Whale Watching in Madagaskar: Schnorcheln mit Walhaien

Walhaie sind die größten Fische der Welt, bis zu 18 Meter lang werden sie. Einmal einen Walhai sehen und mit ihm schnorcheln, das war schon länger ein Traum von mir. Auf Madagaskar wagte ich es: Bei einer Whale Watching Tour rund um Nosy Be stehen die Chancen zwischen September und November nämlich äußerst gut. Eine Meeresbiologin vom "Madagascar Whale Shark Project" begleitete die Tour und ich hatte das Glück, gleich vier verschiedene Walhaie beim Schnorcheln zu sehen. Doch auf der Tour gab es noch weitere Highlights: Zwei Buckelwale und ein Omurawal zeigten sich, und beim Schnorcheln entdeckte ich Teufelsrochen und Grüne Meeresschildkröten.


Der größte Fisch der Welt: Was ist ein Walhai?

Einmal einen Walhai zu sehen, und am besten mit ihm tauchen oder schnorcheln, das war schön länger ein Traum von mir. Wenn ich anderen Menschen davon berichtete, vor allem jenen, die nicht so viel reisen, kam oft die Frage: Was ist ein Walhai eigentlich? 

 

Walhaie sind die größten Fische der Welt und gehören zu den Haien, genauer gesagt den Ammenhaiartigen. Sie können bis zu 18 Meter lang werden und 12 Tonnen wiegen. Die meisten Walhaie sind zwischen 7 und 8 Meter lang, die Weibchen werden größer als die Männchen. Walhaie sind zwar Haie, Menschen stehen aber nicht auf ihrem Speiseplan. Sie leben von Plankton und Krill. Noch ein Rekord: Die Haut von Walhaien wird bis zu 15 Zentimeter dick, damit ist es die dickste aller Lebewesen!

 

Walhaie sind meist grau bis blau mit einem hellen Bauch und hellen Punkten und Streifen am Rücken und den Seiten. Das breite Maul ist besonders auffällig, hier finden 3600 Zähne Platz!

 

Übrigens: Gerade weil Walhaie so groß sind, haben viele Menschen noch nichts von ihnen gehört. Die Tiere sind schlichtweg zu groß, um in Zoos und Aquarien gehalten zu werden. Lediglich in Asien (vor allem China) und in einem Zoo in den USA werden Walhaie gehalten. 


Walhaie in Madagaskar: Saison und Schutzprojekte

Weltweit gibt es geschätzt noch 10.000 bis 20.000 Walhaie, die in nahezu allen tropischen und subtropischen Gewässern vorkommen, von Mexiko und Südamerika über Afrika und das südliche Asien bis Neuseeland und Australien.

 

Es gibt regionale Hotspots, wo Walhaie vor allem saisonbedingt zu finden sind. In Mexiko ist die Walhai-Saison beispielsweise von Juni bis September, in Madagaskar von September bis November, auf der zu Tansania gehörenden Insel Mafia Island zwischen Oktober und März, in Australien von März bis Juni. Wer sich nicht nur für Walhaie in Madagaskar interessiert, findet auf der offiziellen Seite von Padi Angaben, wann und wo Walhaie weltweit zu sehen sind.

 

Walhaie sind leider stark gefährdet und generell weiß man nicht sehr viel über die Tiere. Es wurde beispielsweise noch nie ein Geschlechtsakt gesehen und auch noch nie die Geburt eines Jungtieres dokumentiert - auch nicht in den Zoos. 

 

In Madagaskar gibt es seit 2016 das "Madagascar Whale Shark Projekt" (MWSP). Im Jahr zuvor waren enorm viele Walhaie im Norden von Madagaskar, rund um die Urlaubsinsel Nosy Be mit ihren Traumstränden, gesehen worden. So begann man mit der Erforschung der Tiere, ihrem Lebensraum, wann sie kommen, warum sie kommen - und vor allem, wie nachhaltiger Tourismus möglich ist.

