Vulkanwandern auf La Palma: Los Volcanes de Teneguía

Die wunderschöne Kanaren-Insel La Palma ist ein Eldorado für Wanderfreunde und Outdoor-Fans. Vom Inneren La Palmas Richtung Süden kann man auf rund 18 Kilometern verschiedene Vulkane erwandern. Die "Rute de los Volcanos" ist ein Wanderklassiker auf der Insel. Doch auch wer nicht die gesamte Strecke gehen möchte, findet Alternativen. Zum Beispiel ein Halbtagestrip von Los Canarios und dem Vulkan San Antonio mit seinem Besucherzentrum (mit Erdbeben-Simulation!) über den Roque Teneguía hin zum Vulkan Teneguía. Der brach als letzter Vulkan auf La Palma aus, im Jahr 1971. Die Tour führt weiter zum Südkap von La Palma, Fuencaliente, mit zwei Leuchttürmen und großen Salinen. 


Volcanes de Teneguía: Das erwartet dich beim Wandern

Einen tollen Tagestrip zu Fuß auf La Palma ist die Vulkanwanderung durch das Naturschutzgebiet Los Volcanes de Teneguía im Süden der Kanaren-Insel. Die "Ruta de los Volcanes", wie die Wanderroute heißt, gehört zu den Klassiker bei Outdoor- und Wanderfans, die nach La Palma reisen. Und was soll ich sagen - die Tour ist wirklich wunderschön. 

 

Die "Ruta de los Volcanes" ist rund 18 Kilometer lang und beginnt in der Nähe von El Paso, im Inneren von La Palma, mit dem Vulkan Tacande. Sie führt weiter über die Vulkane Tahuya, Martin de Tigalate, San Antonio, El Chargo, San Juan, San Antonio und Teneguía.

 

Du solltest unbedingt festes Schuhwerk einpacken (die Sneaker, die ich auf dem Bild hier trage, waren nur so semioptimal), denn hier geht es über Stock, Stein, Felsen und Lava - und das bei bisweilen sehr starkem Wind. Außerdem gehören Sonnencreme, Sonnenschutz und genug Trinkwasser in deinen Tagesrucksack.

 

Ich bin nur ein Teil der Route gegangen und habe sie auch ein wenig angepasst, sodass ich vom Vulkan San Antonio über den Roque Teneguía und den Vulkan Teneguía ans Südkap von La Palma, der für seine Salinen bekannte Ort Ponta Fuencaliente mit dem gleichnamigen Leuchtturm, gewandert bin. 


Ausgangspunkt fürs Vulkanwandern: Volcan San Antonio

Ausgangspunkt für die Vulkanwanderung, die ich gemacht habe, ist die Stadt Los Canarios (ehemals Fuencaliente). Dort gibt es das Besucherzentrum zum Volcan San Antonio, das auch ausgeschildert ist. Du kannst hier entweder mit dem Auto parken oder auch einen Bus nach Los Canarios nehmen und deine Wanderung ohne Mietwagen starten. Rund um den Vulkan San Antonio lassen sich auch Dromedare mieten, um die Gegend zu erkunden. 

 

Im Centro de Visitantes, dem Besucherzentrum, erfährt man für 5 Euro mehr über das vulkanische Leben auf der Insel. Nach wie vor brodelt es im Untergrund von La Palma und die Vulkane sind zwar nicht bedrohlich aktiv, aber sie leben noch. Der letzte große Vulkanausbruch war der des unweit liegenden Volcan Teneguía im Jahr 1971 und ein Film hierzu ist im Kinosaal des Besucherzentrums zu sehen. Schon erstaunlich, wie anders die Landschaft für Touristen war, die La Palma 45 Jahre vor mir besucht haben. 

Mein Highlight am Besucherzentrum war eine kleine Plattform, auf die man sich stellen konnte. Dann wurden Erdbeben in verschiedenen Stärken simuliert, sodass man einen Eindruck bekommt, wie viel Kraft die Naturmächte hier haben.

 

Ein kleiner, bisweilen leicht steiler Weg führt auf den Krater des Vulkans San Antonio hinauf. Der San Vulkan Antonio brach zuletzt im Jahr 1677 aus. Im Krater wachsen zwischen der schwarzen Erde erste Pflanzen. Das ist schon ein wenig absurd - total verbrannte Erde, alles schwarz und eintönig - und doch erwachen hier Pflanzen zum Leben und setzen mit der grünen Farbe einen krassen Kontrast. 

 

Obacht, am Kraterrand auf 657 Metern Höhe kann es durchaus sehr windig werden, Seile helfen allerdings beim Aufstieg. 

