Madagaskars Oase: Atemberaubender Isalo Nationalpark

Der Isalo Nationalpark im Süden von Madagaskar ist einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten des Landes. Und das völlig zurecht. Die Felsformationen, die aus der Wüste herausragen, sind beeindruckend. Und dann wäre da quasi das Gegenteil: Die Oasen, die die Wüstenlandschaft durchziehen und mit herrlich türkisfarbenen Naturpools aufwarten, in denen sich Outdoor-Fans erfrischen können - im Becken wie unter den zahlreichen Wasserfällen. Hier finden auch Lemuren, Chamäleons und andere Tiere und Pflanzen Nahrung. Seit der Anreise nach Isalo bin ich verliebt in diesen Flecken Erde - und es wurde einfach mit jedem Tag und jeder Wanderung noch besser.


Isalo Nationalpark in Madagaskar: Anreise

Bevor ich dich tatsächlich visuell mit an meinen Lieblingsort in Madagaskar nehme, kommen noch ein paar praktische Tipps für den Isalo Nationalpark. 

 

Der Isalo Nationalpark in Madagaskar ist auf der Südhalbkugel der Insel. Ausgangspunkt für Wanderungen im Isalo Nationalpark ist die Kleinstadt Ranohira an der Nationalstraße Route Nacional 7. Ranohira liegt rund 700 Kilometer südlich von Antananarivo und 250 Kilometer östlich von Toliara.

 

Die meisten Reisenden kommen entweder über die touristische Südroute nach Ranohira, von Antananarivo über Antsirabe, Ambositra, den Ramofana Nationalpark sowie das Anja Community Reservat (mit Ziel Toliara), oder via Flugzeug von Antananarivo nach Toliara und von dort mit dem Auto nach Ranohira. 

 

Wir haben die zweite Variante genutzt und sind mit Tsaradia (der nationalen Airline von Madagascar Air) von der Hauptstadt nach Toliara an der Westküste geflogen und dann die rund dreieinhalb Stunden auf einer erstaunlich guten Straße gen Osten gefahren. 

 

Wie üblich in Madagaskar werden Mietwagen mit Fahrer vermietet. Wir hatten eigentlich vor, auf der Strecke selbst zu fahren, haben das auch angefragt. Allerdings haben wir im Kleingedruckten überlesen, dass da stand, dass ein Fahrer dabei ist. Und so hatten wir dann doch vier Tage Gesellschaft. Die Hauptstraße ist tatsächlich gut ausgebaut, ich hätte keine Bedenken gehabt, hier zu fahren. Tricky wurde es erst auf dem Weg zum Parkplatz des Isalo Nationalparks, aber dazu später mehr. 

Die Landschaft ist eher eintönig und doch großartig. Das Gebiet ist weitestgehend Wüste, weshalb es sehr trocken und grau-beige-braun ist. Die Landschaft ist von trockener Erde und Steinen geprägt. Es gibt nur wenige Bäume, die Schatten spenden, auf einem Teilstück zwischen Toliara und Ranohira aber einige sehr impossante Baobabs, die weltberühmten Affenbrotbäume.

 

Siedlungen gibt es nur wenige, und auch eher in Nähe zu Toliara, wo das Klima noch ein wenig erträglicher ist. Dennoch fährt man durch etwa ein Dutzend Dörfer, wobei sich nur wenige für einen Stopp eignen, wenn man noch etwas einkaufen möchte (wie wir).

Wir hielten in Sakaraha und es war etwas anstrengend. Der Süden von Madagaskar ist seit einigen Jahren von einer historischen Dürre geplagt, viele Menschen leiden Hunger. Und das merkte man hier auf dem Dorf sehr. Viele Menschen bettelten, teils auch aufdringlicher als andernorts in Madagaskar. Es ist wirklich enorm schwierig, sich hier richtig zu verhalten, wenn Menschen nach Essen oder Wasser fragen. 

