und andere Vögel, die ich nicht zuordnen kann. 

 

Ich hatte mich vorab vor allem auf Basstölpel gefreut. Generell kann ich mit Vögeln recht wenig anfangen und mich auch nur für Geier, Adler, Marabu, Storch und Co begeistern, doch irgendwie faszinieren mich Basstölpel. Sie haben gleichsam eine filigrane wie eine völlig tapsige und draufgängerische Art. 

Im Jahr 1991 kam das erste Basstölpel-Brutpaar nach Deutschland und siedelte sich auf Helgoland an. Inzwischen sind dort Tausende Vögel zu sehen und bei meinem Besuch gab es auch enorm viel Nachwuchs. Basstölpel sind als Babys komplett schwarz, wobei sie auch ein sehr üppiges weißes Fell drum herum haben können. Je älter die Vögel werden, desto mehr verlieren sie die schwarze Farbe. 

 

So gerne ich die Basstölpel auch mag - inzwischen scheinen sie andere Vogelarten weitestgehend verdrängt zu haben. Ich habe wie gesagt nur noch die Dreizehenmöwen dort brüten sehen und ein paar andere, häufiger vorkommende Vögel. Während für Tordalke und Lummen auch keine Saison war, verlassen die Eissturvögel eigentlich erst im August und September den Lummenfelsen, leider konnte ich aber keine entdecken. Inzwischen habe ich auch mehrfach gelesen, dass die Basstölpel den Lummenfelsen und auch die anderen Felsen drum herum weitestgehend für sich erobert haben und die anderen Brutarten mehr oder minder vertrieben haben - schon alleine durch ihre bloße Anzahl. 


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Wahrzeichen von Helgoland: die lange Anna

Die Lange Anna ist das Wahrzeichen von Helgoland, schon bei der Anfahrt mit der Fähre kann man den einsamen roten Felsen gut erkennen. Die Lange Anna ist 47 Meter hoch, besteht aus rotem Buntsandstein und dient als Brandungspfeiler. Früher gab es mal mehr solcher einsamer Felsen auf Helgoland, aber heute ist nur noch die Lange Anna übrig geblieben. Die Lange Anna war früher übrigens auf natürlichem Wege über eine Art Felsbrücke mit der Hauptinsel von Helgoland verbunden - die Brücke stürzte aber 1860 ein. 

 

Die Lange Anna ist nicht für Menschen begehbar (nur einmal kletterte 1965 ein Mensch hinauf - dann wurde es verboten). Früher gab es noch einen Weg näher an die Lange Anna heran, der Weg ist aber inzwischen gesperrt. Aber man hat sowohl vom Wasser aus als auch auf dem Klippenrundweg einen tollen Blick auf die Lange Anna. So lässt sie sich schon von weitem erkennen und rund um den Lummenfelsen bieten sich tolle Blicke. Die Lange Anna ist leider durch ihre Geologie enorm anfällig und man erwartet fast, dass der Felsen irgendwann in sich zusammen brechen wird.

 

Inzwischen ist die Lange Anna, die ihren Namen der Sage nach von einer beliebten Helgoländer Kellnerin namens Anna, die sehr groß und schlank war, bekommen hat, auch von den Vögeln eingenommen und es brüten Dreizehenmöwe und Basstölpel darauf. Es war ganz schön trubelig dort und die Vögel flogen ihre Kreise auf die Nordsee hinaus und wieder zurück zum Felsen. 

 

Schon Anfang des 20. Jahrhundert wurde eine Schutzmauer für die Küste gebaut, um die Brandung fernzuhalten. Im Rahmen des Nazi-Projekts Hummerschere wurde sodann auch eine neue Mole gebaut, die die Lange Anna heute noch vor Felsabrieb und Erosion schützt. Kleiner Fun Fact: Die Lange Anna hatte in der Geschichte viele Namen, unter anderem auch einmal Nordcap. 

 

 


Helgoländer Düne: Robbengucken am Traumstrand

Die Helgoländer Düne ist die kleinere der beiden Inseln, die zu Helgoland gehören und sie ist in weniger als fünf Minuten mit der Dünenfähre von der Hauptinsel Helgoland aus erreichbar. Ein Ticket für Hin- und Rückfahrt kostet 6 Euro. Früher gab es auch eine Brücke, doch die brach bei einer Sturmflut zusammen und seither gibt es nur den Weg, die Helgoländer Düne via Wasser zu erreichen.