 

Von oben hast du einen tollen Blick über den Süden von La Palma bis hinüber zu den kleineren Nachbarinseln El Hierro und La Gomera.

 

Auch etwas anderes kannst du von hier oben sehen: Den deutlich jüngeren Vulkan Teneguía und den Weg, der dorthin führt. Ihr könnt euch auf diese Weise also schon einmal einen kleinen Eindruck verschaffen, wie der weitere Teil der Route aussieht. 

 

Hier zeigt sich, wie die Landschaft durch den Ausbruch des Vulkans Teneguía vor 45 Jahren die Landschaft geprägt hat. Noch ist alles schwarz überzogen. Die Insel wurde durch Lava-Ablagerungen auch größer. Aber auch hier wachsen erste grüne Pflanzen dazwischen und trotzdem dem heißen Gestein. Was ich sehr faszinierend fand: Es war deutlich zu sehen, wo die Lavaströme gen Meer flossen. 


Vulkanwandern auf La Palma: Der kleine Roque Teneguía

Vom Parkplatz des Besucherzentrums Volcan San Antonio aus führt ein kleiner, schmaler und sehr steiler Weg nach unten auf den Hauptwanderweg der "Ruta de los Volcanes". Ihr könnt es eigentlich nicht verfehlen, denn von hier oben aus hat man eine gute Sicht und erkennt, wohin man in etwa gehen muss. Es ist aber eher ein Trampelpfad. 

 

Der Abstieg ist trickreich, daher sollte man sich etwas Zeit dafür nehmen und auf jeden Fall sollte man genug Wasser, einen Sonnenschutz für den Kopf und Sonnencreme dabei haben. Die Sonne scheint hier im Lavafeld nämlich ohne Erbarmen und da es hier nicht wirklich Bäume gibt, gibt es auch keinen Ort, an dem man etwas Schatten abbekommen kann. 

 

Auf dem Hauptwanderweg der "Ruta de los Volcanes" angekommen, Camino las Machugueras genannt, kannst du dich eigentlich auch nicht verlaufen. Du musst dich links halten, aber deine nächsten Ziele sind ja ohnehin in Sichtweite.

 

Zunächst erreichst du über den nun ebenerdigen und breiten Weg einen Aussichtspunkt auf den den Roque Teneguía. Dabei handelt es sich um einen kleinen Felshügel, der den Bewohnern von La Palma wichtig ist. Der Roque Teneguía ist nicht nur ein Naturdenkmal, die Einheimischen haben vor vielen Jahrhunderten schon Felsmalereien und Gravuren hinterlassen. Der Hauptwanderweg führt nicht direkt an den Roque Teneguía. Um den schönen Ausblick zu genießen, musst du also einen Umweg gehen. Ich habe darauf verzichtet. 


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Vulkanwandern auf La Palma: Der jüngste Vulkan Teneguía

Nach einer Weile nähert man sich dem Vulkan Teneguía, (Achtung, auf Google Maps wird hier fälschlicherweise der Vulkan San Juan ausgeschrieben!) der ebenfalls auf der rechten Seite liegt. Ein kleiner Weg führt durch das Lavafeld hin zum Vulkan. 

 

Wir hatten nun rund zwei Kilometer vom Parkplatz aus zurückgelegt, aber waren insgesamt schon zwei Stunden unterwegs - denn wir sind ja auch auf dem Kraterrand von San Antonio rumgewandert und haben das Besucherzentrum inspiziert. 

 

Der 438 Meter hohe Vulkan Teneguía ist der jüngste auf der Insel und er lässt sich besteigen. Der Weg ist allerdings noch nicht gesichert, teilweise muss man über Felsen und Steine klettern, daher ist er trickreich und es ist bisweilen sehr windig und stürmisch. Daher sollte man sich beim Aufstieg Zeit nehmen und sich nicht überschätzen.

Ich wanderte alleine nach oben, da mein Freund etwas Höhenangst hat - zumal es wirklich stürmisch war. Aber das haben wir schon öfter gemacht, daher ist es kein Problem für mich - und nachher habe ich manchmal immerhin Fotos aus einer anderen Perspektive.

 

Nach einer Weile traf ich auf eine Reisegruppe, deren Guide Geologe war, der seit vielen Jahren jedes Jahr nach La Palma kommt und auf den Vulkan Teneguía steigt, um zu dokumentieren, wie er sich verändert. Er hob ein paar Steine an und ließ mich die Hand in ein Loch halten, aus dem noch immer heiße Luft strömte. Auch ein paar Schwefelecken kannte er gut. Das roch ganz schön fies!

