Zum Wohl der Tiere: Darauf solltest du auf Reisen verzichten

Löwenbabys sind so unfassbar niedlich - wie gerne würde man ihnen übers Fell streicheln und sie knuddeln. In einigen Ländern geht das - mit Löwen, Tigern, Elefanten und anderen Wildtieren. Aber wie cool finden das eigentlich die Tiere? Ich bin nicht per se gegen Zoos und Tierparks, ich besuche sogar welche. Aber es gibt auch für mich einige No-Gos, etwa das Reiten auf Elefanten und Eseln, Selfies mit Tigern, Knuddeln mit Löwenbabys, Spaziergänge mit Geparden oder das aus dem Wassernehmen von Seesternen. Denn all diese Dinge stehen für enorm viel Tierleid - und seit dem Erfolg von "Tiger King" sehe ich in den Sozialen Medien wieder deutlich mehr Fotos von diesen Misshandlungen.


In Südafrika gibt es schätzungsweise 3500 Löwen in freier Wildbahn

- und bis zu 8000 in Gefangenschaft.

 

In den USA leben 5000 bis 10.000 Tiger in Gefangenschaft.

Weltweit gibt es geschätzt noch 3200 in freier Wildbahn.

Vielleicht nehme ich es nur mehr wahr - aber seit dem riesigen Erfolg der Sendung "Tiger King" begegnen mir deutlich mehr Selfies mit Tigern, Löwen oder Elefanten in den sozialen Medien. Menschen, die im Urlaub auf Elefantenrücken posieren oder Seite an Seite mit einem angeketteten Tiger - mit einem Löwenkind im Arm oder einem angeleinten Äffchen auf der Schulter. Diese Bilder lösen in mir ganz großes Unbehagen aus. Denn für mich stehen diese Bilder für Tierleid. Vorweg: Ich bin weder Veganer ("nur" Vegetarier) noch boykottiere ich Zoos und Tierparks, wie ihr auch hier auf meiner Seite schon gesehen habt. Dennoch glaube ich, dass viele Menschen nicht wissen oder wahrhaben wollen, was das sooooo süße Selfie oder das mutige Inszenieren eines solchen für die Tiere bedeuten. Und dafür möchte ich in diesem Text sensibilisieren - in Anlehnung an die "Be Kind To Animals"-Week, die in der vergangenen Woche stattfand.

 

Drogen und Jagen: Die Industrie mit dem Tierleid!

Gepard in der Serengeti, Tansania
Gepard in der Serengeti, Tansania

2013 war ich in Südafrika und habe eine Einrichtung besucht, die sich um angeblich gerettete Tiere kümmert. Ich habe nicht weiter darüber nachgedacht, warum ein Karakal-Junges dort untergebracht war - handaufgezogen, im Park geboren. Auch Cheetah Walks wurden angeboten - man konnte mit Geparden am Strand spazieren gehen. Das habe ich nicht gemacht, hauptsächlich aber nicht aus moralischen Gründen, sondern weil es zu teuer war und wir kaum Zeit hatten.

 

Heute sehe ich das mit anderen Augen und schäme mich für den Besuch damals im Tenikwa Wildlife Center. Immerhin sind die Cheetah Walks inzwischen nicht mehr im Programm, aber nach wie vor gibt es Interaktion mit Wildtieren: Die Cheetahs durften wir als normale Besucher damals im großzügigen Gehege aufsuchen - wir haben sie nicht gestreichelt, aber an den Wänden hingen Bilder von Menschen, die das taten.

 

Wenn ihr eine Einrichtung besucht, ist es immer sinnvoll, nicht nur die süßen Knopfaugen der kleinen Wildtiere zu sehen, sondern sich selbst ein paar Fragen zu stellen: etwa, ob es Sinn ergibt, was die Leute der Einrichtung erzählen (siehe Karakal-Baby), ob es von der Menge der Einrichtungen und der Tiere, die in diesen leben, wirklich nur Findeltiere und Waisen sein können, ob es ein natürliches Verhalten der Tiere ist.

 

Cheetah Walks und Kuscheln mit Löwenbabys

Löwen-Baby in der Masai Mara, Kenia
Löwen-Baby in der Masai Mara, Kenia

Geparde beispielsweise sind keine besonders scheuen Katzen und können leicht an Menschen gewöhnt werden. Sie greifen eigentlich nicht an, daher ist die Gefahr gering. Wie alle Katzen aber sind Geparde weitestgehend nachtaktiv und sie schlafen die meiste Zeit des Tages - oder ruhen. Werden sie also mehrmals am Tag zu "Cheetah Walks" mitgenommen, ist das wider ihrer Natur.

