Eine Nacht im Eishotel in Norwegen: Märchenwelt aus Eis

Eine Märchenlandschaft und Traumwelt aus Eis und Schnee – so habe ich mir ein Eishotel vorgestellt. Schon lange wollte ich in einem Eishotel übernachten und im Dezember 2025 war es soweit. Eine Nacht im Sorrisniva Igloo Hotel in Alta in Nordnorwegen stand an. Bei minus 5 Grad Zimmertemperatur muss man sich warm anziehen, um in die Märchenwelt einzutauchen. Figuren aus Schnee und Eis zieren den Weg, die Wodka-Shots gibt es aus Eisgläsern und die Eisrutsche ist nur mit Skihose empfehlenswert. Nach der kalten Nacht wird sich in der Sauna, im Whirlpool oder im Kaminzimmer gewärmt. Eine Nacht im Eishotel ist zwar enorm teuer, aber magisch – und gar nicht so kalt wie erwartet.


Eine Nacht im Eishotel: Zwischen Traum und Magie

Ich liebe Winter. Ich liebe Schnee. Ich liebe Eis. Und ich liebe spezielle Unterkünfte. Spätestens seit ich den Film "Winter Castle" gesehen habe und nachdem ich in einer Eisbar in Honningsvåg am Nordkap war, wollte ich in einem Eishotel übernachten. Wie speziell kann ein Hotel sein? 

 

Als meine Freundin und ich für Ende 2025 einen Winterwonderland-Urlaub planten, stellte sich schnell heraus: Wir träumen beide von einer Nacht im Eishotel. Also begaben wir uns auf die Suche. 

 

Eigentlich wollten wir im Tromsø Ice Domes in Norwegen übernachten - fürs Orca Watching waren wir ja ohnehin in der nordnorwegischen Stadt Tromsø unterwegs. Doch leider gibt es dort nur noch Tagesbesuche und keine Zimmer mehr im Eishotel selbst. Von den Bildern, dem Internetauftritt und den angebotenen Aktivitäten hatte uns dann das Arctic Snow Hotel in Rovaniemi in Finnland am meisten zugesagt. Auch preislich war das völlig okay. Doch bis wir zwei lahme Enten endlich alles beisammen hatten und buchten wollten, war es ausgebucht.

 

Wir suchten also erst einmal in Norwegen weiter und fanden das Snow Resort in Kirkenes an der norwegisch-russischen Grenze, was doch weit abgelegen ist, und Sorrisniva in Alta. Sorrisniva war deutlich teurer als das in Rovaniemi und von den Bildern auch nicht gaaaanz so überzeugend, aber es passte am besten - denn seit kurzem gibt es Direktflüge von Frankfurt nach Alta. Und so buchten wir und ich kann dir von einer ganz besonderen Übernachtung berichten.


Eishotel Sorrisniva in Alta: Jedes Jahr ein anderes Hotel

Das Eishotel Sorrisniva wird wie fast jedes Eishotel auf der Welt jedes Jahr neu gebaut. Rund sechs Wochen lang arbeiten erst Architekten an der Struktur und Belichtung, dann Künstler mit Eis und Schnee für das Design. Täglich lassen sie das Hotel weiter wachsen. Fast 30 Zimmer und Suites sind so am Ende entstanden, dazu zahlreiche Kunstwerke im öffentlichen Bereich.

 

Ingesamt werden 250 Tonnen Eis aus dem Sierravann im Altatal und 7000 Kubikmeter Schnee (der aus Wasser aus dem Altafluss hergestellt wird) für das Hotel verwendet. Allein das Iglu-Hotel hat eine Fläche von 2500 Quadratmetern und drinnen liegt die Temperatur bei -5 Grad.

 

Jedes Jahr gibt es ein neues Thema und in diesem Winter ist das Motto "Wild Norway", was mir seeeehr zugesagt hat. Im Winter davor waren es griechische Legenden - das hätte mich weniger gepackt. 

 

Jedes Jahr am 20. Dezember eröffnet das Sorrisniva Igloo Hotel und es hat bis zum 1. April geöffnet. Wir haben direkt am Eröffnungstag dort übernachtet und das war auch deshalb spannend, weil wir durch den Ice Sculpting Workshop (unten mehr) schon vor der Eröffnung durch das Eishotel gehen durften und daher die letzten Arbeiten gesehen haben. Wir sahen noch einige Künstler und Künstlerinnen, die ihre Werke fertigstellten. Wir erlebten in einer Suite mit, wie der Drachenschwanz einstürzte (und zwei Stunden später wieder aufgebaut war...) und sahen, wie die Mitarbeitenden Material wegräumten und den Schnee rächten. Wir konnten mit einem Künstler und einer Künstlerin plaudern. Er erzählte uns, dass er erst mit 50 Jahren anfing, Schnee- und Eiskunst zu machen. In diesem Jahr hatte er ein kleines norwegisches Dorf gestaltet, über dem rotes Licht flackerte. 


