Entspannte Stadt am Wasser: Kopenhagen

"Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach nur dazusitzen und vor sich hin zu schauen" - an das Zitat von Astrid Lindgren denke ich nicht nur, wenn es um Stockholm geht, es passt auch perfekt auf die dänische Hauptstadt Kopenhagen. HIer lässt es sich entspannt am Wasser flanieren, durch die Altstadt bummeln, die Aussicht über die Stadt genießen oder im alten Schlachterei-Viertel feiern. Besonders ist der Freistaat Christiania inmitten der Stadt, dem ich einen eigenen Beitrag gewidmet habe.

 

Der Übersichtlichkeit halber habe ich den Beitrag nach den verschiedenen Stadtteilen gegliedert.


Indre By

Die Indre By ist das Stadtzentrum von Kopenhagen, das wohl jeder Kopenhagen-Besucher aufsuchen wird. Hier reiht sich eine Sehenswürdigkeit an die andere - und frei nach der Schwedin Astrid Lindgren: "Dann muss ja auch noch Zeit sein, um einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen." Und das kann man in Kopenhagen auch wahnsinnig gut!

 

Beginnen wir beim Wahrzeichen der Stadt, der "Lille Havfrue", der kleinen Meerjungfrau. Dieses Kunstwerk - das übrigens wirklich sehr klein ist und ohne die Touristengruppen, die davor stehen und Fotos knipsen, leicht übersehen werden könnte - ist vom Kopenhagener Bildhauer Edvard Eriksen  Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut worden.

 

Direkt neben der Meerjungfrau steht ein riesiges altes Relikt: Das Kastell ("Kastellet"), ein Überbleibsel der alten Stadtbefestigung. Über Zugbrücken geht es über die Wassergräben hinüber auf das eigentliche Areal. Das Kastell stammt aus dem 17. Jahrhundert und dient heute als Museum. Vom Kastell aus hat man auch eine herrliche Aussicht über die Bucht.

 

Der Weg gen Zentrum führt an der St Alban's Church und dem Churchill-Park sowie den königlichen Pavillons vorbei. Wer den Weg am Hafen entlang wählt, kommt an der Kunstgalerie "Den Kongelige Afstøbningssamling" vorbei, ehe man auf den Garten von Schloss Amalienborg trifft, das ebenfalls sehr nah am Hafen liegt. Der Palast aus dem 18. Jahrhundert ist im Rokoko-Stil errichtet, dient als Wintersitz der Königsfamilie und ist ansonsten als Museum zugänglich. Hinter dem Schloss Amalienborg (vom Wasser aus gesehen), wartet die Frederikskirke mit der größten Kuppel Skandinaviens. Die Marmorkirche wird als Dom von Kopenhagen genutzt.

 

Wer sicher weiter entlang des Hafens orientiert, kommt zu einem weiteren Highlight der Stadt, dem viel fotografierten Nyhavn, der ins Landesinnere hinein reicht. Auf der Brücke oder auch am Ende des Hafenbeckens lässt sich die Sicht auf die kleinen bunten Häuser, hauptsächlich Gastronomie-Betriebe, besonders gut genießen.

 

Südöstlich an den Nyhavn grenzt wieder königliches Gebiet, nämlich das Areal rund um das Schloss Charlottenburg, das heute die Kunstakademie beherbergt und in Verbindung mit dem neuen Kunstausstellungsgebäude steht. An das Gebiet grenzt auch der Park Kongens Nytorv, wo sich am Rande das Königliche Theater befindet.

 

Am Nytorv beginnt quasi auch die eigentliche Innen- und Altstadt Kopenhagens. In östliche Richtung reicht sie bis zur Universität, im Norden bis Kongens Have und dem Schloss Rosenborg. Dabei handelt es sich um eines der imposantesten Schlösser mit einem riesigen Schlossgarten. Das Schloss dient als Museum, man kann etwa Kronjuwelen sehen und sich Führungen anschließen.

 

In der Altstadt lohnt sich vor allem die Sicht vom Rundetårn aus, einem Rundturm aus dem 17. Jahrhundert, das Ausstellungsfläche bietet und der relativ einfach zu erklimmen ist, da es sich um eine Rampe handelt, die sich nach oben schlängelt.  Man hat einen tollen Blick auf den Marktplatz. An den Turm schließt sich die Trinitatis Kirke (Dreifaltigkeitskirche) an. Hier befinden sich auch die Einkaufsstraßen Strøget und Strædet. Wer schon in der Gegend ist, schaut beim Perch's Tea Room vorbei, dem ältesten Geschäft der Stadt, das seinen Stil seit 1835 bewahrt hat.