 

Das Walhai-Projekt hat Richtlinien festgelegt, wie mit Walhaien umgegangen werden muss. In Madagaskar gibt es Regeln für das Schnorcheln mit Walhaien. So dürfen Schnorchlerinnen und Schnorchler nicht vom Boot ins Wasser springen, wenn ein Walhai in der Nähe ist, man muss sanft vom hinteren Teil des Bootes mit dem Popo ins Wasser gleiten, um die Tiere nicht aufzuschrecken. Die Boote sind angehalten, Abstand zu halten, dem Tier die Fluchtwege nicht zu versperren und natürlich müssen Menschen Abstand halten und dürfen die Walhaie keinesfalls anfassen oder füttern.


Whale Watching in Madagaskar: Meine Tour ab Nosy Be

Blick vom Boot zum Strand der Insel Nosy Sakatia.

Für mich war es sehr wichtig, einen professionellen Anbieter für die Walhai-Tour zu finden. Ich wollte, dass der Tierschutz auf jeden Fall eingehalten wird

 

Ich habe meine Whale-Watching-Tour in meinem Hotel auf Nosy Be gebucht, das kooperiert mit dem Unternehmen "Les Baleines Rand'eau", was wiederum eng mit dem Madagascar Whale Shark Project zusammenarbeitet. Wir hatten eine Meeresbiologin an Bord, es war nur eine kleine Gruppe auf dem Boot und die Regeln wurden natürlich alle eingehalten. 

 

Übrigens: Die Tour läuft generell unter dem Namen "Whale Watching", von Juni bis September liegt der Fokus auf Buckelwalen, später dann auf Walhaien. 

 

Gekostet hat die Tour inklusive dem rund einstündigen Transfer vom Hotel zum Ablegeplatz des Bootes 105 Euro, Mittagessen und Getränke waren inklusive, ebenso die Ausrüstung (Flossen, Schnorchel, Brille). Die Tour war alles andere als günstig, aber für mich jeden Cent wert, ich würde das sofort wieder machen! Ein Teil des Geldes geht auch in den Meeresschutz beziehungsweise zum "Madagascar Whale Shark Project". 

 

Los ging es im Büro von "Les Baleines Rand'eau" am Strand von Ambatoloaka, auf einer kleinen Halbinsel nahe der Hauptstadt von Nosy Be, Hell-Ville (Andoany). Wir waren vier Personen aus unserem Hotel und drei weitere Reisende (darunter zwei Kinder), die allerdings länger auf Madagaskar sind und das Unternehmen gut kannten und die Tour auch schon öfter gemacht hatten. Dazu kamen der Kapitän sowie die Meeresbiologin. 


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Schnorcheln mit Walhaien in Nosy Be, Madagaskar

Direkt zu Beginn habe ich gefragt, wie groß die Chance denn sei, Walhaie zu sehen. Ich hatte schon in Costa Rica auf welche gehofft, auf Sansibar ebenso und in Kenia bin ich gar nur deshalb nach Watamu an der Nordküste gefahren, weil dort im Februar/März Walhaie vorbeiziehen - doch bisher hatte ich immer Pech.

 

Die Antwort hat mich umgehauen: Es gebe natürlich keine Garantie, sagte sie, aber es habe seit längerem keine Tage mehr gegeben, wo keine Walhaie gesichtet wurden. Die Chancen waren also bestens!

 

Es gab eine kurze Einführung, wir bekamen die Regeln erklärt und alle, die keine eigene Schnorchel-Ausrüstung dabei hatten, konnten sich Flossen, Schnorchel und Taucherbrille leihen. Dann ging es raus aufs Meer und das war schon richtig cool: Das Wasser hier in der Straße von Mosambik war so klar, dass wir die Schildkröten unter unserem Boot schwimmen sehen konnten! 

 

Bei der Einführung hatten wir gelernt: Wenn unser Kapitän und die Meeresbiologin einen Walhai entdecken, beobachten sie ihn kurz vom Wasser aus, um seine Bewegungen lesen zu können. Dann fährt der Kapitän mit dem Boot seitlich an die vermutete Route des Walhaies heran, sodass wir seitlich von ihm ins Wasser gleiten können. Sobald sie einen Walhai sichten, sollten wir uns bereit machen, also Flossen an, Taucherbrille auf und Schnorchel in den Mund und uns ans hintere Ende des Bootes begeben und dort auf den Boden setzen, um ganz schnell das Boot verlassen zu können. 

