Safari per Boot im Chobe Nationalpark in Botswana

Der Chobe Nationalpark ist nach dem Okavango Delta die bekannteste Sehenswürdigkeit Botswanas. Dort gibt es eine unglaubliche Tiervielfalt und die größte Elefantenpopulation weltweit. Hier finden sich fast ein Drittel aller Afrikanischen Elefanten überhaupt. Wer den Chobe Nationalpark besucht, hat also beste Chancen, Elefanten auch in großen Herden zu sehen. Zudem ist der Chobe Nationalpark einer der wenigen, die Touristen mit dem Boot besuchen können. Auf dem Chobe River kommst du Krokodilen, Nilpferden und vielen bunten Vögeln ganz nahe. Bei einem Gamedrive hast du hingegen Chancen auf Löwen, Leoparde, Büffel und viele andere Säugetiere.  

 


Safari im Chobe Nationalpark: Ausgangspunkt Kasane

Der Chobe Nationalpark liegt im Nordwesten von Botswana, an der Grenze zu Namibia und unweit des Vier-Länder-Eckes Namibia, Sambia, Simbabwe und Botswana. Viele verbinden eine Safari im Chobe Nationalpark entweder mit einer Tour durch das Okavangodelta in Botswana, das im Südwesten an den Chobe Nationalpark grenzt. Oder mit einer Tour zu den weltberühmten Victoriafällen - sowohl der Victoria Falls Nationalpark in Sambia als auch der Victoria Falls Nationalpark in Simbabwe liegen nur wenige Kilometer entfernt. 

 

Als Ausgangspunkt sowohl für den Start oder das Ende einer mehrtägigen Safari im Chobe Nationalpark als auch für Tages- oder Halbtagestouren eignet sich die Kleinstadt Kasane. Dass Kasane direkt an den Chobe grenzt, merkt man sofort. Selbst in der Stadt begegnen einem Elefanten, Mangusten, Paviane, Warzenschweine und Co. Am Ufer des Chobe Rivers kann man zudem hin und wieder NIlpferde oder Krokodile entdecken. Der Haupteingang vom Nationalpark liegt nur sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

Wer keine Safari geplant hat, kann das in Kasane auch spontan nachholen. Viele Unternehmen bieten Tages- oder Halbtages-Touren in den Chobe Nationalpark an. Einer der Touranbieter hat eigentlich immer einen Platz und meist helfen entweder die Übernachtungsstätten oder andere Agenturen, da viele miteinander vernetzt sind. Ich habe an einem Tag recht spontan (beide am jeweiligen Morgen gebucht) zwei Halbtagestouren gemacht, eine per Boot und eine per Jeep. 


Wissenswertes für deine Safari im Chobe Nationalpark

Die meisten Urlauber in Botswana reisen in den Chobe Nationalpark hinein und nächtigen auch dort auf einem der Campingplätze oder in einer der Lodges. Das ist bisweilen aber kein günstiges Unterfangen, eine Safari in Botswana ist ein recht exklusives und teures Unterfangen. 

 

Der Eintritt in den Chobe Nationalpark ist mit rund 9,30 Euro (120 Pula) recht günstig. Doch das Übernachten ist teuer. Für die verschiedenen Campingplätze, auf denen man mit einem eigenen Auto und Zelt übernachten kann, kosten zwischen 40 und 60 US-Dollar pro Nacht.

 

Offiziell gibt es die Regelung, dass Tagesgäste nur zu den unattraktiven Zeiten tagsüber in den Chobe Nationalpark hineinfahren dürfen. So hätte man erst am späten Morgen in den Park gedurft, wenn die Tiere eher träge sind aufgrund der Hitze. Das war bei meinem Besuch aber nicht so. Mit der Regelung wollte man den im Park nächtigenden und mehr zahlenden Gästen mehr Exklusivität gewähren, da viele Besucher aus Kasane oder von den Victoria Falls nur für einen Tag vorbeikommen. 