 

Bei Löwen verhält es sich ähnlich. Die Tiere schlafen in freier Wildbahn 18 Stunden am Tag, auch Babys. Sind sie aber Teil des sogenannten Cub Pettings, werden sie tagsüber durch allerlei Hände gereicht und völlig erschöpft. In Südafrika beispielsweise steckt eine komplette Industrie hinter angeblich verwaisten Löwen-Babys. Die Löwen werden direkt nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt und von Hand aufgezogen. So werden sie direkt an Menschen gewöhnt. Die Mutter wird aufgrund des Verlustes schnell wieder trächtig, um den Verlust zu kompensieren - so bleibt der Nachwuchs gesichert.

 

Die angeblich verwaisten oder oft auch angeblich von den Müttern verstoßenen Babys werden dann oft von Volunteers aufgezogen, die dafür sehr viel Geld bezahlen. Mehrere Hundert Euro pro Woche lassen sich das reiche Weiße auf Selbstfindungstrip kosten. Zudem nehmen die Anbieter Geld ein, indem sie Touristen die Löwen besuchen lassen: hier ein Selfie, dort ein bisschen spielen.

 

Doch irgendwann werden die Löwen zu alt, um sie gefahrlos mit Menschen zusammen zu bringen. Also werden sie verkauft - an Reservate, die auch die Großwildjagd anbieten. Meistens ist auch das nicht transparent, aber die Organisationen "Blood Lions" und "Youth for Lions" leisten da großartige Aufklärungsarbeit. Nun ja, da die Löwen so an Menschen gewöhnt sind, entwickeln sie keinen Fluchtinstinkt und sehen nichts Böses im Menschen - und sind somit sehr einfache Beute für Jäger, die schonmal um die 20.000 Euro pro erlegtem Löwe zahlen...

 

Immer wieder werden gerade in Südafrika Jagd- und Zuchtfarmen aufgedeckt. Doch noch immer ist es legal, 800 Löwen im Jahr zu erlegen und ins Ausland zu bringen... Gerade nach der Realverfilmung von "Der König der Löwen" haben Tierschützer vor dem "Simba-Effekt" gewarnt. Dass Menschen Löwenbabys nun so süß finden, dass sie auch unbedingt mal eines streicheln - oder gar als Haustier haben - wollen.

 

Für den ReiseReporter habe ich damals einen Artikel über den Simba-Effekt geschrieben. Tiere werden so zu absoluten Geldmaschinen, denn die Anbieter machen gleich dreimal Geld mit ihnen: durch Volunteers, durch Touristen und durch Trophäenjäger.

 

Selfie mit Tiger

In Asien ist es vor allem die Industrie mit Tigern und Elefanten, die zu großem Tierleid führt. Tiger sind keine Tiere, die sich unendlich freuen, wenn Menschen sie antatschen. Sie haben einen Flucht-Instinkt und sind scheu. Tiger wie auch Löwen beispielsweise greifen erst an, wenn der Mensch so nahe kommt, dass das Tier keinen Fluchtweg mehr sieht oder davon ausgeht, dass die Flucht nicht erfolgreich sein wird.

 

Also werden Tiger leider immer wieder gefügig gemacht durch Gewalt, sie werden in kleinen Käfigen gehalten, angekettet und angeleint - und für besagte Fotos auch oft leicht bis schwer unter Drogen gesetzt. "National Geographic" hat neulich eine sehr sehr spannende Recherche veröffentlicht, in der es unter anderem um das Leid der Tiger in Asien ging - aber auch um das Leid von Affen, Elefanten, Bären und mehr. Eine deutsche Zusammenfassung findet sich ebenfalls auf ReiseReporter.

 

Elefantenreiten, Eselreiten und Co

Ebenfalls ein großes Thema in der Reportage ist das Elefantenreiten. Elefanten sind keine Tiere, die sich einfach so reiten lassen und das genießen. Um derartige menschliche Interaktion zuzulassen oder Elefanten Tricks aufzuführen lassen, muss in der Regel der Wille der Tiere gebrochen werden - das geschieht oft durch anketten und dem Entzug von Bewegung, dem Aushungern und mit Gewalt in Form von Schlägen und Tritten. Wer sich also auf einen Elefanten setzt, sitzt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf einem Tier, das für genau diese Situation enorm viel Leid ertragen musste.

