Roadtrip: 3. Stopp Kiel

Was macht man als Student, wenn man wenig Geld hat, um zu verreisen? Und nach dem Praktikum in Flensburg noch rund drei Wochen bis zum Semesterbeginn in Passau hat? Richtig, man nutzt die Autofahrt, die man ohnehin machen müsste und quartiert sich bei Freunden unterwegs ein. Mehr als 1500 Kilometer waren es am Ende.

 

Mit meinem kleinen roten Polo machte ich mich 2008 auf den Weg. Ich hielt dort an, wo ich Freunde und Bekannte hatte. Über Flensburg mit einem Abstecher nach Glücksburg ging es nach Kiel, über den Nord-Ostsee-Kanal nach Heide mit einem Ausflug nach Büsum an die Nordsee. In Hamburg und Oldenburg besuchte ich Leute, es gab einen Tagesausflug nach Bremen. Über einen Stopp in Hannover bin ich in Kassel gelandet, wo wir Ausflüge nach Bad Sooden-Allendorf, Hessisch Lichtenau, auf den Hohen Meißner und nach Melsungen machten.

 

In diesem Teli sind wir in Kiel. Die anderen Teile finden ihr am Textende.


Kiel ist eine meiner Lieblingsstädte und jahrelang kam ich hierher, um im Juni die Kieler Woche zu feiern. Vielleicht liegt meine emotionale Verbundenheit daran, dass ich schon seit Kindertagen Fan des Handballvereins THW Kiel bin, vielleicht fasziniert mich aber auch einfach das viele Wasser um Kiel herum.

 

An der Kiellinie, dem Ufer der Kieler Förde, lässt es sich hervorragend entlang spazieren. Wer auf der Seite der Innenstadt unterwegs stadtauswärts ist, kommt auf jeden Fall am Becken des Geomar vorbei, wo einige Robben schwimmen.

 

Schön ist ein Gang über die Kieler Förde auf der Hörnbrücke, einer Fußgänger- und Radfahrer-Zugbrücke. Über die Hörnbrücke kommt man auf die Seite der Förde, auf der die Kreuzfahrtschiffe von Color Line, Stena Line und Co Richtung Norwegen und Schweden ablegen.

 

Schon beim Gang an der Kiellinie sieht man, dass Kiel auch grün sein kann. Es geht nämlich vorbei am Kieler Schloss mit dem Schlossgarten.

 

Generell erstreckt sich westlich der Förde zwischen Hauptbahnhof und Geomar die Alt- und Innenstadt Kiels. Dazu gehört nicht nur das Schloss, sondern auch die Nikolai-Kirche und das Stadtmuseum.

 

Die Haupteinkaufsstraße ist die Holstenstraße, auch rund um Berliner Platz, Altem Markt und Eggerstedtstraße gibt es Geschäfte und Cafés. Einen kleinen Stopp kann man am schicken Bootshafen einlegen, der am Berliner Platz liegt. Kommt die Sonne raus, kann man hier wunderbar chillen.

 

Auf der anderen Seite der Altstadt wartet schon wieder Wasser. Hier liegt der Hiroshimapark mit dem See Kleiner Kiel, darum liegen Rathaus und Opernhaus. Dahinter liegt das Schifffahrtsmuseum und für Sportfans wichtig: die Sparkassen-Arena. Wer sich abends in Kiel aufhält, ist auf der Bergstraße gut aufgehoben. Hier gibt es zahlreiche Bars, Kneipen und Discos, Kult ist das Tucholsky.

 

Lohnenswert ist auch ein Spaziergang durch das Marineviertel zwischen Westring und Kleiststraße, das sogar eine eigene Homepage hat. In den 20er Jahren wurde es für Marine-Angehörige erbaut, heute ist es ein Szene-Viertel.

 

Wer hier vorbei kommt, macht auch einen Abstecher zum Wasserturm in der Niebuhrstraße gleich nebenan. Ganz in der Nähe liegen auch das Holsten-Stadion von Holstein Kiel und der Botanische Garten.

 

Da Kiel an der Ostsee liegt, gibt es natürlich auch einige Strände. Zu den beliebtesten zählen Schilksee, Falckenstein und Friedrichsort. Alle drei sind über den Landweg erreichbar, aber vom Hafen in der Innenstadt aus fährt auch die Pendlerfähre F1.

 

Auf jeden Fall lohnt eine Fahrt damit, um die Förde noch einmal aus einem neuen Blickwinkel zu erleben. In Schilksee selbst dreht sich noch vieles um die Olympischen Spiele. Denn obwohl München weit weg liegt, wurden die Segelwettkämpfe 1972 in Schilksee ausgetragen.

 

Und wer seinen Besuch gut terminieren kann, wählt am besten die Zeit zur Kieler Woche, wenn in der gesamten Stadt gefeiert wird, vor allem an der Kiellinie. Wassersportwettbewerbe werden in der Förde und in Schilksee ausgetragen und am Samstag kommt die große Windjammerparade ins Hafenbecken.




Weitere Stopps