Fulda: Ein Tag in der Musical- und Barock-Stadt

Fulda ist eine von zahlreichen Städten in der Metropolregion Rhein-Main, wie Frankfurt oder Mainz. Die Kleinstadt besticht vor allem mit seiner Architektur und Kultur. Zahlreiche Bauten aus der Barock-Zeit finden sich hier, darunter das imposante Rathaus mit seinem Fachwerk. Kein Wunder, dass Fulda an der Deutschen Fachwerkstraße liegt. Das Wahrzeichen der Stadt ist der Dom St. Salvator, die als Grabeskirche des heiligen Bonifatius gilt. Schon seit August 1712 ist der Dom als heilige Stätte in Nutzung. Aber auch wer sich weniger für Geschichte, sondern mehr für Kultur interessiert, wird in Fulda fündig. Zum Musical-Sommer findet man hier zahlreiche Stars des deutschen Musicals.


Unterwegs in Hanau: Altstadt mit Fachwerk

Fulda ist wie eine von vielen historischen Fachwerk Städten in Deutschland eine Kleinstadt und Barockstadt, die man ein stückweit genießen muss. Also einfach mal hinein in die Altstadt und von den beeindruckenden Bauten faszinieren und leiten lassen. Schon ca. 5000 vor Christus entstand an der heutigen Stelle von Fulda am gleichnamigen Fluss in Osthessen eine erste Siedlung.

 

Das sogenannte Barockviertel gilt nebst dem Dom St. Salvator, über den ich gleich separat berichte, zu den großen Sehenswürdigkeiten in Fulda - ein Besuch in den alten Gassen sollte bei deinem Besuch in Fulda keinesfalls fehlen! Am besten ist es, sich rund um Bonifatiusplatz, Schlossstraße und Pauluspromenade einfach treiben zu lassen. Hier steht ein einzigartiges Barockensemble aus dem 18. Jahrhundert und viele spannende Gebäude. Dazu gehört auch die Orangerie an der Pauluspromenade, die heute zum Maritim-Hotel gehört. Sie wurde Anfang des 18. Jahrhunderts im Schlosspark errichtet, gegenüber vom Stadtschloss. Einige Räume wie der Apollosaal und die Floravase, eine barocke Skultptur des Bildhauers Johann Friedrich Humbach, die auf der Freitreppe zur Orangerie steht, sind besonders sehenswert. Wer einen kleinen Eindruck bekommen will, besucht das Café. 

 

Wer etwas Zeit und Interesse für die Geschichte der Stadt mitbringt, kann sich auch einer der Stadtführungen anschließen. Täglich gibt es mehrere dieser Touren, die offiziellen der Stadt Fulda starten um 11.30 Uhr und 15 Uhr an der Tourist-Information im einstigen Palais Buttlar am Bonifatiusplatz. Die Touren dauern 1 Stunde. An der Tourist-Information lässt sich sonst auch ein Audio-Guide ausleihen, mit dem man alleine losziehen kann.  

 

 

 

Ein paar Gebäude und Bauten gibt es aber, die du bei deinem Rundgang durch Fulda nicht verpassen solltest. Da wäre zum einen der Hexenturm, den ich ganz spannend fand, obwohl er leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Der Hexenturm entstand im 12. Jahrhundert als Teil der Stadtbefestigung. Übrigens wurden die Hexen damals nicht hier gefangen gehalten, sondern im Stadtschloss. Der Name leitet sich davon ab, dass der "Turm am Frauen-Törlein" als Zugang zum Kloster diente. 

 

Zudem gibt es noch einige Palais: Das Palais Buseck wurde für Ernst Johann von Buseck gebaut und diente als Unterkunft für den Fürstbischof von Harstall. Das Kanzlerpalais ist ein Barockbau, das als Wohnhaus des Kanzlers Wagner diente und von 1782 bis 1900 das Rathaus beheimatete. Heute findet sich dort die Volkshochschule. Das heutige als Alte Rathaus bezeichnete Gebäude liegt allerdings am Borgiasplatz, es handelt sich hierbei um ein Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert. Das Palais Altenstein diente als Wohnhaus, Wirtshaus, Gerichtsstätte und wird heute noch für Repräsentationszwecke genutzt, Veranstaltungen finden etwa im Rokokosaal im zweiten Stock statt. 

 

Wer noch ein wenig Geschichte der Stadtbefestigung lernen möchte, besucht zudem das Heertor am Busbahnhof, das heute als ältestes, noch erhaltenes romanisches Stadttor gilt, und Paulustor, das allerdings erst seit 1771 an der heutigen Stelle steht. 


