Eine Safari gehört definitiv zu den Highlights von einer Reise nach Tansania. Während die meisten die Serengeti oder den Mikumi Nationalpark ansteuern, hat der Julius Nyerere Nationalpark einige Besonderheiten zu bieten. Der größte Nationalpark Tansanias ist vor allem für seine riesige Population an Afrikanischen Wildhunden bekannt. Rund 1300 der verbliebenen nicht einmal 7000 Tiere weltweit sollen hier leben. Aber auch Elefanten, Löwen und andere Tiere sind im Julius Nyerere Nationalpark heimisch. Bei einer Bootsafari auf dem Rufiji Fluss kommen Safari-Touristen Hippos, Krokodilen, Waranen und Eisvögeln nah. Die Walking Tour kann man sich hingegen sparen.
Safari in Tansania: Der Julius Nyerere Nationalpark
Die nördlichen Parks in Tansania sind als Safari-Ziele bekannt, ob nun die weltberühmte Serengeti, der benachbarte Ngorongorokrater oder die umliegenden Parks wie Lake Manyara, Tarangire oder die von der Community verwaltete Ikona Wildlife Management Area.
Für mich waren die Ziele im Südosten aber auch immer attraktiv. Das Selous Game Reserve stand lange Zeit auf meiner Bucketlist weit oben. Ich mochte die schroffe, raue Natur, die Unebenheit des Geländes. Der Selous war nie ein Park, in den man zum Abhaken von Tierlisten fährt, es war noch ein Erlebnis - wohlwissend, dass es eben auch sein konnte, dass man kaum etwas an Wildlife sieht.
Inzwischen wurde das Gebiet mit einem neuen Namen ausgestattet: Der größte Teil des einstigen Selous heißt heute Julius Nyerere Nationalpark, benannt nach dem ersten Präsidenten Tansanias, Julius Nyerere. Und ein kleinerer Part ist Selous geblieben, das allerdings als Gebiet für die Trophäenjagd ausgewiesen ist. Leider gehört das nämlich dazu: In fast allen Safari-Ländern (außer Kenia) ist Trophäenjagd erlaubt und oft grenzen die Jagdgebiete direkt an Nationalparks.
Der Nyerere Nationalpark ist fast 31.000 Quadratkilometer groß und damit der größte Nationalpark Tansanias, minimal größer als die Serengeti. Angrenzend an den Nyerere Nationalpark ist der Mikumi Nationalpark, der deutlich weniger Vegetation hat und daher bei Touristinnen und Touristen, die nur für kurze Zeit von Sansibar aufs Festland kommen, beliebter. Die Tiere sind hier viel einfacher zu entdecken.
Safari in Tansania: Wildlife im Julius Nyerere Nationalpark
Ein riesiger Park - damit hat der Julius Nyerere Nationalpark in Tansania natürlich auch einiges an Wildlife. Auf einer Safari können Reisende die verschiedensten Tiere entdecken.
Offiziell ist der Julius Nyerere Nationalpark Heimat der Big Five, also Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn. Leopard und Nashorn kriegt man allerdings nur sehr, sehr selten bei einer Safari zu Gesicht. Löwen sind möglich, Elefanten und Büffel wahrscheinlich.
Besonders bekannt ist der Julius Nyerere Nationalpark für sein Vorkommen von Afrikanischen Wildhunden, doch dazu erzähle ich gleich separat noch einmal mehr.
An Säugetieren finden sich zudem Geparde (auch selten zu sehen), Flusspferde, Giraffen, Zebras, Warzenschweine, Hyänen, Paviane, Meerkatzen, Stummelschwanzaffen, Gnus und allerlei andere Antilopen-Arten wie Kudus, Elands, Impalas und Wasserböcke. Auch Gazellen kommen vor. Eichhörnchen haben wir an jeder Ecke gesehen - sie waren allerdings zu flink, um schöne Fotos zu machen.
An nachtaktiven Tieren (die man also eher nicht sieht) gibt es zudem Karakale, Stachelschweine, Erdferkel, Zibetkatzen, Ginsterkatzen und Bushbabys. In der Nacht kann man wohl auch häufiger Honigdachse in der Gegend rund um Mloka sehen. Der Honigdachs steht auf meiner Wunschliste sehr, sehr weit oben. Der Guide versprach, mich zu wecken, wenn er etwas mitbekommt, aber es kam kein Anruf und kein Klopfen. Daher warte ich weiter - genau wie auf Karakal, Stachelschwein, Pangolin und Erdferkel.