 

Wer über den Nytorv hinaus gen Osten geht, kommt irgendwann zunächst auf den Rådhuspladsen/Rathausplatz mit seinem berühmten Bauwerk und direkt gegenüber auf die ebenso weltbekannte Tivoli. Der Vergnüngungs- und Freizeitpark liegt mitten in der Staat, hat viel Grün, Blumen, Springbrunnen, aber auch Fahrgeschäfte wie Achterbahnen, Kettenkarussell und Co. Geöffnet hat die Tivoli von Mitte April bis Ende September, die Ticketpreise richten sich danach, was man vor Ort machen möchte, so gibt es Tickets für die Tivoli alleine, und welche, die Fahrgeschäfte einschließen. Wer nun den anderen Ausgang nimmt, landet direkt vor dem Hauptbahnhof.

 

An die Tivoli grenzt auch das Museum "Ny Carlsberg Glyptotek" (Neue Carlsberg Glyptothek) mit antiken Skulpturen aus Ägypten, Rom und Griechenland sowie moderne Werken von Auguste Rodin und Edgar Degas.

 

Wer etwas Zeit hat, macht eine Kanalfahrt mit den kleinen Booten (meine Abfahrt war auf Höhe der Knippelsbro). Ich fuhr die kleine Tour rund um die innerstädtische Insel, auf der das Schloss Christiansborg ist und habe es sehr genossen. Vom Wasser aus zeigt sich nicht nur das Schloss, das Thorvaldsen-Museum, in dem Skulpturen des Künstlers ausgestellt sind, und das wirklich imposante Gebäude der Alten Börse "Børsen".


Christianshavn

Am meisten Zeit habe ich wohl in Christiania verbracht, einem Freistaat inmitten von Kopenhagen mit einer sonderlichen Geschichte. Und genau deshalb findet ihr dazu einen eigenen Beitrag!

 

Auf dem Weg nach Christiania kommt man fast unweigerlich an der Frelsers Kirke, der Erlöserkirche vorbei, die mit ihrem imposanten Turm auffällt. Der ist korkenzieherartig angeordnet und fällt auf jeden Fall auf. Bekannt ist die Kirche auch für ihr Glockenspiel.

 

Früher war auch das Restaurant Noma, das einst weltbeste Restaurant, eine Anlaufstelle. Es lag auf der Insel Amager, wo sich auf der Flughafen befindet und wo die berühmte Øresundbro ihren Startpunkt hat. Heute ist das Restaurant aber geschlossen.


Vesterbro

Das Stadtviertel Vesterbro ist vor allem für sein Nachtleben bekannt. Hier reihen sich Bars und Szenekneipen aneinander. Vor allem ein Gebiet ragt dabei hervor und darf eigentlich bei keinem Kopenhagen-Besuch fehlen: Kødbyen, besser bekannt als "Meatpacking District", also sowas wie Schlachtereiviertel. Ob nun in den Discos Jolene, Bakken, KB3 oder im Warpids - man trifft dort immer auf Leute, Einheimische wie Touristen, die einen chilligen Abend verbringen möchten.

 

Wer Bedarf an einem stilvollen, nicht ganz günstigen Restaurant hat, besucht den Madklubben.


Österbro

Wenn ihr bei der Meerjungfrau angekommen seid, habt ihr es schon fast in den Stadtteil Østerbro geschafft, der ein paar Meter weiter beginnt. Es handelt sich dabei um einen sehr grünen Stadtteil, der vor allem mit vielen Parks auffällt. Am größten und bekanntesten ist der Fælledparken, wo es sich gemütlich zusammen sitzen lässt. Charakteristisch ist auch die Lage direkt am Wasser, kurz hinter der Meerjungfrau findet sich daher auch der Nordhavn (Nordhafen).


Fredriksberg

Wirklich viele Sehenswürdigkeiten bietet der etwas abgelegene Stadtteil Fredriksberg, der sich östlich ans Zentrum anschließt. Hier gibt es aber vor allem eine Attraktion, den Zoo. Hier trifft man auf Affen, Giraffen, Eisbären und Karakal.




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