Coronavirus in Kenia: Aus einem Land in Alarmbereitschaft

Als ich über den Jahreswechsel zwischen Ghana und Kenia vier Wochen in Deutschland war, gab es die Meldungen zum Corona-Virus schon - allerdings damals nur aus China. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass sich dieses Virus auch auf meinen Aufenthalt in Kenia auswirken würde - aber so kam es. Als ich Kenia am Samstag abrupt verlassen habe, gab es erst sieben bestätigte Fälle (inzwischen 15), dennoch hat das Virus den Alltag ein stückweit geprägt: Schulen geschlossen, Bars geschlossen, Kinderheime geschlossen - und selbst beim Zugang zu Shopping Malls wurde Fieber gemessen. Corona selbst ist aber nicht das, was mir am meisten Angst macht - vielmehr sind es die Shutdown-Szenarien.


Es war am Sonntagabend, 15. März, als das Coronavirus nach Kenia kam. Es hatte bis dahin schon den ersten Fall gegeben - doch ich meine damit, dass zu dem Zeitpunkt das Virus in den Alltag der Menschen einzog. Präsident Uhuru Kenyatta hielt eine Rede an die Nation, bestätigte die nächsten beiden Fälle und ordnete an, alle Schulen und Universitäten zu schließen und Menschenansammlungen mit mehr als 30 Personen wurden untersagt.

 

Schon seit einiger Zeit ist das Coronavirus in Kenia das Thema Nummer 1. Aber viele Restriktionen gab es nicht: An den Flughäfen wurde Fieber gemessen, das war es.

 

Unsere Kinder freuten sich - die kurzen Ferien nach den Prüfungen waren gerade erst zwei Wochen vorbei, die großen Ferien standen dreieinhalb Wochen später an. Die Kinder dachten zunächst nur an einen Tag schulfrei am Montag - doch uns Erwachsenen war längt klar, dass nicht davon auszugehen war, dass die Kinder vor dem regulären Ferienbeginn noch einmal zur Schule gehen würden.

 

Ob es so kommt, ist nach wie vor unklar - aber es ist davon auszugehen. Am 9. April wäre regulär der erste Ferientag für die meisten Kinder. Einige Schulen haben im Laufe des Montags und Dienstags Aufgaben geschickt, andere haben sich gar nicht gemeldet. Dienstags und mittwochs trudelten dann auch die Internatsschüler ein - in Kenia ist es üblich, dass die Oberstufe (Klasse 9 bis 12) auf Boarding Schools ist und nur in den Ferien nach Hause kommt.

 

Corona - der Anfang: Als Desinfektionsmittel in den Alltag einzog

Für unser Kinderheim galten direkt neue Regeln: Besucher waren ab sofort nicht mehr willkommen (es kamen auch keine mehr), am Gate standen Seife und Desinfektionsmittel und jeder, der kam oder ging, hat sich die Hände gewaschen und desinfiziert. Für die Kinder war das anfangs noch ein riesen Spaß, ich glaube, die meisten haben noch nie in ihrem Leben Desinfektionsmittel gesehen.

 

Nach und nach zog das Desinfektionsmittel in unseren Alltag ein: Der ein oder andere Uber-Fahrer hatte Wattebällchen mit Desinfektionsmittel dabei, das man nach dem Einsteigen nutzen musste, um sich die Hände zu säubern. Matatus, die vollgestopften Minibusse, wurden angehalten, Desinfektionsmittel bereitzuhalten (das habe ich tatsächlich nicht gesehen - ich hörte aber, dass andere es gesehen haben und darüber sehr verwundert waren), in den Shopping Malls und Supermärkten hingen überall Spender - und meist musste man sie vor dem Eintreten nutzen. In einem Shop in der Two Rivers Mall in Nairobi wurde sogar Fieber gemessen beim Eintreten.

 

Für Matatu-Fahrer (und generell alle, die öffentliche Verkehrsmittel anbieten) brachen schwierige Zeiten an, immerhin waren weniger Menschen auf den Straßen unterwegs - und viele bevorzugten das Moto-Taxi, Boda Boda genannt, oder zu Fuß zu gehen.