Nebst all den Säugetieren gibt es natürlich auch einiges an Reptilien und Vögeln. Krokodile und Nilwarane kann man ziemlich sicher am Ufer des Rufiji Flusses sehen. Schildkröten und Schlangen kommen ebenfalls vor, bekam ich beide aber nicht zu sehen.
Mehr als 440 Vogelarten sind im Julius Nyerere Nationalpark in Tansania nachgewiesen. Ich bin ja ein großer Fan von Tokos und habe mich sehr über diese Nashornvögel gefreut. Außerdem haben wir unzählige Eisvögel gesehen, die natürlich auch immer hübsch anzusehen sind. Adler haben wir nur zwei entdeckt.
Julius Nyerere Nationalpark: Heimat der African Wilddogs
Für ein Tier ist der Julius Nyerere Nationalpark ganz besonders berühmt: der Afrikanische Wildhund. Afrikanische Wildhunde, auch African Wilddogs genannt, sind gescheckte Hunde, die im Rudel in freier Wildbahn leben.
Afrikanische Wildhunde sind leider als stark gefährdet von der IUCN eingestuft und es gibt keine 7000 Tiere mehr. Nur in Kenia, Botswana, Südafrika, Sambia, Simbabwe und Tansania gibt es Populationen, die groß genug sind, um sich dauerhaft zu erhalten. Bei einer Safari im Tsavo East Nationalpark in Kenia hatte ich einmal das Glück, ein Rudel zu sehen, obwohl sie dort super selten vorkommen.
Im Julius Nyerere Nationalpark und im Selous Game Reserve sollen rund 1300 Afrikanische Wildhunde leben, was die mit Abstand größte Population in einem Schutzgebiet überhaupt ist. Kein Wunder also, dass man sich im Safari-Tourismus im Julius Nyerere Nationalpark auf die African Wilddogs fokussiert. Ich hatte leider kein Glück bei meinem Trip in den Julius Nyerere Nationalpark (daher gibt es hier nur Wilddog-Fotos aus Kenia).
Die Afrikanischen Wildhunde sind übrigens tagaktiv, jagen und leben im Rudel, daher kann man sie bei einer Safari gut sehen - wenn sie sich denn zeigen. Es sind sehr soziale Tiere, allerdings gibt es da einen Spezialfall: In jedem Rudel pflanzen sich nur Alpha-Männchen und Alpa-Weibchen fort. Die Welpen werden dann von der Gemeinschaft aufgezogen.
Julius Nyerere Nationalpark: Bootsfahrt auf dem Rufiji Fluss
Wer in den Julius Nyerere Nationalpark fährt, hat nicht nur die Möglichkeit, klassisch eine Safari im Jeep zu machen, sondern kann auch eine Bootssafari machen. Eine Bootssafari hatte ich im Chobe Nationalpark in Botswana schonmal gemacht und fand es ganz wundervoll. Daher entschieden wir uns für eine Tour, die diesen Punkt inkludiert hatte.
Nach unserer Ankunft in Mloka und einem kurzen Ausruhen in der Lodge ging es los. Zum Sonnenuntergang hatten wir eine dreistündige Bootsfahrt auf dem Rufiji Fluss vor uns. Die Anlegestelle war nur wenige Fahrminuten von der Lodge entfernt und dann ging es, ein wenig improvisiert, aufs Boot. Nebst meiner Freundin und mir war noch eine junge britische Frau mit ihrer Mutter an Bord sowie der Kapitän und ein Guide. Zu sechst machten wir los.
Zunächst fuhren wir an den Ufern entlang und es dauerte gar nicht lange, bis wir die ersten Tiere entdeckten: Eisvögel! Davon sollte wir auf der Bootsfahrt noch sehr viele sehen - insgesamt sieben verschiedene Arten! Da die britische Mama ein riesiger Eisvogel-Fan war, war sie völlig begeistert und spätestens, als sie "amazing!" zum hundersten Mal sagte, waren wir doch ein wenig genervt.
Dennoch konnte ich die Natur sehr genießen. Es war ganz ruhig auf dem Fluss und wir konnten allerlei Fragen loswerden. So wurden wir schon darauf vorbereitet, dass im Fluss Krokodile und Hippos wohnen und wir besser an Bord bleiben sollen.
