Hell's Gate in Kenia: Fahrradfahren mit Zebras und Giraffen

Eine Safari in Kenia findet normalerweise im Auto statt, man kann sie allerdings auch zu Fuß oder per Fahrrad machen, zumindest im Hell's Gate Nationalpark, der zwischen Mount Longonot und Lake Naivasha im Rift Valley, dem Großen Afrikanischen Grabenbruch, liegt. Ich bin mit dem Fahrrad los - und zwischen Zebras, Giraffen und Büffeln geradelt - und  kann das auch nur absolut empfehlen. Es ist schnell genug, um einiges vom Park zu sehen. Und langsam genug, um völlig eins mit der Natur zu sein. Erste Anlaufstelle ist der Eingang zur Schlucht, die einst Disney zu dem Ort inspiriert haben soll, in dem Mufasa in "Der König der Löwen" stirbt. Hier lässt es sich wandern und auch heiße Quellen entdecken.


Hell's Gate Nationalpark im Rift Valley: Fahrrad leihen

Der Hell's Gate Nationalpark befindet sich direkt am beliebten Ausflugsziel Lake Naivasha im Rift Valley, dem Großen Afrikanischen Grabenbruch. Der Parkeingang ist gut ausgeschildert und ab Naivasha recht einfach über die Moi S Lake Road, die am Südufer des Lake Naivasha entlang führt, erreichbar. Auch Matatus, die in Kenia üblichen Minibusse, fahren hier entlang, sodass eine Anreise mit Öffentlichen Verkehrsmitteln gut möglich ist.

 

Wer wie ich mit dem Fahrrad den Park erkunden will - und das ist absolut zu empfehlen, auch wenn es einige Nerven und viel Schweiß kostet, kann es entweder an der Hauptstraße für 6 Dollar (dann spart man sich die 20 Minuten Fußweg zum Gate) oder am Gate für 5 Dollar leihen. Der Eintritt in den Park kostet 26 Dollar, das Fahrrad kostet 2 oder 3 Dollar extra. Ich hab das Fahrrad direkt am Gate ausgeliehen, würde das nächste Mal aber auch zwecks Rückweg eher die Verleihstation an der Straße nehmen. Bedenke aber bei deinem Trip, dass das Fahrrad nicht gerade den neuesten Standards entspricht und bisweilen auch nur bedingt verkehrssicher ist, wie wir Deutsche den Begriff verstehen.

Fahrradsafari im Hell's Gate: im Blick der Zebras und Giraffen

Das Main Gate des Hell's Gate Nationalparks liegt im Nordosten des Nationalparks und hier startet dann auch die Safari! Es geht erst einmal bergab, was ganz angenehm ist, um sich an das Fahrrad zu gewöhnen. Und kurz hinter dem Main Gate warten auch schon die ersten Wildtiere: Es geht vorbei an grasenden Zebras und Affen, Warzenschweine kreuzen den Weg, Büffel ziehen an einem vorbei, Giraffen starren einen an.

 

Dazu die tolle Landschaft mit Bergen, Felswänden, Schluchten und ganz viel grün drumherum. Immer wieder ragen steile Berge wie Hüte aus dem Boden und drum herum wuselt und bewegt es sich - nicht nur Zebras, Büffel, Antilopen und Giraffen, die man schwer übersehen kann, leben im Hell's Gate Nationalpark, sondern auch kleinere Tiere wie Mangusten oder Klippschliefer.

 

Bisweilen ist es etwas schwierig, mit dem Fahrrad im bisweilen tiefen Sand voran zu kommen, aber es geht schon. Man begegnet zudem immer wieder anderen Menschen, im Auto, zu Fuß, auf dem Fahrrad, auch unter der Woche (anders als am unweit gelegenen alten Vulkan Mount Longonot Nationalpark, der nur am Wochenende gut besucht ist).



Hell's Gate: Walking Safari durch die Schlucht Ol Njorowa

Das Ziel der meisten Besucher des Hell's Gate Nationalpark ist ein Picknick-Platz an der Ol Njorowa Gorge, die Gorge Road führt direkt vom Main Gate zur Schlucht, die einst Disney inspiriert haben soll - die Szene, in der Mufasa in den Tod stürzt, soll an Hell's Gate erinnern.

 

Während man auf dem Picknick-Platz sein Hab und Gut und vor allem das Proviant gegen Affen und Paviane verteidigen muss, die seeehr nah an die Menschen herangehen und auch sehr geschickt darin sind, Menschen auszuspielen (ein Affe lenkt den Menschen ab, der andere klaut hintenrum das Essen!), ist der Platz auch gleichzeitig der Startpunkt für die Wanderung in die Schlucht (Gorge).