 

Am schlimmsten aber waren zu diesem Zeitpunkt rund um den 15. März die Menschen in der Tourismus-Branche betroffen - Tourismus macht fast 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. Schon zuvor waren wegen der unsicheren Zeiten weniger Touristen ins Land gekommen, aber nun kündigte Kenyatta an jenem Tag an, dass alle, die in den vergangenen zwei Wochen aus Gebieten mit mindestens einem bestätigten Coronavirus-Fall eingereist seien, in vierzehntägige häusliche Quarantäne müssten. Zudem erließ er eine Ordnung, die 48 Stunden später inkraft trat, und die Touristen nun gänzlich den Zutritt zum Land verbot.

 

Drei Deutsche in unserem Projekt waren erst dienstags beziehungsweise donnerstags davor eingereist und mussten nun zwangsweise in häusliche Quarantäne, durften also weder mitarbeiten noch ihre Wohnungen verlassen. Das restliche Team aus Deutschland, das außer mir vor Ort war, flog an jenem Sonntagabend zurück und hatte damit noch einmal Glück gehabt.

 

Angst vor Corona: Warum frühe Maßnahmen notwendig waren

Warum so ein Aufstand bei nur drei Fällen? Nun ja, eine Ausbreitung wie in Europa hätte hier fatale Folgen:

 

  • nahezu niemand hat eine Krankenversicherung
  • es gibt keinerlei staatliche Hilfe bei Krankheit, Arbeitslosigkeit, Armut etc
  • die Risikogruppe ist durch Vorerkrankungen wie HIV, Diabetes, Lungenerkrankungen, Mangelernährung etc enorm groß
  • die medizinischen Voraussetzungen sind nicht gegeben
  • manch einer im Gesundheitssektor ist überfordert, was auch an mangelnder Ausbildung liegt: ein Arzt hat mir gestern erzählt, dass sein Team streiken will aus Angst sich anzustecken...

 

Viele Menschen hier haben nicht einmal Zugang zu sauberem Trinkwasser und drei Mahlzeiten täglich - von hygienischen Mindeststandards müssen wir nicht sprechen. Deshalb ist es wichtig, dass frühzeitig gehandelt wird. Kommt Corona hier richtig an, wird es eine deutlich höhere Sterberate geben.

 

Es dauerte nicht lange, bis erste Gerüchte die Runde machten, dass Kenia bald einen staatlichen Lockdown verordnen würde - ein Szenario, das ich enorm fürchte. Doch dazu gleich mehr.

 

Denn auch so waren die Straßen recht leer. Einige kleine Buden am Straßenrand blieben direkt geschlossen, die Matatus fuhren nur halbvoll und generell sah man kaum mehr Menschen auf der Straße. So langsam kehrte auch hier die Angst ein, sich zu infizieren. Ich ging noch ganz normal weiter einkaufen, allerdings habe ich in den paar Tagen wahrscheinlich mehr Desinfektionsmittel auf meine Hände geschmiert als je in meinem Leben zuvor.

 

Auch hier gab es natürlich einige Hamsterkäufe - vor allem bei Seifen und Desinfektionsmittel. Die Supermärkte hatten zwar genug Ware, kamen aber teilweise nicht nach, aufzufüllen. Auch beim Mehl beispielsweise standen irgendwann die gesamten Paletten im Flur, weil sie schneller weg waren als die Mitarbeiter die Waren einräumen konnten. Dienstags hatte ich mich noch gewundert - ich hatte zum ersten Mal in meinem Supermarkt in Ruaka zwei andere Weiße gesehen - später fand ich heraus, dass in der fußläufig erreichbaren Two Rivers Mall, in der man sehr viele Weiße sieht, Desinfektionsmittel und Mehl aus waren. Klopapier hingegen war in meinem Stamm-Supermarkt im Angebot.