Ein Krokodil war dann auch das nächste Tier, das unser Guide entdeckte und ansteuerte. Es war gerade ans Ufer gekommen, umgeben von Gras und blickte aufs Wasser hinaus. Leider sind wir etwas zu nah rangefahren und haben es verscheucht.
Wir fuhren zunächst weiter hauptsächlich am Ufer entlang und entdeckten einen Waran, der durchs Unterholz schlich - das ist eine besondere Begegnung, Warane sehe ich nur sehr selten auf einer Safari in Afrika.
Außerdem konnten wir zahlreiche Vögel sehen, etwa den "Rainbow Bird", der gelb, rot, grün, blau, weiß, schwarz und grau ist, den Goldweber oder einen Reier. Und ein weiteres Krokodil sowie einen weiteren Waran.
Etwas flussabwärts wartete dann mein persönliches Highlight. Flusspferde sind ja immer speziell, immerhin sind es auch die gefährlichsten Säugetiere in Afrika! Nur Moskitos, Schlangen und Krokodile töten mehr Menschen. Flusspferde auf Augenhöhe zu sehen, in ihrem Wohlfühlbereich im Wasser, das ist etwas besonderes. Ich habe das zwar schon bei einer Mokoro-Fahrt im Okavangodelta in Botswana und bei einer Bootsfahrt auf dem Lake Naivasha in Kenia erlebt, aber es ist immer wieder magisch.
Mehrere Gruppen haben wir gesehen und auch Jungtiere waren dabei. Sie waren allesamt total friedlich. Meist sah man nur den oberen Teil des Kopfes und die Augen rausgucken, dann schnaubten sie zwischendurch und das ein oder andere Mal setzte ein Hippo auch zum Gähnen an.
Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und es fing richtig dolle an zu regnen. Das hatte wir schon fast vermutet (obwohl wir bei Sonnenschein losfuhren) und deshalb Regenschutz dabei, aber in einem Boot sitzend kam der Regen doch von allen Seiten. Und dann kamen natürlich auch die Moskitos...
Eigentlich sollte an dieser Stelle der Bootsfahrt der romantische Sonnenuntergang folgen - aber die Sonne war nun hinter dicken Wolken, daher wurde daraus nichts mehr. Als der Guide nach knapp zweieinhalb Stunden fragte, ob wir umdrehen wollen, bejahten wir allesamt. Und so fuhren wir 20 bis 30 Minuten früher zum Anleger zurück. Dennoch war das eine Bootssafari, die mich sehr glücklich gemacht hat.
Safari in Tansania: Gamedrive im Julius Nyerere Nationalpark
Das, was die meisten Menschen unter Safari verstehen, ist der Gamedrive. Dabei sitzt man im Jeep oder Minibus (oder Auto) und fährt durch den Nationalpark, um Tiere zu beobachten.
Für unseren zweiten Tag im Julius Nyerere Nationalpark war ein ganztägiger Gamedrive geplant und ich freute mich wahnsinnig darauf. Wir starteten super früh, mussten aber noch etwas am Gate warten, weil sehr viele Menschen den Eingang nutzten und noch ein Ticket kaufen mussten. Lustigerweise sahen wir während des Gamedrives selbst kaum mehr andere Menschen oder Fahrzeuge.
Direkt hinter der Durchfahrt entdeckten wir eine Giraffe, die sich über die Straße schleppte. Es wirkte fast ein wenig, als hätte man das Tier da ausgesetzt, damit man schon einmal ein Erfolgserlebnis gleich zu Beginn hat. Danach wurde es nämlich für eine echt lange Zeit sehr, sehr mau, was Sichtungen anging. Wir fanden einige Eichhörnchen, hin und wieder mal Impalas oder Warzenschweine, aber das war es auch. Ja, ich wollte ein Naturerlebnis und keine Tiere wie im Zoo, aber ein paar Tiere hatte ich mir doch schon vorgestellt.
Einer der Nachteile, wenn man im Juni eine Safari im Julius Nyerere Nationalpark macht, ist, dass der Rufiji Fluss viel Wasser führt und den Park in zwei teilt. Da es keine Brücken über den Fluss gibt, kann man in dieser Zeit nur im Nordteil des Parks bleiben, wenn man in Mloka startet. Das Gebiet ist also eher überschaubar.