 

Meistens kommen hier Gruppen an, weshalb der Preis pro Guide fix bei 15 Dollarn pro langer Tour liegt - wer alleine reist, sollte auf jeden Fall handeln. Ich habe für meinen Guide 2 Dollar für die kleine Tour bezahlt (und das doppelte an Trinkgeld gegeben).

 

Es gibt eine kurze und eine lange Tour, die kurze dauert etwa eine Stunde, die große anderthalb. Die große Tour ist ein wenig anstrengender, es muss ein wenig mehr geklettert werden - um zum "Schlafzimmer des Teufels" zu gelangen, muss man etwa an Seilen die Steilwände an den Felsen hochklettern. Das hätte ich zwar generell auch gerne gemacht, aber da ich alleine unterwegs war und nicht so viel zahlen wollte, habe ich die kleine Tour gewählt - der Guide hat sogar meinen Rucksack getragen, damit ich auf den bisweilen recht schmalen Felsvorsprüngen besser das Gleichgewicht halten konnte.

Auf der kleinen Tour geht es durch Schluchten, kleine Flussläufe, vorbei an Felswänden, man klettert an schmalen Hängen entlang und durchquert das Wasser. Das ist wirklich großartig. Das richtige Schuhwerk ist aber absolut notwendig, da es sich hier um felsigen und teils rutschigen Untergrund handelt.

 

Die Tour endet zunächst auf einem kleinen Platz, an dem zahlreiche Afrikanerinnen Schmuck, Krimskrams und Getränke verkaufen. Von hier gibt es auch einen tollen Blick auf den, einen steil aus dem Boden ragenden Felsen, der an einen Kegel erinnert. Der "Central Tower", wie er genannt wird, ist eine Säule eines alten, erloschenen Vulkans - genau wie der Fischer's Tower, der sich in der Nähe des Main Gates vom Hell's Gate Nationalpark befindet.

 

Von dort aus geht der Weg schließlich zurück zum Picknickplatz. Dort lässt sich ebenfalls zu sehr fairen Preisen Cola, Fanta und Wasser kaufen, außerdem gibt es Toiletten.

Hells's Gate in Kenia: Die heißen Quellen als Bad

Der Rückweg mit dem Fahrrad ist etwas anstrengender, weil es hauptsächlich bergauf geht, weshalb viele ihre Fahrräder direkt stehen lassen und mit dem Auto zurückfahren.

 

Ich bin zurück geradelt und es war tatsächlich anstrengend. Es geht acht Kilometer im Sand bergauf, und das in der prallen Sonne. Die Hitze war sehr unangenehm - und dann geriet steckte ich auch noch mehr oder minder fest, als eine Herde Büffel direkt auf mich zu kam. Da wurde mir dann doch ein wenig mulmig zumute.

 

Am Fischer's Tower, der zweiten Säule eines erloschenen Vulkans, etwa einen Kilometer vom Gate entfernt, habe ich eine kleine Rast gemacht. Dort kann man den Turm hochklettern (mit Guide), außerdem finden sich dort zahlreiche sehr zahme, bisweilen aufdringliche, Klippschliefer. Die Klippschliefer - übrigens die nächsten Verwandten des Elefanten, obwohl nur so groß wie ein Biber -  wurden leider von Touristen angefüttert, denn eigentlich sind diese Tiere wahnsinnig scheu und hauen sofort ab, wenn man sich bewegt. Hier am Fischer's Tower im Hell's Gate Nationalpark sind sie mir allerdings sogar auf den Schoss gesprungen!

Mit dem Fahrrad beschränkt sich die Tour im Wesentlichen auf die beiden Hauptattraktionen, insofern man kein geübter Radfahrer ist - im Sand, auf einem schlecht ausgestatteten Fahrrad, bei dem nur so manch ein Gang funktioniert. 

 

Der Hell's Gate Nationalpark hat allerdings noch einiges mehr zu bieten, etwa View Points oder ein Spa. Diese werden eher von Safari-Gästen besucht, die mit dem Auto unterwegs sind. Der ganze Park lässt sich nur mit dem Rad an nur einem Tag nämlich definitiv nicht erschließen.

 

Eine Superlative hat Hell's Gate noch: Für 18 Dollar lässt sich in Afrikas größten Hot Springs baden, natürlichen heißen Quellen. Ich wollte eigentlich mit dem Fahrrad auch noch dorthin, allerdings geht es nochmal steil bergauf und es sind weitere vier Kilometer pro Strecke. Da ich nicht wusste, ob ich das Fahrrad auch dort abstellen kann, um schließlich mit dem Auto zurückzufahren, habe ich es sein lassen, denn so viel Zeit hatte ich nicht mehr.


Damit habe ich immerhin mindestens einen Grund, um noch einmal wiederzukommen!


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