Wer auf dem Inselarchipel der Komoren im Indischen Ozean Urlaub macht, wird die Hauptinsel Grande Comore ansteuern. Hier gibt es den einzigen internationalen Flughafen. Grande Comore ist weniger touristisch als das Naturparadises Mohéli, hat aber einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Im Norden warten zauberhafte weiße Sandstrände, gesäumt von Palmen. In der Komoren-Hauptstadt Moroni wird auf dem Volo-Volo-Markt gehandelt. Der Lac Niamamwi hält allerlei Mythen bereit. Es gibt Affenbrotbäume, die als Wasserspeicher oder Versteck dienen. Vom Vulkan Karthala aus lässt sich die gesamte Insel betrachten. Und in Iconi gibt es Überreste der Sultan-Zeit.
Grande Comore: Die Hauptinsel der Komoren
Die Komoren sind eine Inselgruppe im Indischen Ozean zwischen Mosambik und Madagaskar. Drei der Inseln sind bewohnt: das touristische Naturparadies Mohéli, die am dichtesten bewohnte Insel Anjouan sowie Grande Comore, die bei Einheimischen wie Reisenden beliebt ist. Historisch, kulturell und geografisch gehört auch Mayotte zu den Komoren. Als die Komoren unabhängig wurden, nutzte Frankreich allerdings einen Trick, um Mayotte unter seiner Verwaltung zu halten. Heute ist Mayotte EU-Mitglied.
Zurück zu den Komoren: Grande Comore ist die Hauptinsel der Komoren und alle Reisenden, die mit dem Flugzeug ankommen, landen auf Grande Comore. Es ist die einzige Insel mit einem internationalen Flughafen. Es gibt zwei Terminals - eines fällt fast auseinander, hat weder Geldautomat noch Gepäckband oder einen richtigen Check-In. Und dann gibt es noch das neue Terminal, in dem es manchmal einen funktionierenden Geldautomaten gibt.
345.000 Menschen leben auf Grande Comore, das in der Sprache der Einheimischen (Komorisch) auch Njazidja oder Ngazidja genannt wird. Die Menschen leben von der Fischerei, vom Handwerk und der Landwirtschaft, wie auf allen drei Komoren-Inseln. 60 Prozent der Komorerinnen und Komorer leben unterhalb der Armutsgrenze - das ist bisweilen sehr deutlich zu sehen, bisweilen aber auch nicht zu erahnen.
Man sieht es beispielsweise daran, dass überall enorm viel Müll rumliegt - selbst an touristischen Orten. Auf Mohéli war man vielerorts sehr engagiert, den Müll zu entfernen und auf Öko-Tourismus zu setzen. Auf Grande Comore war davon nicht viel zu spüren. Gebäude und Autos werden dem Verfall überlassen und Plastik, Klamotten und Co werden einfach am Straßenrand entsorgt.
Ich habe im Rahmen meiner Komoren-Reise vier Tage auf Grande Comore verbracht und muss gestehen, dass ich für die gemessen an der Größe lange Zeit dann doch recht wenig gesehen habe. Das liegt zum Einen daran, dass ich auch ein wenig bummeln und relaxen wollte. Zum Anderen liegt es daran, dass ich ein wenig arbeiten musste und zum Dritten daran, dass auf Grande Comore (wie auf den Komoren insgesamt) alles recht teuer ist.
Was erwartet Reisende auf den Komoren? Nun, es gibt einen guten Mix aus Natur mit alten Affenbrotbäumen und Vulkanen, schönen Stränden (und manche sind auch nicht ganz so vermüllt) und einheimischem Leben, das noch authentisch kennengelernt werden kann. Denn nur rund 20.000 Touristinnen und Touristen kommen jährlich auf die Komoren- so wenige wie fast nirgendwo sonst. Dadurch gibt es wenig Infrastruktur, aber authentische Erlebnisse.
Moroni: Die Hauptstadt der Komoren
Rund 20 Kilometer südlich des Flughafens, im Westen von Grande Comore und direkt am Indischen Ozean, liegt Moroni. Moroni ist mit rund 42.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die größte Stadt der Komoren und die Hauptstadt des Landes.