Nach ganz kurzer Zeit sahen wir drei, vier andere Boote an einem Ort im Wasser. Ganz offensichtlich war dort irgendwas! Die Meeresbiologin und der Kapitän sprachen leise miteinander, dann erklärte sie uns, dass dort ein Walhai im Wasser sei, aber dass sie beide der Ansicht waren, dass schon genügend Boote um das Tier herum seien. Deshalb hätten sie entschieden, dass wir weiterfahren und einen anderen Walhai finden würden.

 

Einerseits war ich natürlich ein klein wenig enttäuscht - ich meine, da vorne schwamm mein Traum im Wasser, in Reichweite - und ich konnte nicht ins Meer! Aber gleichzeitig war ich auch enorm dankbar und glücklich darüber, dass ich tatsächlich einen Touranbieter gefunden hatte, bei dem Tierwohl an erster Stelle stand - und womit auch alle an Bord komplett einverstanden waren und niemand hat gemotzt oder die Entscheidung infrage gestellt.

 

Und siehe da, es lohnte sich: Es dauerte nicht lange, bis die erste Ansage kam. Und dieses Mal war weit und breit kein anderes Boot in Sicht! Ich war so aufgeregt und gleichzeitig so fokussiert, dass ich nicht versucht habe, den Walhai vom Boot aus zu erspähen - ich wollte einfach schnell meine Sachen anziehen, um ins Wasser zu können. Ich glaube, so schnell hatte ich mein Schnorchel-Zeug noch nie an und meine Kamera bereit! 

 

Ich war eine der ersten, die ihre Sachen beisammen hatte und war deshalb direkt die zweite in der Reihe, als es darum ging, ins Wasser zu gehen - direkt nach der Meeresbiologin. Voller Anspannung saß ich hinten auf dem Bootboden, als ein lautes "Go" ertönte. Die Meeresbiologin schaute sich kurz nach mir um, ob ich das Zeichen verstanden hatte und glitt dann ins Wasser. Und ich direkt hinterher. 

Ich wusste, dass ich im Wasser erst einmal vom Boot wegschwimmen sollte, damit die anderen nach mir ins Wasser kommen konnten. Gleichzeitig war ich etwas überfordert, ich sah nämlich erst einmal nur ein intensives Blau, da fällt die Orientierung nicht so leicht! Ich wusste nicht so recht, in welche Richtung ich gucken sollte (obwohl es eigentlich logisch war, aber ich war so aufgeregt!) und hab meinen Kopf hoch und runter, links und rechts gedreht. Plötzlich tauchte ein riesiges Wesen aus dem Blau auf, ein dunkler Fleck, der immer näher kam. Mein erster Walhai!

 

Ich hätte weinen können vor Freude, innerlich bin ich gefühlt explodiert! Der Walhai war ein gutes Stück von mir weg und gar nicht mal so langsam unterwegs. Bis ich ihn angeschaut und ein paar Fotos gemacht hatte, war er auch schon wieder weg. Wir durften ihm ein paar Meter folgen, aber er schwamm eh viel schneller als wir und bald sah man seine Schwanzflosse im Meeresblau verschwinden. Wow - was für ein Erlebnis.

 

Beim Auftauchen war ich völlig aufgedreht und einfach nur happy. Wir hievten uns zurück aufs Boot und fuhren erst einmal weiter. Es war so faszinierend und beeindruckend! 

Der Walhai war etwa sechs Meter groß, erzählte die Meeresbiologin. Sie dokumentierte die Sichtung mit ihrer riesigen Kamera. Einige der Walhaie sind mit GPS-Trackern ausgestattet, um das Verhalten, ihre Bewegungen etc. zu erforschen, dieser war es allerdings nicht. 