 


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Wenn sich Urlaubs- und Reisepläne überwerfen

In diesen Tagen änderte sich für mich die gesamte Planung - mehrmals. Eigentlich wollte mein Freund am 22. März nach Kenia kommen, ich wollte am Tag drauf zum Gorilla-Trekking nach Uganda reisen und dann auf dem Landweg zu ihm nach Eldoret, wo er sich für den Boston-Marathon vorbereiten wollte.

 

Am 6. April wäre es für uns zurück gegangen - und zehn Tage später in die USA. Sein Besuch in Kenia war tabu - mein Rückflug wurde annulliert - die USA hatte eine Einreisesperre verhängt - und ob ich problemlos nach Uganda und vor allem wieder zurück nach Kenia kommen würde, war unklar, weshalb ich auch diesen Trip absagte. Corona hatte innerhalb von wenigen Tagen also alles durcheinander gewirbelt bei uns - mit nach wie vor nur vier Fällen.

 

Ich sprach mit meinem Freund und wir überlegten, ob es für mich nicht sinnvoll wäre, länger zu bleiben. Unser Team aus Deutschland, das in den Schulferien immer zugegen ist, konnte im April definitiv nicht mehr einreisen - damit waren die Kinder nicht so gut betreut wie sonst in den Ferien. Außerdem waren sie ja jetzt schon im Heim und wir hatten alle Hände voll zu tun, sie zu beschäftigten. Das Ergebnis war eindeutig: Ich wollte bleiben, da meine Hilfe in Kenia gerade dringender gebraucht würde - und ich hier zudem, im Moment, vor Corona sicherer wäre. Zumal ich zu dem Zeitpunkt eh kein Rückflugticket mehr hatte.

 

Bis zum Mittwoch, 18. März habe ich mich noch ein wenig amüsiert, dass es dieses Versammlungsverbot gibt - wo alleine bei uns im Heim mit Kindern und Mitarbeitern rund 150 Menschen waren. Im Medical Centre auf dem gleichen Gelände (aber abgetrennt vom Kinderheim) waren ebenfalls Dutzende Patienten zu Gast und saßen nebeneinander auf den Bänken im Wartebereich.

 

Doch dann kam an jenem Mittwoch der Anruf vom Jugendamt: Wir sollten das Heim weitestgehend leeren.

Das heißt, dass Kinder, die noch in irgendeiner Art Verwandte haben, etwa ältere Geschwister, Großeltern, Tanten und Onkels, dorthin sollen, insofern sie dort essen und übernachten können.

 

Manche Kinder wollten lieber bei uns bleiben. Ich hörte Teenager-Mädchen darüber sprechen, wie es sich anfühle, Hunger zu haben und was man dagegen tun könne. Man muss einfach bedenken: Es hat einen Grund, dass diese Kinder und Jugendliche im Heim leben. Und es hat einen Grund, dass sie nur zweimal im Jahr zwei und einmal im Jahr vier Wochen bei ihren Familien verbringen. Wir haben beispielsweise am Wochenende immer Besuchszeiten - es kommt fast nie jemand. Ich habe jetzt in den zwei Monaten, die ich in Kenia verbracht habe, zweimal mitbekommen, dass jemand zu Besuch kam.

 

Staatliche Anordnung: Kenia lässt Kinderheime weitgehend räumen

Viele Kinder aber saßen stundenlang im Hof und warteten darauf, dass das Tor aufgeht. Die Kinder wissen nicht, ob und von wem sie abgeholt werden. Am Abend und auch die nächsten Tage gab es einige Tränen zu trocknen. Ich habe versucht, die Kinder ein wenig abzulenken, wir haben getanzt, Mau Mau gespielt und Salzteig gebastelt - aber ich habe es schon öfter gesagt: Ich kann diesen Kindern Liebe und Aufmerksamkeit schenken, aber ich kann ihnen nicht die Eltern ersetzen.

 

Für mich ist es jedes Mal unheimlich traurig, die Kinder gehen zu lassen. Manch eines ist gut aufgehoben - aber es hat ja seine Gründe, dass die Kinder dauerhaft im Heim leben. Nur sehr wenige Kinder, die abgeholt wurden, wurden herzlich begrüßt oder gar umarmt, obwohl sich die meisten Familien seit den letzten Ferien, die direkt nach Neujahr endeten, nicht gesehen haben.