Wahnsinnig viel zu bieten hat Moroni für Reisende allerdings nicht, es macht nicht wirklich etwas, die Stadt nur als Ausgangspunkt zu nutzen und wenig Zeit in Moroni selbst zu verbringen.
Die Gegend rund um den Hafen wird gemeinhin als Sehenswürdigkeit genannt. Ob ich das so unterstreichen würde, weiß ich ja nicht. Ja, die kleinen Boote (und auch die größeren) sehen ganz nett aus, aber so wirklich zum Schlendern lädt das Gebiet nicht ein. Es gibt aber ein paar Verkaufsstände und vor allem ist die Badjanani Moschee nahezu direkt am Wasser gelegen.
Die Badjanani Moschee, auch Ancienne Mosquée de Vendredri genannt, ist die älteste und zentralste Moschee in Moroni. Schon 1427 soll sie erbaut worden sein. Touristinnen und Touristen, auch nicht muslimische, können die Moschee besichtigen, sollen allerdings lange Hosen oder Röcke tragen, Schultern und Arme bedenken und Frauen ein Kopftuch. Während der Gebetszeiten sind einige Bereiche der Moschee für nicht-muslimische Besuchende gesperrt.
Ein weiteres Highlight ist der Volo-Volo-Markt in der Nähe des Stadions. Hier gibt es von Obst über Elektrogeräte bis hin zu Kleidung alles zu kaufen, was man so braucht. Auch Souvenirs lassen sich hier kaufen. Im Gegensatz zu vielen anderen afrikanischen Städten mit Märkten soll der Volo-Volo-Markt weniger anstrengend sein, da er etwas kleiner und übersichtlicher ist und die Händlerinnen und Händler wohl nicht ganz so aufdringlich. Außerdem gibt es einige Streetfood-Stände, bei denen sich günstig frisch zubereitete lokale Speisen erwerben lassen. Ich wollte eigentlich zu dem Markt, war dann aber doch zu müde und habe bei den kleinen Ständen um die Ecke eingekauft.
Ansonsten lässt es sich in Moroni auch recht sicher (zumindest im Hellen) durch die Altstadt schlendern, nördlich der Altstadt finden sich einige Ministerien in recht neuen Gebäuden. Südlich findet sich hingegen der Palais du Peuple, der Sitz des komorischen Parlaments. Das Gebäude und auch sein Umbau vor wenigen Jahren (2021 wieder eröffnet) wurde von China finanziert.
Foto Credit Volo-Volo-Markt: David Stanley / Flickr
Salzsee, Mangroven, Felsen: Grande Comores Norden
"The Legend of the North", so hieß die Tour, die wir für unseren Aufenthalt auf Grande Comore gebucht hatten. Für 80 Euro pro Person ging es einen Tag lang zu den Highlights auf der Nordhälfte - leider ohne Bouni und Chomoni, wo ich zu gern die Strände gesehen hätte.
Abgeholt wurden wir am Flughafen und fuhren dann einige Kilometer gen Norden für den ersten Stopp in Domoni. Wir hielten zunächst an einem Baobab, beziehungsweise an einem "Zwillingsbaobab", denn aus dem Stamm wuchsen gleich zwei Bäume. An einem haben Einheimische eine Kletterhilfe in den Baum gegraben und er dient heute als Wasserspeicher. Da der Baum oben offen ist und innen hohl, sammelt sich Regenwasser dort und die Einheimischen können in der Trockenzeit das Wasser mit einem Eimer aus dem Baum holen - wie bei einem Brunnen - und zum Beispiel zum Waschen nutzen.
Nur wenige Meter weiter wartet ein großes Feld an Mangroven, die definitiv einen Besuch lohnen. Der Parkplatz ist allerdings wenig einladend, denn er ist eine riesige Müllkippe und Schrottplatz und auch die Mangroven selbst sind ziemlich zugemüllt (ich frage mich immer noch, wie ich das auf dem Foto so sauber und clean aussehen lassen konnte - es ist nicht bearbeitet). Im Hintergrund sieht man dafür die Vulkanebene, was auch spannend ist.
