Inselparadies in Kenia: Chale Island im Indischen Ozean

Die Insel Chale Island vor dem Diani Beach im Süden von Mombasa, auch Diani Chale genannt, ist ein wundervoller kleiner Ort zum Entspannen, Sonnenbaden und um das Leben zu genießen. Chale Island, eine winzige Insel im Indischen Ozean in Kenia, besteht zu drei Vierteln aus Mangrovenwald, der unter Naturschutz steht. Auf dem anderen Teil findet sich eine Hotelanlage, The Sands at Chale. Es ist die einzige erlaubte Bebauung auf der Insel, die damit auch für Exklusivität, aber vor allem für Abgeschiedenheit und Ruhe steht. Auf die Insel muss man aber erst einmal kommen - bei Flut mit Boot, bei Ebbe mit dem Traktor. Wobei man natürlich auch schwimmen oder sogar zu Fuß gehen kann.


Chale Island in Kenia: Ab auf die Insel im Indischen Ozean

Eher durch Zufall bin ich auf Chale Island gekommen. Ich wusste von der Insel und ich hatte Bilder gesehen, die traumhaft waren. Allerdings ging ich davon aus, dass das einzige Hotel dort, das The Sands at Chale Island, das zu einer Kette gehört, zu der unter anderem auch das luxuriöse Sand at Nomads am Diani Beach gehört, unbezahlbar sein würde.

 

Dann aber, als ich mit meiner Mutter in Vorbereitung auf ihre erste Kenia-Reise nach einem schönen Hotel an der Küste schaute, ploppte Werbung auf für The Sands at Chale Island. Und ich klickte drauf. Und siehe da, es war ein Angebot von Tui. Vier Nächte im Doppelzimmer mit Halbpension 350 Euro pro Person. Es war gebucht. 

 

Wir waren zu sechst unterwegs auf Chale Island und da etwa die Hälfte an Flugangst leidet, nahmen wir den Zug von Nairobi nach Mombasa. Sechs Stunden dauert die Tour und kostet rund zehn Euro - und dabei fährt man auch durch den Tsavo East und den Tsavo West Nationalpark. Schneller geht es indes, wenn man den Flieger nimmt und in Ukunda landet, von dort sind es nur rund 10 Minuten Fahrweg bis zum Diani Beach und keine 20 Minuten bis zum Anleger für Diani Chale.  

 

Ich organisierte uns einen Fahrer, der uns vom Bahnhof in Mombasa abholte und die rund drei Stunden zum Anleger auf dem Festland brachte. Drei Stunden sind ein Richtwert, es sind nämlich nur 70 Kilometer.

 

Doch um vom Bahnhof oder Flughafen in Mombasa aus an die Südküste in Kenia zu kommen, gibt es mehr oder minder nur einen Weg - und der führt mitten durch Mombasa City. Und Mombasa Stadt ist eine Insel, die nur zu zwei Seiten mit einer Brücke verbunden ist. Wer an die Südküste rund um Ukunda, Tiwi Beach oder Diani Beach will, muss die Fähre nehmen - und das bedeutet vor allem: unbekannte Wartezeit. 

 

Wir kamen an, als schon Ebbe war und das Wasser immer weniger wurde. Husch, husch, ab ins Boot. Wir stiegen ein, das Gepäck auch - aber wir kamen nicht mehr voran.

 

Mein Freund stieg aus und schob mit, aber das Boot bewegte sich kaum. Also mussten wir alle wieder aussteigen, unser Gepäck blieb auf dem Boot und mein Freund und der Angestellte zogen das Boot hinüber - ohne unser Gewicht ging das einigermaßen.

Chale Island in Kenia: Anreise per Boot oder Traktor

Wir warteten derweil bei einem wundervollen Sonnenuntergang. Und weil es noch warm genug war, wurde der Rock hochgekrempelt und wir liefen ein Stück durch das Wasser, zu kleinen Felsen, und genossen die Urlaubsstimmung. 

 

Denn wir mussten rund eine halbe Stunde warten, bis die Ebbe so weit vorangeschritten war, dass wir mit dem Traktor übersetzen konnten. Theoretisch, so sagte es uns ein Mitarbeiter, könnten wir auch zu Fuß gehen, das Wasser sei noch maximal knietief. Wir überlegten es auch, aber nicht alle von uns hatten Badeschlappen mit und barfuß war es zwecks einiger Steine und Seeigel doch etwas riskant. Und irgendwann zeigten sich dann die Scheinwerfer im Dunkel und wir wurden abgeholt und tuckerten durch den Indischen Ozean. Surreal, aber auch spaßig.

 

Rund 200 Meter sind es vom Diani Beach Festland zur Insel Chale Island und wir waren super schnell drüben, auch wenn der Traktor nicht ganz so filigran durch das Wasser fährt. Im Gegensatz zum Boot, das an einem Steg anlegt, hat der Traktor den Vorteil, dass man direkt zur Rezeption von The Sands at Chale gefahren wird. 

