Wunderschöne Altstadt von Tallinn

Tallinn ist eine ebenso kleine wie übersichtliche Stadt und das Stadtzentrum lässt sich zu Fuß bequem an einem Tag erkunden. Ich bin mit der Fähre gekommen und hatte einen Tag Zeit, was für die Innenstadt bequem ausreicht.

 

Vom Schiff herunter geht es recht schnell, am einfachsten ist es, einfach den anderen Menschen zu folgen, denn die meisten haben wohl das Ziel Innenstadt. So habe ich es auch gemacht - und es geht auch mehr oder weniger einfach eine viertel Stunde geradeaus.


Gut zu erreichen sind Unterstadt und Domberg mit Oberstadt. Für die weitere Erkundungen, etwa Vororten oder der Neustadt, muss mehr als ein Tag eingeplant werden.

 

Die Unterstadt bildet das eigentliche Zentrum, rund um den Rathausplatz. Wer vom Fähranleger den Kilometer bis zur Stadtmauer hinter sich bringt, komtm auf der Straße Kanuti heraus, durch die Small Coastal Gate Bastion geht es in die Unterstadt. Ich bin die Straße Vene gen Rathausplatz gegangen, dort kommt man zunächst an der orthodoxen St. Nikolaus Kirche vorbei, die man rechts im Bild sieht und die ein imposantes Bauwerk darstellt. Von dort sind es noch rund 400 Meter zum Rathausplatz.

 

Da ich mit einer frühen Fähre unterwegs und bereits gegen 9 Uhr in der Stadt war, habe ich mir dort zuerst einmal einen Kaffee gegönnt, der allerdings ähnlich teuer wie in Helsinki war. Dafür kann man ganz toll den Ort auf sich wirken lassen. Vom Rathausplatz aus kann man die Altstadt quasi in alle Richtungen erkunden, ein kleiner Abstecher zur Einkaufsstraße Viru bietet sich an. Dort, an den Türmen der Stadtmauer, findet jahrein jahraus ein sehr schöner Wollmarkt statt. Das Viru-Tor ist auch ein schöner Eingang in die Stadt, dafür muss man sich von der Fähre aus etwas links halten. Generell ist in Tallinn noch sehr viel der einst fast drei Kilometer langen Stadtmauer erhalten, nämlich 1,85 Meter und 26 Türme.

 

Ich habe mich erst einmal gen Süden orientiert. Dort habe ich zunächst das Denkmal für den Unabhängigkeitskrieg besucht, im Hintergrund wartet die auffällige gelbe Johanniskirche (Jaani Kirk). Eine der Sehenswürdigkeiten ist der alte Kanonenturm Kiek in de Kök, während meines Besuchs konnte man auch in den Turm, das habe ich allerdings nicht gemacht.

 

Weiter geht es zum Langen Hermann, einem weiteren Turm, der sich optisch an ein rosafarbenes Gebäude, das Parlament, anlehnt. Es handelt sich dabei um einen Eckturm des einstigen mittelalterlichen Schlosses auf dem Domberg. 215 Stufen führen zur Aussichtsplattform hinauf.

 

Langer Hermann und Parlament gehören quasi schon zum Domberg. Von hier aus ist es nur ein Katzensprung zu einer der eindrucksvollsten Kirchen, die ich je gesehen habe: der Alexander-Newski-Kathedrale. Ohnehin sind auf dem Domberg einige wirklich wunderschöne Gebäude zu entdecken, etwa das St. Mary's Guild Building oder der namensgebende Dom, der optisch allerdings nicht mit den anderen Gebäuden mithalten kann. An den Rändern des Dombergs gibt es auch immer wieder (ausgeschilderte) Aussichtspunkte, von der man verschiedene Blicke in die Altstadt hat.

 

Auf dem Rückweg habe ich mich für die Straße Pikk entschieden. Nicht ganz landestypisch bin ich dort bei Texas Honky Tonk & Cantina eingekehrt, was wirklich lecker war. Kurz bevor die Straße Olevimägi abzweigt, steht zur rechten Seite ein weiteres eindrucksvolles Gebäude, das Haus der Schwarzenhäupterbruderschaft, einer deutschen Vereinigung. Gegenüber liegt das Russische Museum Tallinn.

 

Die Straße, auf der es auch ein paar süße Souvenierläden gibt, vorbei an der Olaikirche, dem Hattorpe-Turm und den Drei Schwestern, geht es wieder zur Stadtmauer. Zum Abschluss habe ich mir nämlich die Dicke Margarete angeschaut, in der heute das estnische Schifffahrtsmuseum untergebracht ist. Oben im im 16. Jahrhundert errichteten Turm  gibt es eine Aussichtsplattform und im Sommer auch ein Café. Direkt daneben ist noch das Stadttor Große Strandpforte zu finden.