Serengeti darf nicht sterben

Kein Nationalpark steht so sehr für Afrika und für die Big Five wie die Serengeti.

 

Es gibt sowohl die Möglichkeit, mit dem Flugzeug dorthin zu kommen wie auch mit dem Auto. Mein Aufenthalt in der Serengeti war nicht ganz touristisch, denn ich war beruflich dort unterwegs. Für eine Reportage in der Frankfurter Rundschau, die unter dem TItel "Grzimeks Erbe" erschien, war ich vier Tage mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt dort, die nach wie zum Erhalt des Nationalparks und des Ökosystems sowie zur Bildung der lokalen Gemeinden beiträgt.


Um von Arusha auf dem Landweg in die Serengeti zu kommen, muss man einmal am Kraterrand vom Ngorongorokrater langfahren, was 72 USD pro Tag kostet. Immerhin gibt es dafür ein paar schöne Ausblicke.

 

Die Fahrt an sich ist sehr schön, erst ging es durchs grüne Tansania, dann langsam den Berg hoch, wobei sich tolle Ausblicke etwa auf den Lake Manyara Nationalpark (der sich nach meinen Infos auch sehr gut für eine Safari eignet).

 

Vom Kraterrand runter fährt man rund zwei Stunden durch eine eher öde Landschaft. Als ich im April dort war, hat man vor allem Gras gesehen. Hin und wieder ein paar Tiere, was natürlich schön ist. Giraffen, Zebras, Gnus, Gazellen und Antilopen zeigten sich. Speziell war auf jeden Fall, dass wir die Big Migration dort gefunden haben, das ist die große Gnuwanderung, die zwischen Serengeti und Masai Mara hin und her wandert. Hunderttausende Gnus und hunderttausende Zebras machen sich gemeinsam auf den Weg.

 

Da ich bei der Zoologischen Gesellschaft im Gästezimmer nächtigen konnte, mussten wir nach Seronera, was ziemlich mittig in der Serengeti liegt.

 

Eine Stunde lang fuhren wir vom Parkeingang dorthin und sahen vor allem lange Grashalme.

 

Einmal zeigten sich kurz zwei Schakale, aber mehr war auch nicht zu sehen.

 

Immerhin hat mir die Landschaft rund um Seronera wieder deutlich besser gefallen, weil sich endlich auch ein paar Bäume zeigten und verschiedene Grüntöne.

 

Direkt am Haus huschten einige Klippschliefer herum, auch Antilopen zogen immer mal wieder vorbei. Da ich ja zum Arbeiten dort war, war keine Zeit für eine abendliche Safari, es stand ein Abendessen mit den Projektmanagern auf dem Programm.

 

Am zweiten Tag wollten wir immerhin den Morgen nutzen und mein Begleiter von der ZGF fuhr mit mir zwei Stunden durch den Park auf ner Mini-Safari, allerdings sahen wir außer ein paar Pavianen und Nilpferden nichts.

 

Es war verhext. Da kommt man mit großen Erwartungen in die Serengeti und ich muss gestehen, dass ich etwas enttäuscht war

Danach konnte ich allerdings den Projektleiter vom Geparden-Projekt eine halbe Stunde begleiten und wir fanden drei Geparde, eine Mutter mit ihren zwei fast ausgewachsenen Kindern.

 

Während ich sonst in freier Wildbahn nur faul rumliegende Geparde gesehen habe, waren diese immerhin hin und wieder aktiv und haben sich von ihrem Sonnenplatz in den Schatten begeben.

 

Danach war wieder Recherche ohne Tiere angesagt: Es gab Gespräche mit dem langjährigen Afrika-Chef der ZGF, mit dem Parkmanager und ein Besuch in der Auto-Werkstatt.

 

Am Mittag hingegen wartete ein Highlight. Zusammen mit dem ZGF-Serengeti-Chef fuhren wir nach Moru, einen Teil der Serengeti, der wirklich wunderschön ist.

 

Dort betreut die ZGF ein Nashorn-Projekt. Von den einst 700 Nashörnern waren in den 90er Jahren nur noch zwei übrig. Inzwischen liegt der Bestand wieder bei etwa 30 Tieren.

 

Auf dem Weg dorthin, was etwa anderthalb Stunden waren, haben wir ganz tolle Sightings gehabt. Unter anderem lief uns ein Leopard direkt vors Auto. Er querte die Straße und sprang auf einen Baum direkt am Straßenrand, wo er dann faul abhing. Das war ein großer Traum für mich.

 

Ich habe zwar schon öfter Leoparden gesehen - aber so nah und ganz für mich allein und mit allem drum und dran, ein absolut unvergesslicher Moment.

 

Außerdem sahen wir größere Elefantenherden, bis wir in Moru ankamen. Dort gab es Gespräche mit Rangern, die die Nashörner überwachen und beobachten und immer wissen, wo die Tiere sind.

 

Wir fuhren dann weiter, um ein Nashorn aufzusuchen und unterwegs fanden wir nicht nur eine Löwin, zahlreiche Büffel und Elefanten und ein Teil der Big Migration, sondern plötzlich auch ein paar Gäste im Leberwurstbaum: Vier Löwen lagen chillig dort oben rum.

 

Was ein Anblick! Sie hatten die Big Migration fest im Blick. Das war wohl das Abendessen.

 

Ein Nashorn haben wir dann tatsächlich auch gefunden, genau wie eine Elefantenherde, die in einem kleinen Fluss gebadet hat. Und auf dem Rückweg hat noch eine Hyäne Hallo gesagt.

 

Die Big Five innerhalb von ein paar Stunden und dazu noch Geparde - das bringt nicht jeder Safari-Tag. Am Abend stand erneut ein Abendessen in Seronera an und da hatten wir auch direkt Besuch: eine Hyäne und ein Nilpferd schauten an der Terrasse vorbei.

 

Am dritten Tag ging es raus aus dem Park, in die Wildlife Managament Area Ikoma. Das sind kleinere Reservate, die zum Ökosystem der Serengeti gehören, aber nicht zum Nationalpark. Mehr dazu lest ihr in einem eigenen Beitrag.

 

Auf dem Weg zurück nach Seronera machte mein Begleiter noch nen kurzen Umweg, weil wir kaum Tiere gesehen hatten an dem Tag, aber leider zeigten sich nur noch ein paar Flusspferde.

 

Dafür gab es allerlei Besuch an der Terrasse: zwei Dikdiks, Klippschliefer, Zebramangusten und eine Katze in einem Baum, direkt vor meinem Fenster. Die Hyäne war natürlich auch wieder da.

 

Das war dann auch der letzte Abend, am nächsten Morgen ging es direkt zurück  nach Arusha - wieder über den Ngorongorokrater - wieder mit 72 USD Durchfahrtsgebühr (pro Person!).


Wissenswertes

  • Der Eintritt zum Serengeti Nationalpark kostet 60 USD für Touristen, darauf kommt noch einmal 18 Prozent Steuern, insgesamt sind es rund 72 Euro.
  • Ab Arusha gibt es Touren, bei Road-Touren kommen rund 145 USD für den Transit Pass durch den Ngorongorokrater hinzu - Transit und Aufenthalt im Park kosten gleich viel Geld!
  • Infos auf der Website von TaNaPa