Und: Wenn die meisten der Wildhunde, Löwen etc. während der Trockenzeit gen Süden gewandert sind, kann es sein, dass man sie monatelang nicht sieht, weil sie erst dann wieder zurückkommen können, wenn der Rufiji weniger Wasser führt.
Nach einer echt langen Durststrecke begann dann aber doch das Sichtungsglück und wir entdeckten Imapala-Herden, mehrere Gruppen von Warzenschweinen, Pavianen und Meerkatzen und eine Herde Gnus. Ein Waran spazierte um einen Tümpel und vor allem: Giraffen, Giraffen, Giraffen! Wir haben unzählige davon gesehen, auch ganz kleine. Eine hatte keinen Schwanz mehr und unser Guide machte sich ein wenig lustig darüber - sie sei wie Ware aus China, da sei auch immer etwas kaputt.
Leider nicht gezeigt haben sich dafür Zebras. Die gibt es im Julius Nyerere Nationalpark zwar auch, aber nicht in so großer Anzahl wie andernorts, sodass Sichtungen nicht garantiert sind.
Dafür haben wir Wasserböcke gesehen, die man offenbar auch eher selten sieht, und vor allem in den letzten zwei Stunden unseres Gamedrives unzählige Kudus. Darüber habe ich mich besonders gefreut, weil ich mich meist Safaris in Gebieten mache, wo es kaum oder nur wenige Kudus gibt und man sie nicht zu Gesicht bekommt. Ich mag die riesigen Ohren der Kudus und bei den Männern das gedrehte Horn. Sie sehen einfach toll aus.
Elefanten-Glück hatten wir nach dem Mittagessen. Wir fanden eine kleine Herde von rund 20 Tieren, die auch Jungtiere dabei hatten, und gerade auf dem Weg zum Wasser waren, um zu trinken und sich abzuduschen. Sie waren in ziemlich dichtem Gestrüpp, sodass es gar nicht so einfach war, gute Fotos zu bekommen, aber dafür hatten wir die Herde für uns ganz alleine. Unser Guide war echt sehr gut und hat die Tiere auf große Entfernung entdeckt, weil er vermutet hatte, dass sie zur Mittagszeit in dieser Gegend sein könnten.
Und natürlich gab es viele Hippos zu sehen. Es gibt mehrere Seen innerhalb des Julius Nyerere Nationalpark. An einem See schlugen wir fürs Mittagessen auf und konnten dabei die Flusspferde beobachten. Sie hatten sogar ein Baby dabei, was einfach zuckersüß war. Immer wieder lugte es hinter den großen Tieren hervor.
Insgesamt wurden wir vor allem in der zweiten Tageshälfte dann doch mit Sichtungen verwöhnt, auch wenn es keine Löwen, Leoparde oder African Wilddogs wurden. Wir waren sehr happy, als wir am Abend kurz vor 18 Uhr aus dem Nationalpark gefahren sind. Und direkt am Gate auf dem Rückweg haben wir dann noch einen Colobus-Affen in einem Baum direkt an der Straße sitzen sehen. Oft sitzen Colobus-Affen sehr hoch in den Bäumen und man kann sie kaum fotografieren - dieses Mal aber konnte ich ein paar gute Aufnahmen machen.
Walking Safari und Spurenlesen im Nyerere Nationalpark
Kommen wir zum dritten Punkt auf unserem Programm: Am dritten Morgen stand eine Walking Tour an, laut Beschreibung ging es um Spurenlesen und darum, die Flora kennenzulernen - und ein paar Tiere zu entdecken, die sich im Busch versteckten. Zwei bewaffnete Ranger begleiteten uns, einer hinten, einer vorne.
Schon bei der Ankunft am Sammelpunkt wurde deutlich, dass das nicht mein Programmpunkt war. Rund zehn Leute waren schon dort und wir warteten noch auf eine weitere Gruppe mit etwa zehn Leuten. Es war wahnsinnig laut, ich fühlte mich ein wenig wie auf einer Klassenfahrt.
Der Guide, der kam, war dann einfach zu viel. Er hatte sich in ein Kostüm mit Bastrock und Lendenschurz gezwängt - und ich sage bewusst Kostüm, denn auf Nachfrage wurde sehr deutlich, dass es keinerlei Bezug zu irgendeiner Tradition hat - er mag das einfach nur. Er ging immerzu gebückt, um möglichst "indigen und wild" zu wirken. Und er redete laut und ununterbrochen - und zwar in Sexwitzen. Ja, kein Spaß. Wirklich jeder Satz hatte einen diesbezüglichen Kommentar. Er machte Bums-Bewegungen, er sprach über die Penisse verschiedener Tiere, ihre Potenz und welche Pflanzen bei Potenzproblemen helfen - ihm und ihr. Er schrie laut rum und machte einen Orgasmus und eine Geburt nach. Und das alles um 7 Uhr morgens.
