Gerettete Wildtiere im Tenikwa Wildlife Rescue Center

Wer in Afrika und Südafrika Urlaub macht, möchte in der Regel auch wilde Tiere sehen. Das geht nicht nur in Nationalparks und privaten Reservaten, sondern auch in Tierschutz-Einrichtungen, sogenannten Auffangstationen. An der malerischen Garden Route bei Knysna und Plettenberg findet sich das Tenikwa Wildlife Rescue and Awareness Center. Hier leben allerdings nicht hauptsächlich gerettete Tiere, die wieder ausgewildert werden sollen. Sondern Tiere, die in Gefangenschaft geboren wurden - um mit Touristen Geld zu verdienen. Im Tenikwa kannst du bei verschiedenen Touren Löwen, Leoparde, Wildkatzen, Karakals, Erdmännchen, Pinguine, Paviane, Servals, Geparde und verschiedene Vögel sehen.


 

In eigener Sache

Diesen Text habe ich nach meiner Reise nach Südafrika verfasst, als ich mich mit dem Thema Wildtierkontakt und Co noch nicht beschäftigt hatte - ich lasse ihn erst einmal so stehen, allerdings findet ihr am Ende noch Anmerkungen. 

 
     

Tenikwa Wildlife Center an Südafrikas Garden Route

Urlaub in Südafrika heißt für viele auch, Wildtiere zu leben. Das geht in der Regel in Nationalparks oder privaten Reservaten - aber auch in Schutzeinrichtungen. Nicht alle Schutzeinrichtungen sind auch wirklich zum Tierschutz da, leider. Oft handelt es sich, vor allem in Südafrika, aber auch in Simbabwe, Tansania oder Namibia, um rein kommerzielle Projekte. Ein wenig mehr dazu erzähle ich am Ende des Beitrags. 

 

Eines jener ausgeschriebenen Schutzprojekte ist das Tenikwa Wildlife Rescue Center in der Nähe von Knysna  und Plettenberg Bay an der Garden Route.

 

Wer die Garden Route von Port Elizabeth aus kommend entlang fährt, kommt von kurz vor Plettenberg Bay und Knysna an einer Abzweigung nach Kurland vorbei. Hier finden sich einige Tier-Rehabilitations-Zentren. In unmittelbarer Nachbarschaft liegen ein Elefanten-Sanctuary, ein Tierheim für Schlangen und das Monkeyland (Affenland).

 

Eine größere Anlage liegt nur ein paar Kilometer abseits der N2 im Süden des Nationalparks Garden Route: Das Tenika Wildlife Rescue Center  Tenikwa Rehabilitation Center, das sich nach eigenen Angaben um verwaiste und verletzte Wildtiere kümmert. Allerdings erfolgt dort nicht alles im Sinne des Tierwohls, dazu später mehr. 

 

Obacht bei der Fahrt zum Tenikwa Wildlife Rescue Center. Die nicht asphaltierte Straße (der Wegbeschreibung folgend) führt durch ein Township. Kinder stellen sich bisweilen vor das Auto, um eine Weiterfahrt zu verhindern. Sie sehen ja zum einen, dass wir weiß sind, zum anderen wissen sie, dass vor allem Touristen auf dieser Strecke unterwegs sind. Wir hatten Kekse dabei und haben den Kindern welche gegeben, so ließen sie uns weiterziehen. Im Nachhinein war genau das die falsche Wahl, denn man sollte niemals an Kinder einfach so Süßigkeiten verteilen


Dein Besuch im Tenikwa Wildlife Rescue Center in Südafrika

Das Tenikwa Wildlife Rescue Center bei Knysna und Plettenberg Bay hat einen öffentlichen und einen nicht-öffentlichen Bereich. Ersteren können Besucher täglich bei einer Führung kennenlernen. Im zweiten Bereich leben vor allem Tiere, die tatsächlich gerettet wurden und zur Rehabilitation in Tenikwa sind - und die wieder ausgewildert werden sollen. 

 

Touren für Touristen gibt es im Tenikwa Wildlife Rescue Center täglich von 9 bis 16.30 Uhr. Der Eintritt beträgt rund 200 Südafrikanische Rand, rund 11 Euro, pro normaler Tour. Dort lernt man als Besucher mehr über Wildkatzen, Paviane, Erdmännchen, Schildkröten und Pinguine. 

 

Wir haben eben diese Tour gemacht und es war sehr informativ. Es sei gesagt, dass die Touren immer zu bestimmten Zeitpunkten starten und man deshalb mitunter ein wenig warten muss. Während der Wartezeit haben wir die Gehege von Erdmännchen, Schildkröte und Vögeln wie Marabus und Kraninchen selbst erkundet - die liegen nämlich allesamt im Eingangsbereich und hierfür ist kein Guide notwendig. 

 

Zudem gibt es ein kleines Kiosk sowie einen Souvenir-Shop, wo du dir Getränke und Mitbringsel kaufen kannst. 

