Iraklio: Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt von Kreta

Viele Urlauber und Reisende auf Kreta lassen die Hauptstadt der Insel, Iraklio, auch Iraklion oder Heraklion genannt, bei ihrer Reise aus. Auch wenn Iraklio nicht ganz so schön ist wie Chania oder Rethymno, hat die Hauptstadt von Kreta viel zu bieten. Schon allein auf der großen Hafenfestung Koules können Touristen allerlei erleben und einige Stunden verbringen - bei einer tollen Aussicht und einigen Relikten aus vergangenen Tagen. Wer es entspannter haben will, besucht einen der zahlreichen Strände der kretischen Hauptstadt. Einen Stadtbummel sollten Reisende aber auch nicht auslassen - zwischen imposanten Gebäuden in der Altstadt von Iraklio kannst du dir ein Hexen-Eis schmecken lassen.


Iraklio - die Hauptstadt von Kreta

Die meisten Reisenden, die nach Kreta kommen, betreten die Insel zum ersten Mal in Iraklio. Dort gibt es nämlich einen der beiden internationalen Flughafen von Kreta (der zweite ist Chania im Westen der Insel). Am kleinen, eher chaotisch organisierten Flughafen werden die Mietwagen abgeholt und die ersten und letzten Sonnenstrahlen getankt.

 

Iraklio, einst auch Iraklion genannt (selbst verwendete Schreibweise ist übrigens Heraklion), hat 173,450 Einwohner und ist damit die mit Abstand größte Stadt auf Kreta, vor Chania und Rethymno. 

 

Viele Touristen verlassen Iraklio direkt nach der Landung in Richtung ihres eigentlichen Ferienortes, was ein wenig schade ist, weil die Stadt wirklich ganz hübsch ist und wer ein paar Stunden Zeit hat, sollte sich einen Stadtbummel nicht entgehen lassen. Durch das breite Angebot in Iraklio ist es aber durchaus auch möglich, einige Tage in der Hauptstadt von Kreta zu verbringen. 

 

Ich war bei meinem ersten Urlaub auf Kreta anderthalb Tage in Iraklio, allerdings nicht ganz geplant. Wir fuhren am Tag vor unserer Rückreise schon morgens Richtung Iraklio, weil wir uns gerne Knossos anschauen wollten. Da es ein unglaublich heißer Tag war, sind wir nach Knossos direkt an den Strand - unser Hotel lag auch etwas außerhalb des Stadtzentrums von Iraklio. Eigentlich sollten wir am nächsten Morgen nach Hannover zurück fliegen, aber der Flug wurde um rund acht Stunden verschoben. Da der Flughafen nur rund zehn Fahrminuten von der Innenstadt entfernt ist, haben wir die Zeit sinnvoll genutzt und haben uns mit einem Taxi für rund 15 Euro ins Zentrum bringen lassen. 


Wahrzeichen von Iraklio: Die Hafenfestung Koules

Die Hafenfestung Koules ist das Wahrzeichen von Iraklio auf Kreta. Es war an besagtem Tag der Flugverspätung auch unser erstes Ziel - und was soll ich sagen, ein Ausflug dorthin lohnt sich auf jeden Fall.

 

Ich hatte im Reiseführer einiges darüber gelesen und wir hatten uns auch direkt an die Festung fahren lassen. Der Eintritt ist mit 2 Euro nicht teuer (ermäßigt 1 Euro) und ihr solltet für den Besuch rund eine Stunde einberechnen. 

 

Am besten fangt ihr schon draußen mit dem Sightseeing in Iraklio an. Die Festung findet sich am alten venezianischen Hafen (es gibt noch einen zweiten neueren Hafen, dort legen auch die Kreuzfahrtschiffe an) und einige Teile sind noch gut erhalten. Darunter etwa historische Torbögen, die du unter Venetian Dockyards Heraklion auf der Karte findest, in Eigenschreibweise Neória Vechi. Ein kleiner Spaziergang am antiken Hafen lohnt sich auf jeden Fall, du kannst auch ein Stück an der noch erhaltenen 5,5 Kilometer langen Stadtmauer entlang gehen. Immer wieder sieht man noch Überreste vorgelagerter Bastionen oder Wallgräben.