 

Das war für mich noch einmal extra interessant, denn ich hätte die Stellen alleine natürlich niemals gefunden - und so wurde das Erlebnis gleich noch einmal realer.

 

Ganz zur Spitze nach vorne am Kraterrand bin ich aufgrund des sehr starken Windes nicht gewandert, allerdings schaffte ich es auf die natürliche Mini-Aussichtsplattform an der höchsten Stelle (ich bewegte mich allerdings am Boden fort, aufgrund des starken Windes), ehe ich mich wieder an den Abstieg machte.


Vulkanwandern rund um den Teneguía auf La Palma

Von hier aus wird der Wanderweg noch beeindruckender, wie ich finde. Denn ein kleiner Weg führt quer durch die Lavafelder des Teneguía in Richtung Südkap von La Palma. Mit Steinen ist der Weg markiert, man kann ihn eigentlich nicht verpassen. 

 

Es sieht wirklich aus, als würde man durch eine Mondlandschaft gehen - nahezu alles ist steinig, schwarz und sandig und nur hier und da trotzt eine Pflanze allen Widrigkeiten. Hier im Flachen ist es übrigens auch überhaupt nicht mehr windig sondern eher ziemlich heiß!

 

Nach rund einem, anderthalb Kilometern erreichten wir dann die Serpentinen-Straße der Landstraße L207, die Los Canarios und Faro de Fuencaliente verbindet. Dort kann man aber, die Serpentinen-Straße mehrfach überquerend, immer noch dem Wanderweg folgen, der etwas steiler hinunter ans Südkap führt. Wir haben den kürzeren, aber steileren Weg gewählt und da wir ja nach unten unterwegs waren, war es auch nicht allzu anstrengend. Erst an der Kreuzung der Carretera la Costa el Faro und Carretera la Costa Malpaís begaben wir uns auf die asphaltierte Straße und gingen die letzten Meter hinunter zum Leuchtturm. 


Ziel der Vulkanwanderung: La Palmas Südkap Fuencaliente

Am Leuchtturm, dem Faro de Fuencaliente, hatten wir unser Ziel des Tages erreicht. Eigentlich sind es sogar zwei Leuchttürme. Der neue, rot-weiße, ist erst 1985 in Betrieb genommen worden und wirkt noch recht neu - und ist ein richtiger Farbklecks in der ansonsten so schwarzen Landschaft.

 

Der alte Leuchtturm steht noch daneben, er wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts gebaut, beim Erdbeben 1949 (das das Vulkanfeld San Juan entstehen ließ) und durch den Ausbruch des Teneguía 1971 wurde er aber so stark beschädigt, dass ein Betrieb nicht mehr richtig möglich war. Heute ist der alte Leuchtturm ein Meermuseum und ein Infozentrum für das Meeresschutzgebiet von La Palma, im Original: Centro de Interpretación de la Reserva Marina de la Isla de La Palma. 

 

Durch die Aufstiege am San Antonio und am Teneguía haben wir insgesamt mehr als fünf Stunden für diese Tour gebraucht, obwohl es nicht sonderlich viele Kilometer waren. Es war fast ein wenig schade, denn diese Landschaft war so herrlich und nun waren wir quasi wieder in der Realität zurück. 

 

Rund um die Ponta Fuencaliente mit den Leuchttürmen befinden sich auch die Salinen, die zur Salzgewinnung genutzt werden, und das Restaurante Temático El Jardín de la Sal. Dort kehrten wir erst einmal ein und gönnten uns eine kleine Speise und ein paar kalte Getränke. 

 

Eigentlich soll direkt am Café auch ein Bus zurück nach Los Canarios fahren. Wir hatten das Auto extra an einer Bushaltestelle im Dorf und nicht auf dem Besucherparkplatz abgestellt, weil wir schon dachten, dass wir nach der Busfahrt nicht noch einmal losmarschieren wollen. Allerdings kam während wir im Café saßen kein Bus.

 

Wir trafen zum Glück ein Ehepaar wieder, das wir bei unserer Delfin-Safari auf der Bussard am Tag zuvor kennengelernt hatten. Sie waren mit dem Auto gekommen und fuhren uns zurück ins Dorf.