 

Insgesamt vier verschiedene Walhaie, alle alleine unterwegs (Walhaie sind meist Einzelgänger, es gibt aber auch Gruppen, die größte Gruppe jemals dokumentierte Gruppe wurde in Mexiko gesichtet, mit 400 Exemplaren) sahen wir an diesem Tag - der größte etwa 10 Meter lang, der kleinste etwa 4 Meter lang. Das besondere war dabei, dass es immer unser Kapitän war, der die Tiere fand, sodass wir immer alleine ins Wasser gehen konnten, ohne weitere Boote in Sichtweite. 

 

Bei allen Walhaien außer dem ersten sind wir mehrfach ins Wasser gegangen - also quasi mit dem Boot (natürlich in großem Abstand) "voraus gefahren", um uns dann im Wasser schnorchelnd vom Walhai überholen zu lassen. Wenn Boote dazu kamen, haben wir uns auf den Weg gemacht und das nächste Tier aufgesucht, sodass es nie zu voll war. Gerade weil wir sicher zehn, zwölf Mal im Wasser waren, hatte auch jedes Mal eine andere Person die Chance, als erstes (nach der Meeresbiologin, die ging immer voraus) ins Wasser zu gleiten, um sich am besten zu positionieren. Das Risiko, den Walhai zu verpassen, wenn die Leute an Bord vor einem in der Reihe rumtrödelten, war nämlich durchaus gegeben.

Eine der besondersten Momente war - neben dem allerersten Walhai - als wir einen Walhai beim Fressen beobachten konnten. Walhaie stellen sich dann quasi senkrecht, Maul gen Wasseroberfläche, teilweise ist ein teil des offenen Maules im Wasser und ein Teil draußen. Beim Fressen drehen sie sich permanent im Kreis, mehrere Minuten lang. Als wir ins Wasser gingen, wussten wir natürlich nicht, dass uns das erwarten würde, laut der Meeresbiologin braucht man auch enorm viel Glück, um so eine Situation mal zu erleben!

 

Wir waren fast 15 Minuten im Wasser und bildeten einen Halbkreis um den Walhai und jeder von uns bewegte sich kaum noch, während das Tier sich immer weiter drehte und man mal Maul und mal Rücken sah. Als der Walhai fertig gespeist hatte und weggeschwommen war, tauchten wir auf - und entdeckten unzählige Boote und andere Menschen um uns herum. Ha, da hatten mal wieder wir das Glück, die anderen waren alle erst gekommen, als der Walhai sich schon zum Fortgang bereit machte.


Whale Watching Tour: Buckelwale, Omurawal, Delfine

Meine Tour fand im Oktober statt und das ist ein ganz spezieller Zeitpunkt, weil es der einzige Zeitraum ist, in dem sowohl Buckelwale als auch Walhaie vor Madagaskar zu finden sind. Die Chancen, also nicht nur Walhaie, sondern auch Buckelwale zu sehen, war groß. 

 

Buckelwale standen sehr lange auf meiner Bucketlist, aber im Juli 2022 konnte ich mir den Traum erfüllen, beim Whale Watching im Ilulissat Eisfjord in Grönland habe ich insgesamt vier Buckelwale gesehen. Und auch in Madagaskar hatte ich vorher schon das Glück, wenn auch in weiter Entfernung: An einem Morgen weckte mich mein Mann und sagte, dass er glaube, dass er von unserer Bungalow-Terrasse auf Nosy Be Wale gesichtet habe. Und siehe da, da schwammen drei Buckelwale!

 

Dennoch kann man nie genug wilde Tiere sehen, zumal Wale - wer weiß schon, wann man die noch einmal sieht? 

 

Noch bevor wir unseren ersten Walhai sahen, entdeckten wir zwei Boote in weiter Entfernung und beim Nähern sahen wir noch weiter entfernt Blas! Da waren also definitiv Wale. Wir fuhren etwas näher ran und konnten dann auch zwei Buckelwale erkennen. Immer wieder ragte ihr schwarzer Rücken aus dem Wasser heraus, wenngleich sie sich nicht komplett zeigen wollten. Ich hatte mir durchaus gewünscht, mal einen Buckelwal springen zu sehen, aber das wäre dann vielleicht auch zu viel des Guten für nur einen Tag gewesen.

