Die 10: Meine liebsten Fotos aus der Corona-Zeit

Am 11. März erklärte die Weltgesundheitsorganisation Corona zu einer Pandemie. Und damit änderte sich für uns alle einiges. Ich war am 11. März in Kenia und es gab nur eine handvoll bestätigte Fälle - deshalb war Corona gefühlt noch weit weg. Das hat sich innerhalb von einer Woche komplett geändert - und am 22. März bin ich zurück nach Deutschland gekehrt. Seither ist alles anders, Social Distancing, Abstand, Mundschutz und vor allem, Freunde und Familie so lange nicht zu sehen, waren schlimm. Aber für mich gab es seit jenem 11. März auch einige wunderschöne Momente und da wir alle ein bisschen Aufmunterung gebrauchen können, zeige ich euch hier mein zehn liebsten Fotos aus der Corona-Zeit.


Die 10: Endlich wieder Fußball - unter Freunden

Am 16. Mai kehrte für Fußballfans in der Corona-Zeit ein kleines Stück Normalität zurück: Die Bundesliga ging weiter. Wie der ein oder andere vielleicht weiß, bin ich Fan von Werder Bremen und auch öfter im Stadion zu finden, wenn ich denn in Deutschland bin. Selbst das eine Spiel am Tag nach meiner Rückkehr aus Ghana, beziehungsweise Sao Tomé und Príncipe, habe ich im Stadion gesehen - es wird auf längere Sicht auch das letzte bleiben. Nun, dafür haben die Kneipen in Niedersachsen wieder geöffnet und damit auch die Werder-Kneipe in Hannover. Und darüber habe ich mich besonders gefreut - denn so konnte ich einige Leute wiedertreffen, die ich lange nicht gesehen habe. Durch die Corona-Zeit war ich sogar deutlich öfter in der Kneipe als zuvor - denn statt die Heimspiele im Weserstadion zu sehen, war ich eben in der Kneipe (und am Montag, als wir den Klassenerhalt gesichert hatten, wurde es auch richtig lang ;-))


Die 9: Arboretum Nairobi

Nairobi und ich - das ist, was die Stadt angeht, auch so ein bisschen Hassliebe. Denn die übervolle Innenstadt, die Lautstärke, Hektik und all diese Dinge überfordern mich oft. Dafür gibt es in Nairobi auch wahnsinnig viel Grün. Am liebsten mag ich den Nairobi Nationalpark oder näher gelegen auch den Karura Forest, wo man auch das ein oder andere Tier entdecken kann.

 

Nach dem 11. März habe ich es aber in keines von beiden geschafft, sondern war "nur" im Arboretum in Nairobi. Das ist ein zentraler Stadtwald, in dem auch ein paar Affen und Antilopen leben. Leider haben sich an dem Tag keine gezeigt, aber ich mag es einfach, auch in der Großstadt mal ein wenig durchzuatmen.

 

Schmetterlinge und Vögel gab es übrigens unendlich viele.


Die 8: Nutrias an der Burg Brüggen

Ich bin ja ohnehin ein absoluter Fan von Tieren - auch in Deutschland. Deshalb habe ich mich sehr über die recht zutraulichen Nutrias in Brüggen gefreut. Allerdings sind sie ja leider nur deshalb so neugierig und offen, weil Menschen sie immer wieder füttern - was leider zum Tode der Tiere führen kann. Dennoch - dieser entspannte Geselle hat mich bestens unterhalten. Mehr zu meinem Ausflug nach Brüggen, lest ihr hier.


Die 7: Endlich wieder Freunde treffen in Köln

Lange Zeit hatte ich quasi gar keine sozialen Kontakte mehr. Über Ostern habe ich eine Freundin getroffen, die bei ihren Eltern in Hannover zu Besuch war - mit Sicherheitsabstand. Doch nach und nach habe ich mich dahingehend mehr getraut. Ende Juni habe ich zwei Freundinnen in Köln getroffen. In unserer Jugend haben wir ganz viel Zeit miteinander verbracht und eine davon hat mich auch im Februar und März in Kenia besucht. Wir waren etwas shoppen, was wir schnell aufgaben ob der übervollen Innenstadt, und sind dann nach Sankt Augustin gefahren, wo eine lebt und haben auf der Terrasse gegrillt und Lillet getrunken und ganz viel gequatscht. Corona war weit weg und es hat sich einfach gut angefühlt.