 

Um es bereits vorweg zu nehmen - am Ende der Tour gibt es eine Art Informationszentrum. Besonders beeindruckend und traurig fand ich einen Bereich dort. Neben ausgestopften Tiere war Müll ausgestellt. Es handelt sich dabei um jenen Müll, den man in den Mägen der Pinguine und Co gesehen hat. 


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Tenikwa Wildlife Rescue Center: Diese Tiere leben hier

Zu sehen bekamen wir auf der rund einstündigen Führung Leopard, Karakal, Serval, Wildkatze und Geparde.

 

Den Leopard und den noch sehr jungen Karakal (man nennt ihn wegen der Pinselohren auch Wüstenluchs) durften wir von außen sehen. Obwohl Karakals in freier Wildbahn zu den scheuesten Tieren überhaupt gehören, kam der kleine sofort aus seinem Versteck, als wir ans Gehege kamen. Er spielte dann auch direkt, durch den Zaun, mit dem Gummistiefel des Tierpflegers, der uns führte.

 

Einen Einblick in das Gehege des Leoparden erhält man indes von oben, da man auf einer Holzbrücke drüber gehen kann. Das macht es allerdings etwas schwierig, das Tier gut zu fotografieren. 

 

Kommen wir zu den anderen Wildkatzen. Bei dem Serval, der Wildkatze und den beiden Geparden durften wir ins Gehege und die Tiere aus nächster Nähe beobachten. Beim Serval und den sehr scheuen Wildkatzen blieben wir nicht so lange, dafür bei den Geparden umso länger. Es hat echt einiges an Überwindung gekostet, in das weitläufige Gehege zu gehen, immerhin reden wir hier nicht nur von Raubkatzen, sondern auch vom schnellsten Säugetier an Land. Allerdings sind Geparde generell nicht sonderlich gefährlich für Menschen, auch wenn sie uns töten könnten.

 

Es gibt auch noch andere Touren, die man buchen kann, die teilweise auch den halben oder ganzen Tag dauern. Dabei kann man dann beispielsweise spezifisch über die Großkatzen lernen und sieht auf der Tour dann auch Löwen, unter anderem weiße Löwen. 


Tierschutz im Tenikwa Wildlife Rescue Center in Südafrika

Nun mein Zusatz, der quasi den kompletten Text zunichte macht. Das Tenikwa Wildlife Rescue Center hat leider sehr lange Touren angeboten, die nicht mit dem Tierwohl vereinbar sind. Sie werden daher von einer Organisation, die afrikanische Tierschutz-Einrichtungen analysiert und bewertet, als Einrichtung eingestuft, das man nicht besuchen sollte.

 

Das wusste ich damals noch nicht, aus heutiger Sicht würde ich das Tenikwa Wildlife Rescue Center in Südafrika nicht mehr besuchen. Ich lasse diesen Beitrag aber online stehen, denn in vielen Ländern im südlichen Afrika gibt es solche Einrichtungen und vielleicht nutzt jemand vor seiner Reise und einem Besuch in einer solchen Schutzeinrichtung diesen Beitrag als Vergleich und als Anleitung. 

 

Der große Kritikpunkt ist seit 2019 aber geändert. Bis dahin war der Kontakt mit den Tieren im Tenikwa Wildlife Rescue Center erlaubt. Beim Cheetah Walk konnten Besucher mit Geparden am Strand spazieren gehen. Für die Tiere ist das aber wirklich nicht toll und es ist weit entfernt von artgerecht. Ich verstehe, dass Besucher das cool finden und dass die Organisation dadurch Geld verdienen will, aber wer sich für Tierwohl einsetzt und interessiert, sollte das unterlassen. Auch durfte man Tiere bei einigen Touren gegen Bezahlung streicheln (etwa die Geparde). 

 

Wilde Tiere sind keine Kuscheltiere! 

 

Und wilde Tiere sollten auch nicht zur Bespaßung von Touristen an Leinen am Strand spazieren geführt werden, von Menschen, die sie der Natur folgend meiden würde. Wildtiere suchen keinen Kontakt zu Menschen. Es ist daher wider ihre Natur!

 

Inzwischen bietet Tenikwa die Cheetah Walks nicht mehr an und hat auch eine "No Touching Policy" ausgerufen. Die Großkatzen werden nach wie vor zum Auslauf in ein größeres Areal gebracht - dadurch dürfen Menschen dann spazieren und Geparde und Co auf diese Art kennenlernen. Generell ist da auch Interaktion zwischen Mensch und Tier, aber offenbar wird seit 2019 auf Abstand geachtet. 

 

Bedenke auch: Mit einem Besuch im Tenikwa Awareness Center unterstützt du die Zucht-Industrie. Die Tiere, die du bei deiner Führung sehen kannst, sind allesamt in Gefangenschaft geboren, das schreibt Tenikwa auch auf seiner Website. Es gab und gibt keine Bestrebungen, diese Tiere auszuwildern, sie sind also einzig und alleine für Tourismus-Zwecke und kommerziellen Nutz gezüchtet und geboren worden. Deshalb kannst du im Tenikwa beispielsweise auch weiße Löwen sehen.


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