 

Im Verlauf der Fahrt geht es noch durch die Saphir-Gegend Madagaskars. In der Wüste ist so etwas wie ein Diamenten-Abbau entstanden und vor allem Saphir wird hier gesucht (und gefunden). An der Straße stehen schicke Gebäude, in denen mit Saphir gehandelt wird. Und in so manch einem Fluss ist richtig Tumult: Da werden Autos gewachsen, Wäsche gewaschen, da wird gebadet, während wieder andere nach Saphir suchen. 

 

Übrigens: An der Straße stehen auch immer wieder Kinder, die Riesen-Chamäleons gefangen haben. So schnell konnten wir uns gar nicht wehren, wie eines der Tiere bei uns im Auto war - weil wir nicht gedacht hätten, dass unser Fahrer wirklich anhält und nicht nur langsam fährt. Grundsätzlich sind Chamäleons aber tatsächlich eine der wenigen Tierarten, die auch wildlebend angefasst werden können (wenngleich ich das nicht empfehlen würde, ich bin ganz gut durch die Welt gegangen bisher ohne eines anzutatschen). 


Wissenswertes für den Besuch im Isalo Nationalpark

Wer den Isalo Nationalpark besuchen möchte, muss auf jeden Fall nach Ranohira. Im Dorf befindet sich nämlich das Ticket-Office für den Nationalpark. Der Eintritt kostet 65.000 Ariary pro Person und Tag (circa 14 Euro).

 

Mit dem gekauften Ticket geht es dann in das Gebäude gegenüber, wo man einen lokalen Guide bekommt. Man kann beispielsweise die gewünschte Sprache angeben. Außerdem muss man hier die Steuer zahlen, das sind 5000 Ariary (1,25 Euro) pro Person und Tag

 

Auch wenn das System mit zwei Offices umständlich ist, ist richtig gut, dass man hier schon mit dem Guide besprechen kann, welche Route man gehen will - und je nach Route fallen dann auch Gebühren für den Guide an (für zwei Personen und zwei Tage waren es bei uns 200.000 Ariary, etwa 50 Euro). Es ist nicht erlaubt, ohne einen lokalen Guide in den Nationalpark Isalo zu gehen. 

Für die Wanderungen sollte unbedingt Sonnenschutz und genug Wasser ins Gepäck. Es gibt Wege mit viel Schatten und Wege ohne Schatten, je nachdem sollte man den Wasserbedarf planen. Auf dem Weg ohne Schatten habe ich rund 3 Liter Wasser benötigt (wer sich traut, kann sich auch am Wasserfall unterwegs frisches Wasser auffüllen - kann aber nicht jeder Magen ab). Wer sich gerne in einem der natürlichen Pools erfrischen möchte, sollte Badekleidung dabei haben. Außerdem gibt es auf den meisten Routen keine Snacks oder ähnliches zu kaufen, daher sollte auch genügend Proviant eingepackt werden. Festes Schuhwerk ist auf allen Routen ein absolutes Muss - es geht querfeldein über Stock und Stein, zudem warten an einigen Stellen etwa Skorpione.

 

Übrigens: Es gibt an der Hauptstraße auch noch das Maison de l'Isalo, ein kleines Museum zur Region. Zu viel erwarten sollte man aber nicht, die einst multimedialen Elemente funktionieren seit langem nicht mehr. Außerdem gibt es drei Kilometer südlich davon noch den Fels La Reine de l'Isalo, der für Felsmalereien bekannt ist. Ohne Guide ist es aber schwierig, den Berg zu finden - und erst recht die Figuren im Stein.


Sonnenuntergang am Fenster von Isalo

Je näher man Ranohira und dem Isalo Nationalpark kommt, desto felsiger wird die Landschaft. Die Felsformationen fallen in der ansonsten flachen Gegend enorm auf und bilden ganz natürliche Skulpturen.