Die 6: Basteln mit einer Kleingruppe in Kenia

Am 15. März hat Kenias Präsident verkündet, dass die Schulen schließen werden und die Kinder kamen zunächst alle ins Heim zurück. Nur drei Tage später gab es die staatliche Anordnung, auch die Kinderheime zu räumen, weil wir zu viele auf einem Fleck waren. Die Kinder kamen in ihre Familien, beziehungsweise, was davon übrig ist. Mich von den Kindern nach und nach zu verabschieden, war der emotionalste und traurigste Moment dieses Jahres für mich. Die Kinder haben kein Umfeld, in dem Kinder aufwachsen sollten, oft absolute Armut, Desinteresse der Familie bis hin zu Gewalt. Wir wussten damals schon, dass die Kinder wohl so lange bei ihren Familien sein werden, wie noch nie zuvor. Und das macht nicht nur mir Angst. Manch ein Kind war richtig traurig. "Miriam, ich will lieber bei dir bleiben", habe ich öfter gehört. Auch zu sehen, wie desinteressiert die Tanten, Onkels, Omas, Opas und Geschwister waren, als sie die Kinder abgeholt haben (nachdem sie sich monatelang nicht gesehen hatten), hat mich tief traurig gemacht. Einmal im Monat sehen die Sozialarbeiter des Projekts die Kinder nun mindestens - bei enorm kritischen Umständen auch öfter. Hin und wieder kriege ich Nachrichten und jedes Mal wird der Wunsch stärker, meine Kinder bald wieder in die Arme nehmen zu können.


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Die 5: Meine Hochzeitslocation anschauen

Gibt es sicher auch nicht so oft: Unsere Wunschlocation (zumindest nach allem, was wir online gesehen hatten und nachdem die Alternativen raus waren) hat erst Ende Januar geöffnet - da war ich aber schon in Kenia. Also hat mein Verlobter sie alleine angeschaut und nach ein paar Bilder-Eindrücken und den Gesprächen haben wir gebucht. Ich habe sie tatsächlich erst im Juli kennengelernt, als wir eine Fahrradtour an den Springhorstsee gemacht haben. Nun kann ich mir die Hochzeit irgendwie auch besser vorstellen - und ich freue mich schon sehr auf die Feier im nächsten Jahr.


Die 4: Luchswandern im Harz

Im Harz war ich als Jugendliche schon zweimal, aber in Hannover hat man ihn ja quasi direkt vor der Haustüre. Trotzdem kam ich erst in der Corona-Zeit zum ersten Mal wieder. Im Juni, als auch Hotels wieder offen hatten und alles ein wenig entspannter wurde, haben wir uns auf den Weg gemacht, mein Freund und ich. Das erste Mal im Hotel schlafen seit Ausbruch der Pandemie. Die Wanderung zum Luchsgehege war wunderschön und hat richtig gut getan. Und das Entspannen im Whirlpool danach auch :)


Die 3: Die toten Bäume in Brüggen

Vor einigen Jahren waren meine Mama und ich mal an der Schwalm spazieren und vor allem die toten Bäume haben mich total fasziniert. In der letzten Zeit lag ich ihr öfter mal in den Ohren, dass ich dort wieder hin möchte. Nach sechs Monaten, in denen ich meine Familie kenia- und coronabedingt nicht gesehen habe, bin ich im Juni endlich wieder nach Brüggen gefahren. Und einen Ausflug an die Schwalm gab es auch.


Die 2: Maschsee, Hannover

Der erste Spaziergang nach der Quarantäne - was kann es besseres geben? Am 22. März und damit elf Tage, nachdem Corona zur Pandemie erklärt wurde, bin ich in Deutschland angekommen.

 

Damals gab es noch keine verpflichtende Quarantäne für Einreisende. Aber ich dachte mir: Wenn ich nun in Nairobi am Flughafen rumhänge, auf engstem Raum acht Stunden im Flieger sitze, in Frankfurt am Flughafen mein Gepäck zusammensuche und dann mit dem Zug inklusive dreimal Umsteigen nach Hannover fahre, dann sollte ich Quarantäne halten.

 

Und deshalb war es für mich unfassbar toll, als ich das erste Mal wieder bewusst draußen war und mein Hannover genießen konnte.


