Knossos: Die wichtigste Ausgrabungsstätte auf Kreta

Knossos ist die bedeutendste Ruinenstadt und wichtigste archäologische Ausgrabungsstätte auf Kreta, allerdings auch nicht vergleichbar mit anderen weltberühmten Stätten wie Petra in Jordanien oder der Akropolis in Athen. Dennoch - auch wenn viel Historie zerstört wurde und der Eintritt teuer ist - wer auf Kreta Urlaub macht, sollte einen Besuch in Knossos, nur wenige Kilometer von der Hauptstadt der Insel, Iraklio oder Heraklion genannt, entfernt, einplanen. Der Minoische Palast ist weltberühmt, zudem erzählt der Ort viel über die Geschichte der Insel. Bereits im 7. Jahrtausend vor Christus soll es hier an der Ausgrabungsstätte von Knossos menschliche Siedlungen gegeben haben.


Historisches Knossos: Anreise, Preise und mehr

Knossos liegt ganz in der Nähe von Iraklio, der Hauptstadt von Kreta. Von der Innenstadt aus sind es rund sechs Kilometer nach Knossos.

 

Es gibt in der Nähe der Ausgrabungsstätte große Parkplätze, von dort aus sind es nur wenige Meter zu Fuß. Die Parkplätze sind ausgeschildert und liegen aus Iraklio kommend kurz vor Knossos selbst.

 

Auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man von Iraklio nach Knossos: Der Bus mit der Linie 2 fährt vom Busbahnhof Iraklio, Plattform A, bis zur Endhaltestelle Knossos, der Preis für eine einfache Fahrt liegt bei 1,50 Euro. Busfahrkarten gibt es hinter dem Gelände auf dem Busbahnhof am Fahrkartenschalter. Der Bus fährt je nach Wochentag und Tageszeit alle 12 bis 20 Minuten.

 

Geöffnet hat die Ausgrabungsstätte Knossos im Sommer von 8 bis 20 Uhr, im Winter bis 17 Uhr. Ihr solltet etwa zwei Stunden einplanen - ein Rundgang wird zwar mit 20 Minuten angegeben, ich habe allerdings 90 Minuten dort verbracht und nicht alles im Detail gesehen. Denkt vor allem im Sommer an genug Wasser - es kann enorm heiß werden und viel Schatten gibt es nicht.

 

Wir haben einige Touristen erlebt, die zum Ticketschalter am Eingang gingen - und wieder umgedreht sind. Denn dedr Eintritt ist mit 15 Euro für Erwachsene sehr teuer (Ermäßigt 8 Euro, Studenten aus der EU zahlen nichts). Online kann man inzwischen auch Tickets vorab kaufen, und damit bisweilen recht lange Warteschlangen umgehen - allerdings solltet ihr bei der Wahl gut aufpassen.

 

Die meisten Anbieter verkaufen deutlich teurere Karten und bieten dann etwa Führungen oder Audioguides an. Wer sich vorab online ein ganz normales Ticket kaufen möchte, sollte über die offizielle Website gehen. Wer sich für Archäologie interessiert, sollte übrigens über ein Kombiticket nachdenken: Knossos und Archäologisches Museum in Iraklio kosten zusammen nur 16 Euro Eintritt.

 

Bedenken sollten Familien mit Kleinkindern, dass das Gelände enorm unwegsam ist - es gibt viele Treppen und die Wege sind nicht gepflastert oder geteert. Mit einem Kinderwagen ist ein Besuch absolut nicht ratsam.


Rundgang in Knossos

Am Eingang gibt es einen Flyer, der zwei Rundgänge über das Gelände des wichtigsten minoischen Palastes der Insel vorschlägt: einen kurzen für 20 Minuten und einen langen für 40 Minuten. Ich fand die Zeit deutlich zu knapp bemessen, vor allem bei dem Eintrittspreis. Ich habe wie gesagt rund 90 Minuten in Knossos verbracht und mich dabei grob an dem längeren Rundgang orientiert, um mich nicht zu verlieren. Nach einer Weile hatte ich aber einen ganz guten Überblick. Auf der Seite "MeetCrete" kannst du dir vorab schon mal den Grundriss von Knossos anschauen.

