Giraffen vor der Skyline: Safari in Nairobi

Ein Highlight bei einem Besuch in Nairobi ist auf jeden Fall der Nairobi Nationalpark, wo sich Giraffen vor der Skyline der kenianischen Hauptstadt fotografieren lassen. Der Park liegt im Süden der Stadt, 7 km entfernt vom Zentrum, und ist zur Stadt hin auch eingezäunt, damit sich keine Tiere verirren. Hin und wieder hat man Dank des Parks das Glück, direkt auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt Zebras zu sehen. Auch wenn der kleinste Nationalpark des Landes nicht mit Masai Mara und Co mithalten kann, so gibt es doch eine unglaubliche Vielfalt an Tieren - und das direkt in der Stadt!


Nairobi Nationalpark in Kenia: Diese Tiere leben hier

Der Nairobi Nationalpark gehört für mich zu einem der am meist unterschätzten Parks in Kenia. Er ist eher klein (aber immer noch 118 Quadratkilometer groß) und liegt direkt am Stadtrand, noch auf dem Areal der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Du kannst hier also völlig freilebende wilde Tiere sehen - vor der Skyline der Millionen-Metropole!

 

Im Nairobi Nationalpark, dem einzigen Nationalpark der Welt in einer Hauptstadt, findet sich eine enorme Vielfalt an Wildlife - und die Chancen auf Sichtungen sind hier enorm gut: Hier leben Spitzmaulnashörner und Breitmaulnashörner, Büffel, Löwen, Leoparden, Geparde, Hyänen, Zebras, Antilopen, Schakale, Gnus, Buschschweine, Gazellen und allerlei andere Tiere.

 

Besonders für Nashorn-Liebhaber ist der Nairobi Nationalpark eine Anlaufstelle: Man hat hier, direkt vor den Toren der City, die zweitbesten Chancen, in einem Nationalpark in Kenia Nashörner zu sehen. Die Wahrscheinlichkeit, Nashörner zu sehen, ist nur im Lake Nakuru Nationalpark höher (oder in den privaten Schutzgebieten wie Ol Pejeta oder Solio).

Ich war inzwischen, Stand November 2020, fünfmal im Nairobi Nationalpark, und ich habe bis auf ein einziges Mal immer mehrere Nashörner gesehen - und bis auf einmal auf immer Löwen. Ich habe alleine an einem Safari-Tag 13 Nashörner und fünf Löwen gesehen - also es sind durchaus tolle Tiersichtungen möglich. Die Tiere werden von vielen Rangern bewacht und beschützt, um keinen Wilderern zum Opfer zu fallen.

 

Auch für andere Tiere, die man andernorts nicht so oft sieht, ist der Nairobi Nationalpark sehr geeignet: Ich habe hier meinen einzigen Serval jemals gesichtet. Ein Serval ist eine kleine Raubkatze und nur sehr selten zu sehen, sie gehört mit Tieren wie Karakal, Stachelschwein, Honigdachs, Erdwolf oder Pangolin zu den Tieren, die man am seltesten auf einer Safari in Afrika sieht.

Für mich ist ein Besuch im Nairobi Nationalpark immer ein Highlight - und ich meine, ist es nicht Luxus, morgens vor der Arbeit einfach mal eben auf Safari zu gehen?


Safari im Nairobi Nationalpark - Was kostet das?

So wie wir in Deutschland am Wochenende gerne mal einen Tagesausflug in den Zoo oder den Tierpark nebenan machen, so machen besser betuchte Bewohner in und um Nairobi herum ihren Tagesausflug am Wochenende in den Nairobi Nationalpark. Es ist tatsächlich einer der Parks, der auch gut von der einheimischen Bevölkerung besucht wird, was nicht in jedem Nationalpark in Kenia so ist.

 

Touristen finden sich hier natürlich auch - häufig in Kombination mit dem Sheldrick Elephant Orphanage, das direkt an den Nairobi Nationalpark grenzt. Dort werden verwaiste oder verletzte Elefantenkinder und Nashornbabys aufgezogen und später wieder ausgewildert. Apropos Elefant: Das Sheldrick Elephant Orphanage ist auch die einzige Möglichkeit, in der Hauptstadt Nairobi lebendige Elefanten zu sehen - im Nairobi Nationalpark gibt es schon seit vielen Jahren keine mehr. Da sich die Menschen immer weiter ausgebreitet haben, sind die Elefanten gen Süden gezogen - Richtung Amboseli Nationalpark und Tsavo West Nationalpark.

