Die 10: Meine Highlights in Hamburg

Hamburg ist für viele die schönste Stadt in Deutschland. Ich liebe Hamburg auch - auch wenn es nicht meine Nummer 1 ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Orten überzeugt für mich Hamburg mit seiner unglaublichen Vielfalt: Kultur, Museen, Hafen, Geschichte, Szene, Nightlife und dazu Sex. Früher habe ich Hamburg hauptsächlich auf Städtereisen mit meiner Familie erkundet, dann ging es auch immer ins Musical. Seit ich im Norden wohne, bin ich öfter dort, besuche Freunde, Verwandtschaft oder schlendere einfach ein wenig. Und Musicals liebe ich immer noch - dazu gibt es aber auch andere Sehenswürdigkeiten, die ich schon ziemlich häufig besucht habe, weil sie so toll sind. Etwa meine Nummer 1.


Die 10: Stadtgeschichte mal anders im Dungeon

Eigentlich bin ich überhaupt kein Mensch, der sich gerne gruselt oder bei solchen Dingen Spaß empfindet. Muss ich einen Film schauen, indem es Mord oder Folter gibt, kann ich auch gerne mal ne Woche davon träumen. Deshalb war ich mir nicht sicher, ob mir das Dungeon taugt. Aber ich hatte von Freunden, die die Einrichtung in London besucht haben, so viel Gutes gehört, dass ich es einfach ausprobieren musste.

 

Wir haben uns damals spontan bei einem Städtetrip entschieden, hier vorbei zu schauen. Heute würde ich euch eher empfehlen, vorab online ein Ticket zu bestellen - denn dann bekommt ihr nicht nur eine Zeitvorgabe und müsst nicht so lange anstehen (das kann schon sehr lange dauern), ihr zahlt auch deutlich weniger. Online kosten Tickets 17,50 Euro für einen Erwachsenen, an der Tageskasse 25,50 Euro.

 

Nun aber zur eigentlichen Attraktion: Im Dungeon wird die Geschichte Hamburgs auf etwas spezielle Art erzählt: Es gibt nur düstere Kapitel, etwa zum Großen Brand von Hamburg 1842, zur Pest, zu Folter und zum Seeräuber Klaus Störtebeker, der hingerichtet wurde. Dabei sind die Besucher aber Teil der 90-minütigen Vorführungen durch die Schauspieler: Sie dienen als Testobjekte, werden eingesperrt oder müssen Richtersprüche verkünden. Mir war das etwas unangenehm und ich habe immer gehofft, dass ich nicht dran komme - ich bin da auch recht schreckhaft. Ich hatte übrigens Glück und konnte mich tatsächlich in der Gruppe verstecken.

 

Außer den "Shows" und dem Gruselkabinett gibt es im Dungeon noch ein paar Fahrgeschäfte, etwa eines, das einen freien Fall aus acht Metern simuliert. Angstschreie erwünscht.

Die 9: Boots-Rundfahrt in der Speicherstadt

Eine Boot-Rundfahrt durch die Speicherstadt ist wahrscheinlich das beliebteste Touri-Ding in Hamburg. Aber nicht alle Touri-Hotspots sind ja schlecht - und daher ist eine solche Tour auch in meiner Hitliste. Denn ich fahre sehr gerne Boot und finde, dass man auf diese Art noch einmal einen ganz neuen Eindruck von der Speicherstadt bekommt als beim bl0ßen Spaziergang (viele der genannten Highlights dieser Liste wie Dialog im Dunklen, Miniaturwunderland und Dungeon liegen in der Speicherstadt).

 

Die Fahrten starten an den Landungsbrücken und es gibt verschiedene Anbieter. Ich weiß nicht mehr, mit welchem ich unterwegs war. Es gibt große Touren, wo der ganze Hafenbereich einbezogen ist (solch eine habe ich auch gemacht) oder kürzere, die sich dann nur auf die Speicherstadt oder einen kleinen Bereich beziehen. Ich habe damals - ist allerdings schon zehn Jahre her - um die 10 Euro für die zweistündige Tour bezahlt. Eine kleine Recherche im Internet verriet, dass die Touren heute zwischen 12 und 25 Euro kosten. Am besten geht ihr einfach zu den Landungsbrücken und informiert euch bei den verschiedenen Anbietern, um die richtige Tour für euch zu finden.

