Apulien: 7 Highlights im Süden von Italien

Schon seit vielen Jahren zählt Italien zu den absoluten Sehnsuchtszielen der Reisebloggerin Martina Schäfer von "Places and Pleasures". In vielen verschiedenen Regionen war sie dort unterwegs. Apulien hatte sie dabei lange nicht im Blick. Doch dann wollte es der Zufall so: Martina reiste für einen Tages an den Stiefelabsatz Italiens - und dieses malerische Fleckchen Erde hat sie sofort in seinen Bann gezogen. Viele traumhafte Orte hat die Reisebloggerin im italienischen Apulien inzwischen kennengelernt. In einem Gastbeitrag stellt Martina von "Places and Pleasures" ihre sieben Highlights im Süden von Italien vor - und nimmt dich mit auf eine Reise zu zauberhaften Häusern und alten Höhlen.


Alberobello in Apulien: Stadt der Trulli

Weiß gekalkte runde Häuschen mit einem Kegeldach aus Stein, manche von ihnen sogar mit geheimnisvollen Symbolen im Dach. Was nach einem Wohnhaus für Märchenwesen klingt, beschreibt die traditionellen Trulli der Region.

 

Nirgendwo in Apulien sind sie so zahlreich zu finden wie im Trulli-Viertel von Alberobello. Dicht an dicht säumen sie dort die Gassen. Sogar eine Kirche in Form eines Trullo gibt es. Und seit 1996 zählen die Trulli von Alberobello zum Weltkulturerbe der UNESCO.

 

Die Faszination des Städtchens in Italien lässt sich am besten bei einem gemütlichen Bummel erleben. Ein Besuch der Läden und Restaurants in den Trulli vermittelt einen Eindruck davon, wie das Leben in solch einem Häuschen wohl sein mag. Besonders begeistert hat mich aber der Blick von oben über die Kegeldächer des Trulli-Viertels. Möglich ist das von der Terrasse eines Trullo oder vom Platz vor der Kirche Santa Lucia.

 

Wichtig zu wissen ist aber vor allem eines: Wenn du das besondere Flair von Alberobello in aller Ruhe genießen willst, solltest du bis spätestens 9 Uhr vor Ort sein. Ab dann erobern oft Massen das Trulli-Viertel.


Lecce in Apulien: Barockstadt aus Tuffstein

In hellem Beige leuchten die barocken Fassaden in der Altstadt von Lecce in der apulischen Sonne. Diesem Glanz verdankt die Stadt auch ihren Beinamen „Florenz des Südens“.

 

Verantwortlich dafür ist der gut zu bearbeitende Tuffstein, der in der Umgebung der Stadt abgebaut wird. Diesen weichen Stein nutzten die Lecceser bereits im 17. Jahrhundert zum Bau ihrer üppig verzierten Häuser. Für Renovierungen und auch für so manchen Neubau wird der Tuffstein sogar bis heute verwendet.

 

Lecce hat allerdings deutlich mehr zu bieten als nur hübsche Fassaden. Ein erstes Highlight waren für mich die imposanten Stadttore. Mitten in der Altstadt an der Piazza Sant’Oronzo kannst du dann die Ausgrabungen des römischen Amphitheaters bestaunen. Nicht weit entfernt ist das Castello Carlo V zu besichtigen.

 

Und wie so oft in italienischen Städten lohnen die Kirchen einen Besuch. Die bedeutendsten sind die Kathedrale Maria Santissima Assunta, die Basilica Santa Croce und die Kirche der Heiligen Niccolò und Cataldo. 


Polignano a Mare: Pittoreskes Städtchen auf Klippen

Wahrhaft eindrucksvoll gruppieren sich die Häuser der Altstadt von Polignano a Mare auf steilen Felsklippen über dem intensiv blauen Meer. Direkt an der Treppe, die hinunter ans Meer führt, steht der wohl berühmteste Sohn des Städtchens: Domenico Modugno.

 

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich seinen Namen noch nie gehört, bis ich zum ersten Mal in seiner Heimatstadt war. Anders sieht das allerdings mit seinen Liedern aus. Immerhin hat sein Hit „Volare“ es zu weltweiter Bekanntheit gebracht.

 

Ein Bummel durch die Gässchen von Polignano a Mare führt immer wieder zu einem Aussichtspunkt mit Blick über das Meer. Von einem dieser Punkte ist der kleine Strandabschnitt zwischen den Felsen gut zu sehen, an dem sich viele Badegäste tummeln und die Abkühlung im Meer genießen.

 

Fasziniert entdecke ich von anderer Stelle schließlich sogar ein Restaurant mitten in den Felsklippen. Wer ein Essen an diesem besonderen Ort genießen will, muss allerdings lange vorher reservieren und tief ins Portemonnaie greifen. Deshalb lasse ich mich stattdessen gerne vom Angebot der zahlreichen kleinen Fischrestaurants in der Altstadt verführen. 