 

Nach und nach wird das Leid von Elefanten auch offensichtlicher und nach und nach verbieten Länder, Touristen-Attraktionen oder Regionen die Praxis auch. In Deutschland ist Elefantenreiten übrigens erlaubt. Erst vor kurzem hat ein "Spaßpark" eröffnet, in dem Besucher auf alten Zirkuselefanten reiten dürfen - und dafür auch einen Stock in die Hand bekommen.

 

Esel in Maun, Botswana
Esel in Maun, Botswana

Auch Eselreiten wird immer kritischer gesehen. Eselreiten stand sehr lange auf meiner Bucketlist - ich liebe Esel und fand die Vorstellung wunderschön. Heute kommt das für mich nicht mehr infrage und ich habe den Punkt von meiner Liste gestrichen: Esel müssen zwar charakterlich nicht gebrochen werden, aber sie können solch schwere Last auf Dauer nicht tragen, ohne krank zu werden. Ein Esel kann maximal 20 Prozent seines Gewichts tragen... Sie sind oft schutzlos der Sonne ausgesetzt, bekommen zu wenig Wasser und Futter - und wenn sie aus Erschöpfung, etwa weil sie Tausende Stufen hoch- und runtermüssen, bocken, wird eben zur Peitsche oder zum Stock gegriffen.

 

Ich persönlich mag Reiten generell nicht - ich saß als Kind mal auf Ponys (leider in diesen furchtbaren Einrichtungen auf Jahrmärkten, wo die Tiere unter Lärm und Lichteffekten stundenlang im Kreis laufen müssen - auch Tierquälerei) - aber kenne mich bei Pferden und Kamelen (ich selbst habe Kamel-Reiten im Wadi Rum in Jordanien gemacht) beispielsweise zu wenig aus, um beurteilen zu können, was verträglich ist und was nicht. Sobald allerdings jemand Peitsche, Stock oder Tritte/Schläge einsetzt, sehe ich kein Tierwohl mehr.

 

Dressierte Äffchen: Wildtiere sind keine Haustiere!

"Haus-Äffchen" in Amedzofe, Ghana
"Haus-Äffchen" in Amedzofe, Ghana

Bei meiner Reise nach São Tomé machte ich eine Wanderung in den Regenwald. Im letzten Dorf vor der Natur schlossen sich fünf Kinder an - obwohl wir mehrfach wollten, dass sie gingen. Eines der Kinder hatte einen kleinen Affen, am Bauch angebunden, auf der Schulter sitzen. Die ganze Zeit musste das Tier auf dem Kind mitwandern.

 

Es gibt immer noch Orte, an denen man völlig legal einfach so einen Affen kaufen kann. Am Markt, am Straßenrand, für ein paar Euro umgerechnet. Oft werden die Tiere dann entweder dressiert und müssen auf der Straße für Touristen tanzen, werden angeleint für Selfies "verliehen" oder werden in kleine Käfige eingesperrt, weil sie nicht stubenrein sind. Mich macht das unglaublich wütend.

 

Affen sind enorm soziale Wesen und wenn man mal frei lebende Affen beobachtet, sieht man, wie viele menschliche Züge sie haben. Ich verstehe einfach nicht, wie man Freude daran haben kann, solch ein eigentlich wildes Tier domestizieren und einzusperren. Wilde Tiere sind einfach keine Haustiere - und kein Tier gehört in einen kleinen Käfig mit kaum Bewegungsfreiheit.

 

Mich hat da beispielsweise der Besuch im Schimpanzen-Schutzzentrum Ol Pejeta in Kenia berührt. In einem kleinen Ausstellungsraum auf dem großen Gelände, wo die zwei Schimpansen-Gruppen halbfrei leben, sieht man Käfige, in denen die Tiere eingesperrt sind. Daneben finden sich Intelligenztests - während eine Affendame alle drei Aufgaben lösen konnte, konnte ich nur zwei lösen.

 

Geretteter Schimpanse in Ol Pejeta, Kenia
Geretteter Schimpanse in Ol Pejeta, Kenia

In Ghana habe ich ein Affenschutz-Projekt in Tafi Atome besucht. Dort leben Mona Äffchen in einem Wald, der allerdings an einer Siedlung liegt. Als die Hungersnot vor einigen Jahrzehnten enorm war, begannen die Menschen, die Affen zu essen. Inzwischen haben einige Anwohner eine Einrichtung gegründet, die für wenig Geld zu den Äffchen führt und man darf sie auch mit Bananen füttern (da sie an menschliche Nahrung durch die Nähe zum Dorf gewöhnt sind und Bananen dort wachsen, also auch zum natürlichen Futter gehören). Mit dem Geld, das eingenommen wird, wird die lokale Bevölkerung geschult.