Eishotel Sorrisniva in Alta: Ein Rundgang

Früher gab es für das Eishotel von außen einen eigenen Eingang, in diesem Winter ist es nur durch das Haupthaus den Flur hinunter erreichbar. 

 

Es gibt einen kleinen Weg draußen, umgeben von Eis, dann eine Art Gate und schließlich eine Schiebetür, die sich automatisch öffnet. Und dann steht man in einem Traum von Eis und fühlt sich wie in die Geschichte der Eiskönigin hineingebeamt. Man wartet förmlich darauf, dass Schneemann Olaf gleich um die Ecke kommt und knuddeln will.

 

Der Eingang führt in die Lobby, wo verschiedene Eispfeiler stehen, die das riesige Iglu halten. Dazwischen sind Eisskulpturen zu sehen. In diesem Jahr waren es etwa Walflossen, Eisbären, Füchse und Rentiere. An den Wänden finden sich Kunstwerke aus Schnee, etwa ein Elch oder berühmte norwegische Polarforscher. Zur Linken von der Lobby aus führen zwei Gänge zu den Zimmern.  

 

Wer in der Lobby rechts geht, sieht direkt die kleine Kapelle. Dort sind aus Eis Stühle und Sitzbänke sowie ein Altar angefertigt. Man kann im Eishotel Sorrisniva nämlich auch heiraten! 

 

Dahinter findet sich die Bar, ebenfalls komplett aus Eis. Sie hatte die Form eines Boots und dahinter stand ein Mann aus Eis, der das Boot mit seinem Paddel lenkte. Auf der Bar waren viele kleine Shotgläser aus Eis trapiert - schon krass, denn jeder Gast bekommt bei jedem Drink ein neues handgefertigtes Glas aus Eis! Da müssen also einige vorbereitet werden. 

 

Neben der Bar geht ein kleiner Raum ab, in dem befindet sich die Rutsche. In jedem Film mit einem Eishotel gibt es eine tolle Rutsche und ich muss sagen, dass ich mich seeeeehr darauf gefreut habe. Leider war sie nicht sonderlich inspierend, es war einfach eine gerade Strecke nach unten. Sie war auch nicht sehr steil, allerdings durch das Eis dennoch überraschend schnell. Der Raum, der ansonsten überhaupt nicht gestaltet war, und die Rutsche an sich hätten aber etwa mehr Liebe und Liebe zum Detail vertragen können. Mit der Rutsche aus "Winter Castle" hatte es nichts gemein - aber das ist Meckern auf hohem Niveau.


Eishotel Sorrisniva in Alta: Liebevoll gestaltete Suites

Ein Highlight des Sorrisniva Eishotels sind die Suites. Fünf Stück gibt es in diesem Winter und sie haben alle noch einmal ein eigenes Motto und sind ganz aufwendig von jeweils einem Künstler gestaltet. 

 

Im Rahmen des Rundgangs konnten wir in jede Suite schauen - sogar in eine, in der gerade noch gebaut wurde! 

 

Drei der fünf Eis-Suites haben es mir besonders angetan. Es gab da zum einen die Nordlichter-Suite. Rund um das Bett waren Wellen aus Schnee an den Wänden und am Bettende wachten nordische Götter über die Schlafenden. Durch das flackernde grüne Licht sah es aus, als würde man direkt unter Nordlichtern schlafen. Am anderen Ende des Zimmers strahlte der Große Wagen und der bekannte Nordstern. Hier hätte ich wirklich gerne übernachtet!

 

Das Eisköniginnen-Zimmer fand ich auch richtig toll. Aus Schnee waren Kunstwerke von Eisköniginnen und Eisprinzessinnen an den Wänden, dazu gab es einen Thron aus Eis. Vor dem Bett fanden sich Säulen aus Eis und am Bettende prangte ein Schloss aus Schnee. Einfach traumhaft.

 

Das Märchenzimmer war ebenfalls einfach wundervoll. Und zauberhaft. Es war in rot beleuchtet und es gab einen Troll, der sich durch Bäume und einen Zauberwald bewegte. Das war ebenfalls magisch und ich fühlte mich sofort in eine Märchenwelt versetzt.