Die 8: Sinne schärfen bei Dialog im Dunklen

(c) Ajepbah / Wikicommons
(c) Ajepbah / Wikicommons

Die Dialoghäuser oder Dialog im Dunkeln gibt es inzwischen in vielen Städten - aber einmal sollte es auf jeden Fall auf eurer Bucketlist stehen! Es handelt sich um ein Dunkelmuseum, durch die Räume führen Blinde oder Sehbehinderte. Der Museumsbesuch hat mich wirklich total fasziniert und ich spreche noch Jahre nach meinem ersten Besuch davon!  

 

Man tappt durch die völlig dunklen Räume und soll erraten, in welchem Land man sich befindet, etwa durch Spielen von Instrumenten, Ertasten von Essen, Hören von Musik. Die Räume sind komplett dunkel, ich wusste nicht, dass es möglich ist, einen Raum derart zu verdunklen. Da die Augen als Sinn und damit auch als führendes Körperteil ausfallen, treten die anderen Sinne in den Fokus. Vor allem über das Hören wird viel gesteuert, aber es ist auch eine ganze Menge Vertrauen zu dem Guide notwendig.

 

Man geht in einer Kleingruppe von maximal acht Leuten und kostet für Erwachsene 21,50 Euro, für Kinder 16 Euro. In Hamburg gibt es auch immer wieder spezielle Events, etwa Poetry Slam in Dunklen. Das werde ich hoffentlich auch bald mal erleben.

Die 7: Durch den alten Elbtunnel gehen

Der alte Elbtunnel wurde 1911 eröffnet, damit konnten zunächst Fußgänger, kurze Zeit später auch Kutschen, Autos und andere Fahrzeuge unter der Elbe hindurch fahren - von St. Pauli auf die Elbinsel Steinwerder und umgekehrt. 426,5 Meter lang ist der Tunnel, der seit 2003 unter Denkmalschutz steht.

 

Ganz besonders ist die "Zufahrt", denn die Autos und generell alle Fahrzeuge wurden in großen Aufzügen in die Tiefe transportiert. Fußgänger konnten über Personenaufzüge, viele Treppenstufen und zwischenzeitlich auch über Rolltreppen nach unten beziehungsweise nach oben gelangen.

 

Bis vor kurzem konnten Fußgänger, Radfahrer und Motorfahrzeuge noch immer durch den Elbtunnel - auch wenn gerade Autos aufgrund der baulichen Besonderheiten und der anfallenden Gebühr eher den 1975 fertiggestellten neue Elbunnel nutzen.

 

Weil der Elbtunnel mit der Zeit zu eng wurde, gab es in den vergangenen Jahren eine Einbahnregelung für alle Motorisierten und auch für Radfahrer. Von 8 bis 13 Uhr durfte nur von St. Pauli nach Steinwerder gefahren werden, von 13 bis 20 Uhr zurück zu den Landungsbrücken. Radfahrer entgegen der freigegegeben Fahrtrichtung müssen schieben. Allerdings ist das seit rund einem Jahr ohnehin hinfällig - Motorfahrzeugen ist die Durchfahrt aufgrund von Sanierungen vorerst verboten.

Die 6: Eine Travestie-Show besuchen

Ich weiß gar nicht mehr, wie genau es kam, aber als ich im Februar 2010 mit meiner Mama und meiner Schwester in Hamburg war, kamen wir auf die Idee, uns eine Travestie-Show anzuschauen. In Hamburg, vor allem auf St. Pauli und generell rund um die Reeperbahn, gibt es da viele Angebote.

 

Am bekanntesten ist das Pulverfass, das Bild ist auch ein abfotografiertes Werbeplakat des Pulverfasses, aber auch Schmidts Tivoli oder die Alte Liebe sind ein Begriff. Auch Olivia Jones hat eine Bar dort, in der Travesti-Künstler auftreten.

 

Wir waren im Pulverfass und das war eine wahrlich spannende Erfahrung. Drei Frauen, dazu zwei junge - da wurden wir direkt in die erste Reihe gesetzt. Viele haben einfach eine Show gemacht, gesungen und getanzt oder auch eher richtig Kabarett und Comedy, was sehr unterhaltsam war. Irgendwann tauchte dann aber auch ein Stripper auf - und, tratra, er hatte sich mich ausgesucht zum Antanzen. Das war mir dann doch etwas unangenehm, aber man kann ja nichts machen ;-)

 

Teuer sind die Shows übrigens nicht: Karten kosten, je nach Uhrzeit, zwischen 9,50 Uhr (Samstagfrüh um 2.30 Uhr) und 28 Euro (Samstagabend um 20.30 Uhr). Man kann auch sein Abendessen direkt dorthin verlegen und während (oder vor) der Show dinnieren - das Menü kostet 48 Euro, allerdings gibt es auch kleinere Speisen und Getränke für weniger Geld.