Via Mitsamiouli, wozu ich gleich noch komme, ging es zum Lac Niamawi, der auch nur Salt Lake genannt wird. Es gibt Sagen und Mythen rund um den See, weshalb er inzwischen nicht nur als heiliger Ort, sondern auch als magisch gilt: Angeblich kann man Steine nach unten werfen, aber sie kommen nie an und verschwinden einfach. Außerdem soll noch nie ein Mensch, der in den See ging, wieder aufgetaucht sein. Ein Beispiel sollen zwei belgische Taucher sein, die den See erkunden wollten und verschwunden blieben. Wie viel Wahrheit darin steckt, weiß man allerdings nicht. Baden im See ist beim Besuch also nicht vorgesehen, stattdessen gibt es Blicke von einer Art Aussichtsplattform auf den See hinunter.
Der am weitesten entfernte Punkt der Tour war Dragon's Rock und die Kissing Stones südlich von Ivoini an der Nordostküste. Wir fuhren zu einem kleinen Parkplatz und marschierten mit unserem Guide durch einen Garten, ehe wir an einer kleinen namenlosen Bucht herauskamen. Von hier hatten wir eine tolle Sicht auf die Küste gen Süden, Richtung der Stadt Hantsindzi. Richtung Landesinnere konnten wir im Hintergrund wir die Vulkankette sehen. Einfach ein schöner, idyllischer Ort.
Hier beginnt auch die Felsformation Dragon's Rock, die aus mehreren Felsen auf einer Anhöhe besteht. Von unten kann man direkt sehen, woher der Name kommt. Der Felsen sieht ein wenig aus wie ein Drache, vorne am Ende der Bucht der Kopf, dahinter halbmondförmig der Rücken mit seinem Zackenkamm. Bis zur Hälfte des Drachens führt ein kleiner Weg hinauf. Obwohl das Wetter fantastisch war, pfiff zwischen den Felsen ordentlich der Wind. An der ein oder anderen Stelle hab ich mich echt nicht sonderlich wohlgefühlt (zumal ich Flipflops anhatte, weil ich überlesen habe, dass man auch eine kleine Strecke geht). Ein kleines Highlight auf dem Drachenrückenkamm ist die Felsformation "Kissing Stones", zwei Felsen, die aussehen, als würden sie sich küssen. Wenn man drunter steht, kann man das auch sehr gut sehen.
Oben angekommen, gibt es nach der Zeit, die man einfach aufs Meer starrt und genießt, zwei Möglichkeiten des Abstiegs. Entweder es geht auf dem gleichen Weg wieder zurück, oder es geht mehr oder minder quer feldein und etwas steiler den Berg hinunter zum Strand auf der Rückseite des Drachens. Wir wählten die zweite Variante und das war auch definitiv eine gute Wahl. Wir spazierten am (leider zugemüllten) Strand entlang, fanden einen Autositz, der an einen Baum gelehnt ist, und als Sitzmöglichkeit dient und ein tolles Fotomotiv abgab.
Zu Fuß marschierten wir durch das Dorf Ivoini und das war eines der Highlights - und der Moment, in dem ich wirklich traurig war, weder Komorisch noch Französisch zu sprechen. Nach einer Weile kamen wir nämlich an einem Haus vorbei, in dem mehrere Frauen versammelt waren und zusammen kochten. Sie erzählten, dass sie gerade Kuchen für eine anstehende Hochzeit vorbereiteten und fragten, ob wir mithelfen wollten. Wir rührten ein wenig in den riesigen Töpfen (ganz schön anstrengend), durften ein paar Zutaten reinwerfen und die Frauen waren sehr interessiert an uns. Unser Guide hat übersetzt. Es war zwar super eng und stickig und der Rauch vom Feuer war kaum auszuhalten, aber es war eine so authentische und natürliche Erfahrung, dass ich das keineswegs missen möchte.
