Palästina

Während einer journalistischen Recherchereise nach Israel sind wir auf dem Weg vom See Genezareth zum Toten Meer auch durch das Westjordanland, auch Westbank genannt, gefahren. Es war nur ein kleiner Eindruck, den ich gewinnen konnte - denn natürlich ist dem israelischen Tourismusbüro, das die Reise organisiert hat, nicht so gelegen, wenn wir zur Situation  zwischen Israel und Palästina zu viele Fragen stellen. Dennoch möchte ich hier von der Durchfahrt berichten.


Der Weg vom Toten Meer zum See Genezareth führt durch das Westjordanland, wo wir die Grenze passieren mussten.

 

Das war ein sehr einprägsamer Moment für viele unser Reisegruppe. Für mich auf jeden Fall.

 

Es ist unglaublich, in ein Gebiet einzureisen, in dem die Bevölkerung quasi gefangengehalten wird, während ich einfach durchfahren kann.

 

Im Auto entstand eine sehr hitzige Diskussion zwischen unserer Tourguide vom staatlichen israelischen Tourismusbüro und zwei, drei von uns Journalisten, die sich immer dann einmischten, wenn ein entscheidender Teil in der Geschichte unserer Ansicht nach verharmlost wurde.

Es war spannend zu sehen, wie unsere ansonsten super tolle, relaxte, lustige, gebildete und gesellige Tourguide auf einmal angespannt und schnippisch wurde, fast beleidigt war.

 

Wir hielten dann auf unser Drängen im Westjordanland, auch wenn es ungern gesehen wurde.

 

Wir schauten die Grenze entlang, ein bedrückendes Gefühl. Über die vielen Grenz-Situationen hier werde ich sicher noch viel nachdenken, aber da muss sicher auch noch das ein oder andere schlicht nachwirken.

 

Wir fuhren am Grenzzaun entlang, entlang auch des Jordan, der ein wirklich erbärmliches Bild abgibt. In vielen Teilen ist er nicht einmal mehr als Fluss erkennbar.

 

Bei uns würde man das bisschen Wasser noch maximal als Bach bezeichnen. Unfassbar, wie er heruntergewirtschaftet ist, wie selbst jetzt, wo die Folgen so deutlich spürbar sind – das Tote Meer geht jedes Jahr etwa einen Meter zurück -, noch immer nicht wirklich an einer Lösung gearbeitet wird.

 

Müssen nicht irgendwann persönliche Eitelkeiten hinter solch elementar wichtigen Dingen wie der Natur, wie der kompletten Wasserversorgung für die Region, zurückstecken?

 

Ein Mitreisender fragte, warum der Jordan so wenig Wasser hat. "Nicht nur wir holen da Wasser raus", antwortete unsere Tourguide. Auch das schwingt immer irgendwie mit: Die Kritik an Israel aus dem Ausland, als "the bad guy" angesehen zu werden, wie sie es nannte.





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