 

Nur wenige Kilometer weiter ist das erste Affenfoto entstanden: Dort hält sich eine Lodge in einem (immerhin etwas größeren) Käfig eine Grüne Meerkatze allein - obwohl Affen absolute Familientiere sind - die auf jeden Fall andere Affen um sich herum brauchen.

 

In Costa Rica habe ich ein Schutzzentrum besucht, in dem befreite Haustiere leben: Jaguars, Pumas, Ozelote und mehr. Menschen wollen ein spezielles Haustier, um sich warum auch immer gut zu fühlen - doch irgendwann werden die Raubtiere doch tatsächlich größer und gefährlicher... Auch mit Tigern, Löwen und Bären passiert das immer mal wieder. Danach wissen die Leute dann nicht mehr weiter und geben die Tiere ab...



Tiere unter Stress: Haltet Abstand!

Pinguin in Betty's Bay, Südafrika
Pinguin in Betty's Bay, Südafrika

In Simons Town in Südafrika, unweit von Kapstadt gelegen, liegt der Boulders Beach und der ist bekannt für seine Kolonie an Brillenpinguinen. Doch die Menschen riskieren das Leben der Tiere: Denn wer näher als drei Meter an die Tiere herankommt (und damit auch Absperrungen übergeht), kann die Vögel unter großen Stress versetzen. Vor allem während der Mauser kann das lebensgefährlich sein: Flüchten diePinguine ohne ihr schützendes Fell ins kalte Meerwasser, erfrieren sie.

 

Bei Robben verhält es sich ähnlich: Ein junges Tier alleine am Strand gesichtet? Bitte setzt das Tier nicht ins Wasser zurück, sondern haltet ganz normal Abstand - und wenn euch etwas komisch vorkommt, holt professionelle Hilfe. Flüchtet ein Robbenjunges ins Meer, obwohl es gerade Ruhe braucht, kann es sein, dass es an Erschöpfung stirbt - denn jeder Gang ins Wasser ist mit einem enormen Energieaufwand verbunden.

 

Auch der direkte Kontakt mit Wildtieren ist gefährlich für eben jene: Der Mensch trägt ganz andere Bakterien in und an sich als ein Wildtier. Mit der Berührung oder auch, wenn man sich einfach zu nahe kommt, können Bakterien und damit Krankheiten auf Tiere übertragen werden, gegen die sie keine Chance haben. Sie können also durch das bloße Berühren oder Zunahekommen sterben!

 

Schildkröten-Projekt in Cape Three Points, Ghana
Schildkröten-Projekt in Cape Three Points, Ghana

Auch Schildkröten kannst du töten oder enorm stressen. Beim Turtle Walk am Abend, wenn man Meeresschildkröten sucht, die zur Eiablage an den Strand kommen, werden die Tiere beispielsweise durch Licht gestört. Deshalb nutzen Tierschützer Infrarot-Licht - dadurch unterbrechen die Tiere den Prozess des Eiablegens nicht.

 

Ich habe ein Foto, das meine Hand zeigt, als ich ein Schildkröten-Baby an den Strand bringe. Das empfiehlt sich keinesfalls zum Nachmachen. Das Bild entstand in Ghana am Cape Three Points, wo die Tiere aus einem Schutzzentrum per Hand an den Strand getragen wurden. Wenn man das mit Babys macht, die natürlich am Strand geboren wurden, verlieren sie die Orientierung und finden möglicherweise den Weg nicht. Deshalb haben wir in Costa Rica beispielsweise auch nur geschaut - und das war soooo schön!

 

Als ich in Kenia auf Crescent Island spazieren war, habe ich auch beobachten können, wie Giraffen von Menschen enorm unter Stress gesetzt wurden. Die Giraffen waren total entspannt und saßen sogar - ein Zeichen absoluter Entspanntheit. Obwohl Jungtiere dabei waren! Wir hielten Abstand und Augenkontakt, sodass wir beim ersten Anzeichen von Stress sofort rückwärts gehen konnten. Die Tiere bewegten sich gar nicht und beobachteten uns nur - das Junge kam uns sogar näher. Kurz danach kam eine Gruppe, denen es nicht nahe genug war - durch ihr Verhalten begannen die Giraffen enorm gestresst zu werden - und die Giraffen flüchteten gen Wald - und die Gruppe direkt hinterher... Mein Freund hat sie schließlich angesprochen - sie gaben Einsicht vor, aber wie lange das hält - man weiß es nicht...