Mitsamiouli: Die zweitgrößte Stadt auf Grande Comore
Mitsamiouli ist die zweitgrößte Stadt auf Grande Comore, liegt ganz im Norden und ist unter anderem für seine schönen Strände bekannt. Den wundervollen Maloudja Beach stelle ich im Abschnitt Strände vor.
Mitsamiouli selbst hat nur etwas über 6000 Einwohnerinnen und Einwohner und ist daher eher klein und übersichtlich. Dafür gibt es allerdings einen Bankautomaten (gibt es sonst auf der Insel nur in Moroni) und einen kleinen Supermarkt.
Das historische Stadtzentrum hat einige Moscheen und spannende Bauten, dazu gibt es ein Fußballstadion, in dem auch die komorische Nationalmannschaft ihre Spiele austrägt. Zur Zeit meines Besuchs wurde gerade ein neues Stadium gebaut - das sah aber nach einem größeren und langfristigen Projekt aus.
Ebenfalls ein Ort, der ein Stopp lohnt, ist ein alter Affenbrotbaum - der Baobab soll 900 Jahre alt sein! Er ist enorm breit, oben offen und hat eine Art Eingangstür unten. So konnten wir in den Affenbrotbaum hinein und uns die Struktur von innen genauestens ansehen - weiter oben hab ich ein Foto davon geteilt.
Zu Mitsamiouli gehört zudem ein Ort namens Trou du Prophète, den ich ganz toll fand. Es ist eine Art Bucht im Meer, in Wahrheit allerdings ein Vulkankrater direkt am Meer, der sich daher mit Meerwasser gefüllt hat. Das sieht schon richtig nett aus. Der weiße Sand, das türkisfarbene Wasser und die schwarzen Lava-Reste drum herum - ein tolles Farbenspiel. Warum aber "Prophetenloch"? Nun, einer Sage zufolge ist der Prophet Mohammed hier erschienen. Später soll Trou du Prophète Piraten als Versteck gedient haben. Trou du Prophète ist nicht bei Google Maps zu finden, wer dorthin möchte, muss die Bucht direkt rechts der neuen Naya Lodge ansteuern.
Grande Comores Wahrzeichen: der Vulkan Karthala
Den Vulkan Karthala hätte ich sehr gerne besucht. Er gilt als Wahrzeichen von Grande Comore. Der Vulkan Karthala ist nach wie vor aktiv, zuletzt ist er 2006 ausgebrochen. Mit 2361 Metern ist er die höchste Erhebung auf den Komoren.
Dass ich den Vulkan Karthala nicht besucht habe, liegt vor allem an den Kosten: Eine Tour dorthin ist wirklich enorm teuer und es bedarf mindestens zwei Personen (oder man zahlt das Doppelte). Wer gerne Lava sehen mag, wird auch eher enttäuscht: Die gab es bei der Eruption 2006 zuletzt zu sehen.
Es gibt drei verschiedene Wege auf den Karthala hinauf. Die natürlichste ist es, den gesamten Weg vom Mvouni Trailhead hochzugehen. Das sind rund 30 Kilometer und man legt 2000 Höhenmeter zurück, dafür sollte man mindestens zehn Stunden einplanen. Dafür ist es die günstigste Variante mit 100 Euro pro Person.
Wer weniger aktiv ist (oder weniger Zeit hat), kann die kürzere Wanderung machen, bei der man mit einem Fahrzeug zum Convalescence Trailhead gebracht wird. Von dort aus sind es noch 12 Kilometer und 700 Höhenmeter. Angepeilt sind rund sechs Stunden für die Tour. Sie kostet 160 Euro pro Person.
Wer unsportlich ist, kann sich mit einem Allradfahrzeug auch fast bis ganz nach oben fahren lassen. Zu Fuß sind nur noch vier Kilometer und 50 Höhenmeter zurückzulegen, was rund anderthalb Stunden ausmacht. Allerdings sind die Kosten mit 200 Euro pro Nase auch enorm teuer.
