Venlo: An der Maas entlang in der schönsten Innenstadt

Obwohl die Niederlande unser Nachbarland sind, habe ich das Land erst spät entdeckt. In der Schule war ich mal auf Klassenfahrt zum Segeln auf dem Eiselmeer, das war es. Bis meine Mama 2009 an den Niederrhein zog, direkt an die deutsch-niederländische Grenze. Venlo ist die nächste Stadt vom Wohnort meiner Mutter gesehen und seither habe ich deshalb immer wieder Tagesausflüge dorthin gemacht - zum Shoppen, zum Schlendern oder einfach nur auf eine Pommes. Denn die Fritten sind hier ganz besonders lecker. Ansonsten ist Venlo einfach ein wunderschönes kleines Städtchen, das perfekt taugt, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen und was anderes zu sehen.


Römisches Venlo: Historische Gebäude im Zentrum

(c) Fantaglobe 11 / Wikicommons
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Knapp 15 Kilometer Luftlinie trennen Brüggen, wo meine Mama wohnt, und Venlo. Und das muss man natürlich immer mal wieder mit einem Abstecher nutzen. Man kann wohl auch schön mit dem Fahrrad fahren - immerhin ist es in der Gegend sehr grün - allerdings waren wir bisher immer nur mit dem Auto unterwegs.

 

Venlo ist eine alte Römerstadt, die bereits mehrfach zur schönsten Innenstadt der Niederlande gewählt wurde - zwar in der Kategorie "Mittelgroße Städte", aber immerhin.

 

Erst vor wenigen Jahren hat man bei Bauarbeiten neue Ausgrabungen gefunden, die mehr zur Geschichte Venlos in der Römerzeit erzählen. Unter den Trassen des Maasboulevards, das mehr als zwei Jahre lang umgebaut wurde, wurden Relikte gefunden, die darauf schließen lassen, dass Venlo schon vor 2000 Jahren Handelszentrum war, obwohl es erst im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde.

 

Gefunden hat man beispielsweise Mauerreste, Brunnen, Glasperlen und Münzen. Bisher können die Fundstücke noch nicht von der Öffentlichkeit angeschaut werden.

 

Wenn eine Stadt eine derartige Geschichte hat, gibt es natürlich auch allerlei historische Gebäude zu bestaunen. Eines der Highlights ist das Alte Rathaus aus dem 16. Jahrhundert, das auf dem Marktplatz steht. Die Fassade ist wirklich unheimlich schön.

 

Vor allem auf den rund 500 Metern zum Romerhuis am Kwartelenmarkt, das im spätgotischen Stil im 17. Jahrhundert entstanden ist, lassen sich einige Sehenswürdigkeiten abklappern: Das Ald Weishoès, ebenfalls aus dem frühen 17. Jahrhundert, war erst Latein-, dann Klosterschule und dient heute als Gemeinschaftshaus. Das alte Handelshaus Huize Ottenheym in der Vleesstraat stammt aus dem 15. Jahrhundert und weist ebenfalls gotische Elemente auf.

 

Zwei Kirchen prägen das Stadttbild zudem - sie liegen auch nur wenige Meter auseinander. Die 53 Glockem im Turm der gotischen Sint-Martinuskerk sind beliebt bei Touristen - immerhin handelt es sich um eines der größten Glockenspiele in Europa. Die protestantische Sint-Joriskerk stammt aus dem 16. Jahrhundert, sie wurde aber zunächst im 18. Jahrhundert und dann nochmal nach dem Zweiten Weltkrieg, wo die Kirche wie viele andere historische Gebäude stark beschädigt wurde, umfassend restauriert. 

 

Das Tourismus-Büro von Venlo hat übrigens einige Rundgänge zu verschiedenen Themen und Sehenswürdigkeiten zusammen gestellt. Man kann sie für knapp 3 Euro erwerben, Infos gibt es auch online.

Das Herz der Stadt: am Maasboulevard

Rund um die Maas gefällt es mir am besten, was natürlich auch daran liegt, dass ich Wasser einfach liebe. Der Maasboulevard wurde auch echt schön hergerichtet in den vergangenen Jahren und taugt für einen ausgedehnten Spaziergang.

 

Besonders schön ist es rund um den Park De Oude Beemden unweit des Zentrums, wer lieber auf dem richtigen Weg geht und mehr Stadtgefühl haben möchte, startet seine Tour am Maasboulevard. Dort, am Yachthafen , gibt es auch ein paar nette Restaurants und Cafés - die gar nicht so teuer sind wie man vielleicht annimmt. Viele haben einen gemütlichen Außenbereich, sodass sich die Stimmung genießen lässt.