Ostuni: die weiße Stadt in Apulien

Schon auf der Anfahrt ist Ostuni gut zu erkennen. In strahlendem Weiß präsentiert sich die Stadt majestätisch auf einer Hügelkuppe. Kein Wunder, dass die „weiße Stadt“, wie Ostuni auch genannt wird, bei Reisetipps keinesfalls fehlen darf.

 

Tatsächlich habe ich es allerdings erst bei meiner zweiten Apulien-Reise dorthin geschafft. Danach hat die Stadt mich aber wie magisch angezogen und bei jedem Aufenthalt in der Region stand der Besuch dort auf dem Programm.

 

Wer mit dem Auto nach Ostuni kommt, parkt am besten auf dem großen, gut ausgeschilderten Parkplatz unterhalb der Altstadt. Von dort lässt du dich einfach treiben. In den schmalen Gässchen wartet beinahe an jeder Ecke ein tolles Fotomotiv, ein genialer Ausblick oder eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt. Dazu zählen die Oronzo-Säule, das Rathaus und das Dach der Kirche San Vito Martire.

 

Sogar ein wenig an Venedig fühle ich mich in Ostuni erinnert. Denn gleich neben der Kathedrale verbindet der Arco Scoppa – ein Steinbogen – zwei Kirchengebäude miteinander. Sehr zu empfehlen ist übrigens auch das Café darunter mit seinem leckeren Eis.


Castellana Grotte: Monumentale Höhlen-Faszination

Was könnte bei sommerlicher Hitze in Apulien besser passen als ein Ausflug in den Untergrund der Region? Entlang der Küste warten zahlreiche Grotten darauf entdeckt zu werden.

 

Bei meiner ersten Reise an den Absatz des italienischen Stiefels habe ich aber zunächst mal eine im Landesinneren ausgewählt: die Grotte di Castellana. Sie ist die größte Höhle Italiens und ist im Rahmen einer Führung zu besichtigen.

 

Schon der Eingangsbereich der Grotte zeigt sich beeindruckend. Nur hier fällt noch ein wenig Tageslicht auf die mächtigen Gebilde aus Stein. Danach geht es dann auf einer 90minütigen Tour hinein in die unterirdischen Gänge. Bis zu 70 Meter tief führt der Guide die Gruppe. Tatsächlich wird es dabei sogar recht kühl und die knapp 40 Grad Außentemperatur erscheinen hier unten irgendwie unwirklich.

 

Für Begeisterung sorgen in den verschiedenen Höhlen aber vor allem Stalaktiten und Stalagmiten in unterschiedlichen Formationen. Deiner Phantasie sind da kaum Grenzen gesetzt.


Grottaglie in Italien: Apuliens Keramik-Hochburg

Wer aufmerksam durch Apulien reist, entdeckt an und in vielen Häusern Keramiken in Form eines Pinienzapfens. Diese Keramik ist typisch für die Region, trägt den Namen „Pumo“ und dient als Glücksbringer.

 

Viele von ihnen stammen aus der Keramikhochburg Grottaglie. Dort entstehen sie in verschiedenen Größen und Farbkombinationen in den zahlreichen Werkstätten und Ateliers. Und selbstverständlich sind die Pumi nur ein Teil des großen künstlerischen Angebots der Töpfer.

 

Bereits seit dem 18. Jahrhundert ist Grottaglie für seine Keramik bekannt. Bei einem Spaziergang durch das Keramikviertel unterhalb des Bischofschlosses können Interessierte vielen Künstlern bei ihrer Arbeit zusehen – und natürlich ihre Werke kaufen.

 

Begeistert hat mich vor allem die Vielfalt. Denn hier sind nicht nur unterschiedliche Stilrichtungen vertreten. Auch die Auswahl an Produkten reicht von Gebrauchsgeschirr bis hin zu kunstvollen Figuren. Da fällt die Wahl schwer, wenn die Gewichtsbeschränkung für das Reisegepäck eingehalten werden muss. 


Gallipoli in Apulien: Altstadt in Insellage

Auf einer Insel ragt die Altstadt von Gallipoli ins ionische Meer. Mit der modernen Neustadt ist sie heute über eine Brücke verbunden. Direkt dahinter steht die mächtige Festung, die in der Vergangenheit für den Schutz der Stadt sorgte.

 

Dabei reicht die Geschichte Gallipolis noch viel weiter zurück. Denn schon in der Zeitrechnung vor Christi Geburt hatten sich dort die Griechen niedergelassen und nannten ihre Siedlung Kallipolis, was übersetzt „die Schöne“ bedeutet.