Foto Credit: Chamara Irugalratne / Flickr
Städte, Siedlungen, Geschichte: Grande Comores Süden
Den Süden von Grande Comore habe ich bei meinem Besuch ausgelassen. Einen Ausflug an die ein oder andere Stelle hätte ich gern gemacht, aber auf eigene Faust dauert das doch recht lange. "Adore Comores" bietet aber auch eintägige Touren in den Süden an.
Auf der Südhälfte der Komoren finden sich vor allem Dörfer, Geschichte und Vulkanlandschaften. Dem Vulkan Karthala habe ich mich ja schon zugewandt. Spannend sind auch die Lavafelder von Singani. 1977 ist hier ein Vulkan ausgebrochen und hat mehr als die Hälfte des Gebietes verwüstet. Lavaströme sind durchs Dorf geflossen und haben Straßen zerstört. Einige Jahre später wurde das Dorf saniert und die Menschen sind wieder dorthin gezogen. Dennoch kann man die Überreste des Felsrasens sehen.
An historischen Orten steht Iconi weit oben. Nur wenige Kilometer südlich von Moroni ist die einstige Hauptstadt gelegen, die auch als "Stadt des Sultans" bekannt ist. Hier finden sich der Sultanspalast und einige historische Moscheen sowie Überreste von Palästen, wie auf dem Foto hier zu sehen ist. Iconi ist eine der ältesten Siedlungen auf den Komoren.
Eine weitere Stadt mit historischer Altstadt ist Foumbouni. Hier gibt es eine Festung, Überreste aus der Sultan-Zeit und Moscheen zu besichtigen.
Die schönsten Strände sind zwar auf der Nordhälfte von Grande Comore, doch mit Chindini (wo auch die Boote nach Mohéli ablegen) gibt es auch auf der Südhälfte einen vorzeigbaren Badestrand.
Foto Credit: David Stanley / Flickr
Die schönsten Strände von Grande Comore
Grande Comore hat einige wunderschöne Palmenstrände mit feinem, weißen Sand und glasklarem türkisfarbenen Wasser. Allerdings sind einige auch wirklich dolle voller Müll, weshalb das Badeerlebnis nicht immer ganz so schön ist.
Auf den ersten Blick ist beispielsweise der lange weiße Hauptstrand von Mitsamiouli ein Hingucker, siehe Foto nebenan. Auf den zweiten Blick liegen hier Unmengen von Plastik und anderem Müll, sodass man hier wahrlich nicht baden möchte.
Den Bouni Beach hätte ich zu gerne gesehen, denn ich glaube, das ist einer der schönsten, wenn nicht der schönste Strand auf Grande Comore. Leider wurden unsere Flüge so oft verschoben, dass wir einen Aufenthalt in Bouni haben sausen lassen.
Ähnlich schön muss der Chomoni Beach sein. Die beiden Strände dominieren auch immer die Listen der schönsten Strände auf den Komoren. Ich hatte noch überlegt, einen Tagesausflug dorthin zu machen, aber irgendwie war mir nicht so danach, weil es doch auch etwas Fahrzeit ist.
Chindini, ganz im Süden, hat nebst einem Hafen auch einen Strand westlich der Stadt, der einigermaßen gepflegt sein soll. Da unsere Bootsfahrt wegen stürmischer See abgesagt wurde und wir doch fliegen mussten, habe ich den Süden gar nicht kennengelernt.
Aber zwei Tage habe ich doch am Strand verbracht. Zumindest einige Stunden. Und zumindest einer der beiden Strände kann auch gut mit den schönsten mithalten: Der Maloudja Beach (siehe Aufmacherfoto des Artikels).
Der Maloudja Beach liegt ganz im Norden von Grande Comore und gehört zur Stadt Mitsamiouli. Am Wochenende findet man hier auch viele komorische Familien, die die Zeit am Strand genießen wollen.