Safari im Chobe Nationalpark: Die größten Elefantenherden

Der Chobe Nationalpark ist der größte Nationalpark in Botswana und damit auch eine der zwei beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Botswana. Ungefähr alle Touristen, die nach Botswana reisen, besuchen auch den Chobe. 

 

Diese verteilten sich aber sehr gut, denn der Chobe Nationalpark ist 11.700 Quadratkilometer groß. Im Norden wird er vom Chobe River begrenzt, der auch zum Nationalpark gehört. Die meisten Tiere finden sich allerdings eher im Zentrum des Nationalparks, man kann sie auf einer Mehrtagestour entdecken. 

 

Der Chobe Nationalpark ist vor allem für seine riesigen Elefantenherden berühmt. Nirgendwo auf der Welt leben auf so engem Raum so viele Elefanten wie hier rund um Chobe und Okavangodelta.

 

Fast ein Drittel der gesamten Population des Afrikanischen Elefanten finden sich hier. Du hast also, statisch gesehen, nirgendwo bessere Chancen, Elefanten in freier Wildbahn zu entdecken. 


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Safari per Boot im Chobe Nationalpark in Botswana

Wie bereits gesagt, den Chobe Nationalpark kann man sowohl traditionell mit dem Jeep besuchen, aber auch eher unkonventionell mit dem Boot. Da ich Bootsfahrten ohnehin liebe, habe ich natürlich nicht gezögert und habe eine der angebotenen Halbtages-Touren ab Kasane gebucht. 

 

Die Halbtages-Bootssafari hat 300 Pula (rund 25 Euro) gekostet und dauerte drei Stunden. Los ging es an einem bekannten Anlegeplatz, ich wurde von dem Tourguide an meinem Campingplatz abgeholt und direkt dorthin gefahren. Vom Anlegeplatz aus fuhren wir zunächst mit dem Boot zum Parkeingang, wo für alle Gäste der Parkeintritt bezahlt wurde (der war im Preis schon drin). 

 

Auf dem Boot waren wir etwa zwölf Gäste, aber es war auch genug Platz für alle - und jeder hatte eine gute Sicht auf den Chobe River, die Nordgrenze des Chobe Nationalparks und Namibia, was auf der anderen Seite des Flusses liegt. 

Säugetiere haben wir auf der Bootssafari kaum gesehen. Ist ja auch irgendwie logisch, immerhin fuhren wir am Rande des Nationalparks entlang. Aber dafür gibt es quasi eine Garantie für Nilpferde und  Krokodile. Es war schon cool, dass wir mit dem Boot recht nahe an die Nilpferde gekommen sind - und natürlich noch einmal einen ganz anderen Blick und eine ganz andere Perspektive hatten als man sonst vom Auto aus hat. Wir waren fast auf Augenhöhe, könnte man sagen.

Ähnlich war es auch bei den Krokodilen. Sowohl bei Krokodilen als auch Nilpferden konnten wir auch sehr gut beobachten, wie sie sich im Wasser bewegen - eben durch den anderen Blick. Nilpferde sind beispielsweise sehr schlechte Schwimmer, man findet sie eigentlich nur an Stellen im Fluss, an denen sie stehen können. 

 

Aber ein paar Tiere am Festland haben wir doch auch gesehen. Am Ufer spielten beispielsweise zwei Impalas und auch ein paar Büffel kamen zum Trinken vorbei. Für mich war das richtig cool - es war meine erste Safari auf dem Wasser und ich habe mich noch viel mehr als im Jeep "naturnah" gefühlt. 

 

Vor allem geht es bei der Bootssafari aber darum, die verschiedenen Vögel zu erkunden, die rund um den Chobe River leben. Gefühlt saß auf jedem Ast ein Vogel! Verschiedene Adler, verschiedene Reiher, Graufischer, Gelbschnabeltokos, verschiedene Störche, Hammerköpfe und viele mehr haben wir gesehen. An Bord war auch ein Mann, der sich besonders für Vögel begeisterte und uns zu dem ein oder anderen Tier mehr erzählte. Ich muss gestehen, Vögel sind jetzt nicht so komplett meine Welt, aber das war schon faszinierend. 