 

Für mich gab es aber noch eine weitere Nachricht: Meine Krankenversicherung hatte zwecks weltweiter Reisewarnungen außerordentlich gekündigt: Bis zum 31.3. musste ich nach Hause, wenn ich noch Versicherungsschutz haben wollen würde. Zusammen mit der neuen Situation, dass die Kinder jetzt weitgehend nach Hause gingen, entschied ich mich also wieder um - und wollte versuchen, nach Hause zu kommen. Da ich in einem Projekt von Lufthansa Cargo arbeite und nun ja doch nicht mehr reiste, sondern mit den Kids zusammen war, wurde ich als Projektmitarbeiterin auf den Lufthansa-Flug am 24. März gebucht. Bis dahin wollte ich die 16 Kinder, die noch im Heim waren, beschäftigen.

 

(Text wird unterhalb der Spendenbox fortgesetzt)


SPENDENAUFRUF

 

60 Euro ernähren eine sechsköpfige Familie einen Monat lang!

 

Der Verein, für den ich arbeite, Cargo Human Care, hat eine Hilfsaktion für die Familien, deren Kinder in unserem Programm sind, gestartet. Die Kinder wohnen nicht umsonst im Heim, sie kommen aus enorm armen Familien oder aus einem Umfeld, das ein Kind nicht versorgen kann. Teilweise haben die Familien, die ohnehin nichts haben - und auch ihre Jobs verlieren, nun bis zu sechs weitere Kinder zu versorgen!

 

Um die Familien der ingesamt mehr als 250 Kinder in unseren Programmen mit Lebensmittel zu unterstützen, werden Pakete zusammen gestellt. Sie werden zentral über das Kinderheim verteilt.  Sozialarbeiter besuchen zudem nach und nach die Familien in prekären Situationen, um im Zweifel eingreifen zu können.

 

Spenden - jeder Euro hilft - unter dem Stichwort "Familienhilfe 2020" an:

Paypal: info@cargohumancare.de

IBAN: DE40 5085 2553 0016 0606 00

Spendenquittung möglich.



Die Angst vor dem Shutdown: Warum Corona so gefährlich für Kenia ist

Mehr Angst als Corona selbst machen mir allerdings die Shutdown-Szenarien in Kenia. Und diese Gedanken möchte ich mit euch teilen. Auch in Deutschland gehen deshalb Existenzen zugrunde, Geschäfte müssen schließen, Menschen verlieren ihr Einkommen. Aber wir haben eines, auf das wir uns verlassen können: einen funktionierenden Sozialstaat. Der fehlt in vielen Ländern, unter anderem in Kenia.

 

Viele Menschen hier leben von dem Geld, das sie am jeweiligen Tag verdienen. Viele haben keinen Arbeitsvertrag und viele sind mit einem kleinen Obststand, Laden, Ein-Mann-Handwerksbetrieb oder ähnlichem selbstständig. Verlieren diese Menschen ihre Einnahmen über mehrere Tage, steht der Hungertod vor der Tür. Viele hier haben keine Reserven und es gibt vom Staat kein Geld bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit (und auch keine Rente). Ob nun Wegfall, weil Leute daheim bleiben und Touristen ausbleiben, oder Wegfall wegen staatlichem Shutdown (wird diskutiert), viele Menschen blicken dann dem Tod entgegen.

 

Die Tourismusbranche leidet jetzt schon enorm, das sind häufig Menschen, die eine Festanstellung hatten. Sie haben vielleicht ein paar Reserven - aber für wie lange?

 

Die Nationalparks ermuntern Menschen, nach wie vor zu kommen. Fallen Eintrittsgelder weg, verlieren Menschen ihren Job (und Existenzgrundlage) und damit die Tiere ihren Schutz. Zusammen mit dem Fakt der Armut ist ein Anstieg der Wilderei vorprogrammiert.