 

Zudem gab es ein rein weißes Zimmer, das ebenfalls einen Wald darstellte und so eine Art Baumhaus in dem Wald sein sollte. Und ein weiteres rotes Zimmer, das Drachenzimmer. Über dem Kopfende des Bettes thronte ein Drache, sein Schwanz war am Ende des Zimmers zu sehen. Er war wenige Stunden vor der Eröffnung eingestürzt und wurde dann noch schnell innerhalb von ein, zwei Stunden repariert. Der Drache sah super aufwendig und einfach krass aus (aber ich glaube, ich hätte etwas Angst gehabt, dass mit der Drachenkopf in der Nacht auf den Kopf fällt).


Eishotel Sorrisniva in Alta: Eine Nacht im Standardzimmer

Die meisten der rund 30 Zimmer im Eishotel Sorrisniva sind Standardzimmer. Sie sind für zwei bis drei Personen (einige haben noch "Kinderbetten") ausgelegt. 

 

Das Standardzimmer ist weniger aufwendig gestaltet. Das Bett selbst ist aus Eisblöcken gebaut. Darauf liegt eine dünnere isolierte Matratze und darauf viel Rentierfell. Die Betten sind schön breit, sodass genug Platz da ist. Später - dazu gleich mehr - macht man es sich mit seinem Schlafsack und dem Kissen bequem.

 

Es finden sich keine Kunstwerke in den Zimmern oder an den Wänden der Standardzimmer.

 

Während die Suites eine richtige Tür haben, haben die Standardzimmer nur Vorhänge. Wie die Suites auch gibt es einen Lichtschalter, allerdings keinen anderweitigen Strom (also keine Steckdosen, um das Handy zu laden). Obwohl ich erst ein wenig skeptisch war ob des Vorhangs, hat das überhaupt nicht gestört und wir fühlten uns definitiv alleine - allerdings war das Hotel auch nicht ausgebucht in der ersten Nacht.

 

Da das Standardzimmer im Eishotel Sorrisniva nicht so wahnsinnig viel zu bieten hat, verbringt man wirklich nur die Nacht dort. Es gibt keine Kunstwerke, die man noch eindringlicher bestaunen könnte. Aufs Zimmer mitnehmen darf man auch nur das, was mit in den Schlafsack reinkann - also ein bisschen Wasser, Tempos, Powerbank, Handy und weitere warme Kleidung. Die Schuhe haben wir vor dem Bett abgestellt. Einige hatten auch Jacken mit im Zimmer, die haben wir direkt an der Garderobe gelassen.


Sorrisniva in Alta: Aufenthalt im Warmen

Nebst dem Eishotel gibt es natürlich auch noch Aufenthaltsräume im Warmen. Bei -5 Grad kann man ja nicht im Eis duschen. Das Eishotel selbst hat wie beschrieben lediglich die Schlafzimmer, die Eisbar, den Raum mit der Eisrutsche und die Eiskapelle. Wer in der Nacht auf Toilette muss, muss also nach drinnen gehen. 

 

Sorrisniva ist auch eine Lodge mit 25 Hotelzimmern - ganz ohne Eis. Hier kann man also das ganze Jahr über übernachten. Zum Hotel gehören zwei Restaurants (Gourmet und a la carte), ein Souvenirshop, eine Bar, ein großer Aufenthaltsbereich (mit Spielen zum Leihen), eine Lesesaal, eine Terrasse und ein Kaminzimmer. Am Eingang gibt es sowohl dicke Wollsocken als auch Hausschuhe, die man drinnen tragen kann. Es gibt außerdem an zwei Stellen eine Art Teeküche, wo man sich als Übernachtungsgast kostenlos an Tee, Kaffee, Wasser und Schokolade bedienen kann.

 

Für das Eishotel, das von 20. Dezember bis 1. April geöffnet hat, gibt es natürlich eine spezielle Infrastruktur. Von der gemütlichen Lobby aus führen mehrere Flure weg: Drei zu richtigen Hotelzimmern und ein langer führt direkt zum Eishotel.

 

Auf diesem Flur ist der Bereich, den eigentlich nur die Eishotel-Gäste brauchen. Es gibt vier Toiletten und sechs Badezimmer, jedes mit Dusche, Waschbecken, Klo, Shampoo, Duschgel und Handtüchern ausgestattet. Ich war sehr begeistert von den Badezimmern. Nach jedem Gast kam eine Reinigungskraft und machte es einmal hübsch und legte zwei frische Handtücher hin. Es gab draußen auch mehrere Handtuchständer, wo man sich welche wegnehmen konnte. Außerdem standen im Flur Badelatschen. 