Mein Fazit zur Bootsafari: Wer viele verschiedene Tiere, vor allem Säugetiere, beobachten möchte, ist hier falsch. Ebenso diejenigen, die ein Tier nach dem anderen sehen wollen. Wer allerdings etwas Ruhe abseits des Safari-Tourismus genießen möchte, ist hier genau richtig.


Safari im Jeep: Gamedrive im Chobe Nationalpark

Noch auf dem Boot habe ich erfahren, dass die Gruppe, mit der ich morgens unterwegs war, auch mittags eine Safari gebucht hatte - im Jeep. Das war mein eigentlicher Plan für den Morgen gewesen.

 

Kurz gesagt: Ich hatte am Abend vorher über meine Unterkunft Bananyanas Backpackers eine Jeep-Tour für den nächsten Morgen gebucht. Am Morgen wartete ich und wartete - und es kam niemand. Ich wurde einfach versetzt. Der Tour-Anbieter hatte den Leuten auf meinem Campingplatz nicht Bescheid gesagt, dass der Jeep schon voll war - und sie fuhren einfach ohne mich...

 

Die Leute vom Campingplatz, die ich natürlich gleich informiert habe, haben dann spontan den Bootstrip am Morgen organisiert, damit ich wenigstens ein bisschen Safari machen kann. Und eben dort ergab sich dann die Chance, mittags einfach auch mitzukommen.

 

Das war schon deshalb speziell, weil die anderen alle eine Tagestour gebucht hatten und da war Essen in einem schicken Restaurant inklusive. So viel Geld hatte ich aber nicht mit. Dann sagte der Bootsfahrer, der auch Guide auf dem Boot war, dass er jetzt mit dem Boot zurück ins Dorf fährt und wenn ich möchte, kann ich mitkommen. Er hält an der Anlegestelle direkt neben Kentucky Fried Chicken und wenn ich will, kann ich mir dort was zu essen kaufen und dann nimmt er mich wieder mit zurück. Gesagt, getan. Drive-In mal anders!

Die Jeep-Safari sollte ähnlich wie die Bootsafari drei Stunden dauern und hat auch 300 Pula (umgerechnet ca. 25 Euro) gekostet. Gesehen habe ich in der Zeit nicht sehr viel, weil unser Fahrer zum einen super gestresst war, schnell gefahren ist und zum anderen sich auch ein Bierchen gegönnt hat. Er hat auch ewig gebraucht, um die Zahlungsformalitäten am Eingang zum Chobe Nationalpark zu klären - und damit ging auch nochmal einiges an Zeit drauf.

 

Kurzum: Nicht nur, dass mich dieser Fahrer morgens einfach stehenließ, er war mittags unfähig, zu schnell unterwegs und saß alkoholisiert am Steuer... Also direkt vier No-Gos innerhalb weniger Stunden. Ich würde dort auf keinen Fall mehr buchen. 

 

Dennoch - auch der schlechteste Guide kann in einem Nationalpark selten dafür sorgen, dass man so gar nichts sieht. Und so hatte ich auch im Chobe Nationalpark einige tolle Sichtungen in der kurzen Zeit im Park. Zum Beispiel eine riesige Elefantenherde - beziehungsweise gleich mehrere Elefantenherden. Einige hatten auch Nachwuchs dabei. 

 

Zudem haben wir Giraffen, Nilpferde, Kudus, Büffel, Impalas, Geier und einige Adler gesehen. Die Tiere waren alle recht zahlreich vertreten und wir hatten einiges zu sehen und zu fotografieren bekommen. 