  

Einer dieser Orte am Rande des Isalo Nationalparks ist der Aussichtspunkt "Fenêtre de l'Isalo", nur etwas mehr als einen Kilometer von der Hauptstraße RN7 entfernt. 

 

Hier findet sich ein natürliches Fenster in den Felsen, mit Blick Richtung Nationalpark. Vor allem zum Sonnenuntergang ist das "Fenster von Isalo" eine beliebte Touristenattraktion. Auch wenn wir sonst kaum andere Reisende gesehen haben, sobald wir das Hotel verließen - hier waren sicher 30 andere Menschen gleichzeitig. 


Allerdings hat das auch einen Grund: Das "Fenster von Isalo" bietet ein Postkartenmotiv! Beziehungsweise nicht nur eines, sondern ganz viele. Wenn die Sonne untergeht, lässt sie sich durch das Fenster beobachtet, umrahmt von den Felsen, mit Blick gen Isalo Nationalpark, und färbt den Himmel rötlich. Romantik-Kitsch pur! Aber eben auch so schön!


Wanderung im Namaza Canyon: Kattas, Pools, Wasserfälle

Von den Wanderungen im Isalo Nationalpark ist der Namaza-Trail die bei Touristinnen und Touristen beliebteste Wanderung. Es geht hier nicht wirklich steil zu, da man sich die meiste Zeit im Canyon selbst aufhält, geht es auch nicht ständig hoch und runter. Zudem sind die Chancen, verschiedene Lemuren zu entdecken - allen voran Madagaskars Symbol, die Kattas - sehr groß. 

 

Unser Guide wollte unbedingt direkt den Namaza Trail gehen, doch weil ich zuvor im Reiseführer gelesen habe, wie toll die Tour zum Piscine Naturelle ist, wollte ich zuerst dorthin. Beide Touren haben ihren Reiz, aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich wohl Namaza wählen.

 

Um den Namaza Trail zu gehen, fährst du (mit Guide) zunächst zum Parkplatz, von wo aus die Tour startet. Es ist zu empfehlen, das Auto zum Parkplatz zu nehmen, vom Ticket-Office sind es gut vier Kilometer zu Fuß - ohne Schatten. 

 

Der eigentliche Weg führt durch üppigen Wald zur Namaza Campsite, wo du auf deine Sachen gut aufpassen solltest. In der Gegend rund um den temporären Campingplatz leben nämlich zahlreiche Lemuren, vor allem Kattas. Die Tiere sind nicht sonderlich scheu und laufen zwischen den Menschen herum. Es war ganz süß, die Tiere zu beobachten. Wir haben rund um die Namaza Campsite auch noch die eher seltenen Larvensifakas gesehen - weiße Lemuren, die super lustig seitlich hüpfen. Wie auch die Kattas hatten die Larvensifakas Jungtiere dabei.

Auf dem Campingplatz hast du übrigens auch die (einzige) Möglichkeit, eine Toilette aufzusuchen oder kalte Getränke zu kaufen. Je nach Tageszeit gibt es auch Kaffee. Wir sind auf dem Rückweg nochmal "eingekehrt" und haben zwischen den Lemuren eine kalte Cola getrunken.

 

Der Weg führt weiter in den Namaza Canyon, nach dem der Wanderweg benannt wurde, hinein. Der Weg ist teils einfach, weil es direkt am Bachlauf eben entlang geht. Teilweise ist es etwas tricky, weil man auf Steinen wandert, die im kleinen Bach liegen - oder man springt gar von Stein zu Stein (wenn man keine nassen Schuhe bekommen will). Der Weg ist oft rutschig und manchmal hat man auch nicht viel Platz. Größtenteils geht man in Bodennähe, manchmal aber auch an den Seitenwänden des Canyons. 