Gegenüber von Toiletten und Duschen befand sich die Gepäckaufbewahrung sowie die Garderobe. Die Garderobe bot viel Platz für Winterjacke, Skihose und auch Winterstiefel. Der Gepäckraum war riesig und hatte sowohl Platz für alle Gepäckstücke als auch Tische, um umzupacken, den Koffer zu öffnen etc. Wir haben uns auch mehrfach im Gepäckraum umgezogen, weil mehr als genug Platz war. 

 

Weiter auf dem Flur entlang war der Wellness-Bereich mit Massageräumen, Sauna, vier Outdoor-Whirlpools, drei offenen Duschen und zwei Toiletten. Eigentlich hat der Wellness-Bereich eine eigene Rezeption, die war zu unserem Besuch aber nicht besetzt. Auch hier gibt es Unmengen von Handtüchern, sodass man sich keine Gedanken machen muss. Außerdem gab es Tee, Kaffee, Wasser, Nüsse und Trockenfrüchte und man konnte sich kostenlos daran bedienen. 

 

Am Ende des Flurs fanden sich schließlich die großzügigen Schließfächer für Wertgegenstände (was man nicht im frei zugänglichen Gepäckraum haben wollte) und ein zunächst verschlossener Bereich, in dem ab 20 Uhr Schlafsäcke und Kissen abgeholt werden konnten. 


Garderobe, Dusche & Co: So läuft eine Nacht im Eishotel ab

Was uns nicht ganz so bewusst war: Das Eishotel ist natürlich auch eine Attraktion und bis 18 Uhr sind Tagesgäste (die 34 Euro Eintritt zahlen müssen) im Eishotel unterwegs, um sich die Zimmer und Suiten anzuschauen oder einen Drink an der Eisbar zu nehmen. 

 

Als Übernachtungsgäste mussten wir keinen Eintritt zahlen und bekamen auch einen Sticker, sodass wir immer ins Eishotel rüber durften. 

 

Ab 20 Uhr dürfen die Zimmer bezogen werden und nur noch Übernachtungsgäste sind im Eishotel erlaubt - und das auch nicht mehr auf fremden Zimmern. Allerdings soll man auch wirklich nur zum Schlafen auf sein Zimmer gehen - denn es ist kalt und es gibt, wie ich schon geschrieben habe, auch nicht wahnsinnig viel zu tun. 

 

Wir waren schon am Mittag im Eishotel, weil wir auch eine Aktivität gebucht hatten und bekamen unseren Schlüssel. Der ist nicht für das Zimmer - das hatte ja nur einen Vorhang, sondern für unser zum Zimmer gehörendes Schließfach den Gang hinunter. Unser Gepäck stellten wir direkt im riesigen Gepäckraum ab.

Wir besichtigen erst das Eishotel, zogen uns in den Umkleiden bei den Duschen (die riesig und super sauber sind - und nach jedem Gast gereinigt wurden!) um und gingen Abendessen. Wer im Hotel übernachtet, bekommt einen Tisch im a la carte Restaurant reserviert, die Speisen sind allerdings nicht im Übernachtungspreis inklusive.

 

Nach Roter-Bete-Risotto und einem Cider hatten wir eine Stunde den Whirlpool und die Sauna gebucht, wo wir uns richtig aufwärmten. Man kann den Bereich privat mieten oder sich "dazubuchen", das heißt, dass dann mehrere der vier Whirlpools besetzt sein können. 

 

Nach unserer Wellness-Einheit saßen wir in der Lobby mit den Sofas und großen Sesseln, lasen, strickten, aßen mitgebrachte Schokolade und hofften, dass unsere Haare ganz, ganz, ganz trocken werden - denn mit minimal nassen Haaren hätte es ganz schön kalt werden können. Angesichts der dicken Wolken gingen wir nicht raus und suchten Nordlichter (immerhin ist Alta seit 2000 die Stadt der Nordlichter) - das wäre natürlich ein Highlight gewesen!

 

Gegen 23 Uhr zogen wir uns um, gingen noch einmal aufs Klo und holten unsere Schlafsäcke und Kissen ab. Auf unserem Zimmer waren wir beide noch etwas am Handy und haben uns immer wieder gesagt, wie toll das alles ist - und wie warm uns ist (dazu gleich mehr)!

