Wissenswertes zu Spitzbergen

Gebären und sterben ist auf Spitzbergen nicht vorgesehen. Weil es nur ein Krankenhaus für Notfälle gibt und eine Geburt kein Notfall ist, müssen Schwangere die Inselgruppe in der Barentsee drei Wochen vor dem errechneten Termin ausgeflogen werden.

 

Es sind zwar schon rund hundert Menschen hier gestorben, Alte gibt es wegen des fehlenden Sozialsystems aber nicht, und beerdigen kann man hier auch keinen: Auf Spitzbergen herrscht Permafrost, die Leichen würden konserviert.


Eine arktische Wüsteninselgruppe in der Barentsee ist Svalbard, mit 62.000 Quadratkilometern größer als Kroatien, besiedelt von rund 2500 Menschen, die allesamt auf der Hauptinsel Spitzbergen wohnen, in fünf Dörfern mit drei bis 2100 Einwohnern, durch nicht asphaltierte Straßen verbunden. Dazu gesellen sich 3000 Eisbären, 10.000 Spitzbergen-Rentiere, ein paar Tausend Walrosse, Robben und Polarfüchse.

 

Politisch gehört Spitzbergen zu Norwegen, doch vieles ist anders. Grubenarbeiter und Akademiker leben hier auf engstem Raum zusammen, und eben jene Akademiker ärgerten sich bisweilen über den Bierkonsum der hauptsächlich ukrainischen und russischen Arbeiter. Deshalb führten sie eine Alkoholkarte ein, auf der zwar Bier und Schnaps, nicht aber der von der Elite bevorzugte Wein reglementiert wird. Kaufen darf man hier nur, wenn man entweder die Alkoholkarte oder die Boardingkarte vorweist. Im einzigen Supermarkt in Longyearbyen hängt die Anweisung, wer wie viel kaufen darf.

 

Weil man auf Spitzbergen ohne Visum einreisen kann, haben sich Menschen aus über 40 Nationen angesiedelt. Die Arbeitslosenquote liegt bei null Prozent, denn hier darf nur leben, wer sich selbst versorgen kann. Spitzbergen hat kein Steuer- und Abgabensystem, damit aber auch kein Sozialsystem. Wer hier arbeitslos wird, erhält keinen staatlichen Zuschuss.

 

Pyramiden/Barentsburg/Südküste:

Ausflüge in die Minen-Städte Pyramiden und Barentsburg sowie an die Südküste, wo die Walrosse leben, sind generell auch möglich, entweder per Boot oder per Scooter. Außerdem gibt es sowohl auf dem Scooter als auch mit dem Hundeschlitten mehrtägige Touren. Infos dazu gibt es auf der Website von Visit Svalbard.

 

Klima:
Auf Spitzbergen ist es kalt und trocken. Da im Winter kaum Schnee fällt, taut er mit den ersten Plusgraden sofort weg. Daher ist die Insel im Sommer sehr karg, steinig und grau.  Die Durchschnittstemperatur liegt bei  -7 Grad, im Sommer wird es bis zu 10 Grad warm, im Winter werden auch -25 Grad erreicht.

 

Da Spitzbergen im Nordpolarkreis liegt, gibt es im Sommer die Mitternachtssonne zu sehen, im Winter gibt es Polarnächte mit Nordlichtern. Unter Polarnächten versteht man die Zeit, in der die Sonne nie zu sehen ist (26. Oktober bis 15. Februar; In Longyearbyen bis zum 8. März). Tagundnachtgleiche ist am 23. März, danach geht es schnell, denn vom 20. April bis zum 23. August ist Polartag, das heißt die Sonne geht nicht unter.

 

Hauptsaison ist auf Spitzbergen von Mitte März bis April, bis Anfang/Mitte Mai liegt meistens noch Schnee.

Hinkommen:

Norwegian fliegt (mit Gratis W-Lan an Bord) ab Oslo ab 100 Euro nach Longyearbyen, der größten Stadt auf Spitzbergen, das man im norwegischen nur als Svalbard kennt. Außerdem fliegt SAS. Es gibt Direktflüge und welche mit Aufenthalt in Tromso, was sich durchaus auch für ein paar Stunden lohnen kann.

 

Wohnen:

Die meisten Hotels und Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Longyearbyen, die meisten Hotels sind teuer, es gibt auch Hostels wie das Gjestehuset 102 in der Neustadt, wo wir übernachtet haben (pro Nacht 35 Euro im Vierbettzimmer / 45 Euro im Doppelzimmer). Es gibt Gemeinschaftsräume und eine Küche, in der das Kochen problemlos möglich war.

 

 

Einkaufen:

Viele Dinge sind wegen der Steuerfreiheit auf Spitzbergen günstiger, etwa Getränke und haltbare Lebensmittel wie Nudeln. Besonders günstig ist Winterkleidung, in Longyearbyen kann man sich im einzigen Supermarkt mit warmen Handschuhen, Mützen, Schals und Socken eindecken, im Sportgeschäft gibt es dünne und dicke Wollunterwäsche. Sehr günstig ist auch Alkohol, weil darauf keine Steuer erhoben wird. Teuer hingegen sind alle frischen Produkte wie Salat oder Obst.



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