Kommen wir aber zum eigentlichen Besuch. Die venezianische Festung Koules, auch Castello de Molo genannt, wurde 1523 bis 1540 unter dem Namen "Roca al Mare" gebaut und hat sowohl Iraklio als auch Kreta sehr lange vor feindlichen Übergriffen geschützt. Schon im 9. oder 10. Jahrhundert sollen Araber hier die erste Festung gebaut haben, davon zeugte ein erhaltener byzantinischer Turm. 

 

Um zur Festung zu kommen, musst du rund 350 Meter lang die Mole entlang gehen (du kannst auch noch weiter gehen, noch zwei Kilometer hinter der Festung findet sich ein Leuchtturm). 

 

Von den Festungsmauern aus hat man eine tolle Sicht - einerseits ins Stadtzentrum, andererseits auf den Hafen - und natürlich auf das Meer hinaus. Bei Sonnenschein schimmert das Wasser hier herrlich türkis. 

 

In der Festung selbst können Besucher 26 Räume besichtigen, darunter etwa das Gefängnis, die Unterkünfte der Soldaten sowie ein Raum, in dem Munition und Bomben gelagert werden. Ausschau halten solltest du auch im Außenbereich, denn die Festung wird auf mehreren Seiten von Marmorreliefs des Markuslöwen verziert, dem Wahrzeichen Venedigs. 

 

 


Iraklio auf Kreta: Spaziergang durch die Innenstadt

Iraklio eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug, in der Stadt lässt es sich gemütlich schlendern und ein paar Sehenswürdigkeiten sind über das Stadtzentrum verteilt. Nebst der Festung Koules hat es mir vor allem die Innenstadt angetan. 

 

Für einen Spaziergang eignet sich die 25th August Avenue, die in das Herz der Altstadt führt - und die Festung Koules mit dem berühmten Löwenbrunnen Morosinibrunnen verbindet. Der Morisinibrunnen, im Original Kríni Morosíni genannt, wurde 1628 erbaut und ist mit dem umgebenen Platz Platia Venizelou das Herz der Altstadt. Rund herum finden sich zahlreiche Cafés und Shops und die Atmosphäre ist eine ganz besondere, wie ich finde. 

 

 Wer gen Norden und damit gen Hafen geht, kommt als nächstes an der venezianischen Loggia Enetikí vorbei. Hierbei handelt es sich um eine erstaunlich gut erhaltene Loggia, die 1628 im Stil der italienischen Renaissance erbaut wurde und einst Zentrum des gesellschaftlichen Lebens war. Heute dient die Enetikí Loggia als Rathaus und man kann das Gebäude auch von innen bestaunen, der Eintritt ist frei. 

 

Nur wenige Meter weiter findet sich eine weitere Sehenswürdigkeit von Iraklio: Die Kirche Agios Titos. Die Geschichte des Gotteshauses ist absolut beeindruckend. Schon im Jahr 962 soll an der Stelle eine Kirche errichtet worden sein, sie diente als römisch-katholische Kirche, die aber 1544 niederbrannte. Nur der in Gold gefasste Schädel des Heiligen Titos hat das Feuer unbeschadet überstanden. Die heutige freistehende Kirche auf der Platia Agiou Titou wurde sodann 1669, also in der Zeit des Osmanischen Reiches auf Kreta, als Moschee errichtet - bis sie 1854 bei einem Erdbeben weitestgehend zerstört wurde. Wieder aufgebaut wurde sie wieder als Moschee, und schließlich - erst im 1925 - als Kirche geweiht. Heute ist sie ein orthodoxes Gotteshaus und darf auch besichtigt werden. 

 

Einen Stopp solltet ihr unbedingt einplanen. Ebenfalls an der 25th August Avenue liegt nämlich dieser Shop, der alle Süßigkeiten-Freunde und Märchenfans verzaubern wird: Schon von weitem kommen einem immer wieder Menschen mit lustigen Eistüten und Süßigkeiten entgegen und Musik und eine einzigartige Dekoration weisen dann den Weg, zu "Hans & Gretel" in der Fußgängerzone. Ihr könnt den Laden aufgrund der Optik und der Menschen mit den bunten Tüten gar nicht verpassen! 

 

Bei "Hans & Gretel" handelt es sich um einen Süßigkeiten-Laden, der magisch daherkommt. Dekoriert ist mit Hexen, Besen und allerlei Fabelwesen. Dazu gibt es mystische Musik und bunten Süßkram.