 

Einmal zeigten sie ihre Schwanzflosse - was leider bedeutete, dass sie für rund 20 Minuten abtauchen würden. Und so machten wir uns auf den Weg, Walhaie zu finden. Übrigens: Wir sind tatsächlich in sehr weiter Entfernung geblieben und da ich nur meine Tauchkamera, nicht aber meine Spiegelreflex dabei hatte, konnte ich auch keine guten Fotos machen (wobei das auch mit meinem Objektiv schwierig gewesen wäre, bei der großen Entfernung).

 

Schnorcheln mit Buckelwalen ist in Madagaskar verboten. Anders als Walhaie lassen sich Buckelwale nämlich durchaus von Schnorchlerinnen und Schnorcheln ablenken und beeinträchtigen, weshalb so etwas eine Stresssituation für die Tiere sein kann. 

 

Aber es sollte nicht der letzte Wal an diesem Tag gewesen sein. Am Ende unserer Tour, kurz bevor wir zum Mittagessen anlegten, sahen wir in etwas Entfernung, aber geradewegs auf unserem Fahrweg, einen Fleck, der sich an der Wasseroberfläche bewegte, in runden Bewegungen, mit Rückenflosse nach oben. Erst dachten wir an einen Delfin, aber wir hatten ja eine Meeresbiologin an Bord. Die stellte schnell klar: Was wir da vor uns hatten, war ein Omurawal, kein Delfin! 

 

Von Omurawalen hatte ich noch nie gehört. Bis 2003 ging man davon aus, dass es eine kleinere Version des Brydwales ist, aber dann wurde der Omurawal als eigene Art identifiziert. Er ist mit dem Finnwal verwandt, aber kleiner (rund 12 Meter). Leider sahen wir hier auch nur den Rücken, aber wie faszinierend das alles war. 

 

Oft sieht man auf den Whale-Watching-Touren übrigens auch Delfine. An diesem Tag war dem nicht so, aber ich hatte zuvor und danach mehrfach Delfine rund um Nosy Be gesehen - sie sind also da. Warum auch immer waren 2022 weniger Delfine vor Ort als gewöhnlich, erzählte zumindest die Meeresbiologin. Dafür hielten sich die Buckelwale deutlich länger rund um Nosy Be auf als sonst.  


Schnorcheln in Madagaskar: Walhaie und Teufelsrochen

Ich habe es eingangs schon erwähnt, das Wasser des Indischen Ozeans in der Straße von Mosambik war so klar, dass wir selbst vom Boot aus Schildkröten beobachten konnten. Außerdem kam uns einmal ein fliegender Teufelrochen entgegen und mehrfach Thunfische, die nach oben sprangen. 

 

Nicht nur für die Walhaie konnten wir ins Wasser, sondern auch für die großen Rochen. Beim Schnorcheln mit den Walhaien bekamen wir immer mal wieder den Hinweis aufzupassen, weil Teufelsrochen in der Nähe waren und an der ein oder anderen Stelle habe ich sie dann auch entdeckt. Wie faszinierend!

 

Ich hatte schon mehrfach Rochen gesehen, etwa beim Schnorcheln im Kisite Marine Nationalpark in Kenia oder unzählige Blaupunktrochen beim Tauchen im Roten Meer in Ägypten. Aber so große Rochen und Teufelsrochen, zu denen die Mantarochen gehören, hatte ich noch nie gesehen! Insgesamt habe ich sechs verschiedene Teufelsrochen sehen können - einmal sind wir gezielt dafür ins Wasser, die anderen Male, die sie aufgetaucht sind, waren wir eigentlich wegen der Walhaie im Wasser.

 

An einer Stelle schwebten drei Teufelsrochen direkt um uns herum, sie spielten und mal waren sie im tiefen Blau zu sehen, mal nicht. Es war wahnsinnig beeindruckend, diesen Tieren zuzusehen - auch wenn ich durchaus ein klein wenig Angst hatte, als sie ziemlich nahe kamen. Ich bin einfach sehr ruhig geblieben, habe beobachtet und fotografiert und die Situation genossen - und passiert ist natürlich auch nichts. 


