5 km Radius: So schön ist meine Heimat Hannover

In Corona-Zeiten ist es schwierig, weiter weg zu reisen. Doch auch die Nähe hat so viel zu bieten und manchmal verlieren wir den Blick dafür und es zieht uns eher in die Ferne. Vor anderthalb Jahren bin ich nach Hannover gezogen und habe mich verliebt. Als eine Reisebloggerin kürzlich fragte, was man in einem Radius von fünf Kilometer um den eigenen Wohnort so entdecken kann, war ich erstaunt, wieviel Sehenswertes es in meiner Nachbarschaft tatsächlich gibt. Ich bin verliebt in die Seen und Flüsse, die Wälder und Wiesen, und das, obwohl ich mitten in Hannover lebe. Aber diese Blogparade war ein Aufruf, auch abseits nochmal genauer hinzuschauen. Hier kommt mein Hannover - auf eine andere Art!


Was gibt es zu entdecken, wenn man sich nicht weiter als fünf Kilometer von seinem Zuhause entfernt? Da wir in Corona-Zeiten nicht so weit wegfahren können, gilt es, das Auge für die Heimat zu schulen und deshalb hat die liebe Tanja von "Tanjas Life in a Box" zu einer Blogparade unter dem Motto: "Urlaub zu Hause - so schön ist meine Heimat". Und da teile ich doch einfach auch mal ein paar Impressionen von Hannover. Denn, nun ja, da ich mitten in Hannover wohne, sieht man wie schon auf dem Bild oben, dass es bei mir hauptsächlich das Gebiet der niedersächsischen Hauptstadt ist. Aber, und das vorweg, es ist hier wahnsinnig grün und es gibt so viel Wasser!


Wo ich wohne: Der Stephansplatz in der Südstadt

Der Stadtteil, in dem ich wohne, nennt sich Südstadt und ist wirklich toll. Hier gibt es viele kleinere inhabergeführte Läden und in einem 10-Minuten-Rundgang kann ich Bücher, Kleidung, Medizin, Briefmarken, Spiele, Brillen, Schmuck, Ballettausstattung, Blumen, Fahrräder, Unverpacktes, Schreibutensilien und und und kaufen. Freitags ist bei uns vor dem Haus, am Stephansplatz, ein Wochenmarkt, auf dem viele Bauern, Metzger, Bäcker, Käsereien und und und ausstellen und frische Waren anbieten. Auch Trockenobst, Nüsse, Blumen und Kleidung kann man dort kaufen. Bei uns in der Südstadt ist es übrigens so schön, dass sogar regelmäßig wilde Tiere einziehen. Letztes Jahr hat eine Amsel in meinem Fahrradkorb gebrütet (nicht erfolgreich), dieses Jahr eine Ente im Bärlauch in unserem Innenhof - sechs Küken kamen heraus! Mutter-Ente und die drei überlebenden Küken watscheln jetzt wohl einige Wochen durch unseren Hof!


Rund um den Maschsee

Der Maschsee ist der größte See in Hannover und es gibt einen Laufweg einmal herum, der sechs Kilometer lang ist. Mit den rund 800 Metern von meinem Haus zum Maschsee-Ufer ist das eine perfekte Ausdauer-Lauf-Runde. Aber auch sonst ist es am Maschsee sehr schön. Viele Schwäne und Enten finden sich hier, da das Ufer weitläufig ist, kann man sich hier auch mit Decke niederlassen und picknicken. Baden ist auch erlaubt, etwa beim Strandbad am Südufer.


Bundesliga gucken im Stadion und der Halle

Wer mich kennt, weiß, dass ich es liebe, Fußball und Handball zu schauen - und beides gibt es in Hannover. Hannover 96 spielt zwar nur noch in der Zweiten Bundesliga, aber immerhin in meinem ersten Jahr in Hannover konnte ich noch das ein oder andere Erstliga-Spiel sehen. Direkt neben der HDI-Arena steht die Swiss Life Hall, in dem der TSV Hannover Burgdorf, die Recken, einige der Heimspiele austrägt. Ausgenommen der furchtbaren Klatschpappen ist die Stimmung einfach super.


Spieleladen, Kunst und Kultur am Aegidientorplatz

Der Aegidientorplatz ist die Schnittstelle zwischen Innenstadt und Südstadt - und so etwa das weiteste, wohin ich mich im Alltag bewege. Hier gibt es einen wundervollen Spieleladen, Fantasy In. Außerdem ist der Platz auch eines von vielen kulturellen Zentrum mit dem Theater am Aegi, der Hinterbühne und einem Filmkunst-Kino. Ein kleiner Spaziergang für die Hungrigen lohnt sich Richtung Marienplatz. Unterwegs finden sich zahlreiche Restaurants, von Sushi über Burger bis hin zu Hawaiianisch.