 

Nach einem kurzen Fotostop an einem kleinen Naturpool, der keinen Namen hat, führte uns der Weg weiter zum Blue Pool (Piscine Bleue). Und was soll ich sagen? Ich habe meinen Lieblingsort in Madagaskar gefunden! Der Blue Pool ist so wunderschön, man kann es kaum in Worte fassen. Das Wasser schimmert türkis-blau und ist klar, es gibt einen kleinen Wasserfall und die Canyon-Wände sind teils üppig grün bewachsen. Ein Traum! 

Natürlich bin ich gleich hineingesprungen (bzw. reingerutscht, denn ich wusste nicht, wie tief das Wasser ist, zumal drum herum überall Felsen sind) und habe mich erfrischt. Das Wasser war kühl, aber nicht unangenehm kalt. Von den Steinen, über die man steigen muss, um den Weg weiterzugehen, hat man nicht nur den tollen Blick auf den Blue Pool, hier lassen sich auch Handtuch, Trinkwasser und Co ablegen, während man selbst badet.

 

Nur wenige Meter weiter ist der Black Pool (Piscine Noire), der quasi das Ende des begehbaren Canyons bedeutet. Auch hier kann man baden, das Becken ist größer als der Blue Pool und man kann besser schwimmen. Es gibt einen kleinen Wasserfall, unter dem man sich abduschen kann. Der Black Pool liegt in einer Ecke des Canyons, weitestgehend umgeben von hohen Felswänden und wirkt dadurch dunkel. Am Rande des Pools befinden sich kleine Kuhlen, in denen man seine Sachen ablegen kann, während man selbst badet. 

 

Vom Black Pool aus geht es ein paar Meter zurück, dann beginnt der kurze Aufstieg nach oben auf den Canyon. Nun wartet eine neue Aussicht - der Namaza Canyon zeigt sich vor allem dicht und grün bewachsen. Es geht oben auf ebener Strecke ein Stück querfeldein.

Das ist der Teil des Namaza Trails, an dem man der Sonne komplett ausgesetzt ist. Wie auch beim Piscine Naturelle Trail zeigen sich tolle Felsformationen und es gibt den ein oder anderen Aussichtspunkt sowohl in den Canyon hinein, vor allem aber über die gesamte Landschaft des Isalo Nationalparks. 

 

Nach einem guten Stück wurde es plötzlich unten wieder grüner und oasiger - der letzte Stopp der Tour kündigte sich an: Der Wasserfall Cascade de Nymphes. Wir wanderten wieder ein Stück in die Tiefe und erfreuten uns, endlich wieder Schatten abzubekommen. Nach einem kurzen Weg standen wir dann am Pool vor dem Wasserfall Cascade de Nymphes - irgendwie merkwürdig, weil man das Wasser zuvor kaum gehört hat.

 

Ich muss gestehen, dass ich ein wenig enttäuscht war - der Wasserfall war zwar deutlich höher als die an den Naturpools, doch es kam kaum Wasser herunter und der Wasserfall war auch etwas versteckt zwischen den Felswänden. Allerdings kann man auch hier wieder ins Wasser springen - und dann an Stellen schwimmen, wo man den Wasserfall besser sehen kann. 

Vom Wasserfall aus machten wir uns auf den Rückweg. Zunächst ging es wieder ein Stück bergauf, dann allerdings auch wieder hinab - und das alles im dicht bewachsenen Wald. Das war sehr angenehm. Und schneller als ich gedacht hätte, erreichten wir auch wieder die Namaza Campsite - die letzten paar hundert Meter des Namaza Trails entsprechen den ersten.

 

Hier hatten wir noch mega Glück, denn wir haben noch einige Larvensifakas gesehen. Ein Tier hatte sogar ein winziges Baby am Bauch - das war zu niedlich. Wir haben sie eine gute Weile beobachten und fotografieren können und sie sprangen nach einer Weile auch direkt um uns herum. Es war wundervoll! Larvensifakas sind große weiße Lemuren mit einer kleinen schwarzen Färbung am Kopf und gelten als eher scheu und sind nicht ganz so häufig zu sehen wie etwa Kattas, die ebenfalls um uns herum hüpften und rannten. 