Meine Freundin und ich hatten schon früh ein schlechtes Gefühl und fühlten uns wie bei einer schlechten Comedy-Show. Mit einem Naturerlebnis hatte das alles nichts zu tun. Wir hatten schon sehr früh darüber gesprochen, dass wir überlegen, die Tour abzubrechen. Und als es sich dann immer mehr hochschaukelte und uns klar war, dass wir nicht mehr einfach alleine zurückkönnen, wenn wir noch tiefer in den Busch folgen, kehrten wir um. Unser eigentlicher Guide für die Tage war voller Verständnis, hatte aber ein sehr schlechtes Gewissen und versuchte irgendwelche Alternativen zu organisieren, während wir immerzu sagten, dass es vollkommen okay sei, weil wir eine wundervolle Zeit bis dato hatten.
Auf dem Rückweg zur Lodge hielten wir noch an einem Baobab, an dem wir schon mehrfach vorbeigekommen waren und wo wir unbedingt mal halten wollten. Hier entstand auch das Foto mit der Spiegelung der Sonne in der Pfütze - mein absolutes Lieblingsfoto des Jahres. Der Baobab ist übrigens hohl und wir konnten ihn auch ihn aller Ruhe von innen begutachten. Ganz ohne Sexgeschrei und Menschenmassen.
Julius Nyerere Nationalpark: So kommen Reisende hin
Der beste Ausgangspunkt für eine Safari im Julius Nyerere Nationalpark ist die Hafenstadt Daressalam im Osten von Tansania. Von hier aus dauert die Fahrt etwa fünf bis sechs Stunden, wenn alles glatt läuft.
Wir hatten eine Tour gebucht - und das würde ich auch empfehlen. Wir haben zwar einige Busse gesehen unterwegs, aber ich fürchte, die Fahrt dauert ewig. So wurden wir bequem am Hotel abgeholt.
Weite Teile der Strecke von Daressalam nach Mlkoka sind Schotterpiste und an einigen Stellen kann man ganz gut zügig fahren, andere sind so kaputt, dass man nur schleichend vorankommt.
An zwei, drei Punkten gibt es eine wirkliche tolle Aussicht auf das Gebirge drum herum. Wir machten allerdings erst auf der Rückfahrt einen Fotostopp.
Dafür gerieten wir auf dem Hinweg ins Schleudern. Und zwar buchstäblich. Unser Guide war einen Moment nicht aufmerksam und fuhr sich auf der völlig matschigen Straße fest. Nach kurzen Versuchen befahl er uns auszusteigen und uns war direkt klar, dass das eine größere Mission würde. Wir standen auf einer kleinen Anhöhe und auf der Straße waren super viele Menschen unterwegs. Unten hatten sich zwei Busse festgefahren. Einige Motorräder wollten Waren und Menschen transportieren und schlitterten ebenfalls. Wir hatten also keine Langeweile.
Unser Guide hatte das Auto inzwischen komplett in den Straßengraben befördert. Ein Local rief die Leute aus dem nächste Dorf und einige Männer kamen, viele mit Schaufeln, und halfen gegen etwas Kleingeld mit, das Auto freizukriegen. Während die Männer schaufelten (und einer Anweisungen gab) versuchte ein Lastwagen sein Glück, die Straße hochzukommen. Und blieb stecken und begann rückwärts wieder runterzurutschen. Die Einheimischen reagierten blitzschnell und warfen Steine hinter die Räder, damit der Weg blockiert war. Wie sich herausstellte, war unser Glück, dass wir vor dem Lastwagen waren. Der LKW blockierte nämlich für sieben Stunden die Straße und es war weder links noch rechts ein Vorbeikommen möglich. Wir konnten nach knapp einer Stunde befreit weiterfahren und waren aufgrund der vielen lustigen Momente in bester Laune!