Mein Highlight war aber die Sichtung einer Python - meine erste große Schlange überhaupt. Sie hing eingeringelt auf einem Baum herum - quasi direkt über unseren Köpfen. Es hat mich tatsächlich erstaunt, dass der Guide die entdeckt hatte. 

 

Er versuchte dann noch etwas außerhalb der gängigen Straßen zu fahren, um vielleicht einen Löwen zu entdecken, aber das Glück war uns nicht vergönnt.

 

Stattdessen gab es auf der Rückfahrt vom Chobe Nationalpark nach Kasane noch einmal ein Highlight: Da standen mal wieder zwei Elefanten auf der Straße. Sie ließen sich von uns nicht stören und wir konnten noch einmal einen kleinen Foto-Stopp einlegen. Danach fuhren wir - für mich etwas ärgerlich, erst an meinem Campingplatz vorbei zum Grenzübergang nach Simbabwe. Dort ließen wir die anderen Safari-Gäste aussteigen. Dieser kleine Umweg hat mich anderthalb Stunden mehr Zeit im Auto verbringen lassen als nötig. Danach musste der Guide Bier kaufen und fuhr dann mit zum Campingplatz. Da er sich dort auf ein Bier am Lagerfeuer mit den Campingplatz-Betreibern traf, war dann auch klar, warum wir den fünf- bis zehnminütigen Umweg zum Campingplatz, um mich zuerst rauszulassen, nicht gemacht hatten.


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Kommentare: 4
  • #1

    Alexandra Sefrin (Sonntag, 04 April 2021 07:51)

    Liebe Miriam,
    die Gegend steht bei uns definitiv noch auf der Must-See-Liste. Deine Beschreibungen stoßen bei uns auf offene Ohren, da wir meist auch eher spontan unterwegs sind. Es muss einfach traumhaft sein all diese Tiere in freier Wildbahn zu sehen. Auch wenn eurer Fahrer zu wünschen übrig ließ, hast Du doch eine Menge toller Fotos schießen können.
    Liebe Grüße

    Alex

  • #2

    Auszeitgeniesser (Dienstag, 06 April 2021 10:52)

    Liebe Miriam,

    dass die Sichtung einer Python im Baum Dein Highlight war kann ich nur zu gut verstehen.
    Du durftest ja bereits einige Safaris und tierische Begegnungen in Afrika erleben.
    Es ist schon ein wirklich bleibendes Erlebnis Tiere in ihrer natürlichen und freien Umgebung beobachten zu können.

    Für mich bleiben die Hippos und Elefanten aber mein ganz persönliches Highlight.

    Liebe Grüße,
    Katja

  • #3

    Andreas @ reisewut.com (Donnerstag, 08 April 2021 06:50)

    Also DAS wäre noch mal so ein Traum von mir, den ich mir gerne irgendwann einmal erfüllen würde. Mir ist fast egal, ob auf dem Wasser per Boot oder an Land ... eine Safari wäre es mein Traum! Ich habe mich ehrlich gesagt bisher nie detaillierter damit beschäftigt, weil ich die Preise etwas scheue. Aber wenn ich dann solche Fotos sehe, denke ich mir eigentlich "Was soll's, ist nur Geld". Okay, den alkoholisierten Fahrer und ähnliche blöde laufende Dinge braucht man dann zwar nicht wirklich, aber am Ende eines Urlaubes bleibt unterm Strich eh immer nur das Positive übrig finde ich. Toller Artikel jedenfalls mit - für mich persönlich - faszinierenden Aufnahmen, die ich selber gerne einmal so oder so ähnlich machen würde. DANKE dafür!

  • #4

    Dagmar (Donnerstag, 08 April 2021 16:34)

    Eine Safari steht definitiv noch auf meiner Löffelliste! Ob ich mich allerdings auf das Wasser dafür trauen würde und so hautnah Krokodililen und Nashörnern begegnen möchte, ich weiß nicht.
    Tolle Fotos hast du bei deinen beiden Touren geschossen!