 

Der Eintritt ist mit rund 45 US-Dollar (inklusive Auto) für Touristen nicht gerade günstig, lohnt aber für einen schönen Tagesausflug, gerade wenn man dem stickigen Stadtleben mal entfliehen möchte. Eine Weile gab es auch einfach keine Lodge im Park und man konnte daher nur Tagesausflüge machen.


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Safari im Nairobi Nationalpark - mit Guide oder ohne Guide

Der Nairobi Nationalpark ist sowohl mit Guide als auch mit dem eigenen Auto zu erkunden. Wer mit dem eigenen Auto fährt, muss ein wenig aufpassen - die Pisten sind teilweise sehr abenteuerlich. Aber auch hier kann man viel Glück haben, ich war mehrmals mit Freunden im eigenen Auto unterwegs und einmal liefen zwei Nashörner ganz entspannt direkt vor uns über die Straße. Bei beiden Touren habe ich auch jeweils Löwen gesehen. Man fährt in der Regel eh mit offenem Fenster und kann sich auch bei anderen Fahrzeugen mal erkundigen, ob jemand irgendwo was gesehen hat.

 

Ohne Guide und mit dem eigenen Auto (insofern eines vorhanden ist), ist die billigste Variante. Wer entspannt reisen möchte ohne viel zusätzliches Geld auszugeben: Die kenianische Nationalparkverwaltung, Kenyan Wildlife Service, hat einen eigenen Jeep für Safaris. Wer vorab reserviert, bekommt einen erfahrenen Fahrer und zahlt für drei bis vier Stunden im Park (offiziell sind es drei, wir waren aber knapp vier Stunden im Park) nur 7000 Schilling, das sind keine 65 Euro. Mit meiner Lieblings-Safari-Agentur kosten Auto und Fahrer 125 US-Dollar im Minibus (maximal neun Personen). Der Parkeintritt kommt jeweils für jede Person noch einmal dazu.


Nairobi Nationalpark: Wo finde ich was?

Wie ich bereits geschrieben habe, ist der Nairobi Nationalpark nicht super groß (im Verhältnis zu anderen Nationalparks in Kenia), dafür aber auch einfach mit dem eigenen Fahrzeug zu erkunden. Tiere sind zwar generell immer Glückssache, aber es gibt ja doch einige Gebiete, in denen man sehr wahrscheinlich ein bestimmtes Tier antrifft.

 

Ich habe den Park schon vom Gate Mombasa Road (da fährt man durch enge nicht asphaltierte Straßen durch abgelegene Stadtteile und es gibt keine Wegweiser, ein GPS ist also notwendig) und vom Main Gate aus betreten. Das Main Gate ist das übliche Gate, hier finden sich auch ein Souvenir-Shop, Toiletten und ein größeres Kassenhäuschen. Dafür ist hier auch deutlich mehr los als am Gate an der Mombasa Road.

 

Vom Main Gate aus ein Stück geradeaus fährt (hier im Wald verstecken sich übrigens gerne Ducker und Affen), kommt an einen kleinen See, das Nogolomon Reservoir. Hier sind die Chancen auf Krokodile und auf Flusspferde recht hoch. Auch Vögel wie Marabus kann man hier oft entdecken.

An dem kleinen See zu linker Hand ist der historische Ort, an dem 2016 105 Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein von gewilderten Elefanten symbolträchtig verbrannt wurde. An der Ivory Burning Site befindet sich eine Art Denkmal - das an die toten Tiere erinnert, aber auch ein Mahnmal sein soll gegen Wilderei.

 

Früher waren auch in der Nähe der Stadt recht viele Tiere unterwegs, inzwischen wurde eine Eisenbahnlinie durch den Nairobi Nationalpark gebaut (man muss nicht alles verstehen...) - trotz gerichtlichem Stopp. Die Schienen (im Hochbau) befinden sich seit 2017 dort und bisher fährt noch kein Zug, die Tiere wurden aber durch die Baufahrzeuge aufgeschreckt... Rund um die Gleise habe ich eigentlich immer Giraffen entdeckt, allerdings haben sich viele Tiere durch den Bau in den südlichen Teil des Nationalparks, also von Nairobi weg, gewandt.

 

Rund um den Hyena Dam hatte ich oft Glück mit Adlern, Giraffen und Nashörnern. Es gibt auch einen Aussichtspunkt, Mokoyeto Picnic Spot, mit einem fantastischen Blick über den Nairobi Nationalpark und die Skyline im Hintergrund. Dort oben findet man eigentlich immer Affen und Klippschliefer. Nicht weit davon entfernt ist der Aussichtspunkt Leopard Cliff Observation Point - einen Leoparden habe ich im Nairobi Nationalpark aber leider noch nie gesehen.