Schnorcheln in Madagaskar: Schildkröten auf Nosy Sakatia

Nach den Erlebnissen mit den Walhaien, Buckelwalen, Teufelsrochen und dem Omurawal - und schon sich andeutendem Muskelkater in den Armen, vom vielen wieder ins Boot hieven, stand die Mittagspause an. 

 

Für die Mittagspause fuhren wir auf die kleine Insel Nosy Sakatia die ganz nahe bei Nosy Be liegt. Der Strand ist super schön, das Wasser ist türkis gefärbt, der Sand weiß, allerdings nicht so fein wie auf der Schildkröteninsel Nosy Iranja mit den Traumstränden. Wie immer bei solchen Ausflügen gab es Meerestiere und Reis (in diesem Fall Kokosreis), dazu Tomatensalat und zum Nachtisch frische Mangos. 

 

Nach der Mittagspause würde noch ein Highlight folgen, das wurde aber erst auf dem Boot angekündigt, kurz vor dem Anlegen auf Nosy Sakatia. Je nachdem, wie schnell und wie oft man die Walhaie beim Schnorcheln sehen würde und wo rund um Nosy Be das war, findet die Mittagspause an anderen Orten statt. Wir hatten das doppelte Glück, dass wir in der Nähe von Nosy Sakatia waren, denn das ist auch eine Art Schildkröten-Insel. Vor Nosy Sakatia gibt es am nur drei, vier, Meter tiefen Meeresgrund einen Seegras-Teppich - und Seegras ist Futter für Schildkröten. Daher halten sich vor Nosy Sakatia ganz viele Grüne Meeresschildkröten zum Futtern auf!

 

Nach dem Essen fuhren wir mit dem Boot an die Stelle (dort ist eine Steilküste, es ist also schwierig, von Land aus an den Seegras-Teppich zu kommen). Es gab eine kurze Anweisung: Den Tieren nicht zu nahe kommen, sie nicht verfolgen, keinesfalls versuchen anzufassen und auf Abstand gehen, wenn sie auftauchen, um Luft zu holen. Sollte das Tier hektischer werden beim Fressen oder das Fressen unterbrechen, sind wir zu nahe und sollen uns langsam wegbewegen. Grüne Meeresschildkröten sind nicht gerade klein, alleine ihr Panzer kann bis zu 140 Zentimeter lang werden, bis zu 185 Kilogramm bringt ein Tier auf die Waage! 

Eine weitere Anleitung gab es nicht, wir sollten einfach ins Wasser und losschnorcheln, dann würden wir auch irgendwann sicher eine Schildkröte zu Gesicht bekommen. Und so kam es auch.

 

Es dauerte eine Weile, bis ich die erste Schildkröte entdeckte, aber dann wurden es immer mehr. Ich hielt natürlich immer Abstand, tauchte zwar auch mal runter, um nicht nur von oben zu fotografieren, aber auch da immer in guter Entfernung. Die Tiere ließen sich nicht stören, sodas sich offenbar auch nichts falsch gemacht habe.

 

Es waren kleine Grüne Meeresschildkröten und riesige - die größten, die ich je gesehen habe (nur die Lederschildkröte an der Praia Inhame auf São Tomé und Príncipe war größer). Ich habe nicht mitgezählt, wie viele es am Ende waren, aber sicher fünf, sechs verschiedene Tiere, die ich jeweils mehrere Minuten lang beobachten konnte.

 

Diese riesigen Tiere fressen ganz ruhig und gemächlich, müssen aber immer mal wieder zum Luftholen an die Wasseroberfläche. Das langsame Aufsteigen, fast ein Schweden, war mega beeindruckend! Ich bin da immer nochmal ein Stück zurückgewichen und nur einmal, als ich dann auch an die Oberfläche bin, um ein Foto vom Gesicht der Schildkröte über Wasser zu machen, war das Tier nicht ganz so happy: Es schwamm schnell wieder nach unten auf den Boden.


Schnorcheln mit Walhaien in Madagaskar: Mein Fazit

Als ich gelesen hatte, dass die Whale-Watching-Touren um die 100 Euro kosten, habe ich erst gezögert. Würde sich das lohnen? Was, wenn es ein Reinfall war und man gar keine Walhaie sehen würde? Oder es solch eine Massenveranstaltung wäre? 