 

Das Eis ist zwar nicht ganz günstig, dafür aber umso leckerer und wer Märchen liebt, wird sich sowieso sofort in den Laden verlieben. Ein kurzer Ausflug in die Kindheit, mitten in Heraklion und der Sommer wird noch schöner.


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Shoppen in Kretas Hauptstadt Iraklio

Ohnehin hat mir die Fußgängerzone sehr gut gefallen. Hier gab es neben den üblichen Läden, die sich in jeder europäischen Stadt finden lassen, auch wirklich tolle kleine Läden. Etwa Naturläden mit Seife und Co, Geschäfte, die sich auf Kräuter spezialisiert haben, oder Bäckereien mit tollen und ausgefallenen Kreationen.

 

Doch zum wirklichen Shoppen eignet sich eine andere Ecke noch viel mehr. Von Norden aus kommend hinter dem Morosinibrunnen beginnt die Fußgängerzone Odos 1866. Und hier ist allerlei los - denn die gesamte Straße besteht aus einem Markt! Dicht an dicht stehen hier Gewürzhändler, Kleidungsshops oder auch Souvenirläden - und dazwischen drängen sich Touristen und es riecht nach allerlei Früchten, Fisch und was hier sonst noch so an frischen Lebensmitteln verkauft wird. 

 

Auch die Einheimischen kaufen hier auf dem Markt ein, es ist also nicht nur ein Touristending. So finden sich in den bisweilen engen Läden auch allerlei Gebrauchsgegenstände. Wir haben uns in der Odeo 1866 mit Souvenirs wie Raki und Olivenseife eingedeckt.

 

Ihr solltet mit dem Blick aber nicht nur in der Odon 1866 bleiben, denn auch in den Seitengässchen finden sich einige süße und kleine Läden - zudem auch Cafés, die man auf der Hauptstraße des zentralen Marktes eher nicht findet. 


Iraklio: Das Archäologische Museum von Kreta

Wusstest du, dass es auf Kreta das die zweitwichtigste Antikensammlung in Griechenland nach der im Nationalmuseum von Athen gibt? Nun - dem ist so. Die Antikensammlung findet sich im Archäologischen Museum in Kretas Hauptstadt Iraklio und dessen zwei Etagen sind seit 2014 wieder öffentlich zugänglich, zuvor war das Museum wegen Renovierungsarbeiten fast sieben Jahre lang geschlossen. 

 

Bis vor wenigen Jahren war das Archäologische Museum Iraklio das einzige auf Kreta und deshalb sind auch alle archäologischen Funde von den Ausgrabungsstätten hier gelandet, etwa aus Knossos, Kato Zakros oder Phaistos oder Gournia, darunter der berühmte Diskos von Phaistos oder die Schlangengöttin. Inzwischen gibt es auch in anderen Stätten auf Kreta archäologische Museen oder Sammlungen, etwa in Chania oder Agios Nikolaos und seither werden nicht mehr alle Fundstücke nach Iraklio gebracht.

 

Das Archäologische Museum in Iraklio hat im Sommer von 8 bis 20 Uhr und im Winter von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Die Eintrittspreise orientieren sich ebenfalls an der Saison: Zur Hauptsaison von April bis Oktober kostet der Eintritt 12 Euro für Erwachsene, in den Wintermonaten nur 6 Euro. Es gibt ein Kombi-Ticket mit Knossos - für 20 Euro ist der jeweils einmalige Eintritt nach Knossos und in das Archäologische Museum abgedeckt, die Besuche müssen innerhalb von drei Tagen erfolgen. Informationen zu gesonderten Öffnungszeiten (etwa dienstags) und eintrittsfreien Tagen online

 


Iraklio auf Kreta: Die Strände der Hauptstadt

Bei unserem Besuch in Kretas Hauptstadt Iraklio haben wir uns für ein Hotel in Strandnähe entschieden, damit wir am Nachmittag, nach dem Besuch von Knossos, noch ein wenig chillen können. Wir haben uns die Anemos Suites ausgesucht - was leider deutlich mehr Kinder- und Familienhotel mit riesigem Spielplatz war, als das, was wir aufgrund der Bilder erwartet hatten. Der Strand war fußläufig erreichbar.