 

Namaza Trail: 6 Kilometer, 3-4 Stunden, kein befestigter Weg, Highlights: Kattas, Blue Pool, Black Pool, Wasserfall Cascade de Nymphes 


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Wanderung zum Naturpool Piscine Naturelle

Die kürzeste Wanderroute im Isalo Nationalpark in Madagaskar ist die zum Piscine Naturelle. Der Name ist insofern irritierend, als dass man auch auf der Namaza Wanderung mehrere natürliche Pools erkunden kann, wie du eben schon gelesen hast. 

 

Ausgangspunkt für die Wanderung zu Piscine Naturelle ist ein weiterer Parkplatz südwestlich von Ranohira. Auch hier empfiehlt es sich, mit dem Auto vorzufahren und die Strecke nicht von Ranohira aus oder von der eigenen Unterkunft aus zu gehen - vom Ticket-Office in Ranohira zum Ausgangspunkt der Wanderung sind es etwa drei Kilometer. 

 

Ich wollte unbedingt diese Wanderung machen und es war auch die erste, die wir unternommen haben. Und es war wundervoll als Einstieg, wenngleich die Tour auch sehr anstrengend war. Die Wanderung lässt sich leicht unterschätzen, weil es nur drei Kilometer sind - allerdings führen die durch offenes Gelände, in der Wüste. Die Sonne scheint erbarmungslos und es war bisweilen echt grenzwertig. 

 

Die Wanderung zum Piscine Naturelle hat den selben Hin- wie Rückweg. Wendepunkt ist besagter Naturpool, der dem Weg den Namen gab. Es gibt ein paar steilere Stellen, beispielsweise am Anfang, aber weitestgehend ist die Wanderung recht einfach. Der Weg ist geprägt von einer absolut faszinierenden Landschaft. Man kann kilometerweit schauen und sieht nur Felsformationen und in der Ferne auch mal eine kleine Siedlung oder landwirtschaftlich genutzte Felder. Es ist total beeindruckend. Ich kam mir so klein vor und gleichzeitig wie jemand, der vom Dach Madagaskars herunterguckt. Es ist schon erstaunlich, wie vielfältig eine solch karge Wüstenlandschaft sein kann.

Nach rund anderthalb Kilometern wird es deutlich grüner und man kann schon von weitem üppigere Vegetation sehen. Dort ist dann auch das Ziel des Weges. Zunächst haben wir den Naturpool von oben gesehen- dort, wo ein kleiner Wasserfall hinabfällt und den Naturpool speist. Unser Guide hat sich auch direkt mit frischem Wasser aus der Quelle eingedeckt und seine Flasche aufgefüllt. 

 

Von oben gibt es einen kleinen steileren Pfad nach unten, über Steine und durch Gestrüpp. Unten steht man erst einmal in dem kleinen Bach, der vom Wasserfall über das Piscine Naturelle weiter fließt. Da ich zur Trockenzeit da war, war es eher ein kleines Rinnsal - dennoch super schön, wie grün es auf einmal war. Und: Ich stand mitten im Canyon, an beiden Seiten ragten hohe Felswände empor. 

 

Unten habe ich mich zunächst links gehalten, um mich hinter einigen Pflanzen umzuziehen - Badeanzug an! Nach rechts geht es zum Naturpool. Und diese Oase ist einfach der Wahnsinn. Das Becken ist recht großzügig, das Wasser zwar kalt, aber nicht eisig, und die Kulisse einfach magisch. Am Ende des Pools gibt es einige Felsvorsprünge und natürliche Bänke und Kuhlen, die als Ablage genutzt werden - eine andere Gruppe, die nach uns kam, hat dort auch Lunchpause gemacht.