 

Die Nacht war richtig gut und wir haben beide wunderbar geschlafen. Die kalte Luft tat richtig gut! Wir hatten uns den Wecker auf 8.30 Uhr gestellt, packten zusammen, gingen ins Haupthaus und zogen uns um und dann ging es zum Frühstück und unser Abenteuer Eishotel war beendet. Für alle Übernachtungsgäste im Eishotel steht allerdings am Morgen zwischen 7 und 9 Uhr gratis die Sauna zur Verfügung - für alle, die sich aufwärmen müssen.


Folgst du mir eigentlich schon? 

 

auf Instagram und Facebook?

 

Dort siehst du regelmäßig Reisefotos und wirst über
neue Blogbeiträge umgehend informiert!

 



Eine Nacht im Eishotel: Die beste Kleidung

Vorab: Sowohl meine Freundin als auch ich sind beide Arktis-erfahren, frieren so gut wie nie und wir lieben die Kälte. Schon vorab witzelten wir darüber, dass wir vielleicht die ersten Gäste sein würden, denen es zu warm sein würde. Immerhin hat es im Zimmer im Eishotel dauerhaft rund -5 Grad.

 

Aber ja: Wir haben tatsächlich geschwitzt. 

 

Uns wurde mitgeteilt, dass wir am besten eine dünne lange Wollunterwäsche anziehen sollten. Und darüber entweder eine Fleece- oder eine dickere Wollschicht. Meine Freundin trug zwei Wollhosen und zwei Wollpullis, ich trug eine Wollhose, eine Fleecehose und zwei Wollpullis. Dazu hatten wir beide eine Beanie an, eine Mütze auf und trugen jeweils ein dünnes und ein dickes Paar Wollsocken. Und ja, das war deutlich zu viel für zwei wie uns! Die Handwärmer, die wir beide dabei hatten, waren genau wie unsere Handschuhe, die mit im Schlafsack waren, nicht im Einsatz.

 

Der Schlafsack hielt mega gut warm. So eingemummelt wie wir waren, haben wir darüber gewitzelt, wie wir es schaffen, ein paar Socken oder die zweite Hose auszuziehen - aber das war doch recht umständlich, also ließen wir sie an und ließen beide den Schlafsack oben ein klein wenig offen. 

 

Im Gesicht war es hingegen etwas kalt und ohne Mütze hätte ich nicht schlafen wollen (auch wenn das ganz schön umständlich war, wenn man sich bisschen bewegt hat und die Mütze rutschte). Wir hatten uns vorher mit spezieller Gesichtscreme gegen Kälte und Wind eingecremt, aber die Wangen wurden doch recht kalt. Auch im Schulter-Brustbereich war es etwas frisch, was aber an den von uns leicht geöffneten Schlafsäcken lag. 

 

Kleiner Tipp: Nutze unbedingt richtige Wollunterwäsche, zu 100 Prozent Wolle und keine Thermounterwäsche, insofern du Wolle verträgst. Wolle isoliert ganz anders und hält ganz anders warm. In solch extremen Bedingungen ist das wichtig.


Eishotel Sorrisniva in Alta: Eine teure Angelegenheit

Eine Nacht im Eishotel ist keine günstige Angelegenheit und insgesamt war es eine der teuersten Nächte meines Lebens. (Aber es war jeden Cent wert!)

 

Das Standardzimmer hat für zwei Personen 475 Euro pro Nacht gekostet. Die Suites kosten für zwei Personen 640 Euro pro Nacht. Das Frühstücksbuffet ist inklusive, man kann aber noch verschiedene Speisen gegen Aufpreis dazu buchen. 

 

Für das Abendessen mit zwei Hauptspeisen (Burger und Rote-Bete-Risotto) und zwei Cider haben wir umgerechnet etwa 85 Euro bezahlt. Für norwegische Verhältnisse war das ein nicht allzu teurer Restaurantbesuch (weshalb ich in Norwegen eigentlich nie in Restaurants esse). 

 

Die Stunde Whirlpool und Sauna hat pro Person 32 Euro gekostet - nicht wenig, aber wenn man schonmal da ist und für das Flair, war es uns das wert. 


Eishotel Sorrisniva in Alta: Lernen, wie Eisfiguren entstehen

Sorrisniva ist nicht nur ein Hotel, sondern bietet auch jede Menge Ausflüge und Aktivitäten an, die man direkt über das Eishotel buchen kann.

