Roadtrip: 10. Stopp Kassel

Was macht man als Student, wenn man wenig Geld hat, um zu verreisen? Und nach dem Praktikum in Flensburg noch rund drei Wochen bis zum Semesterbeginn in Passau hat? Richtig, man nutzt die Autofahrt, die man ohnehin machen müsste und quartiert sich bei Freunden unterwegs ein. Mehr als 1500 Kilometer waren es am Ende.

 

Mit meinem kleinen roten Polo machte ich mich 2008 auf den Weg. Ich hielt dort an, wo ich Freunde und Bekannte hatte. Über Flensburg mit einem Abstecher nach Glücksburg ging es nach Kiel, über den Nord-Ostsee-Kanal nach Heide mit einem Ausflug nach Büsum an die Nordsee. In Hamburg und Oldenburg besuchte ich Leute, es gab einen Tagesausflug nach Bremen. Über einen Stopp in Hannover bin ich in Kassel gelandet, wo wir Ausflüge nach Bad Sooden-Allendorf, Hessisch Lichtenau, auf den Hohen Meißner und nach Melsungen machten.

 

In diesem Teli geht sind wir in Kassel. Die anderen Teile finden ihr am Textende.


Kassel kennt man vor allem wegen der Documenta, der großen Kunstausstellung, die sich über die ganze Stadt zieht. Auch wenn die Documenta natürlich immer einen Besuch wert ist, auch für Menschen, die weniger kunstaffin sind, lohnt auch sonst ein Besuch in Kassel.

 

Oft hört man, die Stadt sei hässlich. Das kommt natürlich ganz auf die Perspektive an, denn auch Kassel hat seine schönen Ecken.

 

Am berühmtesten ist wohl die Kupferstatue Herkules nach dem griechischen Halbgott Herakles. Er befindet sich auf der Spitze des Bergparks Wilhelmshöhe. Ursprünglich wurde nur die Figur selbst als Herkules bezeichnet, inzwischen ist damit oft auch das Riesenschloss Oktogon mit der spitzen Pyramide gemeint, auf der die Figur hoch in den Himmel thront.

 

Der mit 2,4 Quadratkilometern größte Bergpark Europas ist seit 2013 Unesco Weltkulturerbe und bietet nebst Herkules einige Sehenswürdigkeiten, etwa die Wasserspiele mit Flüssen und Wasserfällen, oder die Löwenburg, ein Lustschloss aus dem 18. Jahrhundert, das als künstliche Burgruine errichtet wurde.

 

Auch das Schloss Wilhelmshöhe ist absolut imposant. Das klassizistische Bauwerk entstand Ende des 18. Jahrhunderts und dient heute als Kunstmuseum, das über eine Antikensammlung und Gemäldegalerie verfügt.

 

Im Park kann man einen ganzen Tag verbringen, auch wenn die Wege ob des Auf- und Abstiegs bisweilen anstrengend sind - der Ausblick etwa von der Schlossterrasse ist fantastisch. Wer hier war, hat eine der Top 100 Sehenswürdigkeiten in unserem Land gesehen.

 

Wer der Wilhelmshöher Straße vom Bergpark aus hinunter ins Stadtzentrum folgt, kommt direkt in der nächsten Grünanlage heraus: der Karlsaue. Hier finden sich etliche Möglichkeiten, spazieren zu gehen, entweder im Grünen oder entlang den Teichs (mit Schwanen- und Blumeninsel), der Wassergräben oder der Fulda. Einkehren kann man in der Orangerie, dem auffälligen hübschen Gebäude direkt an Karlswiese und Fulda gelegen. Märchenfans sollten sich zudem ausgiebig mit dem Thema Gebrüder Grimm auseinander setzen. Das geht an keinem anderen Ort so gut wie hier. Seit 2015 gibt es die Grimmwelt, zuvor das Brüder-Grimm-Museum. Dort erfährt man mehr zum Leben und Wirken der Brüder Jacob und Wilhelm und zu ihren Märchen.




Weitere Stopps