Ich habe ziemlich viel Zeit im Piscine Naturelle verbracht, es war einfach wunderschön. Vom Wasserfall habe ich dann auch gekostet - die Wanderung war zwar kurz, aber durch die Hitze bei mehr als 38 Grad und die direkte Sonneneinstrahlung war ich super durstig. Es waren zwar auch ein paar andere Touristinnen und Touristen hier, es hat sich aber sehr gut verteilt. Ich kann mich nicht erinnern, dass mal mehr als fünf Personen gleichzeitig im Wasser waren. 

 

Wer nur den Piscine Naturelle Trail gehen will, geht nun auf dem gleichen Weg wieder zurück. Den Pfad mit den Steinen hoch und den Weg weiter bis zum Parkplatz. Doch die Wanderung zum Piscine Naturelle lässt sich wunderbar mit der Wanderung Crest Circuit verbinden, da der Loop von dem Trail abgeht und dort auch wieder endet. 

 

Piscine Naturelle Trail: 3 Kilometer, 1,5 Stunden, teils befestigter Weg, Highlights: Piscine Naturelle 


Wanderung auf dem Crest Circuit (Circuit Crête)

Der Crest Circuit war angekündigt als Wanderweg für jene, die gerne Aussichten und Landschaften genießen und das klang doch ganz nach meinem Geschmack. 

 

Bei dem Wanderweg handelt es sich um einen Loop, der sich wunderbar mit der Wanderung zum Piscine Naturelle kombinieren lässt. Rund 800 Meter vor dem Parkplatz, vom Naturpool kommend, zweigt ein Weg ab zum Crest Circuit. Hier beginnt die Extra-Runde. 

 

Wer nicht kombinieren will, muss trotzdem rund 500 oder 800 Meter vom Parkplatz dem Piscine Naturelle Trail folgen. Statt geradeaus weiter zum Naturpool zweigt der Crest Circuit dann rechts ab. Wer die erste Abzweigung nimmt, geht den Crest Circuit in entgegengesetzter Richtung zum hier beschriebenen Weg (und kommt bei der Abzweigung 800 Meter vom Parkplatz entfernt heraus - der gleiche Weg führt wieder zurück).  

 

Wir fanden hinter der Abzweigung direkt einen Baum und haben im Schatten unseren mitgebrachten Lunch gegessen - in Begleitung eines Skorpions, mehrerer Echsen und einiger Stabheuschrecken (die kann man kaum erkennen, weil sie einfach genau wie die trockenen Äste aussehen!). 

Dann ging die Tour weiter, erst eine gute Weile querfeldein. Die Landschaft war zunächst recht karg und unterschied sich nicht stark von dem, was ich zuvor schon gesehen hatte - allerdings weit weniger spektakulär. Es war auch wahnsinnig anstrengend, weil nirgendwo auch nur ein bisschen Schatten war. Aber ich wurde für die Mühe belohnt - der Reiseführer hatte nicht gelogen: Die Aussichten waren fantastisch! 

 

Mehrere Aussichtspunkte haben wir angesteuert und jeder bot eine neue atemberaubende Perspektive. Einmal über den Isalo Nationalpark und seine Felsformationen, dann wieder Richtung Ranohira und Tal, aber auch in den Namaza Canyon hinunter. Wir spazierten am Rande des Canyons und der Felswände und konnten teils in beide Richtungen Dutzende Meter in die Tiefe blicken. 

 

Gegen Ende erfolgte noch ein kleiner Abstieg und es ging wieder mehr oder minder querfeldein, vorbei an einer historischen Grabstätte, bis der Crest Circuit endet und wieder auf den Piscine Naturelle Trail führt. Von hier aus waren es noch gut 500 Meter zurück zum Parkplatz - hier ging es zum Glück weitestgehend bergab und unter Büschen und Bäumen hindurch, sodass wir endlich etwas Schatten bekamen. 