 

Auf der Helgoländer Düne gibt es vor allem drei Dinge, die einen Besuch lohnen: Im Inselinneren finden sich schöne Dünen, in denen man (auf ausgewiesenen Wegen!) spazieren gehen kann. Die Strände, vor allem der Nordstrand, locken mit feinem, weißen Sand und türkisfarbenem Wasser - ich habe bisweilen gedacht, ich bin in der Karibik oder im Indischen Ozean. Nur das Wasser war mit 17 Grad ein wenig kälter! Und dann wären da noch die Seehunde und Kegelrobben, die sich hier ausruhen und hier auch ihre Babys bekommen. Eigentlich kann man hier nahezu immer auf Robben treffen - ob nun im Wasser, wenn sie ihre kleinen Köpfe herausstrecken, oder an Land, wenn sie faul im Sand liegen. 

 

Weil die Helgoländer Düne genug für einen ganzen Tag bietet, habe ich dazu auch einen extra Beitrag verfasst.- mit ganz vielen süßen Robben-Fotos!


Helgoland: Das Unterland und das Nordostland

Helgoland ist unterteilt in das Oberland und das Unterland; offiziell gibt es auch noch Mittelland, Nordostland und Südhafen - wobei die letzteren beiden auf einer Höhe mit dem Unterland liegen. 

 

Das Unterland lernst du als Helgoland-Besucher ohnehin kennen, denn hier legen die Fähren und Schiffe an. Beide Häfen mitsamt der beliebten Hummerbuden befinden sich auf der unteren Ebene, auch das gesamte Hafengebiete sowie weite Teile der Infrastruktur.

 

Viele Hotels und Gaststätten und auch die bekannte Fußgängerzone Lung Wai finden sich im Unterland. Auch das Hotel, in dem ich untergekommen bin, Seehotel, liegt hier, direkt an den Landungsbrücken. Auf dem Weg ins Oberland und zum Klippenrandweg kommst du automatisch durch das Unterland - und es lohnt sich auch, vielleicht einmal eine kleinere parallel verlaufende Gasse zu nehmen und nicht nur die Haupttrassen Hafenstraße und Lung Wai. Ganz in der Nähe der Kreuzung von Lung Wai und Hafenstraße befinden sich die Landungsbrücken. Hier starten Erkundungsboote um die Insel und an den meisten Tagen legt auch die Dünenfähre zur Helgoländer Düne hier ab. 

 

Zum Südhafen finden sich bereits einige Informationen im ersten Kapitel zur Anreise per Fähre, denn den Südhafen mit den Hummerbuden musst du dann passieren. Der Einfachheit halber nehme ich den Bereich Nordostland hier mit auf, denn die Verbindung zum Unterland ist offensichtlich. 

 

Nordostland ist erst durch das Projekt Hummerschere aufgeschüttet worden. Hier finden sich eine Jugendherberge, der einzige wirkliche Badestrand auf Helgoland sowie das inzwischen allerdings geschlossene Aquarium Helgoland. Es handelte sich hierbei um ein Lehr- und Schauaquarium, das auch der Forschung der Biologischen Anstalt Helgoland diente. 

 

Noch geöffnet hingegen hat das Museum Helgoland, das schon von weitem daran zu erkennen ist, dass eine Bombe direkt davor geparkt ist. Auch zwei nachgebaute Hummerbuden finden sich hier. Das Museum erzählt von der Geschichte Helgolands und auch von James Krüss dem ein eigener Bereich gewidmet ist. Es finden sich etwa CDs und Fotografien von ihm dort, und auch persönliche Briefe, etwa ein Briefwechsel mit Astrid Lindgren. Wenn du nur einen Tag auf Helgoland hast, wirst du das Museum wahrscheinlich nicht besuchen. Ich habe es auch bei zwei Tagen nicht geschafft, beziehungsweise andere Dinge hatten Priorität. Auch viele öffentliche Einrichtungen wie die Bibliothek und auch das Meerwasserschwimmbad und das Freibad finden sich im jüngsten Teil, im Nordostland. 