Der Maloudja Beach ist eher eine Bucht, die aber ziemlich breit ist und daher gibt es hier weißen Sandstrand, Palmen und ein tolles Badeerlebnis. Der Strand ist auch sehr sauber, wenngleich im Meer doch einiges an Plastik schwimmt. Hier kann man auch schnorcheln - viel gesehen haben wir aber nicht (nur ein paar kleine Fische und eine hochgiftige Seeschlange).
Am nächsten zu Moroni ist der Itsandra Beach, etwas nördlich der Hauptstadt. Es handelt sich hier aber leider um einen Privatstrand und nur Menschen, die im Hotel Itsandra Beach einchecken, dürfen sich dort am Strand aufhalten. Ich war als Tagesgast im Hotel zum Essen, nach einigen Minuten am Strand (noch mit Klamotten, wollte nur ein paar Fotos machen und aufs Meer gucken) wurde ich aber vertrieben. Etwas südlich vom Itsandra Beach Hotel soll es noch einen öffentlichen Strand geben, der allerdings weniger gepflegt ist.
Wildlife auf den Komoren: Mit dem Boot zu den Delfinen
Die gute Nachricht zuerst: Rund um die Komoren sind Delfine das ganze Jahr über unterwegs. Die schlechte: Nicht immer kann man sie sehen. Da die touristische Infrastruktur weit weniger ausgebaut ist als beispielsweise in Ägypten oder Kenia sind nicht so viele Boote draußen unterwegs, um die Tiere gezielt zu suchen und daher sind die Fahrten auch immer ein kleines Glücksspiel.
Die beste Zeit, um Delfine auf Grande Comore zu sehen, ist zwischen Juli und Oktober, wobei man auch drum herum Glück haben kann. Auf Grande Comore stehen die Chancen offenbar besser als auf Mohéli außerhalb der Saison.
Touren gibt es beim einzigen wirklichen Reiseanbieter Adore Comores, aber auch das Hotel Itsandra Beach veranstaltet Delfin-Safaris und andere Bootsausflüge (Kontakt zum Anbieter +269 325 71 09). Dort ist dann auch direkt am Strand die Abholung mit dem Boot. Oft werden Kombi-Touren angeboten und man kann auch noch irgendwo schnorcheln.
Ich hatte mir eigentlich eine Delfin-Safari für meinen freien Tag ausgesucht, allerdings war ich dann doch recht weit weg vom Itsandra Beach, sodass die Anreise nicht ganz günstig gewesen wäre (und auch sehr früh morgens) und dann wurde mir noch von einem Touristenpaar erzählt, dass sie bei ihrer Ausfahrt am Tag davor keine Delfine gesehen hatten - genau wie die, die noch einen Tag eher rausgefahren sind. Daher habe ich mir das dann doch gespart.
Grande Comore: So kommen Reisende hin
Der Prince Sqaid Ibrahim International Airport nördlich von Moroni ist der einzige internationale Flughafen auf den Komoren. Direktflüge gibt es mit Ethiopian Airlines nach Addis Abeba in Äthiopien, nach Dzaoudzi auf Mayotte, mit Kenya Airways nach Nairobi in Kenia und mit Precisious Air nach Daressalam in Tansania.
Für Reisende aus Deutschland bietet sich daher am ehesten an, von Frankfurt oder München mit Ethiopian Airlines via Addis Abeba zu fliegen (und es lohnt sich auch, ein paar Tage Layover in Addis Abeba einzulegen).
Wer über die kenianische Hauptstadt Nairobi (Direktflüge mit Lufthansa) oder Tansania (Direktflüge mit Condor) fliegt, sollte bedenken, dass die Tickets nicht zusammengebucht werden können, weil die Airlines nicht kooperieren. Daher besteht das Risiko, den Anschluss zu verpassen und auf den Kosten sitzenzubleiben. Zudem wird ein ETA (Kenia) beziehungsweise Visum (Tansania) benötigt, weil es keine Transit-Umsteige-Verbindung ist.
Von Grande Comore aus erreicht man auch die beiden anderen Inseln der Komoren, Mohéli und Anjouan. Es gibt mehrere Verbindungen pro Woche. Die Flüge sind allerdings sehr unzuverlässig.