Das Neue Rathaus am Maschteich

Als ich kürzlich Besuch aus Norwegen hatte, hatte ich zuvor erzählt, dass viele Menschen Hannover als langweilig und hässlich empfinden. Als mein inzwischen 18-jähriges Au-Pair-Kind dann das Neue Rathaus sah, schüttelte sie nur den Kopf. Die Rückseite ist dem Maschteich zugewandt und der Bau ist einfach nur imposant (wenn auch quasi immer Bauarbeiten stattfinden). Im Teich schwimmen Enten, Schwäne und am Ufer kann man auch mal Eichhörnchen entdecken.


Hannover Innenstadt

Ich muss gestehen, ich bin selten bis nie in der Innenstadt. Das liegt auch daran, dass ich in der Südstadt alles habe, was ich brauche. Und da ich quasi nie shoppen gehe, komme ich da auch nicht wirklich in Versuchung. Zum Weihnachtsmarkt zieht es mich aber jedes Jahr mehrfach dorthin - und auch wenn ich Besuch habe. Denn durch die Innenstadt schlängelt sich der vier Kilometer lange Rote Faden, der die wichtigsten Sehenswürdigkeiten (unter anderem das Neue Rathaus) abklappert. Mein Highlight in der Innenstadt ist übrigens die Markthalle - dort gibt es allerlei internationale Kost! Und gegenüber liegt das Alte Rathaus mit seiner wunderschönen gotischen Fassade.


Flanieren auf der Lister Meile

Den Hype um die Lister Meile, die am Ende des Hauptbahnhofs beginnt, habe ich nie so wirklich verstanden. Die Einkaufsstraße hat aber durchaus ein paar nette Highlights, etwa das rote Pflaster oder auch das kleinste Café Hannovers, die Kaffeemühle.


An der Ihme, an der Leine

Hannover hat ganz viel Wasser - und das ist etwas, was ich enorm liebe. Es gibt zwei natürliche Flüsse: Die Ihme und die Leine, die sich im Stadtgebiet vereinen und als Leine weiterfließen. Innerhalb der Stadt gefällt mir die naturbelassene Ihme deutlich besser, aber außerhalb der Innenstadt ist auch die Leine ein absolutes Naherholungsgebiet - mit Strandbar und Wassersport-Möglichkeiten.


Der hippe Stadtteil: Linden

(c) Cars / Wikicommons
(c) Cars / Wikicommons

Linden ist, zusammen mit der benachbarten Nordstadt, das als Studenten-Viertel gilt, der beliebteste und hippste Stadtteil in Hannover. Ich bin nur selten dort, meine Sturm-und-Drang-Phase ist schon vorbei, aber ich mag die Hauptstraße Limmerstraße trotzdem sehr gerne. Hier gibt es unzählige Restaurants (vor allem das italienische Francesca & Fratelli" ist beliebt), aber vor allem eines der ältesten Programmkinos in Norddeutschland: das Apollo - Studio für Filmkunst. Solche kleinen Kinos sind mir ja tausendmal lieber als riesige Anlagen.


Studieren im Schloss an der Leibniz Uni

Als ich mich auf einen Studienplatz beworben hatte, wusste ich nicht, wie wunderschön die Leibniz Universität ist. Gut, bei weitem nicht alle Gebäude und Ecken! Aber das Fremdsprachenzentrum beispielsweise ist im Welfenschloss untergebracht - einem wunderschönen Bau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Meist bin ich zwar bei Veranstaltungen im Historischen Seminar, einem alten umgemodelten, und bei weitem nicht so schönen Gebäude dahinter, aber immerhin komme ich bei jeder Anfahrt daran vorbei (egal ob mit Bahn oder Rad). Dahinter liegt übrigens der ebenso schöne Welfengarten (und obwohl nicht sonderlich groß, habe ich lange gebraucht, bis ich die Wege kannte).


In der Nähe zu finden: 

 

► Die 10: Meine Highlights in Hannover

► Stadt an der Leine: Hannover

► Eine Fahrradtour von Hannover ans Steinhuder Meer

► Über den Wolf lernen im Wolfcenter Dörverden

► Auf Safari in Deutschland: Serengetipark Hodenhagen

► Sehenswert in Oldenburg

► Der große Bremen Guide 

► Meer und Klima erleben in Bremerhaven

► Das Dorf der Action: Bispingen in der Lüneburger Heide

► Miniaturwunderland, Speicherstadt und Co: Hamburg

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Herrenhäuser Gärten

Die Herrenhäuser Gärten sind eine Art Ansammlung von drei Museen. Der Große Garten ist ein Barockgarten und ist als solcher einer der bedeutendsten in Europa. Er ist sehr weitläufig und einfach schön anzusehen. Überall finden sich kleine und eine große Wasserfontäne, dazu viele abgetrennte kleinere Gärten, die thematisch aufgebaut sind. Der Berggarten auf der anderen Straßenseite, direkt am SeaLife, ist ein botanischer Garten mit einem großen Außenbereich und einigen Gewächshäusern, in denen sich Pflanzen beispielsweise aus Süd- und Nordamerika oder Asien befinden.