Helgoland: Das Oberland

Ins Oberdorf, das auf rund 50 Metern Höhe liegt, kommt man recht einfach und auf verschiedene Arten. Zum einen gibt es mehrere Wege hinauf, an einigen Stellen führen Treppen hinauf (der beliebteste und am besten ausgebaute Treppenweg findet sich am Ende der Straße Lung Wai) und dann gibt es da noch den Fahrstuhl. Für 60 Cent bringt der Fahrstuhl vor allem mobil eingeschränkte Personen vom Unterland ins Oberland (und wieder hinunter). Ich habe den Fahrstuhl nicht genutzt, die Treppen sind wirklich kein Problem. 

 

Wer den Klippenrandgang machen will, zum Lummenfelsen will, die Lange Anna sehen will oder die Bunkerführung machen will, muss ins Oberland, denn das alles ist hier oben. Daher wirst du schätzungsweise zwangsläufig bei deinem Helgoland-Besuch auch das Oberland erkunden.  

Die kleinen Gassen sind ganz süß, aber viel Zeit braucht man nicht, um das Oberland zu entdecken. Hier finden sich tatsächlich auch noch einige Wohnungen von Helgoländern - also Gebäude, die nicht zu Hotels oder Ferienwohnungen ummodelliert worden sind. 

 

Die Aussicht Richtung Düne, aber auch Richtung Nordostland ist vor allem von der Straße Am Falm aus. Hier finden sich auch einige Cafés, Shops, Gaststätten und Übernachtungsstätten. 

 

Das Wahrzeichen von Helgoland für Helgoländer findet sich übrigens auch hier im Oberland: Es ist ein Maulbeerbaum. Das mag merkwürdig klingen, ist aber geschichtlich bedingt: Denn während nach dem Zweiten Weltkrieg Helgoland in Schutt und Asche lag, hat eine Pflanze überlebt: der Maulbeerbaum. Er wurde damit auch zum Zeichen der Hoffnung auf das neue Leben. 

 

Zentraler Punkt im Oberland ist die St. Nicolai Kirche. Die wurde ebenso wie nahezu ganz Helgoland erst in den 60er Jahren wieder aufgebaut, nachdem das Original im Zweiten Weltkrieg nahezu komplett zerstört worden ist. Ein bisschen von der Inneneinrichtung konnte aber gerettet werden und ist bei der Wiederaufrichtung der Kirche eingebaut worden. 


Helgoland: Tipps für den Tagesausflug mit der Fähre

Wenn du nur einen Tagesausflug mit der Fähre nach Helgoland planst, hast du je nach Abfahrtszeit und -ort vier bis fünf Stunden auf Helgoland. Vergiss dabei nicht, dass der Weg vom und in den Südhafen auch etwas Zeit in Anspruch nimmt.

 

Gewisse Dinge wie die Bunkerführung sind aufgrund der Zeiten bei einem Tagesausflug nicht möglich. 


Aber das sollte dich nicht davon abhalten, ein paar Stunden auf der wunderschönen Insel zu verbringen. Die meisten empfehlen, bei einem Tagesausflug nur eine der beiden Inseln zu besuchen - aber es sind natürlich auch beide möglich.

 

Ich bin am zweiten Tag, der eigentlich für die Hauptinsel Helgoland geplant war, doch noch spontan für rund 45 Minuten auf die Helgoländer Düne rübergefahren, weil so viele Robben und Seehunde am Südstrand lagen. Wem es nicht darum geht, ausgiebig durch die Dünen zu schlendern und entspannt am Strand zu liegen, kann auf diese Art auch einen kleinen Eindruck bekommen. Vom Fähranleger der Dünenfähre auf der Helgoländer Düne zum Robben-Spot am Südstrand sind es 10 bis 15 Gehminuten. 

Damit habe ich es an meinem zweiten Tag problemlos geschafft, den Klippenrandweg und die Helgoländer Düne in wenigen Stunden zu verbinden. Für den Klippenrandweg solltest du rund anderthalb, eher zwei Stunden einplanen. Ein wenig Puffer für die Dünenfähre solltest du ebenso einplanen.