 

Der Amnissos Beach ist ein kleiner Partyort. In den Beachbars war es enorm voll, die Musik war laut aufgedreht und überall tranken Menschen Cocktails, feierten, tanzen und spielten Beachvolleyball. Der Strand war auch etwas verdreckt und eine Möglichkeit auf Schatten gab es für uns nicht - die Beachbars hatten keine Liegen mehr frei und Bäume und ähnliches sucht man hier vergeblich.

 

Wer also hauptsächlich Strandurlaub in Kreta sucht, sollte nicht unbedingt direkt in Iraklio unterkommen, sondern einen der Orte aufsuchen, an dem es die deutlich schöneren (und entspannteren) Strände gibt.


Iraklio: Kretas wichtigste Ausgrabungsstätte Knossos

Knossos ist die bedeutendste Ruinenstadt auf Kreta, allerdings auch nicht vergleichbar mit anderen weltberühmten Stätten. Dennoch ist Knossos die wahrscheinlich größte Sehenswürdigkeit auf Kreta.

 

Der Eintritt für Knossos ist mit 15 Euro für Erwachsene sehr teuer (Studenten aus der EU zahlen nichts), am Eingang gibt es einen Flyer, der zwei Rundgänge vorschlägt: 20 oder 40 Minuten. Ich fand die Zeit etwas knapp bemessen, vor allem bei dem Eintrittspreis, ich habe rund 90 Minuten in Knossos verbracht.

 

Knossos ist ein antiker Ort, schon im 7. Jahrhundert vor Christus sollen hier Menschen gelebt haben. Die Hochzeit hatte der Ort wohl rund 2000 Jahre vor Christus, als auch der Palast von Knossos errichtet wurde. Der wurde allerdings erst durch ein Erdbeben zerstört - und der wieder aufgebaute Teil dann durch ein Feuer.

 

Zu sehen gibt es auf dem nicht sehr großen Gelände vor allem Rekonstruktionen. Knossos wurde im 19. Jahrhundert wieder entdeckt, der britische Archäologe John Evans legte Teile der antiken Stadt frei - interpretierte allerdings auch einiges in das, was er da vorfand, hinein - was zur Verfälschung von Geschichte führte.


Warst du schon einmal auf Kreta? Hast du Iraklio besucht oder war es für dich nur Durchgangsstopp?

Du möchtest mir etwas zu dem Artikel sagen? Du hast eigene Gedanken und Anregungen, oder auch Kritik, die du einbringen möchtest? Ich freue mich über deinen Kommentar.


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Kommentare: 4
  • #1

    Anja (Mittwoch, 16 Dezember 2020 23:17)

    Liebe Miriam,
    das ist mal wieder ein sehr interessanter Beitrag - toll, dass du diesen einem Ort widmest, der sonst eher "Mittel zum Zweck" ist.
    Meist ist es ja eher nervig, wenn Flüge verschoben oder abgesagt werden. Wie schön, dass ihr aus diesem Umstand noch einen schönen Urlaubstag gewinnen konntet.
    Das Hexen-Eis in schwarzer Waffel würde mich auch interessieren.
    Lieben Gruß
    Anja

  • #2

    Claudia (Donnerstag, 17 Dezember 2020 13:46)

    Hallotschi, leider war ich noch nie in Kreta, somit auch nicht in Iraklio. Mir würde es sicher gefallen durch die Innenstadt zu spazieren. Auf deinen Bildern wirkt es nämlich sehr einladend. Vielleicht nächstes Jahr. Lg Claudia

  • #3

    Julia (Donnerstag, 17 Dezember 2020 17:08)

    Hallo Miriam
    leider war ich da noch nicht, aber nun weiß man das man dort unbedingt aber auch was bleiben sollte. Wegen den Sehenswürdigkeiten anschauen und Shoppen. Das mit Hensel & Gretel hört sich richtig gut an. Es scheint dort richtig gemütlich zu sein und nicht zu überladen.

    Liebe Grüße
    Julia

  • #4

    Jana (Donnerstag, 17 Dezember 2020 21:36)

    Der Name Iraklio war mir bis eben gar kein Begriff, ich glaube, ich kannte nur den alten Namen mit H vorne :) Aber egal, nach Kreta würde es mich definitiv auch ziehen. Mehr der Ausgrabungsstätten wegen, nicht wegen der Strände. Die antike Stadt würde ich mir auch gern mal anschauen!

    Liebe Grüße
    Jana