 

Bei deinem Besuch solltest du auch bedenken, dass viele mit Tourguide unterwegs sind und die stoppen jeweils immer an den gleichen Stellen. Daher bin ich auch mal abseits des Rundgangs gegangen, um den Menschengruppen auszuweichen und kehrte dann später nochmal in Ruhe zu einer Ruine zurück.

 

Kommen wir zum Aufbau der Stadt: Knossos ist wie gesagt rund 8000 Jahre alt und war häufig besiedelt. Inmitten der Stadt, das, was heute als Kulturstätte bekannt ist, stand der minoische Palast, Sitz von König Minos. Von rund 2000 bis 1350 vor Christus war Knossos das wichtigste Gebiet auf Kreta - damals war die Insel unter minoischer Herrschaft. Die Anlage besteht in der Hauptsache aus dem minoischen Palast mit all seinen Nebengebäuden und Anlagen. Der Haupteingang liegt am Westhof.

 

Ich habe mich bei der Tour erst einmal Richtung Süden orientiert, wo sich etwa Prozessionskorridor und das Propylaeum befinden. Dann bin ich in den Innenhof abgebogen und von hier aus war dann nicht mehr viel mit der Orientierung an den Flyer-Rundgängen. Ich habe mich einfach da umgeschaut, wo gerade nicht so viel los war. Gen Westen liegen Lagerhäuser und Thronsaal und es sind noch einige Gemälde zu besichtigen.

 

Was am Innenhof nett ist, aber gleichzeitig eben auch dafür sorgt, dass man seinen Rundgang mal etwas aus den Augen verlieren kann, sind die vielen Treppen, Auf- und Abstiege. Ständig kann man noch irgendwo runter oder rauf und Einblicke bekommen.

 

Später erkundete ich noch den Ostteil, der in eher unwegsamem Gelände liegt und bei dem vorgeschlagenen kurzen Rundgang gänzlich fehlt. Hier sieht man beispielsweise Werkstätten und Relikte aus den Töpfereien. Wer sich gen Norden orientiert, findet das alte Zollamt und direkt daneben das imposante und gut erhaltene Nordtor (das Titelbild zu diesem Beitrag). Über das Theater, das westlich davon liegt, endet die Runde. Das hat mich vor allem nach den alten Theatern, die ich aus Jordanien oder Italien kenne, allerdings nicht mehr ganz so dolle fasziniert, muss ich gestehen.


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Minos Palast Knossos: Zur Geschichte des Ortes

Knossos ist ein antiker Ort, schon im 7. Jahrhundert vor Christus sollen hier Menschen gelebt haben. Die Hoch-Zeit hatte der Ort wohl rund 2000 Jahre vor Christus, als auch der Palast von Knossos errichtet wurde und drum herum Königreiche entstanden.

 

Der Palast wurde allerdings erst durch ein Erdbeben zerstört - und der wieder aufgebaute Teil dann durch ein Feuer. 

 

Rund 1000 Jahre später - rund 350 vor Christus, erholte sich die Stadt wieder davon und erste Menschen siedelten sich wieder an. Forscher sind sich uneinig darüber, wann wie viele Menschen in Knossos gelebt haben sollen. Bekannt ist, dass allein der Palast riesig war: 800 Räume wurden gefunden, man schätzt, dass es insgesamt 1300 gibt. Das Zentrum bildete der Thronsaal.

 

Zu sehen gibt es auf dem nicht sehr großen Gelände vor allem Rekonstruktionen. Knossos wurde im 19. Jahrhundert wieder entdeckt, der britische Archäologe John Evans legte Teile der antiken Stadt frei. 1878 wurden Teile der Anlage von einem kretischen Kaufmann und Amateur-Archäologen freigelegt, systematische Ausgrabungen fanden dann ab 1900 durch Evans statt.

 

Dessen Arbeit ist heute aber höchst umstritten - etwas, das man auch auf Führungen immer wieder hört: Evans hat bei der Rekonstruktion eher frei interpretiert und dabei auch nachweislich falsche Fährten gelegt. So wird ihm vorgeworfen, dass er die Bauten als zu sicher darstellt - dabei seien Funktion und Aussehen damals wichtiger gewesen. Historikern und Archäologen soll jedenfalls das Herz bluten, wenn sie sehen, was Evans während seiner 14-jährigen Arbeit angerichtet hat.