Wahrzeichen von Fulda: Dom St. Salvator

Obwohl Fulda zwei kurfürstliche Schlösser hat und eine wunderschöne Altstadt, so ist das wahrscheinlich schönste Gebäude der Fuldaer Dom St. Salvator. Er steht am Rande der Altstadt und thront auf dem Domplatz. Da in der näheren Umgebung kein anderes Gebäude steht, kommt die Dominanz des Wahrzeichens von Fulda hier bestens zur Geltung. Gebaut wurde der Fuldaer Dom vom bedeutendsten deutschen Barockbaumeister Johann Dientzenhofer. 

 

Der Dom St. Salvator gilt als bedeutendste Barockkirche Hessens und seit 1752 Bischofskirche. Hier findet sich auch eine wichtige Grabstätte für Christen: Der Heilige Bonifatius, nach dessen Auftrag das Kloster Fulda errichtet wurde, wollte hier begraben werden: Und so kam es, seine Gebeine befinden sich in der Westkrypta und dient damit als Wallfahrtsort. 

 

Außerhalb der Gottesdienste steht der Dom offen für Besichtigungen und das solltet ihr auf jeden Fall auch machen bei einem Besuch in Fulda. Der Innenraum erinnert ein Stück weit an den Petersdom in Rom, Kuppel und Hochalter sind nur zwei der faszinierenden Elemente. Immer mal wieder finden auch Orgelkonzerte statt. Wer einen ersten Eindruck vom Fuldaer Dom bekommen möchte, kann auch einen virtuellen Rundgang machen.


Fulda - eine Stadt mit zwei Schlössern

Fulda ist zwar eine relativ kleine Stadt, hat dafür aber zwei Schlösser. Das eine findet sich in der Innenstadt: das Stadtschloss. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde das Gebäude an der Stelle als Abtsburg errichtet und erst drei Jahrhunderte später in ein Stadtschloss im Stile der Renaissance umgebaut. Noch einmal  100 Jahre später wurden barocke Elemente eingebaut und wieder 100 Jahre später - als Kurprinzenresidenz - spätklassizistisch.

 

Das Stadtschloss liegt heute unweit des Bahnhofs am Rande der Innenstadt. Wer vom Bahnhof aus in Richtung Dom geht, kann zum Beispiel gut den Weg durch den hübschen Schlosspark nehmen und das Bauwerk so von mehreren Seiten begutachten. Auch wenn das Schloss heute einen Teil der Stadtverwaltung beherbergt, sind geführte Touren möglich. Viele Räume sind noch nahezu im Originalzustand erhalten, zudem finden sich viele Stuckarbeiten an den Decken, auch Gemälde und Porzellan sind ausgestellt. Ein besonderes Highlight ist hierbei der ehemalige Ankleideraum des Fürsten - hier finden sich hunderte Spiegel - deshalb wird der Raum auch Spiegelkabinett oder Spiegelsaal genannt. Der Turm ist derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Weitere Informationen gibt es auf der Website von Tourismus Fulda. 

Das zweite Schloss ist die Fasanerie, die allerdings etwas außerhalb von Fulda liegt, in Eichenzell. Die kurfürstliche Sommerresidenz aus dem 18. Jahrhundert, im Stile des Barock errichtet, beherbergt eine europaweit einzigartige Sammlung an Fuldaer Porzellan.  


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Fulda: Ein Ort für Musical-Fans

Hamburg, Berlin, Stuttgart, Bochum und Köln gelten als Musical-Städte in Deutschland - aber Fulda? Ja, auch Fulda, und zwar vor allem im Sommer! Der Musicalsommer ist für Musical-Fans nicht mehr wegzudenken (okay, außer im Corona-Jahr vielleicht). 

 

Das Musical "Die Päpstin" hatte seine Uraufführung beispielsweise in Fulda und wird hier traditionell gespielt. Generell werden in Fulda hauptsächlich Stücke mit historischem Bezug gezeigt.  Und dabei müssen sich Fans nicht mit zweitklassiger Besetzung zufrieden geben. Stars wie Roberta Valentini oder Mark Seibert treten hier in den Sommermonaten auf. 

 

Im kommenden Jahr steht die Weltpremiere von "Robin Hood" auf dem Programm - sie wurde wegen Corona von 2020 auf 2021 verschoben. Zwischen Juni und September stehen unzählige Aufführungen auf dem Programm. "Robin Hood" wurde von Dennis Martin komponiert, der schon die Musik für "Die Päpstin" und "Der Medicus" schrieb, auch Chris de Burgh hat seine Finger im Spiel bei dem Stück, das im Mittelalter spielt. In der Hauptrolle war zumindest 2020 mein Lieblings-Musical-Sänger vorgesehen: Mark Seibert. Karten kosten zwischen 30 und 55 Euro. 