Allerdings muss ich gestehen, dass ich die Sonne und die Hitze unterschätzt habe. Wir hatten rund drei Liter Wasser für zwei Personen dabei - auch der Guide meinte vorab, dass das für die Tour reicht. Allerdings trinke ich echt viel und schon knapp zwei Kilometer vor Ende wurde das Wasser echt knapp, 500 Meter weiter ging es uns aus. Ich konnte den Weg am Ende kaum noch genießen, weil mir einfach nur heiß und schlecht war, auch Kopfschmerzen bahnten sich an. Ich hatte einfach unfassbar Durst. Dazu kommt, dass es bei den Aussichtspunkten, wo man logischerweise etwas länger steht, keinerlei Schatten gibt - man ist also immer der Sonne ausgesetzt. Daher mein Tipp: Unbedingt genug Wasser einpacken! 

 

Trotzdem hat sich auch für mich der kleine Umweg mit dem Crest Circuit ausgezahlt - die Ausblicke waren großartig und die hatten wir so auch nicht. Ich würde aber definitiv dazu raten, die Tour mit dem Piscine Naturelle Trail zu verbinden, um noch ein weiteres Highlight zu haben.

 

Crest Circuit: 5 Kilometer, 2,5 Stunden, Highlights: Aussicht u.a. in den Namaza Canyon und über den Isalo Nationalpark


Canyon des Makis, Canyon des Rats und die Grand Tour

Die drei genannten Wanderungen sind die beliebtesten, doch eine weitere Tour gehört für viele ebenfalls dazu: der Canyons Trail, der Canyon des Makis und Canyon des Rats verbindet.

 

Der Trail ist zwei Kilometer lang und bietet Aussichten in die Canyons hinein. Vor allem im Canyon des Makis gibt es auch gute Chancen, Lemuren zu sehen.

 

Allerdings ist der Ausgangspunkt für die Wanderung 17 Kilometer von Ranohira entfernt. Das war auch der Grund, warum wir die Wanderung nicht mehr gemacht haben. Wir wollten ursprünglich nach dem Namaza Trail noch dorthin, aber so verschwitzt und k.o. hatten wir keine Lust, so lange im Auto zu sitzen. 17 Kilometer mag nicht viel klingen - allerdings ist nur ein Teil asphaltierte Straße, weshalb eine Strecke rund 45 Minuten dauert. 

 

Canyons Trail: 2 Kilometer, 2,5 Stunden, Highlights: Aussicht und Lemuren

 

Für Sportliche ist hingegen die Grand Tour. Die führt auf 80 Kilometern durch den Isalo Nationalpark. Es ist die einzie wirkliche Möglichkeit, in den Park vorzudringen und auch den Norden kennenzulernen, bei allen anderen Touren kratzt man am äußeren Rande des Nationalparks.

 

Die Wanderung auf der Grand Tour dauert etwa sechs bis sieben Tage, je nach Fitness-Level. Die Ausrüstung mit Zelt muss selbst getragen werden. Es gibt keine Einkehrmöglichkeiten, also auch Proviant und Wasser für die gesamte Tour muss mitgenommen werden. Es gibt ausgewiesene Camping Sites, auf denen das Zelten erlaubt ist. Da die Tour nur mit Guide zu machen ist, ist es auch kein Problem, den Weg und die Zeltplätze zu finden. 

 

Dafür warten einige Highlights, die sonst kaum jemand zu Gesicht bekommt, etwa eine Höhle und eine Portugiesische Grotte, die wundervolle Fotomotive abgeben sollen.

 

Grand Tour: 80 Kilometer, fünf bis sechs Tage, Highlights: Aussichten, unbekannte Ecken, Wassserfälle und Höhlen


Unterkommen im Isalo Nationalpark in Madagaskar

Im Isalo Nationalpark selbst gibt es nur Zeltplätze und keine festen Unterkünfte. Auch die Infrastruktur an den Campingplätzen wird immer wieder abgebaut, wenn niemand da ist. Da man immer mit lokalem Guide unterwegs ist, kann es allerdings nicht passieren, dass man zelten will und kein Staff da ist. 