Übernachten in der Mloka Safari Lodge
Untergekommen sind wir in der Mloka Safari Lodge. Im Dorf Mloka gibt es mehrere Unterkünfte, es ist einer der Hauptzugangsorte zum Julius Nyerere Nationalpark. Die Mloka Safari Lodge ist rund einen Kilometer vom Zentrum entfernt, im Busch. Manchmal, hieß es, kämen Elefanten und Honigdachse vorbei.
Die Mloka Safari Lodge ist sehr basic und ich habe schon in deutlich besseren Safari-Lodges übernachtet. Aber Preis-Leistung war völlig in Ordnung, wir haben nämlich insgesamt für die Tour nur rund 400 Euro pro Nase inklusive allem bezahlt.
Es gab einen Barbereich mit Restaurant, hier wurde auch das Essen serviert. Jede Mahlzeit hatte drei Gänge, von der Küche vorgegeben. Für mich als Vegetarierin wurde ein extra Gericht zubereitet.
Unser Bungalow war sehr großzügig, hatte Sitzmöglichkeiten drinnen und draußen, viele Steckdosen und wir hatten gegen die Hitze einen Ventilator, was sehr gut geholfen hat. Die Dusche war offen und so hatten wir genug Platz. Wlan gab es nicht (auch wenn auf der Website stand, dass es welches gibt).
Außer Moskitos (es gab aber ein Moskitonetz am Bett) und Geckos hatten wir leider keinen tierischen Besuch in der Lodge.
Safari im Julius Nyerere Nationalpark: Infos und Reisetipps
Vorab hieß es, der Juni gehöre schon zur besten Reisezeit und da ich ja nun Mitte Juni dort war, kann ich sagen: Nope! Bis Ende Mai regnet es teilweise sehr stark und im Juni sind die Folgen der Regenzeit einfach noch zu dolle. Das Gras ist hoch, die Vegetation üppig und der Rufiji Fluss führt so viel Wasser, dass man sich nur im kleinen Nordteil des Nationalparks bewegen kann.
Daher würde ich definitiv Mitte bis Ende der Trockenzeit empfehlen, also Januar bis Mitte März oder August bis Oktober.
Wir hatten mit der Agentur Kihindo Tours and Safaris gebucht und 389 Euro pro Person für drei Tage bezahlt. Hier war alles inkludiert (alle Mahlzeiten von Mittagessen Tag 1 bis Mittagessen Tag 3, 50 USD Eintritt in den Nationalpark, Transfer, Bootsfahrt, Game Drive, Unterkunft) und das war ein absoluter fairer Preis für das, was wir bekommen haben.
Im Juni ist es eigentlich etwas kühler, dennoch war es sehr warm und wir hatten auch permanent den Ventilator an, wenn wir auf unserem Zimmer waren. Auf der Safari hatten wir eine Kopfbedeckung auf, weil die Sonne echt knallte. Zwecks Moskitos sollte man auch unbedingt Moskitospray mitnehmen und sich gut einsprühen. Lange Kleidung sollte aber auch ins Gepäck, weil es vor allem früh morgens beim Gamedrive doch noch recht frisch sein kann.
Safari im Julius Nyerere Nationalpark: Mein Fazit
Auch wenn wir insgesamt nicht soooo viele Tiere gesehen haben und außer ein paar Elefanten auch keine der typischen Highlight-Tiere (wie Löwe, Leopard, Wildhund) hat mir der Julius Nyerere Nationalpark sehr gut gefallen. Schon die Kombination aus Bootsafari und Gamedrive ist einfach wunderbar und an nicht allzu vielen Orten möglich.
Der Julius Nyerere Nationalpark eignet sich für all jene, die bei einer Safari gern noch selbst gucken wollen und denen es mehr um das Naturerlebnis geht als darum, Tierlisten abzuhaken und möglichst viele und möglichst große Tiere zu sehen.
Da ich schon so viele Safaris gemacht habe, schaue ich mir natürlich immer noch super gerne verschiedene Tiere an, aber es ist nicht mein Fokus, möglichst jede Tierart auf einem Gamedrive zu sehen. Ich bin einfach sehr gerne in der Natur, schaue gerne aus dem Fenster (oder Dach) und suche selbst aktiv nach Tieren. Und dafür ist der Julius Nyerere Nationalpark wirklich gut geeignet.
In Tansania steht nun erst einmal der Ruaha Nationalpark weit oben auf meiner Liste, aber ich würde jederzeit wieder für eine Safari in den Julius Nyerere Nationalpark zurückkommen - dann aber zu einer anderen Jahreszeit.
















