Von Blockflöte bis Feuerwehr: Museen in Fulda

Ich habe während meiner Reha in Bad Orb nur einen Tagesausflug nach Fulda gemacht, ursprünglich, um eine Musical-Aufführung zu sehen. Ich bin dann etwas früher gefahren und habe mir noch die Stadt angesehen. Zeit für Museen war dann leider nicht, auch wenn Fulda eine beeindruckende Vielfalt vorzuweisen hat, was Museen angeht. 

 

Zum einen wäre da das Dommuseum im St. Salvator Dom, denn nicht nur der Dom an sich und sein prachtvoller Innenraum ist eine Sehenswürdigkeit in Fulda. Im Dommuseum finden sich liturgische Gewänder und Gegenstände wie ein silberner Altar und den Dolch, mit dem der heilige Bonifatius ermordet wurde. 

 

Über die historischen Räume im Stadtschloss mit den Kunstwerken a la Porzellan, Gemälde und Stuck habe ich schon berichtet. Außerdem findet sich im Stadtschloss aber noch die Ferdinand-Braun-Sammlung - ein Kabinett, das dem Erfinder der Braunschen Röhre gewidmet ist. 


Das Deutsche Feuerwehr-Museum im Stadtteil Neuenberg ist eine der größten Ausstellungen zur Geschichte der deutschen Feuerwehr. In der interaktiven Erlebniswelt Blockflöte geht es um das Werk der Conrad Mollenhauer und um das Musikinstrument an sich. Selbst ausprobieren wird auch in der Kinder-Akademie Fulda hoch geschrieben, in dem Werkraummuseum dürfen Kinder mit den Exponaten experimentieren und das Innenleben des Herzes erkunden: im Begehbaren Herz.

 

Die Hochschul- und Landesbibliothek Fulda ist ebenfalls für die Öffentlichkeit geöffnet, dort können wertvolle Buchschätze gefunden werden, etwa die Gutenberg-Bibel. Die Johannisberger Handwerkssammlung beherbergt Werkzeuge, Werkstätten und andere Zunftgegenstände. Auch Modelle von Fachwerk in Deutschland ist hier zu sehen. Im Blackhorse Museum geht es um die Geschichte von US-Amerikanern in Fulda und im Vonderau Museum um den Heimatforscher Joseph Vonderau - zu sehen sind Fundstücke aus der keltischen Zeit. Das Planetarium ist im Vonderau Museum integriert. 


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Kommentare: 7
  • #1

    Sabrina Bechtold (Montag, 21 September 2020 19:38)

    Hey Miriam,

    Gassen und Fachwerk? Voll mein Ding! Danke für die Inspiration, in Fulda mal einen Stopp einzulegen, wenn ich demnächst in der Gegend bin. Schaut wirklich nett aus. Wusste auch nicht, dass die Kleinstadt sogar zwei Schlösser hat. �
    Liebe Grüße,
    Sabrina von couchflucht.de

  • #2

    Sabine Moosbrugger (Montag, 21 September 2020 19:39)

    Hätte ich das gewusst, dass sich ein Besuch in Fulda lohnt, dann hätte ich sicherlich hier einen Zwischenstopp eingelegt. Wir sind bisher immer an dieser Stadt vorbei gefahren. Das müssen wir das nächste Mal definitiv ändern. Danke für die Inspiration.
    Liebe Grüße
    Bine

  • #3

    Charis (Montag, 21 September 2020 19:42)

    An Fulda bin ich immer so vorbei gerauscht. Hätte gar nicht gedacht, dass es so schön ist da. – Deine Bilder und Beschreibungen machen auf jeden Fall neugierig.

  • #4

    Lisa Janosch (Montag, 21 September 2020 19:43)

    Ich finde die Abwechslung zwischen Barock und Fachwerkhäusern sehr spannend, da ich beides total mag! In Fulda selbst war ich noch nicht. Aber jetzt wo ich die Bilder sehe, muss ich das glaube ich mal direkt auf unsere Bucketlist setzen. =) Liebe Grüße Liz

  • #5

    Marion M. Röttchen-Wurscht (Montag, 21 September 2020 19:44)

    Mich erinnert Fulda ein ganz klein wenig an Wien. Auch hier sind ähnliche Schlösser. Fulda ist echt schön. Sicher mal eine Reise wert. Viele liebe Grüße! Marion

  • #6

    Castlemaker (Montag, 21 September 2020 19:45)

    Hallo, ich war leider noch nie in Fulda, aber Deine Bilder sprechen für sich. Vielleicht ergibt sich mal eine Reise dorthin.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

  • #7

    Tanja L. (Dienstag, 22 September 2020 09:40)

    Also alleine wegen dem Feuerwehrmuseum müsste ich mal mit ner FReundin hinfahren. Sie ist in der freiwilligen Feuerwehr und ich denk, das könnte sie interessieren. Ich selber würde wohl eher wegen den Musicals hin wollen, in meiner Jugend habe ich sie total geliebt!! Leider ist das nichts für meinen Freund. :(