Mehr Reiseinformationen und Reisetipps zu den Komoren gibt es in meinem separaten Beitrag.
Hotels, Essen und Co: Reisetipps für Grande Comore
Wirklich viele Hotels und Restaurants gibt es auf Grande Comore nicht, daher ist die Übersicht sehr einfach.
Es gibt nördlich von Moroni das recht teure Hotel Itsandra Beach mit einem kleinen Privatstrand (man kann hier auch als Tagesgast essen, aber nicht baden) und etwas südlich der Altstadt die Hotels Retaj Moroni Hotel und Villa Jessica, sowie zentral das Le Dhow (das zum Dhow Café gehört, das leckeres, aber teures Essen serviert). Einige Einheimische stellen auch freie Zimmer oder kleine Wohnungen bei Airbnb ein. Ich habe alle Nächte auf Grande Comore via Airbnb-Unterkunft verbracht. Die Preise sind ingesamt recht hoch für das, was man bekommt.
Abseits der Hauptstadt finden sich drei nennenswerte Unterkünfte. Zum einen die Chalets Chomoni in Chomoni an der Ostküste. Am schönen Strand gelegen sind die Holzbungalows, die auch innen viele Holzelemente haben. Etwas nördlich davon, ebenfalls direkt am Meer mit einem wundervollen Strand findet sich die Bouni Eco Lodge, ebenfalls im nachhaltigen Stile entworfen. Außerdem findet sich im Norden bei Mitsamiouli eine Unterkunft bei Trou du Prophète, bei Sylviane, die ihre kleine Stroh-Holz-Hütte direkt am Meer via Airbnb vermietet.
Nur wenige Meter weiter, ebenfalls bei Trou du Prophète hat der Koch Micky ein kleines Restaurant mit wundervollem lokalen Essen eröffnet! Ein absolutes Muss, hier einzukehren!
In diesen Tagen soll ganz in der Nähe die Naya Lodge eröffnen und die ersten Bilder sehen vielversprechend aus. Ich bin gespannt, ob sich die Naya Lodge als Alternative entwickeln wird. Sie ist am wunderschönen Maloudja Beach im Mitsamiouli, auf dem Nachbargelände des stillgelegten Le Gelawa Hotel (auch als Maloudja Beach Bungalows bekannt).
Vorsicht walten lassen sollte man bei der Al Camar Lodge, die inzwischen nahezu verlassen ist (weder Restaurant noch Pool und auch die meisten Zimmer sind in Betrieb!), ebenso Ocean Voyages. Die Bilder der beiden Anlagen, die auf den Websites, Facebook etc geteilt werden, entsprechen in keinerweise mehr dem Zustand der Hotels.

































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Lisa (Mittwoch, 05 November 2025 08:58)
Liebe Miriam,
ich liebe deine Artikel, in denen du uns zu Orten mitnimmst, wo der "normale" Tourist nicht so einfach hinkommt. Und uns dann ungeschönt deine Eindrücke schilderst - das mit dem Müll scheint wirklich ein ziemlich großes Problem auf der Insel zu sein. Und tatsächlich: je öfter du es geschrieben hast, desto stärker ist es mir auch auf den Fotos aufgefallen, die erst einmal nach Inselparadies aussehen.
Besonders toll fand ich deine Schilderung über das gemeinsame Kuchenbacken. Das sind genau die authentischen Momente die man am Ende nicht mehr vergisst.
Viele Grüße, Lisa
Saskia Katharina (Mittwoch, 05 November 2025 15:50)
Hallo,
vielen Dank für diesen unglaublich ausführlichen und authentischen Einblick in Grande Comore. Ich finde es besonders spannend, wie du die Mischung aus atemberaubender Natur, Stränden und dem alltäglichen Leben der Einheimischen beschrieben hast. Die Geschichten rund um den Lac Niamawi und die Affenbrotbäume klingen richtig magisch, und ich konnte mir gut vorstellen, wie besonders die Begegnung mit den Frauen beim Kochen war. Auch deine Hinweise zu den Stränden und Unterkünften sind super hilfreich für eine Reiseplanung.