 

Das sind auch Touren, die sich aufs Eishotel selbst beziehen, etwa eine Guided Tour durch das Eishotel (60 Euro), eine "How to build a snow hotel" Tour (55 Euro) oder Ice Sculpting (120 Euro).

 

Wir haben das Ice Sculpting ausprobiert und fanden es richtig cool. Man bekommt erst eine kleine Tour durch das Eishotel, um sich Inspiration abzuholen. Dann geht es in einen separaten Raum, wo auf einem Tisch schon Eisklötze vorbereitet sind. Eine Guide zeigte uns, welches Werkzeug man für welche Arbeiten nutzt. Außerdem bekamen wir einen Ordner mit Werken zur Inspiration (einige hatten auch mehr oder minder Anleitungen dabei). Und dann ging es los.

 

Ich hatte mir einen Fuchs ausgesucht und war erstaunt, wie gut ich trotz meines mangelnden Talents für Kunst so vorankam. Mit gutem Willen konnte man tatsächlich einen Fuchs erkennen. Eine Guide gab den Tipp, dass ich Linien ins Gesicht zeichne und diese mit Schnee fülle - durch das weiß hebt es sich vom fast durchsichtigen Eis ab und gibt Kontur. Meine Freundin wollte einen Stern machen, im Laufe des Prozesses stellte sie aber fest, dass ihr Werk eher wie eine Lebkuchenfigur aussah und sie machte fortan eine Lebkuchenfigur - die am Ende auch richtig toll geworden ist.

 

Unsere beiden Werke wurden in dem Raum aufbewahrt und wir durften sie vor dem Schlafengehen abholen, um damit unser Zimmer zu dekorieren. 

 

Nach getaner Arbeit - insgesamt dauerte der Workshop zwei Stunden - ging es an die Bar und wir erhielten einen Shot aus Wodka und Blue Curacao. Prost!


Sorrisniva in Alta: Ausflüge und Aktivitäten

Nicht nur auf das Eishotel selbst bezogene Aktivitäten organisiert Sorrisniva, sondern auch so ungefähr jeden Ausflug, der möglich ist!

 

Im Sommer gibt es übrigens noch zusätzliche Aktivitäten wie Wandern, Rafting oder Reiten. 

 

Im Winter kann man mit dem Schneemobil fahren (235 bis 385 Euro), eine Schneeschuhwanderung machen (110 bis 170 Euro), für Nordlichter in einer Kleingruppe rausfahren (165 Euro), Eisbaden (95 Euro), zum Orca Watching (300 Euro), eine Königskrabben-Tour machen (300 Euro), Rentiere und die samische Kultur kennenlernen (160 Euro), Schlittenhunde besuchen (100 Euro) oder mit dem Hubschrauber über Nordnorwegen fliegen (1020 bis 8500 Euro). 

 

Wir haben über Sorrisniva eine Hundeschlittenfahrt gebucht (185 bis 360 Euro) und schon zwei Tage vor der eigentlichen Anreise gemacht. Das war gar kein Problem. Wir wählten die günstigste Tour, die drei Stunden dauerte - auch, weil ich auf Spitzbergen schon einmal eine Huskyschlittenfahrt gemacht habe, aber auch, weil es ja eh nur kurze Zeit dämmert und man sonst im Stockfinsteren gefahren wäre.

 

Wir wurden in der Lobby von Jøraholmen Huskys, mit denen die Tour war, abgeholt und mit dem Auto zur Hundefarm gebracht. Stian führt den Hof in der sechsten Generation und eigentlich hatten er und seine Frau, die ehemalige Fußballprofi Irene Furulund, die Hunde für Hundeschlitten-Wettkämpfe angeschafft. Inzwischen sind die beiden und ihre Kinder aber nicht mehr nur bei Rennen, sondern nutzen die Hunde auch touristisch für Hundeschlittenfahrten.

Wir bekamen erst die passende Kleidung, lernten die Welpen und dann die Schlittenhunde kennen. Danach halfen wir, die Hunde vor die Schlitten zu spannen und los ging die Fahrt, immer zwei Touris pro Schlitten, einer am Steuer, einer auf dem Schlitten selbst. Wir fuhren etwa 25 Minuten auf verschiedenen Wegen durch die Landschaft und am Altafluss entlang, dann wechselten Beifahrer und Fahrer, sodass beide sowohl das Hundeschlittenfahren als auch die vorbeiziehende Landschaft genießen konnten. Zurück banden wir die Hunde vom Schlitten los und brachten sie zu ihren Hütten, verabschiedeten uns von ihnen und saßen bei alkoholfreiem Glühwein und Lebkuchen am Lagerfeuer zusammen und hörten uns mehr Geschichten von den Hundeschlittenrennen an, ehe wir zurück nach Sorrisniva gebracht wurden.