 

Ich bin so unsagbar dankbar und glücklich, dass ich mich trotz der Zweifel für das Whale Watching in Madagaskar entschieden habe! Es war wundervoll, beeindruckend, fantastisch. Es war einer der besten Tage meines Lebens und definitiv eines der ganz großen Highlights meiner Madagaskar-Reise. 

 

Mein großer Wunsch war es, einmal mit Walhaien zu schnorcheln - und alleine wenn sich das erfüllt hätte, hätte sich das Geld gelohnt - zumal ja auch noch einiges in das "Madagascar Whale Watching Project" fließt und damit der Meeresschutz unterstützt wird. Aber dass wir zusätzlich zu den Walhaien auch zwei Buckelwale, einen Omurawal, sechs Teufelsrochen und unzählige Schildkröten gesehen haben, war einfach unbeschreiblich. Ich verstehe nicht, warum Schnorcheln in Madagaskar nicht überall total promotet wird - es ist wundervoll. 


Gleichzeitig bin ich auch froh, dass es nicht so bekannt ist und sich die Pauschaltouristinnen und Pauschaltouristen auf Nosy Be eher nur am Strand aufhalten und keine 105 Euro teuren Touren buchen. Denn die Tour war auch deshalb so toll, weil so wenige Menschen rund um die Tiere waren. Auf meinem Boot waren wir zu neunt inklusive Kapitän und Meeresbiologin und ansonsten haben wir auch nur vier bis fünf weitere Boote an diesem Tag gesehen, die auf Whale-Watching-Tour waren. So geht nachhaltiges Whale Watching!


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Kommentare: 9
  • #1

    Sonja (Montag, 16 Januar 2023 11:43)

    Wow, was für eine Erfahrung und vielen Dank für die tollen Einblicke. Leider habe ich die Walhaie damals in Western Australia verpasst (falsche Reisezeit) und möchte das Schwimmen mit Walhaien auch irgendwann noch einmal machen. Was für wunderschöne Tiere �

  • #2

    Mo (Montag, 16 Januar 2023 18:34)

    Liebe Miriam,

    jetzt habe ich ganz dick Erpelpelle. Ich kann das gar nicht richtig fassen, wie faszinierend es für dich gewesen sein muss. Ich hätte wohl unter Wasser vor Ergriffenheit geheult und dann gar nichts gesehen.
    Ehrlicherweise hatte ich vor dem Lesen deines Artikel echt Zweifel, ob ich mit Walhaien tauchen würde. Aber da wir gar nicht auf ihrem Speiseplan stehen, wäre ich wohl doch mutig. Aber so richtig aus dem Häuschen wäre ich wohl bei den Schildkröten gewesen. So schöne Tiere.
    Auch wenn ich den Preis ganz schön happig finde, so ist er auch ein guter Beitrag für den Schutz der Tiere. Schade, dass es dennoch Länder gibt, die Walhaie "halten" :(.

    Liebe Grüße
    Mo

  • #3

    Bea (Montag, 16 Januar 2023 22:10)

    Wow! Das war sicher ein grandioses Erlebnis! Bei der Größe dieser Walhaie bin ich allerdings raus... ich hätte da echt Schiss! Die Aufnahmen, die Du gemacht hast, sind wunderschön! Unsere Erde hat so viel Schönes und wir zerstören sie so systematisch!

    Ich bin Dir dankbar, dass Du uns, Deine Leser mitnimmst und diese Bilder zeigst!

    Liebe Grüße, Bea.

  • #4

    Vivienne Claus (Montag, 16 Januar 2023 22:30)

    Liebe Miriam,

    wow, sehr spannend, dein Beitrag! Ich kann deine Begeisterung sehr gut verstehen!
    Bei den Fakten rund um Walhaie habe ich auch noch viel Neues erfahren. Faszinierende Tiere und gleichzeitig so mysteriös.
    Ich finde es gut, dass ein Teil der Einnahmen durch die Tour auch dem Meeresschutz zugutekommen.
    Grüne Meeresschildkröten möchte ich auch so gern mal in freier Natur sehen! Deine Fotos dazu laden zum Tagträumen ein.