Liebe Grüße,
Saskia Katharina
Jana (Mittwoch, 05 November 2025)
Da kann ich Lisa nur zustimmen! Bei dir findet man immer wieder Reiseimpressionen von Orten, die die meisten gar nicht auf dem Plan haben! Bestes Beispiel ich: Von den Komoren habe ich natürlich schon gehört, aber weiter als bis nach Ungarn hat es mich noch nicht "in Richtung" Südosten verschlagen! Aber Dank dir kenne ich nun Grand Comore ein bisschen und habe auch Respekt vor diesem Salzsee, aus dem ich vermutlich nicht wieder auftauchen würde ;)
Liebe Grüße
Jana
Aimee (Mittwoch, 05 November 2025 20:39)
Ich fand es richtig cool zu lesen, wie du die Grande Comore beschrieben hast! Besonders die Tipps zu den Stränden und das Treffen mit den Dorfbewohner:innen beim Kuchenbacken fand ich total spannend – solche authentischen Momente würde ich selbst gerne erleben. Die Mischung aus Natur, Alltag vor Ort und den kleinen Herausforderungen macht den Beitrag richtig lebendig.
Mo (Freitag, 07 November 2025 13:07)
Liebe Miriam,
deinen detailreichen Bericht über Grande Comore habe ich super gern gelesen. Du hast mich gleich mit ganz viel Wissen versorgt, denn ich kannte diesen Flecken Erde bis dato gar nicht. Dabei hat Grande Comore offenbar viel zu bieten. Von Naturhighlights bis zur Kultur ist wieder so viel dabei.
Deine Einblicke in Moroni, den Volo-Volo-Markt und Lac Niamamwi klingen spannend, auch wenn manche Stellen nicht perfekt gepflegt wirken. Ein bisschen Schmunzeln musste ich beim Vulkan. Ich bin leider so gar nicht sportlich, aber 200 € wären mir dann doch zu teuer.
Und, wow, wie schön sind denn da bitte die Strände? Sieht richtig herrlich aus.
Liebe Grüße
Mo
Bea (Freitag, 07 November 2025 21:51)
Wow, super Beitrag. Ich kannte die Komoren noch nicht, erst recht nicht Grande Comore, danke, dass Du mich mitgenommen hast, mit Deinem Beitrag. Denn so fühlt es sich an. Ich bin auch im Team "Nicht nur Touri-Kram", deshalb begeistert mich, dass Du mich auch dort mitgenommen hast, wo Touristen nicht so hinkommen. Der Müll ist allerdings störend und schade. Aber so ist es mittlerweile überall auf der Welt! Und daran sind wir alle Schuld!
Liebe Grüße, Bea.
Auszeitgeniesser (Dienstag, 11 November 2025 11:12)
Liebe Miriam,
wahnsinnig inspirierender Bericht über die Komoren.
Ich finde es total erfrischend, mal etwas über Reiseziele zu lesen, die so abseits der üblichen Touristenpfade liegen. Deine Beschreibungen sind so lebendig, man hat das Gefühl, den Duft von Ylang-Ylang und Nelken fast riechen zu können.
Die Fotos vom Lac Salé und dem Sultan Palace sind beeindruckend, aber am meisten hat mich die Schilderung des Alltagslebens und der Gastfreundschaft dort fasziniert. Es ist toll, wie offen du für die Kultur und die Menschen warst.
Gerade weil die Komoren in vielen Reiseführern kaum vorkommen, ist dieser Artikel Gold wert. Er macht definitiv Lust auf diese unberührte Schönheit und die Entdeckung eines echten kleinen Paradieses.
Du inspiriert mich immer total für die nächste große Reise.
Wenn du nur eine Sache der Komoren wählen könntest, die man unbedingt gesehen oder erlebt haben muss – was wäre dein Top-Highlight?
Liebe Grüße, Katja