 

Das Gute für Leute, die gerne in wenigen Stunden möglichst viel von Helgoland sehen wollen: Die beiden Inseln sind klein und man ist überall recht schnell. Selbst wenn man sich also Zeit lässt und bummelt, kann man bei plötzlichem Zeitdruck recht schnell handeln. Zur Not fahren auch kleine Elektroautos (die einzigen, die auf der Insel motorisiert unterwegs sein dürfen). 

 

Mein Tipp:

Ich bin eine von der Sorte, die gerne möglichst viel bei einem solchen Ausflug sehen möchte, daher wäre meine Tour: Nach der Ankunft am Südhafen von Helgoland direkt hinauf ins Oberland und den Klippenrandweg gehen. Die Runde würde ich etwas vorzeitig beenden, nämlich am Fahrstuhl. Hier geht es wieder ins Unterland, durch die Straße Lung Wai zu den Landungsbrücken und von dort geht es mit der Dünenfähre zu den Robben auf die Helgoländer Düne. Dort schaust du dir die Robben am Südstrand an und gehst durch die Dünen zurück zur Dünenfähre. Wenn du noch Zeit hast, solltest du auch am idyllischen Nordstrand vorbei schauen. Du nimmst die Dünenfähre spätestens eine halbe Stunde vor Abfahrt deiner eigentlichen Fähre zurück zur Hauptinsel von Helgoland.


Warst du schon einmal auf Helgland? Hast du noch weitere Tipps?

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Kommentare: 6
  • #1

    Monique Meipunkt (Montag, 21 September 2020 19:26)

    Liebe Miriam,

    auf Helgoland war ich leider noch nie und habe bisher immer nur verzückt den Reiseberichten anderer gelauscht. Das es dort aber sogar noch schöner ist als beschrieben, weckt doch gleich meine Reiselust.
    Sehr reizen würde mich der Bunker, ich liebe historische Zeitzeugnisse. Aber auch die Hummerbuden würden mich mit Sicherheit begeistern.
    Herzlichen Dank auch für deinen Tipp. Sollte es mal nach Helgoland gehen, werde ich das berücksichtigen.

    Liebe Grüße
    Mo von https://mounddiemachtderbuchstaben.de

  • #2

    Steffi (Montag, 21 September 2020 19:46)

    Huhu,
    da wäre ich dieses Jahr auch gewesen, aber leider durften wir nicht in unsere Ferienwohnung, weil der Vermieter respekt hatte, da wir nur 7km von Gütersloh (Tönnies) weg wohnen.

    Der Bunker war sicherlich sehr interessant und informativ und die Natur lädt zum spazieren ein.

    Ich hoffe; wir können demnächst auch mal dort hin :-)

    LG
    Steffi

  • #3

    Julia (Montag, 21 September 2020 23:46)

    Hey,

    sehr interesant und Spannend. Vor allen wegen den Bunker. Das sind Zeitzeugen und man erfährt viel von früher. Leider war ich dort noch nicht im Bunker. Wäre aber ein Besuch wert finde ich.

    Liebe Grüße
    Julia

  • #4

    Sabine (Dienstag, 22 September 2020 16:32)

    In Helgoland war ich leider noch nie, aber scheint eine tolle Region zu sein. Vor allem würde mich die Hellgolaäder Düne mit den Robben interessieren.
    Ob ich es dahin je mal schaffen werde?

    Danke für die Inspiration.
    Herzliche Grüße
    Bine

  • #5

    Karin (Dienstag, 22 September 2020 16:38)

    Ich war noch nie auf Helgoland, aber ich habe auch schon mal ein Art Bunkerfuhrung mitgemacht, an der Maginot-Linie in Frankreich. Das ist irgendwie faszinierend und schaurig zugleich.

  • #6

    Isa (Mittwoch, 23 September 2020 10:45)

    Erst vor 2 Wochen bin ich die schöne Nordseeküste entlang getingelt auf dem Weg nach Dänemark - nach Helgoland hat es leider nicht gereicht, dabei sind deine Eindrücke super schön! Nicht nur die fantastischen Ausblicke, auch die Bunker Führung würde mich total ansprechen. Kommt auf die unendliche Bucket List!

    Liebe Grüße
    Isa