 

An der Rezeption gab es einen Willkommensdrink, eine Einweisung und dann wurden uns unsere Zimmer gezeigt. Wir hatten die günstigste Kategorie gebucht, aber siehe an: Die Zimmer waren riesig, super liebevoll eingerichtet und wir fühlten uns sofort pudelwohl. Alle Zimmer hatten Meerblick und auf dem Bett warteten kleine Überraschungen mit Steinen und Sinnsprüchen auf uns. Die meisten Zimmer gibt es in Bandas, einer Art Bungalow, die allerdings nochmal deutlich teurer sind.

Es war leider schon zu spät, um noch an den Strand zu gehen, denn es war schon stockfinster - außerdem war ja ohnehin Ebbe, und die Gezeiten sind in Kenia und generell am Indischen Ozean recht stark ausgeprägt. Und es war leider auch zu dunkel, um das Gelände zu erkunden.

 

Also richteten wir uns erst einmal auf unseren Zimmern ein und freuten uns auf die kommenden Tage im Paradies. Denn wenn es hier nur halb so schön war, wie die Bilder versprachen, würde uns eine grandiose Zeit bevorstehen und vor allem meine Familie konnte am Ende ihrer ersten Kenia-Reise, die mit Safari in der Masai Mara, einer Autopanne am Lake Naivasha, der Rush-Hour in Nairobi und unendlich vielen Eindrücken dann doch recht anstrengend war, den Urlaub entspannt ausklingen lassen. 

 

Wir machten uns also ans Abendessen. Es sah alles so toll aus. Gegessen wird in einem Holz-Pavillon mit riesigem Dach. Tagsüber hat man Aussicht auf das Meer, es liegt nämlich direkt am Strand. Es gab unglaublich viel und gutes Essen, eine Pasta-Station, eine Fisch-Station mit dem "Fang des Tages" (zwei oder drei Sorten), eine riesige Salat-Bar, Suppe und viele Fleisch- und Gemüsegerichte.

 

Man kann auch All Inclusive oder Vollpension buchen, natürlich. Allerdings waren die Getränke nicht sehr teuer und wir haben rund 5 Euro am Tag pro Person an Getränken ausgegeben (Wein, Bier, Eiskaffee/Smoothie), wobei der Alkohol am teuersten war.

The Sands at Chale Island: All-Inclusive oder Halbpension

Allerdings hatten wir uns auch ein wenig eingedeckt und etwas Bier, Cider und Obst und Kekse für den Nachmittag mit auf die Insel genommen. Das ist übrigens gar kein Problem - das einzige, was ein wenig doof für uns war, dass wir keinen Kühlschrank hatten, um das Bier zu kühlen. Wir bekamen an der Bar aber sogar Eis, das wir ins Waschbecken füllen konnten, um das Bier zu kühlen. Bei der Halbpension ist übrigens ein Tee-Kuchen-Buffet am Nachmittag dabei.

 

Wer früh ins Bett geht, kann am nächsten Tag am längsten die Sonne genießen. Nach dem sehr reichhaltigen Frühstücksbuffet mit sehr viel Obst ging es an den Strand. Der war erst einmal sehr weitläufig, weil gerade Ebbe war.

 

Angestellte vom Hotel kümmern sich darum, dass jeder Gast eine Liege hat. Es gibt auch Sonnenschirme, allerdings haben wir uns lieber den natürlichen Schatten unter einem Baum gewünscht. Der Strand ist sehr hübsch und sauber - vor allem im Vergleich zu den öffentlichen Stränden am Diani Beach. Sehr viele Pflanzen, Palmen, Bäume trennen Hotelanlage und Strand, sodass man wirklich paradiesische Eindrücke hat.


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Chale Island: Traumstrand am Indischen Ozean in Kenia

Bei Ebbe kann man auch in den Indischen Ozean, man muss allerdings eine Weile gehen und sollte auf jeden Fall Badeschuhe dabei haben - denn es ist nicht ganz schmerzfrei, über die kleinen Felsen zu gehen - und an vielen Ecken warten Seeigel.

 

Bei Flut hingegen kommt das Wasser nah an das Hotel heran und es lässt sich wunderbar in den Wellen plantschen - die Wellen sind auch ganz wunderbar - hoch, aber nicht zu hoch. Eure Sonnenbrille solltet ihr also lieber an Land lassen - meine verschwand nämlich leider in den Tiefen des Indischen Ozean, als das ansonsten eher ruhige Meer plötzlich eine höhere Welle hervorbrachte und ich die Brille nicht rechtzeitig festhalten konnte. Die gleiche Welle erwischte übrigens auch meine Schwester, auch ihre Sonnenbrille war danach weg. 