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Mo (Montag, 17 November 2025 16:11)
Liebe Miriam,
deine Begeisterung für die Natur und dein respektvoller Blick auf das Safari-Erlebnis abseits von „Big Five“-Checklisten ist regelrecht ansteckend. Ich mag immer am liebsten sofort den Koffer packen und die Abenteuer auch erleben. Die Kombination aus Bootsafari und Gamedrive klingt nach einer tollen Möglichkeit, Tansania aus verschiedenen Perspektiven zu erleben. Es freut mich, dass du trotz Regen und Moskitos zufrieden zurückblickst, das spricht für die Magie des Moments. Besonders berührt hat mich deine Geduld und Hoffnung, eines Tages einen Honigdachs zu sehen. Ich drücke dir die Daumen, dass es beim nächsten Besuch klappt. Ein bisschen Schmunzeln musste ich über die "Amazing"-Lady, bei Vögeln bin ich auch sofort hin und weg. Allerdings würde ich wohl eher im Stillen vor Begeisterung ausflippen :)
Liebe Grüße
Mo
Jana (Dienstag, 18 November 2025 17:17)
Liebe Miriam, ich glaube, du hast schon unzählige Tiere in Natura gesehen, die ich bisher nur aus dem Fernsehen, Büchern oder von früher aus dem Zoo kenne! Heutzutage gehe ich da nicht mehr gern hin, sondern sehe Tiere lieber in ihrem natürlichen Habitat! Aber bis nach Afrika bzw. Tansania hat es mich bisher noch nicht verschlagen! Doch dank dir, lerne ich so viel über die Tierwelt Afrikas und kenne nun auch die Afrikanischen Wildhunde! Übrigens, der Guide im Kostüm mit seinen anzüglichen Witzen wäre mir um 7 Uhr morgens auch zuviel gewesen, aber da bin ich sowieso meist noch nicht ansprechbar :)
Liebe Grüße
Jana
Saskia Katharina (Mittwoch, 19 November 2025 15:37)
Liebe Mirjam,
dein ausführlicher Bericht über den Julius Nyerere Nationalpark hat mich total mitgenommen. Ich fand besonders spannend, wie du die Unterschiede zu den bekannteren Parks wie Serengeti und Mikumi herausgestellt hast und auch die African Wilddogs so detailreich beschrieben hast – diese Tiere faszinieren mich schon lange. Deine persönlichen Eindrücke von der Bootsafari und dem Gamedrive machen richtig Lust, selbst einmal dorthin zu reisen. Besonders sympathisch fand ich, wie du ehrlich über die Walking Safari und die unglückliche Erfahrung mit dem Guide geschrieben hast, das macht deinen Beitrag sehr authentisch.
Vielen Dank, dass du deine Erlebnisse so lebendig teilst. Ich wünsche dir weiterhin viele unvergessliche Safari-Abenteuer und einen schönen Tag!
Liebe Grüße,
Saskia Katharina
Katja (Mittwoch, 19 November 2025 16:08)
Liebe Miriam,
schon mit dem ersten Bild hattest du mich in den Bann des Artikels gezogen. So süß der kleine Elefant.
Sehr spannend sind deine Ausführungen über unbekanntere Nationalparks. Denen wird kaum Bedeutung geschenkt und alle Touristen tummeln sich im bekannten Serengeti.
Ziemlich weit oben in deinem Beitrag, der bunte, hauptsächlich blaue Vogel. Weißt du, welchen Namen er trägt?
Ich hoffe du hast die unglückliche Guide-Erfahrung gut überwunden.
Viele Grüße, Katja
Lisa (Donnerstag, 20 November 2025)
Liebe Miriam,
vielen Dank, dass du uns wieder auf eine deiner Touren mitgenommen hast. Ich wusste gar nicht, wie unterschiedlich Safaris sein können. Bis jetzt zählte ich zu den Meisten, für die ein Gamedrive die klassische Safari ist. Wobei selbst dieses Wort für mich neu ist - ich dachte es heißt einfach Safari.
Da zeigt sich mal wieder, wie wenig die Meisten über den großen Kontinent Afrika wissen. Gut, dass du da viel unterwegs bist und deine Erfahrungen mitbringst. :)
Liebe Grüße,
Lisa