 

Inzwischen ist der Maasboulevard auch zu einer kleinen Shopping-Meile geworden, hier finden sich auch einige Boutiquen und schickere Läden. Da ich bisher nur in der Fußgängerzone und auf dem Markt shoppen war, kann ich dazu leider nichts sagen.

 

Der Stadtteil Arcen liegt etwas außerhalb der Innenstadt - wer aber Zeit hat, kann einen rund einstündigen Boottrip dahin unternehmen. Beginn ist hier am Hafen. Arcen ist vor allem für sein prachtvolles Schloss mit dem enormen Schlossgarten und den schwarzen Schwänen bekannt. Auch Störche und sogar Flamingos kann man hier entdecken. Bisher hab ich es leider noch nicht nach Arcen geschafft, das steht aber weit oben auf meiner Liste - der nächste Besuch kommt.


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Shoppen auf dem Markt und bei den 2 Brüdern

Ich glaube, bei meinem ersten Besuch in Venlo habe ich nur das Kaufhaus 2 Brüder gesehen. Ja, ein Supermarkt im Deuschen Viertel ist die Sehenswürdigkeit der Stadt. Verrückt, aber wahr, man trifft hier Hunderte Deutsche mit übervollen Einkaufswagen. Vor allem Tabak, Kaffee und Getränke in Dosen sind beliebt, aber es gibt auch allerlei andere Dinge, eigentlich alles, was man so braucht. Auch einen großen Frischebereich mit Käse und Blumen gibt es. Ich habe mich gleich beim ersten Besuch in die riesige Tee-Abteilung verliebt. Zur Karnevalszeit ist auch der obere Bereich recht spannend - der wird dann komplett in eine Karnevals-Abteilung verwandelt und es gibt alle möglichen Kostüme und Accessoires.

 

Wer vom Shoppen hungrig wird, hat Glück. Denn gleich gegenüber gibt es die besten Fritten der Stadt. Leider kein Geheimnis mehr, deshalb muss man damit rechnen, Schlange zu stehen: Koala heißt der Imbiss. Auch das Kaassoufflé (Käse auf die Hand) ist super lecker.

 

Ansonsten eignet sich die gesamte Innenstadt zum Shoppen: Große Ketten finden sich vor allem in den Hauptstraßen, kleine Läden und Boutiquen in den Nebengassen. Ich kaufe lieber in letzteren ein - für Primark und Co muss ich nicht nach Venlo fahren.

 

Ich mag auch sehr gerne den Wochenmarkt am Samstag auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus. Hier gibt es auch alles - von frischen Lebensmitteln bis hin zu Kleidung und Schmuck. Ich habe hier noch nie nichts gekauft.

 

In den Abendstunden oder auch zum Essen und Einkehren eignet sich die Parade, das Ausgeh-Viertel Venlos. Hier reiht sich ein Restaurant an eine Bar an ein Café an einen Nachtclub. Übrigens: Es gibt in der Innenstadt auch noch drei Coffeeshops. Nachdem jahrelang nur niederländische Staatsbürger dort einkaufen durften, ist der Verkauf nun auch wieder an Deutsche gestattet.

Im Zentrum von Limburg: Museen und Kultur

Ich muss gestehen, mich hat es bisher noch in kein Museum in Venlo gezogen. Dafür mag ich die Stadt an sich zu gern und schlendere zu gerne. Außerdem war ich immer nur bei richtig gutem Wetter dort - und da bin ich ohnehin lieber draußen.

 

Aber es gibt zwei Museen, die immer wieder gelobt werden und in jedem Reiseführer auftauchen, daher stelle ich sie euch auch kurz vor.

 

Venlo gehört zur Provinz Limburg und hier findet sich das Museum der Region: Das Limburgs Museum erzählt die Geschichte von Venlo und ganz Limburg, von den Neandertalern bis zu den Rämern und in die Neuzeit. Das Museum wurde auch mehrfach für Familien mit Kindern vorgeschlagen, es scheint also auch für Kinder ansprechende Ausstellungen zu geben. Erwachsene zahlen 12,50 Euro, Kinder ab 4 Jahren 8 Euro. Es gibt auch Familientickets für 37,50 Euro. In Corona-Zeiten solltet ihr online Ticket mit einem Zeitfenster buchen.

 

Das zweite größere Museum Venlos ist das van Bommel van Dam - das allerdings nichts mit dem Fußballer zu tun hat. Es handelt sich hier um ein Kunstmuseum, in dem die private Sammlung von Maarten van Bommel, einem Juristen, und seiner Frau Reina van Bommel, geborene van Dam, gezeigt wird. Mehr als 1200 Werke sind hier seit den 70er Jahren zu sehen. Erwachsene zahlen 8 Euro, Kinder 2 Euro, Teenager 4 Euro Eintritt.


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