Nairobi Nationalpark: Wissenswertes auf einen Blick

  • Der Park ist nur 117 Quadratkilometer groß, hat aber dennoch eine große Vielzahl an Tieren
  • Es gibt keine Elefanten im Nationalpark, aber die vier anderen Tiere der Big Five: Löwe, Leopard, Nashorn und Büffel
  • Die Chancen aus Nashörner, Löwen und Büffel sind im Nairobi Nationalpark hoch.
  • Die Chancen auf Leopard und Gepard sind im Nairobi Nationalpark gering.
  • Einige Tiere wie Zebras, Gnus und bestimmte Antilopen wandern und sind nicht permanent im Nairobi Nationalpark zu sehen.
  • Der Eintritt kostet 43 USD für Touristen, wer mit dem eigenen Fahrzeug kommt zahlt 300 Schilling zusätzlich
  • Der Park ist geöffnet von 6 bis 19 Uhr
  • Es gibt einige Anbieter, die ab Nairobi morgens losfahren. Ansonsten kann man auch mit dem eigenen Auto fahren

Impressionen aus dem Nairobi Nationalpark in Kenia


Wusstest du, dass so nahe an der kenianischen Hauptstadt Nairobi Löwen leben?

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Kommentare: 6
  • #1

    Julia (Montag, 21 September 2020 19:29)

    Wunderschön und bei den schönen Tieren immer was zu sehen. Der Preiß für den Eintritt ist in Ordnung, damit unterstützt man die Tierwelt und das ihnen dort nichts passiert. Es wäre auch mein Traum die Tiere Life zu sehen.

    Liebe Grüße
    Julia von https://www.lecker-schmecker-kueche.de/

  • #2

    Mo (Samstag, 07 November 2020 17:07)

    Liebe Miriam,
    das der Park auch von Einheimischen besucht wird, finde ich toll. Ich hätte nur nicht gedacht, dass es dort auch Wilderer wagen würden die Tiere abzuschlachten. Zum Glück gibt es da die Ranger.

    Das Löwen so nah an Nairobi leben wusste ich tatsächlich. Das habe ich mal in einer Tierdoku gesehen.

    Liebe Grüße
    Mo

  • #3

    Julia (Samstag, 07 November 2020 18:39)

    Hallo Mirijam
    der Park scheint ein kleines Paradies zu sein. Viele wunderbare Tiere auf einmal die man Live sehen darf. Und die Preise finde ich in Ordnung. Es kommt den Tieren ja zugute und man muss die Tiere schützen.
    Schade das Tiere auch dort nicht in Ruhe gelassen werden und dort gewildert wird. Schön das du uns teilhaben lässt.

    Liebe Grüße
    Julia

  • #4

    Tanja's Everyday Blog (Samstag, 07 November 2020 22:31)

    Hallo Mirijam,
    ich bin immer wieder von deinen Beiträgen fasziniert! Du führst ein aufregendes Leben und reist wohin du möchtest. Ich muss zugeben, dass ich mich noch nicht so nach Afrika getraut habe, da mir das Land selbst etwas fremd ist (zu wenig Erzählungen und Erfahrungen aus dem Freundeskreis). Aber durch deine Fotos und Beiträge bekomme ich langsam Lust dazu, dahin zu reisen und all die wunderbaren Tiere live zu erleben!
    Liebe Grüße,
    Tanja

  • #5

    Jana (Sonntag, 08 November 2020 10:19)

    Wow, das ist wirklich beeindruckend! So viele Tiersichtungen! Ich habe mich gestern schon gefreut, zwei Rehe an einem Feldrand in der Nähe der Straße zu sehen, die zum Glück vor meinem Auto davongehüpft sind! Ansonsten sieht man Wildtiere ja eher selten - finde ich zumindest! Aber dort, in dem tollen Nationalpark, scheint es ja vor Tieren nur zu wimmeln! Ich liebe ja kleine Vögel und Affen und konnte mich an deinen Bildern kaum satt sehen!

    Liebe Grüße
    Jana

  • #6

    Hanna (Montag, 09 November 2020 10:00)

    Liebe Miriam,

    die Bilder sind wirklich beeindruckend! es muss ein unglaublich schönes Erlebnis sein, diese Tiere live beobachten zu können :) ich würde zwar immer eine Tour mit Guide wählen, da mir das einfach sicherer wäre, aber wenn man wie Du schon 5 mal dort war, kennt man sich bestimmt schon ein wenig aus und kann die Tiere und die Gefahren besser einschätzen.

    Liebe Grüße, Hanna