Folgst du mir eigentlich schon? 

 

auf Instagram und Facebook?

Dort siehst du regelmäßig Reisefotos und wirst über
neue Blogbeiträge umgehend informiert! 

 



Die 5: Am frühen Morgen auf dem Fischmarkt

Der Fischmarkt in Altona ist quasi das Herz Hamburgs, habe ich mal gehört. Und hier findet sich tatsächlich sehr viel von dem, was Hamburg und die Hamburger ausmacht, wie ich finde. Obwohl der Markt inzwischen auch ein beliebtes Touri-Ding ist, ist es immer noch ein Markt, auf dem der lokale Handel stattfindet und er hat durchaus noch eine wirtschaftliche Funktion.

 

Schon 1703 wurde hier - damals war Altona noch eine eigene Stadt - Handel am heiligen Sonntag betrieben, hauptsächlich zum Kauf und Verkauf von Fisch - deshalb auch der Name. Damit die Händler danach zur Messe gehen konnten, war der Markt allerdings in den frühen Morgenstunden stattfinden. Einige Jahrzehnte danach kamen auch Obst, Gemüse und Co dazu, sodass die Bevölkerung generell über den Markt versorgt wurde.

 

Der Fischmarkt hat jeden Sonntag von 5 bis 9.30 Uhr (im Winter ab 7 Uhr) geöffnet. Und ich als Langschläfer war natürlich nie um 5 Uhr dort, sondern eher gegen 9 Uhr, wo es noch Reste gab. Die Marktschreier sind hier ganz besonders laut und es locken viele Angebote, vor allem, wenn man so spät kommt. So konnten wir sehr günstig enorm viel Obst und Gemüse abstauben. Teilweise kostete eine riesige Tasche voll mit Ananas, Mangos, Orangen, Äpfeln und Co nur fünf Euro. Allerdings würde ich euch raten, eher in den kühleren Monaten den Fischmarkt aufzusuchen. Im Sommer kommen bis zu 70.000 Besucher, im Winter nur zwischen 5000 und 10.000. Wie man auf dem Bild sieht, war ich im Winter da (im Februar, um genau zu sein) und bei Minusgraden um 9 Uhr war nicht mehr wirklich was los.

Die 4: Besuch im Schokoladenmuseum

Hachez ist meine absolute Lieblingsschokolade und schlägt auch noch Lindt - umso schöner, dass es seit kurzem auch ein Chocoversum by Hachez gibt - ein Schokoladenmuseum in Hamburg.

 

Wie der Name schon sagt, dreht sich hier alles rund um die Schokolade - und die soll mit allen Sinnen genossen werden: Wie Schokolade entsteht - wie alte und neue Maschinen aus der Kakao-Bohne den Süßkram machen, wird auf der Führung erzählt und man kann auch selbst Tafeln herstellen - und darf natürlich probieren.

 

Anders als im Schokoladenmuseum in Köln, das mir auch sehr gut gefällt, kann man in Hamburg nicht auf eigene Faust losziehen. Im Eintrittspreis von 19 Euro (online 13 Euro) ist eine Führung enthalten, inklusive der Herstellung der eigenen Tafel Schokolade dauert ein Besuch rund 90 Minuten.

 

Kleine Info zum Besuch in Corona-Zeiten: Das Chocoversum hat offen, allerdings muss man sich vorher online eine Karte besorgen und dazu bekommt man auch einen Timeslot, zu dem man das Museum besuchen muss.

Die 3: Mexikaner trinken auf der Reeperbahn

Viele Städte haben ihr Getränk - und in Hamburg sind das Mexikaner. Das Kultgemisch besteht aus Korn (manchmal auch Wodka oder Tequila), Tomatensaft, Tabasco, Salz und Pfeffer und hat einen schärferen Nachgeschmack.

 

Ich bin normalerweise kein Fan von Tomatensaft, aber hin und wieder geht Mexikaner schon - vor allem natürlich beim Hamburg-Besuch.  Auf der Reeperbahn wird das Getränk eigentlich in jeder Bar angeboten und kostet meist zwischen 1 und 2 Euro pro Glas.