 

Seestern im Wasser in Watamu, Kenia
Seestern im Wasser in Watamu, Kenia

Immer wieder mal werden Touristen in Kenia auch von Wildtieren getötet, etwa weil es fürs Nilpferd-Foto noch ein bisschen näher sein soll... Wir sollten uns da immer bewusst machen: Die allermeisten Tiere, auch beispielsweise Robben, sind uns Menschen weit überlegen und haben kein Problem damit, uns umzubringen.

 

Noch ein Thema, das mir immer wieder begegnet: Seesterne! Ja, die sind mega faszinierend - und werden sehr gerne permanent aus dem Wasser genommen. Doch in den allermeisten Fällen sterben Seesterne dadurch! Luftbläschen dringen schon bei kurzem Kontakt mit der Luft in den Körper ein, innerhalb von Minuten bis Stunden stirbt der Seestern, auch wenn man ihn sofort wieder ins Wasser setzt. Es gibt zwar Methoden, mit denen Seesterne nicht sterben, dafür muss man sie aber ganz speziell (mit dem Rücken nach unten) wieder ins Wasser setzen - und das macht so gut wie niemand. Damit stirbt für dein Foto mit Seestern auf der Hand das Tier in der Regel.

Füttern kann töten: Don't feed wild animals!

Eigentlich selbstredend, wie ich finde: Füttere keine Wildtiere! In Kenia hängen an sehr vielen Stellen inzwischen Warnhinweise, dass man beispielsweise die Affen nicht füttern soll. Das hat zwei Gründe:

 

Zum einen werden die Tiere enorm aufdringlich. Sie verbinden Menschen mit Fressen und brechen in Häuser, Autos, Zimmer ein und klauen dort, was sie so finden. Das kann neben Essen auch der Reisepass sein... Immer wieder gibt es Vorfälle, wo die Tiere erschossen werden müssen, weil sie Menschen gegenüber zu aggressiv werden.

 

Zum zweiten ist das menschliche Essen nicht gemacht für Tiere wie Affen: Es ist quasi Fast Food und wenn sie sich überwiegend davon ernähren, können sie krank werden oder sterben. So ähnlich ist es übrigens auch, wenn man am Teich hier in Deutschland Enten füttert - Brot ist kein Futter für Enten!

 

Ohnehin ist es eigentlich ziemlich einfach: Die Natur hat sich schon was dabei gedacht, wilde Tiere zu erschaffen. Die können sich, wenn alles normal läuft, nämlich sehr gut selbst ernähren, mit dem, was sie in ihrem Habitat so vorfinden. Wenn nun der Mensch eingreift, durchbricht er den von "Der König der Löwen" bekannten Circle of Life. Damit gerät das ganze Gefüge koplett durcheinander, was ebenfalls Leben kosten kann.

 

Auch unter Wasser habe ich das Szenario schon öfter erlebt. Ob nun beim Schnorcheln in Kenia, wo der Tourguide die Fische anfüttert oder in Aqaba in Jordanien, wo Touristen beim Schnorcheln tolle Bilder wollten und Fische fütterten - und damit hochgiftige Feuerfische in die Schwimmzone lockten... Es ist einfach unnötig, weil eben gefährlich.

 

In diesem Zuge möchte ich auch noch die beliebten Aktivitäten Käfigtauchen und Delfinschwimmen erwähnen. Auch hier werden die Tiere meist durch Fressen gelockt. Warum sollte ein Hai auch sonst an einen Käfig heranschwimmen, in dem ein Mensch steckt? Haie finden Menschen normalerweise eher unspannend bis bedrohlich. Beim Delfinschwimmen und "Blue Safaris" werden Delfine auch gerne mal mit Futter am Boot angelockt - was nicht unbedingt das gesündeste für die Tiere ist. Bei Anbietern von solchen Dolphin-Watching-Touren solltet ihr also genau aufpassen und gut hinschauen - denn offiziell wird das auch kaum jemand sagen. Bei meiner Tour auf La Palma hatte ich beispielsweise einen sehr guten Eindruck.


Du möchtest mir etwas zu dem Artikel sagen? Du hast eigene Gedanken und Anregungen, oder auch Kritik, die du einbringen möchtest? Ich freue mich über deinen Kommentar. Du kannst auch als Gast kommentieren. Hierfür musst du in das Namensfeld klicken und deinen Namen eingeben, dann öffnet sich ein Reiter, in dem du "lieber als Gast kommentieren" auswählen kannst. Wenn du deinen Kommentar nicht sofort siehst, liegt es daran, dass er erst freigeschaltet werden muss.