 

Im Gegensatz zum Diani Beach gibt es auf Chale kaum Beachboys. Ein paar kommen, wenn die Ebbe einsetzt und sie vom Festland aus rüber laufen können, aber sie verschwinden auch wieder, wenn die Flut einsetzt. Generell waren sie aber bei weitem nicht so aufdringlich. Ich habe direkt beim ersten Kontakt gesagt, dass ich meine Ruhe haben möchte, danach wurde ich auch nicht mehr direkt angesprochen.

 

Obwohl die Hotelanlage von The Sands at Chale Island sehr unauffällig ist, ist sie recht weitläufig, oder vielleicht auch genau deshalb. Auf hohe Gebäude wurde verzichtet, es gibt lediglich zwei Türme mit je zwei Stockwerken, ansonsten handelt es sich um Bandas oder Holzhütten.

 

Es gibt drei Pools, zwei Süßwasser, ein Salzwasser. Dazu ein Whirlpool und ein Fitnessraum mit Blick aufs Meer (Richtung Festland). Der Strand liegt auf die Seite zum offenen Meer hinaus.

 

Wer nicht nur faul am Strand  liegen will - was man auf Chale Island seeehr gut tun kann -, kann die Insel und das Drumherum erkunden. Es gibt jeden Tag ein Programm vom Hotel aus, eine eigene App verrät nicht nur, wann Ebbe und Flut ist, sondern auch, wann welche Veranstaltungen und Ausflüge geplant sind.

Chale Island: Walking Tour durch den Mangroven-Wald

So gibt es beispielsweise eine Walking Tour mit einem Naturführer durch den Mangroven-Wald. Leider hat sich für mich die Gelegenheit nicht ergeben. Affen, die im Mangrovenwald leben, sieht man übrigens auch auf der Hotelanlage. Wir hatten Besuch von Pavianen (die bei Ebbe auch zum Festland laufen) und Colobus-Affen.

 

Da der Spa-Bereich schon im Ansatz im Mangrovenwald liegt, bin ich dort einfach einmal spazieren gegangen.

 

Der Bereich ist sehr weitläufig und führt auch zu einem dritten, etwas versteckten Pool, der direkt ans Meer grenzt (zumindest, wenn Ebbe ist). Dort bekommt man schon einen ganz tollen Eindruck von der Naturwelt um die Hotelanlage herum.

Schnorcheln am Riff von Chale Island

Angeboten wird auch Bingo, Beachvolleyball, eine Kajaktour rund um die Insel (was ich leider zeitlich auch nicht geschafft habe) und eine Schnorcheltour. Letztere habe ich gemacht, allerdings war es nicht so schön. 1000 Schilling kostet sie, also rund 8 Euro.

 

Mit einem Guide geht es hinaus und wir hatten zwei Chinesinnen an Bord, die nicht schwimmen konnten. Aber der Guide hatte keine Sorge. Die beiden trampelten dann auch ständig auf dem Korallenriff rum, weil sie kaum Luft bekamen und ständig Wasser im Schnorchel hatten - und der Guide sagte nichts dazu...

 

Außerdem fütterte er die Fische an, was für mich überhaupt nicht geht. Ich berichtete es am Abend dem Hotelmanager, der sich nach eigenen Angaben darum kümmern wolle, weil er meine Einschätzung teile, dass man weder Fische anfüttern sollte noch auf dem Korallenriff herumtrampeln sollte.

Chale Island in Kenia: Mein Fazit

Ich hatte vier wundervolle Nächte auf Chale Island und war ganz traurig, dass ich schon abreisen musste. Natürlich ist so ein Inselleben bisweilen etwas langweilig - man kann nur in der Anlage bleiben und nicht abends noch durch eine Stadt oder ein Dorf schlendern. Aber genau das habe ich nach den hektischen Tagen in Nairobi auch gebraucht. Wer also Einsamkeit und Ruhe sucht, der wird hier fündig. 

 

Allerdings ist man auch nicht total abgeschnitten: Man kann als Gast jederzeit aufs Festland übersetzen, etwa um dort joggen oder einkaufen zu gehen. Allerdings ist der Anleger noch ein Stück von Ukunda, der nächsten Stadt entfernt, sodass man für die rund 15 Minuten ein Taxi, TukTuk oder BodaBoda (Motorrad-Taxi) braucht, also etwas Geld einkalkulieren sollte.

 

Ich werde definitiv wieder kommen, dann allerdings mit dem Flugzeug (nach Ukunda), denn die Anreise aus Mombasa war echt nervenaufreibend. Auch bei der Rückreise war es ähnlich und irgendwie ist dabei schon ein klein wenig der Entspannung verflogen. 


Könntest du dir einen Urlaub auf solch einer einsamen und ruhigen Insel vorstellen?

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