 

Es gibt so manch einen, der behauptet, man sei erst in Hamburg gewesen, wenn man auf der Reeperbahn einen Mexikaner getrunken habe. Im Jahr 2010 war ich für einen Monat in Hamburg an der Akademie für Publizistik, was Teil meiner zweijährigen Journalisten-Ausbildung war. Da konnten wir uns das als "Kurzzeit-Hamburger" natürlich nicht erlauben - und so habe ich auch meinen ersten Mexikaner getrunken.

Die 2: Musical-Besuch bei "Der König der Löwen"

Ich verrate euch: Ich liebe Musicals! Ich weiß nicht, wie viele ich schon gesehen habe - und die meisten davon auch doppelt, aber ich kann davon einfach nicht genug haben. "Der König der Löwen" in Hamburg hat Tradition, es gibt außer "Starlight Express" kein Musical, das derart lange am gleichen Ort, im gleichen Theater gespielt wird.

 

Ich habe "Der König der Löwen" inzwischen dreimal gesehen und ich liebe es. Jeder, der Disney mag, und vor allem auch die Songs, wird es mögen. Ich kann mir anderes zumindest nicht vorstellen. Viele Songs kennt man aus dem Film und so war bisher bei allen Besuchen sofort eine tolle Stimmung da.

 

Die Schauspieler sind als Tiere verkleidet, einige allerdings recht abstrakt, womit meine Schwester, mit der ich "Der König der Löwen" zum ersten Mal gesehen habe, ein wenig Probleme hatte. Ich hingegen mochte das direkt und war einfach von der positiven Atmosphäre total angetan. Ganz günstig sind die Karten für die fast dreistündige Show (inklusive Pause) allerdings nicht: In der günstigsten Kategorie kostet der Eintritt 69,95 Euro, in der teuersten 139,90 Euro. Wer sparen will, besucht Vorstellungen unter der Woche, je nach Tag sind gewisse Kategorien bis zu 30 Euro günstiger.

Die 1: Miniaturwunderland

Ich glaube, inzwischen war ich schon fünfmal im Miniaturwunderland in Hamburg - und es wird einfach nicht langweilig. Ganz im Gegenteil, bei jedem Besuch entdecke ich neue kleine Details. Und sowieso werden die Räume permanent erweitert.

 

Das Miniaturwunderland ist einer der faszinierndsten menschengemachte Orte überhaupt. Wie es möglich ist, solch kleine Figuren und Welten zu kreieren und dabei so detailgerecht zu arbeiten, ist mir ein Rätsel. Wie viel Geduld dahinter steckt? Erstaunlich finde ich auch, wie originalgetreu die Figuren und Welten sind. Wo man sich aufhält, sieht man sofort.

 

Das Miniaturwunderland im Hamburger Hafen ist nicht nur für Kinder und Junggebliebene etwas, und auch nicht nur für Modelleisenbahn-Freaks - ein Ausflug hierhin kann Stunden dauern und immer wieder gibt es Neues zu entdecken. Gerade erst wurde Italien mit Rom, Vatikan und Venedig eröffnet (und einem ausbrechenden Vesuv), und eine weitere Welt ist mit Monaco und der Provence bereits in Arbeit.

Das Miniaturwunderland hat täglich geöffnet - die Öffnungszeiten weichen stark ab, es gibt Tage, da sind Besucher von 7.30 Uhr bis 1 Uhr nachts willkommen. Der Eintritt kostet 15 Euro für Erwachsene und 7,50 Euro für Kinder ab einem Meter und bis 15 Jahre. Wer Zeit sparen will, kauft sich ein Onlineticket und bekommt ein Zeitfenster genannt, an dem er nicht anstehen muss.


PS: Du möchtest mir etwas zu dem Artikel sagen? Du hast eigene Gedanken und Anregungen, oder auch Kritik, die du einbringen möchtest? Ich freue mich über deinen Kommentar. Du kannst auch als Gast kommentieren. Hierfür musst du in das Namensfeld klicken und deinen Namen eingeben, dann öffnet sich ein Reiter, in dem du "lieber als Gast kommentieren" auswählen kannst. Wenn du deinen Kommentar nicht sofort siehst, liegt es daran, dass er erst freigeschaltet werden muss.