    Viele Grüße
    Vivienne

  • #5

    Sandra Joana M. (Dienstag, 17 Januar 2023 10:24)

    Hey!

    Erstmal vielen lieben Dank für den ausführlichen Bericht. Dass der Walhai 3600 Zähne hat ist der Wahnsinn! Wow! Ich finde es toll, dass du diesen Augenblick genießen konntest und für dich festgehalten hast. Für das Geld hat es sich ja dreifach gelohnt. Bin ganz fasziniert von den Tieren, allein von der Schildkröte. Die finde ich richtig toll. Wie schön sie im Wasser schwimmt. Hach, würde ich das Tauchen mögen, würde ich es auch mal gern ausprobieren.

    Liebe Grüße,
    Sandra Joana

  • #6

    Jana (Dienstag, 17 Januar 2023 13:44)

    Da kann man ja fast von Glück sprechen, dass diese wundervollen Tiere zu groß für Zoos sind bzw. werden können! Ich sehe Lebewesen nämlich auch lieber außerhalb. Von Walhaien hatte ich bisher aber noch nicht viel gehört. Ich glaube, der Name war mir bekannt, aber wie sie aussehen, hätte ich nicht gewusst! Dank dir, bin ich nun wieder schlauer! Und auch mutiger, denn zu einem "Hai" ins Wasser steigen, hätte ich mich nicht getraut, wenn du nicht geschrieben hättest, dass diese Art gar nicht an Menschen(fleisch) interessiert ist! Gratuliere zu diesem tollen Erlebnis!

    Liebe Grüße
    Jana

  • #7

    Vici (Mittwoch, 18 Januar 2023 01:54)

    WOW! Deine Bilder und deine Beschreibung klingt einfach nur unglaublich toll und ich kann wirklich mehr als nachvollziehen, dass dir dieses Erlebnis gefallen hat.
    Ich würde auch wahnsinnig gerne eines Tages mit Walen, Delphinen oder Schildkröten schwimmen... nur leider habe ich ziemliche Angst vorm Meer, vor allem wenn ich den Boden nicht sehen kann... aber eines Tages werde ich es trotzdem tun.
    Vielen lieben Dank für deinen wirklich tollen Beitrag!

  • #8

    Patrick (Mittwoch, 18 Januar 2023 09:46)

    Wow, was für ein toller Beitrag! Ich hatte das vergnügen auf Holbox in Mexiko mit den majestätischen Wesen schnorcheln zu dürfen. Super dass ihr so einen rücksichtsvollen Touranbieter gefunden habt, davon können sich andere Anbieter gerne eine Scheibe abschneiden :)

  • #9

    Vanessa (Donnerstag, 19 Januar 2023 14:41)

    Liebe Miriam,

    es freut mich sehr, dass Du Dir auf Madagaskar Deinen Traum erfüllen und mit Walhaien schnorcheln konntest. Wahnsinn, dass Du in Madagaskar an einem Tag gleich vier Walhaie und zusätzlich dazu auch noch Teufelsrochen, Grüne Meeresschildkröten und Buckelwale beobachten konntest.

    Seit mein Freund und ich auf unserer Dhoni-Kreuzfahrt auf den Malediven 2019 mit Mantarochen geschnorchelt sind und Stachelrochen einen Ammenhai, Delfine und Schildkröten gesehen haben, ist es auch mein Traum, irgendwann einmal mit einem Walhai zu schnorcheln. Dabei ist es mir ebenfalls sehr wichtig, dass der Tierschutz eingehalten wird, und auch wenn eine Whale Watching Tour dadurch teurer ist, bin ich gerne bereit, dafür mehr zu bezahlen. Madagaskar gehört ohnehin zu den Reisezielen, die wir mal besuchen wollen. Deswegen merke ich mir Les Baleines Rand'eau und das Madagascar Whale Shark Project sowie September bis November als Reisezeitraum.

    Vielen Dank für die Tipps und viele Grüße
    Vanessa