 

Unbedingt empfehlen würde ich auch einen Besuch bei Sami Siida. Zwar hat Sorrisniva eigene Rentiere und einen Samen, der Rentierschlittenfahrten und eine Einführung in die Kultur der Samis organisiert, ich fand aber Sami Siida als samisches Kultur- und Erlebniszentrum, das wir unabhängig von Sorrisniva gebucht haben, das aber nicht weit entfernt liegt, ganz wundervoll. Die Samen gelten als letztes indigenes Volk in Nordeuropa. Wir besuchten erst das Museum, wo unser Guide uns eine kleine Einführung in die samische Kultur und deen Familienbetrieb gab.

 

Dann fütterten wir die Rentiere und fuhren in den Wald, wo der Schlitten wartete. Nach einer kurzen Fahrt auf dem Rentierschlitten stoppten wir in einer Lavvu, einer traditionellen samischen Hütte. Es gab Kaffee, Tee und Kakao und samischen Kuchen und der Guide beantwortete uns alle Fragen. Durch den "Zauberwald" brachten uns die Rentiere zurück zum Haupthaus, das auch als Restaurant dient. Wir haben dort nicht gegessen, hörten aber von anderen Gästen, dass es empfehlenswert ist. 2026 will die Familie auch Übernachtungsmöglichkeiten schaffen.


Eishotel Sorrisniva in Alta: So kommst du hin

Ich habe es weiter oben schon erwähnt: Es gibt tatsächlich Direktflüge von Frankfurt nach Alta! Eurowings Discover von Lufthansa hat die Strecke im November 2025 in den Flugplan aufgenommen.

 

Zumindest während ich gebucht habe, waren die Flüge mit etwa 250 Euro inklusive Gepäck auch nicht teuer. Geflogen wird immer donnerstags und sonntags und mein Hinflug war recht leer, der Rückflug recht voll. Der Flug dauert keine drei Stunden. Der Flughafen in Alta ist sehr klein, daher geht hier alles recht fix.

 

Bisher (und auch weiterhin möglich) mussten Reisende aus Deutschland über die norwegische Hauptstadt Oslo oder über die nordnorwegische Touristendestination Tromsø nach Alta fliegen, was die Reise lange und auch oft teuer machte. Alta wird von Oslo und Tromsø aus von den Airlines SAS, Norwegian und Widerø angeflogen.

 

Mit dem Auto dauert es vom Flughafen Alta rund 25 Minuten zu Sorrisniva. Das Eishotel liegt etwas außerhalb der Stadt am Fluss Altafluss, auch Gammelbollo genannt. Ins Zentrum von Alta sind es etwa 20 Minuten mit dem Auto.


Eine Nacht im Eishotel Sorrisniva in Alta: Mein Fazit

Mit der Nacht im Eishotel Sorrisniva in Alta habe ich mir einen Traum erfüllt. Meine Liebe zu Eis und Schnee und diese wunderbare Kunst, die dort erschaffen wurde, hat mein Herz tief berührt. 

 

Dass wir kurz vor der Eröffnung schon durch die Gänge spazieren durften und die öffentlichen Bereiche im Eishotel am späten Abend auch ganz alleine für uns hatten, war ein großes Plus. Ich hatte ein wenig Angst vor Menschenmassen, die durch das Zimmer stapfen. 

 

Auch wenn ich verstehen kann, dass man erst ab 20 Uhr aufs Zimmer darf und die Aufenthaltsbereiche super gemütlich sind, hätte mir für mehr als einen Tag doch ein Rückzugsort gefehlt. Aber das ist Jammern auf extrem hohen Niveau, denn insgesamt war der Aufenthalt so magisch, wie ich ihn mir vorgestellt habe. 

 

Eigentlich ist eine Nacht im Eishotel ein "Once in a Lifetime"-Erlebnis. Aber es hat sowohl meiner Freundin als auch mir so gut gefallen, dass wir schon dabei sind, die nächste Nacht zu planen – dann allerdings im Eishotel in Rovaniemi. Mal sehen, wie uns das im Vergleich gefällt. Sorrisniva hat auf jeden Fall vorgelegt und es wird gar nicht so einfach, das zu übertreffen.

 

Mein Fazit: Definitiv zu empfehlen – auch für Frostbeulen. Denn man kann sich ja warm anziehen!