Am Mittellandkanal entlang radeln

Nur ein ganz kleiner Abschnitt des Mittellandkanals liegt in meinem 5-Kilometer-Radius, aber das rechtfertigt die Aufnahme hier in die Liste! Ich bin den schon öfter am längsten künstlich angelegten Kanal Deutschlands entlang geradelt und finde es weitestgehend einfach echt schön. Am Ufer finden sich Grünanlagen, überall zwitschern Vögel und manchmal sitzt eine Ente im Weg. Auf der Höhe Bothfeld (außerhalb des Radius!) ist eine sehr hübsche Mühle. 


Der Zoo

Der Hannoveraner Zoo liegt auf dem Areal der Eilenriede. Er ist nach und nach umgebaut worden und die meisten Tiere haben inzwischen deutlich mehr Platz. Ich war bisher zweimal dort und vor allem die Yukon-Welt finde ich sehr schön. Allerdings ist der Eintritt in den Zoo unfassbar teuer, ein Erwachsener zahlt 26 Euro. Tickets am besten online buchen, die Schlange am Eingang ist am Wochenende oder in den Ferien enorm lang. Der Zoo hat übrigens auch eine nicht so schöne Geschichte, denn hier gab es früher Menschenausstellungen mit verschleppten Afrikanern.


In der Eilenriede

Die Eilenriede ist der Hannoveraner Stadtwald und ein großartiges Naherholungsgebiet. Wer ein bisschen Zeit hat und das Wetter genießen möchte, schnappt sich ein Fahrrad oder geht zu Fuß. Auch für Reiter gibt es spezielle Wege durch den 640 Hektar großen Wald. An einigen Stellen sind Liegewiesen ausgeschrieben, außerdem gibt es etliche Spielplätze für Kinder, einen Hochseilgarten, eine Halfpipe-Anlage, einen Trimm-Dich-Pfad und einen Minigolfplatz. Im Winter warten vier Rodelberge.

 


Essen gehen rund um die Sallstraße

Die Sallstraße ist wahrscheinlich nur für mich eine kleine Schlemmermeile. Ich jedenfalls mag drei Restaurants, die in dem Umkreis liegen, enorm gerne. Das italienische Ecco! Trattoria, das indische Sagir und das Flammkuchen- und Pasta-Lokal LaSall. Wo die Sallstraße stadtauswärts schon nicht mehr so heißt, findet sich auch das Restaurant Handwerk. 


Die Hannoversche Seenplatte

In Hannover gibt es viele Seen, vor allem im Süden. Bekannt sind die Ricklinger Teiche, eines der beiden Naherholungsgebiete in der Stadt. Sie grenzen im Süden an den Maschsee und bestehen aus drei Badeseen, die nicht bewacht werden. Allerdings liegen drum herum noch ganz viele weitere Seen, teilweise zum Schwimmen freigegeben, teils nicht, weshalb man auch gerne von der Hannoverschen Seenplatte spricht. 


Museen

Viele der Museen in Hannover liegen im Radius um fünf Kilometer um meine Wohnung und sind damit alle gut per Fahrrad erreichbar. Besonders schön ist das Niedersächsische Landesmuseum. Das Neorenaissance-Gebäude aus 1902 ist prunkvoll, im Inneren findet sich so ungefähr alles: Biologie, Kunst, Geologie... Die drei Etagen sind nach Welten benannt: NaturWelten, MenschenWelten und KunstWelten. In letzterem findet sich eine Gemälde-, Skulpturen- und Graphik-Sammlung vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Zudem sind im Münzkabinett mehr als 40.000 Einzelstücke zu sehen. Schräg gegenüber der Uni, nur unweit von den Herrenhäuser Gärten, liegt das Wilhelm-Busch-Museum, ein Karikatur-Museum mit einer großen Sammlung an Zeichnungen von Wilhelm Busch, aber auch von anderen Satirikern.

Mehr Museen habe ich hier tatsächlich noch nicht besucht, aber einige stehen auf meiner To-Do-Liste. Hier eine Übersicht mit denjenigen, die im 5-Kilometer-Radius von meiner Wohnung liegen:

  • Das Blindenmuseum in der Nähe des Zoos
  • Das Sprengel Museum für Moderne Kunst am Maschsee
  • Das kleinste Designmuseum Deutschlands am Braunschweiger Platz
  • Das Veterinärmedizinische Museum ebenfalls am Braunschweiger Platz (in Hannover gibt es die Tierärztliche Hochschule)
  • Das Historische Museum in der Innenstadt
  • Das Theatermuseum am Kröpcke in der Innenstadt
  • Die Kestnergesellschaft mit Avantgarde-Kunst-Ausstellungen in der Innenstadt
  • Der Kunstverein Hannover in der Innenstadt
  • Das Museum August Kestner, in dem es angewandte Kunst zu sehen gibt, in der Innenstadt
  • Das Feuerwehrmuseum in der Innenstadt
  • World of Kitchen, eine Ausstellung mit Küchenutensilien, Essen ist bei der Führung inklusive, in List
  • Das Friedhofsmuseum auf dem Stadtteilfriedhof Seelhorst bei Döhren-Wülfel
  • Die Kunsthalle Faust in Linden wurde mir mehfach als "Geheimtipp" empfohlen
  • Das Kindermuseum Zinnober, bei dem Kinder mit allen Sinnen entdecken sollen, in Linden

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