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Kommentare: 9
  • #1

    Mo (Mittwoch, 17 März 2021 14:47)

    Liebe Miriam,

    die Kanarischen Inseln mag ich sehr. Leider haben wir es auf La Palma noch nicht geschafft. Hauptsächlich wegen unserem Kind, dem das Wandern auf den Vulkan vermutlich wenig Freude machen würde. Jedenfalls hatte er damals mit den Augen gerollt, als wir damals vor den Katalogen brüteten, welche Insel unser Urlaubsziel sein sollte.
    Das Ziel der Vulkanwanderung wäre auf jeden Fall etwas für mich. Ich finde alte Leuchttürme total faszinierend und Meermuseum stünde definitiv mit auf meinem Besichtigungsplan.

    Liebe Grüße
    Mo

  • #2

    Ute (Mittwoch, 17 März 2021 18:07)

    Liebe Miriam,
    Der Reisebericht war ganz nach meinem Geschmack. Tolle Wandertour mit fantastischen Aussichten. Von so einer Plattform, die Erdbeben simuliert habe ich noch nie etwas gehört. Das würde mich auch interessieren.
    Lg Ute reist

  • #3

    Orange Diamond Blog (Donnerstag, 18 März 2021 18:33)

    Liebe Miriam,
    auf den Kanaren war ich bisher nur einmal! Aber wir sind auch nur wenig gewandert. Meistens nur kleinere Routen. Jetzt mit Kindern wird es schwieriger. Dein Bericht macht viel Lust eine Wanderung einzuplanen. Danke für die schöne Vulkanwanderung.

    LG, Alexa.

  • #4

    Julia (Donnerstag, 18 März 2021 19:38)

    Hallo Miriam,

    ein schöner Reisebericht und tolle Bilder. Es hört sich spannend an und ein toller Ausblick wenn man gewandert ist. Eine Vulkanwanderung würde ich mal machen wollen, vielleicht komme ich irgendwann dazu.

    Liebe Grüße
    Julia

  • #5

    Vivienne Claus (Donnerstag, 18 März 2021 20:03)

    Liebe Miriam,
    so interessant. Eine Vulkanwanderung würde mich auch sehr interessieren, der Kontrast zwischen schwarzer Erde und den grünen Pflanzen ist bestimmt schön anzusehen. Simulierte Erdbeben sind sicherlich auch eine lehrreiche Erfahrung, um sich so etwas einmal vorstellen zu können. Ich mag es, Reisen mit so vielen Sinneseindrücken zu erleben. Mein absoluter Favorit!
    Herzliche Grüße Vivienne

  • #6

    Marion (Donnerstag, 18 März 2021 20:36)

    Ich freue mich schon auf den Stromboli und den Ätna auf Sizilien. Mein nächstes Reiseziel. Warst du schon auf dem Teide? Der ist irgendwie total ähnlich wie der Tacande. LG Marion

  • #7

    Anja (Donnerstag, 18 März 2021 23:11)

    Liebe Miriam,
    ich war schon von deinem anderen Beitrag zum Vulkanwandern fasziniert, denn so eine Wanderung habe ich noch nie unternommen, es reizt mich aber sehr. Ebenso war ich bislang noch nicht auf La Palma. Das scheint eine gute Kombination zu sein - die Landschaft sieht beeindruckend aus.
    Spannend finde ich auch die Erdbebensimulation - auch wenn ich sowas niemals wirklich miterleben möchte.
    Herzlichen Gruß
    Anja von STADT LAND WELTentdecker

  • #8

    Isa (Freitag, 19 März 2021 06:39)

    Liebe Miriam, ich war leider bislang weder auf La Palma noch war ich jemals Vulkanwandern. Dennoch würde ich beides unheimlich gerne einmal machen. Vor allem das Ziel deiner Wanderung reizt mich sehr, denn ich liebe Leuchttürme, der Weitblick ist einfach immer wieder faszinierend! Kann man den Leuchtturm dennoch besteigen oder handelt es sich ausschließlich um ein Museum und Info Zentrum? Auch der Weg durch die Lavafelder des Teneguía sieht toll aus und "Mondlandschaft" trifft es für meinen Begriff sehr gut.

    Viele Grüße
    Isa

  • #9

    Jana (Freitag, 19 März 2021 14:54)

    So eine Vulkanwanderung wäre total mein Ding! Ich war ja selbst schon mal auf einem erloschen Vulkan in Edinburgh, aber dem hat man seine Geschichte gar nicht mehr angesehen! Da finde ich die Vulkantour auf La Palma viel spannender! Ich müsste aber definitiv auch erstmal festes Schuhwerk kaufen, weil ich nichts Passendes zu Hause hätte! Übrigens finde ich auch den Erdbebensimulator interessant! Hier in Mitteldeutschland hab ich sowas noch nie gespürt ... zum Glück auch, kann man ja nur sagen!

    Liebe Grüße
    Jana