Kommentar schreiben

Kommentare: 7
  • #1

    Lisa (Montag, 12 Januar 2026 15:30)

    Hallo Miriam.

    So aufregend ich eine Nacht im Eishotel auch finde, ich glaube für mich persönlich wäre das Nichts. Ich brauche Abends immer noch einen Raum, wo ich mich zurückziehen und vom Tag erholen kann. Aber ich freue mich für dich, dass du dir damit einen Traum erfüllen konntest! :)

    Was ich dagegen auf jeden Fall mal machen würde, wäre eine Fahrt mit dem Hundeschlitten. Das ist wiederum ein Traum von mir, seit ihr klein war und "Snow Dogs" gesehen hatte. Huskys waren tatsächlich auch lange meine absoluten Lieblingshunde.

    Ich bin auf jeden Fall gespannt wie euer Vergleich zu Rovaniemi ausfällt.

    Liebe Grüße, Lisa

  • #2

    Jana (Dienstag, 13 Januar 2026 13:10)

    Ich bin zwar die größte Frostbeule auf Erden, aber so ein Erlebnis würde mich auch mal reizen! Ich meine, wer kann schon von sich sagen, dass er in einem Eishotel übernachtet hat? Und es scheint Euch ja so richtig gepackt zu haben, wenn die nächste Planung schon im Raum steht! Mega!

    Den Whirlpool und die Hundeschlittenfahrt hätte ich übrigens auch mitgenommen!
    Und ganz neugierig nachgefragt, war das dein Kuscheltier?

    Liebe Grüße
    Jana

  • #3

    Mo (Dienstag, 13 Januar 2026 20:43)

    Liebe Miriam,

    dein Bericht ist so faszinierend, dass ich jetzt große Lust habe, selbst einmal in einem Eishotel zu übernachten.
    Besonders der Ice-Sculpting-Workshop hat mich beeindruckt, denn ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, wenn ich mit null künstlerischem Talent starte und am Ende doch etwas Erkennbares entsteht. Und Eis ist ja nochmal was anderes.
    Die Mischung aus Abenteuer, Kultur und Natur klingt unglaublich stimmig und die Hundeschlittenfahrt hätte mich ebenfalls total begeistert. Auch die Einblicke in die samische Kultur finde ich wertvoll, denn solche Begegnungen bleiben oft länger im Gedächtnis als jede Sehenswürdigkeit. Dass ihr das Eishotel fast für euch hattet, macht das Erlebnis noch magischer und besonders.

    Liebe Grüße
    Mo

  • #4

    Tanja von Der Duft von Büchern und Kaffee (Samstag, 17 Januar 2026 09:45)

    Hallo Miriam,
    wow! Ich habe mich mit einer Reise in ein Eishotel bislang noch nie auseinandergesetzt und auch noch keine Beiträge dazu gelesen. Ich fand deinen Bericht äußerst interessant. Du hast hier so schöne Bilder gezeigt. Es sieht wirklich aus, wie im Märchen. Ich glaube, so eine Art von Urlaub vergisst man vermutlich nie wieder.

    Ich danke dir für diesen ausführlichen und wirklich schönen Bericht.

    Liebe Grüße
    Tanja

  • #5

    Cornelia (Mittwoch, 28 Januar 2026 17:51)

    Wir haben uns in Torassieppi das Eishotel mal angeschaut, waren allerdings doch froh, statt dessen ein beheiztes Igloo gebucht zu haben. Einige Gäste sind damals auch von ihrem eisigen Zimmer in den Warmraum umgezogen, denen war es einfach zu kalt.
    Aber schön zu lesen, dass es dir gefallen hat.

  • #6

    Mike Strübing (Sonntag, 08 Februar 2026 16:52)

    Hallo Miriam

    Eishotel - klingt kalt, aber auch spannend. Muss ich mal auf meine ToDo-Liste mit aufnehmen.

    Mike

  • #7

    Reinhard Menne (Dienstag, 10 März 2026 17:29)

    Ein wirklich toller Bericht der uns noch mehr Lust aufs Eishotel macht. Wir sind gerade für eine Woche in Alta und erkunden die Gegend. Gestern Richtung Melsvik, heute waren wir in Lakselv. Und dazwischen muss meine Partnerin zur Dialyse im Krankenhaus in Alta.
    Morgen gehts auf jeden Fall in die Nordlichtkathedrale und morgen oder übermorgen dann zum Sorrisniva.
    Herzliche Grüße Reinhard und Diane
    PS: Wenn du meinen Blog lesen möchtest: renardum.com