Die 1: Besuch bei meinem Lieblingskind in Kenia

Ja, ich muss gestehen, ich habe ein Lieblingskind. Mit rund 300 Kindern und Jugendlichen habe ich in Kenia zusammen gearbeitet, das sind zu viele, um mit jedem eine wirklich enge Bindung aufzubauen. Aber es gibt ein paar Kinder, die einem über die Zeit enorm ans Herz gewachsen sind. 

 

Ich habe ein Lieblingskind. Grace ist inzwischen zwölf Jahre alt und ist in der sechsten Klasse, die sie bis zum Corona-Stopp besucht hat, Klassenbeste. Als Corona nach Kenia kam und die Schulen und dann auch unser Kinderheim geschlossen wurde, zog auch Grace (vorübergehend) aus. Ihre Großeltern leben nur rund drei Kilometer vom Heim entfernt - und schaffen es nicht, für ihre insgesamt sieben verwaisten Enkelkinder zu sorgen. 

 

Grace und ihr Opa haben mich zu sich nach Hause eingeladen. Für mich eine tolle Chance mal zu sehen, wie mein Mädchen lebt. Es ist doch noch einmal etwas anderes zu sehen, woher jemand kommt. Ich wurde super herzlich empfangen. Die Familie lebt sehr ärmlich, aber sie sind - im Gegensatz zu vielen anderen Familien - sehr liebevoll miteinander. Das erklärt auch, warum Grace so ein Schatz ist. Ich habe direkt Essen bekommen, wir haben mit den Hundewelpen gespielt, die gerade frisch auf die Welt gekommen waren und Grace hat mich nicht nur ihren Hühnern (ja, jedes Kind hat eigene Hühner!) vorgestellt, sondern auch ihren Verwandten und den Nachbarn.

Am Mittag gingen wir zusammen zu einem nahegelegenen Wasserfall. Hier treibt sich meine Grace mit ihren Freunden herum, wenn sie bei ihren Großeltern ist. Das Gebiet, in dem sie lebt, liegt im Grünen, hier werden viele Bananen, aber auch Tee angepflanzt. Auf Trampelpfaden ging es zu dem Wasserfall, wo schon viele Leute zusammen gekommen waren: Die Kinder zum Spielen, die Erwachsenen zum Waschen.

 

"Ich lebe hier im Paradies", sagte Grace zu mir. Und ich wusste genau, was sie meint.


Und sonst so?

Bei uns gab es gleich mehrfach tierischen Zuwachs in den Corona-Monaten. Eine Ente beschloss, in unserem Innenhof, im Bärlauch-Topf von unserer Nachbarin, zu brüten. Im Mai sind dann sechs Küken geschlüpft. Nach einem kurzen Check durch die Tierrettung lebten sie sich schnell ein - allerdings haben nur drei Küken überlebt. Inzwischen sind sie fast so groß wie ihre Mama und bald werden sie uns wohl verlassen. Bis dahin haben wir alle quasi einen Wecker - denn die Kleinen sind enorm verwöhnt: Gibt es morgens um 6 Uhr keinen Salat, Couscous, Gurke oder andere Leckereien, wird gequakt ohne Ende - bis dann auch alle wach sind.


Leider mussten wir uns auch von unserem geliebten Kaninchen Muffin verabschieden. Eigentlich bin ich nur als Vorsichtsmaßnahme mit ihm zum Tierarzt, weil er ein bisschen schlechter geatmet hat. Dort ist er in meinem Arm eingeschlafen. Es ging enorm schnell. Kaninchen kann man allerdings nicht lange alleine lassen, deshalb suchten wir schnell einen neuen Freund oder eine neue Freundin für unseren Goofy: Im Mai ist Flocke bei uns eingezogen. Die Häsin ist noch recht scheu (außer, es gibt Futter), markiert noch enorm ihr Revier, aber ansonsten verstehen sich die beiden gut. Auch eine Premiere für mich: Zum ersten Mal hatte ich ein scheinschwangeres Kaninchen.



Blogparade

Durch Zufall habe ich, nachdem der Beitrag schon veröffentlicht war, die Blogparade von "Flausen und Wunder" entdeckt. Vicky hat dazu aufgerufen, zehn Bilder aus dem Corona-Alltag zu teilen - also genau das, was ich getan habe. Vielleicht habt ihr ja Lust auf weitere Impressionen? Dann schaut mal rein!


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