 

In Uganda beispielsweise, wo ich jetzt sein sollte anstatt diesen Artikel zu tippen, wurde das Gorilla-Trekking eingestellt - weil man nicht weiß, ob sich das Virus übertragen kann. Die Ranger, die vor allem vom Trinkgeld leben, blicken der Armut entgegen.

 

Ich habe Angst vor sozialen Unruhen, die dann drohen würden, in diesem wunderschönen, aber eben auch nicht stabilen Land. Es würde die Schwächsten treffen.

 

Kenia hat nach wie vor nur 15 Fälle von Coronavirus, 13 sind Kenianer, die zuvor in Europa oder in den USA waren, zwei sind französische Urlauber. Aber die gesellschaftlichen Auswirkungen sind fatal. Wir mussten Kinder zu Verwandten schicken, die nicht in der Lage sind, dauerhaft für die Kinder zu sorgen. Wir mussten sie in Familien schicken, in denen die Gefahr von Misshandlung droht. Unsere kenianischen Sozialarbeiter werden die Kinder in instabilen Familien nun nach und nach zu Hause besuchen, um ihre Versorgung und Sicherheit zu gewährleisten.

 

Frühzeitige Abreise: Kenia mit einem unguten Gefühl verlassen

Ich bin unendlich traurig ob der Hilflosigkeit, die ich empfinde. Mein Herz ist in Kenia und bei meinen mehr als 100 Kindern, von denen ich in den nächsten Wochen nichts hören werde. Die ich verabschieden musste in eine ungewisse kurzfristige Zukunft. Elf sind noch im Heim, sie werden bleiben, bis auch die anderen zurückkommen, weil sie keine Familie haben. Den Rest erwarten wir (hoffentlich) im Mai zurück.

 

Da mein Flug am Dienstag auch annulliert wurde, wurde ich Standby auf den letzten Lufthansa-Flug von Nairobi nach Frankfurt auf nicht absehbare Zeit gebucht. Am Freitagabend saßen wir, zu dem Zeitpunkt noch 16 Kinder und ich, spät noch im "Aufenthaltsraum". Der TV lief, einige knüpften, einige tobten und ich spielte mit einigen Mau Mau. Weil mich mein Patenkind immer aussetzen und aufnehmen ließ, habe ich lautstark gemosert. Ein Mädchen, das niemanden mehr hat und daher immer im Heim ist, bekam einen totalen Lach-Flash, kuschelte sich an und sagte: "Oh Miriam, you make me happy." Es sind viele Momente wie diese, die mich glücklich machen und die mir zeigen, dass meine Entscheidung vor fünf Jahren für diese Kinder die richtige war. Sie haben so viel Liebe in sich - und ich bewundere, wie schnell und tief sie trotz ihres Schicksals, Vertrauen zu mir gefasst haben.

 

Ich leide mit den Menschen in Deutschland, die nach so viel Arbeit ihre Existenz verlieren. Die Aufträge verlieren, Kunden und ihre Geschäfte schließen müssen. Ich leide mit jenen, die Angst um ihre Angehörigen haben müssen und als Depressive natürlich auch mit all den psychisch Kranken, für die eine Isolation noch viel schlimmer ist und zu einer Verschlimmerung ihrer Krankheit führen kann. Aber trotz allem weiß ich, dass der deutsche Staat da ist.

 

Und deshalb denke ich eben auch viel an meine Freunde in Kenia, die nicht nur daheim auf dem Sofa sitzen und bei Netflix abwarten müssen, sondern hier ums Überleben kämpfen.

 

UPDATE 27.3., 11 Uhr:
Es gibt inzwischen 31 bestätigte Fälle und ein erster Toter. Der Luftraum ist seit Mittwoch gesperrt, am Freitagabend beginnt eine mehrstündige Ausgangssperre. Die Situation wird immer prekärer. Gelegenheitsjobs fallen weg, aufgrund einer anderen Arbeitsrechtssituation verlieren zudem Tausende ihre Jobs. Die ersten Shops mussten schließen.

Für die Familien, die in unserem Programm sind, wurde Donnerstagabend eine Hilfsaktion gestartet, weiter oben findet ihr einen Spendenaufruf mit allen wichtigen Infos.


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