Ein Tag am Steinhuder Meer

Einfach für einen Tag ans Meer fahren - das wäre schön. In etwa so etwas ist ein Tagesausflug von Hannover aus ans Steinhuder Meer. Das ist zwar gar kein Meer, sondern der größte See Niedersachsens, aber ein bisschen Strandpromenaden-Feeling und Badespaß gibt es hier auch.

 

Wer nicht nur Baden, Flanieren und Entspannen möchte, hat allerlei Angebote am Steinhuder Meer. Selbst mit Kanu oder Tretboot fahren, oder sich mit dem Boot ans andere Ufer bringen lassen, mit dem Fahrrad einmal den See umrunden (32 Kilometer!), eine Vogelwanderung oder ein Spaziergang durch den Naturpark machen.


Ausgangspunkt für viele Touren ist der Ort Steinhude. Eine Bahn hierhin gibt es nicht, wer mit dem ÖPNV anreist, nimmt die Bahn bis Wunstdorf und dann den Bus.

 

Ich bin mit dem Fahrrad aus Hannover gefahren, das sind rund 38 Kilometer auf dem Fahrradweg ab der Südstadt. Der Weg ist bis auf einen kurzen Abschnitt wirklich schön, er führt an Ihme und Leine entlang, durchs Grün, über Felder und durch Wälder (wir haben sogar einen Fuchs gesehen) und am Stichkanal Hannover-Linden entlang.

 

Kurz vor Wunstdorf wird es etwas unidyllischer, da geht es an Bahngleisen entlang. In Wunstdorf führt die Strecke durch die Ortsmitte, dann aber wieder hinaus aufs Land, beziehungsweise in den Wald un dans Wasser. Ab Wunstdorf war auf dem Fahrradweg auch richtig viel los - vor allem bei sonnigem Wetter am Wochenende ist das Steinhuder Meer ein beliebter Ausgangspunkt und Menschen nehmen ihre Fahrräder mit in die Bahn und fahren die letzten rund 8 Kilometer von Wunstdorf aus mit dem Rad.

 

In Steinhude selbst dreht sich alles um den See. Die Fußgängerzone führt direkt zum Wasser hin, hier finden sich ein paar kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants. An nahezu jeder Ecke kann man frischen Fisch und Aal kaufen, Fischbrötchen gibt es auf die Hand.

 

Wer die Fußgängerzone bis zum Ende durchgeht, kommt an eine Art Platz, der den Übergang zwischen FuZo mit vielen Restaurants und Cafés und Uferkante bildet. Hier sammeln sich richtig viele Menschen, zumindest war das an dem Tag so, an dem ich dort war.

 

Hier findet sich auch eine kleine Bude, an der sich Bootstouren und Co buchen lassen. Auf dem Wasser kann man mit Kajak, Kanu oder Tretboot herumschippern, außerdem fahren Boote beispielsweise ans Nordufer, wo weniger los ist und es auch Badestrände gibt. Wir haben uns dafür entschieden, beim ersten Besuch all das auszulassen und lieber die Gegend ein wenig zu erkunden.

 

Ein paar Stege führen aufs Wasser hinaus. Normalerweise legen hier die Boote an, doch viele nutzten die Holzstege auch, um zu entspannen.

 

Rechts führt eine Art kleine Holzbrücke ein Stück weit über den See, links davon liegt der große Binnensee, rechts der kleine Hafen, in dem die Boote anlegen, wenn sie nicht gerade von Touristen übers Wasser gezogen werden.

 

Wie ihr auf den Fotos sehen könnt, ist hier allerdings richtig viel los. Ich war an Karfreitag dort, es war auch einer der ersten richtig schönen und warmen Tagen des Jahres, daher kann ich nicht sagen, wie es an "normalen" Tagen aussieht. Aber ich kann mich sehr gut vorstellen, dass an sonnigen und warmen Wochenenden hier immer sehr viele Menschen sind.

 

Rund anderthalb Kilometer vom Ende der Fußgängerzone entfernt liegt die Badeinsel auf dem Steinhuder Meer. Schilder weisen den Weg durch den Ort hin zur Brücke, die auf die Insel führt.

 

Die Insel ist nicht sehr groß, ein Rundweg führt rüber. Wer von der Brücke aus gerade aus geht, kommt direkt an den Badestrand, der aus Gras und Sand besteht. Der Platz ist großzügig, allerdings ist es auch die Badestelle, die quasi von allen angelaufen wird, daher ist dort ein wirklich sehr reger Betrieb.

 

Der Weg führt weiter gen Westen, wo sich zu linker Hand Wiesen zum Ballspielen und Co befinden. Ein paar Meter weiter landet man direkt bei einem Restaurant mit schönem Ausblick und ein Aussichtsturm befinden.

 

Bevor die Runde zu Ende geht, findet sich ein riesiger Spielplatz, der vor allem für kleinere Kinder geeignet ist.

 

Wer mehr Zeit hat, entdeckt auch die Natur rund um das Steinhuder Meer. Leider hat das bei meinem ersten Besuch zeitlich nicht geklappt, steht aber auf jeden Fall noch einmal auf dem Plan.

 

Es gibt einen Rundweg um den See, der 32 Kilometer lang ist und der mit Fahrrad und zu Fuß machbar ist, wobei dafür natürlich einiges an Zeit einzuplanen ist. Es gibt an verschiedenen Orten Ausstellungen zu Natur und Umwelt und Informationen zu Pflanzen und Tieren, unter anderem in Steinhude und in Mardorf, die rund um das Steinhuder Meer leben, vor allem Vögel sind hier anzutreffen. Die Meerbruchswiesen im Westen sowie das  Tote Moor im Osten sind das Aushängeschild des Naturparks, wobei sich immer wieder Aussichtsplattformen finden.  

 

Wer ein wenig Zeit hat am Steinhuder Meer, der sollte sich vorher auf der Website des Naturparks umschauen, um herauszufinden, ob eine Station im Osten oder Westen besser geeignet ist.

 

Für mich war dieser Tag Auszeit am Steinhuder Meer eines der schönsten Sommer-Erlebnisse, weil es einer der ersten Sommertage war und ich mich so glücklich und dankbar gefühlt habe, solch einen tollen Ort vor der Haustüre zu haben. In der Blogparade "Meine Sommer Highlights 2019" von SOS Fernweh findet ihr noch weitere inspirierende Orte.