 

Die allermeisten Reisenden, die den Isalo Nationalpark besuchen, nächtigen in Ranohira oder in umliegenden Lodges am Rande des Nationalparks. Am nächsten sind die Isalo Ranch sowie die Isalo Eco Lodge, die zwischen Ranohira und Isalo Nationalpark liegen. 

 

Sehr empfohlen werden drei Unterkünfte, die alle drei hochpreisiger sind - jedoch für deutsche Verhältnisse immer noch günstig und ein super Preis-Leistungs-Verhältnis haben: Isalo Rock Lodge, Jardin du Roy und Le Relais de la Reine. Alle drei sind Lodges, deren Bungalows quasi direkt an den Felsen stehen - so wohnt man herrlich eingebettet. 

 

Wir haben uns für Jardin du Roy entschieden und ich habe mich sofort in diese Unterkunft verliebt. So liebevoll und detailreich eingerichtet, das Essen war sehr lecker und der Pool großzügig und mit einem absolut krassen Ausblick. Jardin du Roy und Le Relais de la Reine sind über einen kleinen Wanderweg miteinander verbunden, sodass man auch dort Bar, Pool und Restaurant nutzen kann. Dazwischen liegt ein Pferdestall - dort kann man Ausritte buchen. 


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Kommentare: 3
  • #1

    Jana (Donnerstag, 29 Dezember 2022 19:39)

    Nachdem ich die Lemuren im Beitrag entdeckt hatte, habe ich auch noch auf ein Bild von Alex, Marty, Melman und Gloria gewartet! Nein Spaß beiseite! Bei Madagaskar denke ich als allererstes immer an den Film, aber in dem kam dieses tolle Postkartenmotiv definitiv nicht vor! Sieht das toll aus mit der Sonne! Und wo wir gerade bei Sonne sind! Ich hätte wohl den schattigen Weg gewählt und ob mein Magen das Wasser vom Wasserfall gut vertragen würde, probiere ich lieber nicht aus :)

    Sieht nach einer unvergesslichen Reise aus, schön, dass du die Eindrücke mit uns teilst!
    Liebe Grüße
    Jana

    PS: Komm gut ins neue Jahr, falls wir uns vorher nicht nochmal lesen!

  • #2

    Sandra Joana M. (Donnerstag, 29 Dezember 2022 20:56)

    Guten Abend .
    Was für ein toller und interessanter Beitrag. Auch die Bilder sind absolut umwerfend und die Lemuren megasüß. Da mag man sich gleich eines schnappen und kuscheln.

    Ich bin über folgenden Satz gestolpert: „Hier finden auch Lemuren, Chamäleons und andere Tiere und Pflanzen Nahrung.“ Chamäleons! Wie cool ist das denn? Habe mal ein Referat über die Tierart gehalten. Im Auto hätte ich die aber auch ungern gehabt, muss ich zugeben.� Und das letzte Bild ist unheimlich wundervoll. Ein Himmelbett und dann die Beleichtung. So, so schön.

    Danke für diesen wundervollen Einblick!

    Liebe Grüße,
    Sandra Joana

  • #3

    Mo (Dienstag, 03 Januar 2023 21:20)

    Liebe Miriam,

    Madagaska kenne ich tatsächlich nur aus dem Fernsehen. Ich wusste gar nicht wie schön es da sein kann, aber eben auch wie viel Leid und Armut dort herrscht. Warum werden die Mietwagen überwiegend nur mit Fahrer vermietet? Stelle ich mir ein wenig anstrengend vor, den die ganze Zeit dabeizuhaben. Kann aber auch Vorteile haben. Und ganz ehrlich, einem Skorpion möchte ich nicht über den Weg laufen.

    Toller und interessanter Beitrag.

    Liebe Grüße
    Mo