Historisches Knossos: Das gibt es zu sehen

Ein bisschen was von dem, was es zu sehen gibt, habe ich ja schon berichtet. Mich haben vor allem die vielen Fresken und Zeichnungen begeistert. Da ich von Archäologie und dieser Art von Geschichte wirklich wenig Ahnung habe, kann ich zur Bedeutung nicht viel sagen, sondern eher nach dem gehen, was mich beeindruckt hat oder mir ästhetisch gut gefallen hat.

 

Da wäre zum einen der Raum der Königin mit sehr vielen Wand-Verzierungen. Dort finden sich beispielsweise die Delfine, die ihr hier auf dem Bild seht. Generell waren die Gemächer der Königsfamilie auf der Ostseite untergebracht - von der Königin sind das Wohnzimmer sowie das Badezimmer erhalten. Allerdings gibt es unter Archäologen und Forschern durchaus Zweifel ob der Deutung dieser Räume - und generell der Palastanlage. So soll im angeblichen Badezimmer eine Wanne gefunden worden sein - allerdings ohne Abwassersystem. Andere Quellen sprechen von einem Wasserabfluss und auch einer Toilette mit Wasserspülung. Generell sind die Räume sehr faszinierend, weil reichlich verziert und geschmückt - zahlreiche Fresken auch von Tänzerinnen sind noch erhalten.

 

Über den Thronsaal habe ich oben schon etwas geschrieben, er liegt unweit der Gemächer der Königin und ist durch den Stein-Thron geprägt, den ihr auf dem Foto oben rechts seht. Er ist aus Alabaster-Stein gearbeitet und diente dem jeweiligen König der Minos als Thron. Gegenüber liegt das einstige Lustbecken. Das dazu gehörende Zimmer war ebenfalls sehr mit Fresken verziert.

 

Außerdem fand ich das Nordtor von Knossos sehr beeindruckend - auch wenn die enormen Farben nicht aus der Minos-Zeit stammen. Aber hier sind noch so viele Überreste sichtbar, dass sich ein Gesamtbild ergibt und ich mir das Leben in dem Palast gut vorstellen konnte. Die roten Säulen leuchten auch schon von der Ferne und sind aus verschiedenen Ecken des Palastes gut einsehbar. Steintreppen führen hinauf - an der Wand befindet sich noch ein Gemälde. Das Nordtor ist nebst dem Thronsaal sicherlich auch das beliebteste Fotomotiv von Knossos.


Besuch in Knossos auf Kreta: Mein Fazit

Ich tu mich ehrlich gesagt ein wenig schwer, diesem Ort gerecht zu werden. Die Ausgrabungen und der Erhalt dieser historischen Stätte sowie die Pflege sind sicherlich nicht günstig, deshalb halte ich die 15 Euro Eintritt eigentlich für angemessen. Da kenne ich aus anderen Gegenden ganz andere Preise für solche Orte. Aber ich kann auch verstehen, dass die klassischen Kreta-Urlauber und Familien da eher abgeschreckt sind.

 

Würde es mich noch einmal nach Kreta verschlagen, würde ich Knossos nicht noch einmal besuchen - die Stunden dort haben mir gereicht und es ist auch wahnsinnig touristisch. Allerdings ist es ein Ort, der für die Insel eine enorm große Bedeutung hat und viel zu erzählen hat - deshalb finde ich den Besuch doch wichtig, wenn man etwas mehr als Strandurlaub auf Kreta machen möchte.

 

Für mich als Laie war es etwas schwer nachzuvollziehen, wo nun "echte" Überreste zu sehen sind und wo man die Interpretationen von Evans findet. Das hätte ich allerdings wichtig zur Einordnung gefunden. Ich habe an vielen Stellen von ihm gelesen und der Name fiel um uns herum auch öfter (hin und wieder hört man ja mit einem Ohr bei den Führungen mit), aber so wirklich klar wurde mir nicht, wo sich seine Spuren finden und wo das ursprüngliche Knossos ist.

 

Dennoch: Schlussendlich würde ich den Ort empfehlen, mit etwas Zeit und vielleicht an den frühen Morgenstunden oder am Abend - wenn nicht ganz so viele Massen durch das Areal laufen.


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