 

Schön ist das Flair der Altstadt von Gallipoli bis heute. Noch viel länger hätte ich dort bei einem Cappuccino am Hafen sitzen und den Fischern beim Reparieren ihrer Netze zusehen können. Doch auch der Bummel durch die typischen engen Gässchen darf nicht fehlen.

 

Was dabei vor allem auffällt: In Gallipoli scheint es überdurchschnittlich viele Kirchen zu geben. Außerdem entdecke ich prächtige Palazzi, schöne Brunnen oder Statuen. Und zum Abschluss geht es noch kurz an den Strand. Schließlich muss man ausnutzen, dass Strandvergnügen hier in direkter Nähe zur Altstadt möglich ist.

 

Ich hoffe, ich konnte dir Lust auf eine Reise nach Apulien machen. Vor Ort wünsche ich dir viel Spaß bei deinen Entdeckungen. Lass dich inspirieren vom traumhaften Flair am Absatz Italiens!



Zur Autorin: 

 

Auf dem Reiseblog "Places and Pleasure" schreibt Martina Schäfer unter dem Motto: "Aktiv. Erleben. Genießen." Ob Touren im Berliner Umland, in Deutschland, Europa oder weit weg in der Ferne – sie liebt es, Regionen intensiv zu erkunden. Und was für sie fast immer dazugehört, sind kulinarische Highlights und ein paar Aktiv-Erlebnisse.

 

Wenn dich weitere Highlights in Italien interessieren, solltest du auf jeden Fall bei Martina vorbeischauen, denn sie ist regelmäßig dort unterwegs und hat viele Tipps für verschiedene Regionen gesammelt.

 

Du findest Martina übrigens auch auf Instagram, Facebook und Twitter.

 


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Kommentare: 5
  • #1

    Jana (Montag, 10 Januar 2022 21:38)

    Schon zu Schulzeiten wollte ich immer mal nach Italien, habe es dann aber erst als Erwachsene geschafft. Bisher dreimal und immer eine andere Gegend, aber in Apulien war ich tatsächlich noch nicht! Ist aber echt schön dort mit den weißen Häuschen direkt am Meer! Auch die Keramiken an den Fassaden gefallen mir gut! Das ist Mittelmeer! Hach wie gern will ich da wieder hin!

    Liebe Grüße
    Jana

  • #2

    Anja (Dienstag, 11 Januar 2022 00:39)

    Liebe Martina,
    wow, da stellst du uns wirklich beeindruckende und ganz besondere Orte vor. Italien ist tatsächlich auch für mich ein großes Wunschreiseziel und Apulien hatte ich auch nicht vordergründig auf dem Schirm. Nun aber um so mehr.
    Besonders beeindruckt bin ich von den Trulli-Häusern und dem Städtchen in den Klippen - davon habe ich schon einmal irgendwo gelesen.
    Und so eine Höhle würde mich auch faszinieren.
    Herzliche Grüße
    Anja von STADT LAND WELTentdecker

  • #3

    Tanja L. (Mittwoch, 12 Januar 2022 09:44)

    Hallo Martina,

    das ist eine sehr schöne Vorstellung einer Region, in der ich noch nie war. Ich würde ja am liebsten die Höhle besuchen. Aber ein Besuch in der Tiefenhöhle Laichingen hat mich so enttäuscht, dass ich da etwas skeptisch bin, ob das wirklich so spannend ist. Wie lange geht denn eine Führung, bzw. wie lange kann man sich dort beschäftigen? Das Problem mit der Gewichtsgrenze würde ich vermutlich nicht haben, auch wenn die Keramiken total schön aussehen, würsste ich damit nicht sooo viel anzufangen. Bei Teekannen oder -Tassen könnte es da aber doch anders aussehen, davon hat man nie genug und das sind immer total tolle Mitbringsel aus dem Urlaub!

  • #4

    Marion (Freitag, 14 Januar 2022 12:27)

    Apulien ist dieses Jahr bei uns geplant. Nach Amalfi, Capri und Sizilien den letzten zwei Jahren planen Peter und ich nun einen Roadtrip nach Kalabrien und einen Teil von Apulien. Da kommt dieser Artikel natürlich gelegen. Tolle Tipps.

  • #5

    Barbara von Barbaralicious (Sonntag, 16 Januar 2022 21:28)

    Hallo Miriam, hallo Martina,

    so ein schöner Gastbeitrag! Und ich freue mich immer riesig, was über meine Heimat Italien zu lesen. Apulien kenne ich noch so gut wie gar nicht. Das sollte ich wohl mal ändern, wenn ich mir diesen Beitrag so anschaue :D Danke für die Eindrücke!

    Ganz liebe Grüße
    Barbara