Santana und der Mund des Teufels

Santana ist eine kleine Stadt südlich von São Tomé Stadt. Ein französischer Auswanderer hat hier verschiedene Bungalows mit Meerblick errichtet, seither nutzen viele Touristen diesen Ort als Zwischenstopp - zum Relaxen oder für Aktivurlaub. Die vorgelagerte Ilhéu de Santana ist einerseits ein Vogelparadies, andererseits taugt sie zum Schnorcheln und Tauchen. An Land liegt eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel: die Boca do Inferno, ein herrliches Naturschauspiel des Meeres. Durch Felsformationen, die wie eine Art Kanal fungieren, werden die Wellen geprescht, bis sie unter einer Brücke hindurch brechen. Hier ist die gesamte Macht des Wassers spürbar.


Santana

Santana ist eigentlich eine unauffällige Kleinstadt - eher Dorf, nur rund 20 Auto-Minuten südlich von Cidade de São Tomé. Ich wäre nie einfach so auf die Idee gekommen, hier zu halten, wäre mir da nicht ein Name immer wieder begegnet: Yves. Das ist ein Auswanderer, der in Frankreich in einer Sterne-Küche gearbeitet hat, und nun nach und nach Bungalows in Santana aufzieht, die erschwinglich sind. 

 

Also bin ich dem Rat vieler Freunde gefolgt und habe bei Airbnb geschaut, was Yves so zu bieten hat und wir haben uns ein Baumhaus für zwei Nächte gemietet. Die ein oder andere Unterkunft hätte mir eher zugesagt, allerdings muss man bei Yves manchmal früh sein, denn gerade in der Hauptsaison sind seine Bungalows schwer gefragt. Leider war die Anfahrt etwas schwierig, weil die GPS Daten nicht gestimmt haben. Im Dorf fanden wir dann jemanden, der uns zu einer der Anlagen brachte, aber das war nicht unsere. Dort fanden wir dann aber einen Mitarbeiter, der mit uns im Auto dorthin gefahren ist, wo unter anderem unser Baumhaus und noch drei weitere Bungalows standen. 

Alle Bungalows haben Meerblick - wir konnten fast in jede Richtung das Meer sehen. Leider hatten wir ein massives Moskito- und Ungeziefer-Problem und die Moskitonetze am Bett waren auch nicht hilfreich. Auch das Essen war, entgegen der Empfehlungen, nicht sonderlich gut. Es wurde an einem anderen Ort gekocht und dann zu uns gebracht und es war einfach kalt, ein wenig verkocht - und anderthalb Stunden später als zugesagt. 

 

Eigentlich wollten wir zwei Fahrräder mieten und die Gegend erkunden, aber leider kamen die bestellten Fahrräder morgens nicht und das Wlan war kaputt, sodass wir niemandem Bescheid geben konnten. Also fuhren wir erst nach São Tomé Stadt, wo wir Mittagessen waren - und danach an den Strand! 

 

Die Sonne kam nämlich mal wieder heraus und das muss man auf São Tomé nutzen, denn es ist ja doch recht häufig bewölkt. 

 

Wir ließen uns von unserem Reiseführer inspirieren und fuhren zum Club Santana, beziehungsweise dorthin, wo das GPS uns schickte, als wir das eingaben. Direkt zum Club Santana kamen wir so nicht, aber an den Strandabschnitt nebenan. Wir haben uns auch dagegen entschieden, zu versuchen, die Anlage zu erreichen und sind einfach am Strand geblieben. 

 

Um uns herum waren die Fischer aktiv, ein paar Schweine spazierten am Strand entlang, aber wir konnten die Zeit dennoch genießen, denn das Wasser war herrlich und wir hatten einen direkten Blick auf die Ilhéu de Santana und den Club Santana, den man hier auch auf dem Foto in der rechten Ecke entdecken kann. Es ist kein Strand, den ich jetzt als Chill-Out-Base empfehlen würde, aber so wie bei uns, für einen Nachmittag, war das super. 



Ilhéu de Santana

Die kleine Ilhéu de Santana, rund anderthalb Kilometer vom Festland aus entfernt, habe ich nur von Land aus gesehen. Von unserem Baumhaus hatten wir einen fantastischen Blick darauf. Es gibt verschiedene Anbieter, die Bootstouren zur Insel anbieten, etwa das Atlantic Diving Center. Auf der menschenleeren Insel leben viele verschiedene Vogelarten, die vom Boot aus zu betrachten sind. 

 

Wer sich mehr für das Leben unter Wasser interessiert, kann rund um die Insel schnorcheln oder tauchen. Angeblich kann man hier mit etwas Glück auch regelmäßig auf Schildkröten treffen. Leider hat es für uns zeitlich nicht gepasst - sonst denke ich, dass es mir viel Spaß bereitet hätte, dort zu schnorcheln - insofern es nicht zu teuer gewesen wäre (was auf São Tomé nicht so abwegig ist).

Boca do Inferno

Boca do Inferno, übersetzt der Mund des Teufels, ist eine der größten Touristen-Attraktionen auf São Tomé. Das heißt nicht, dass man hier nicht auch alleine ist - man sieht es eher daran, dass viele Leute hier einen Stopp einlegen und sich deshalb sogar ein Souvenir-Laden hier angesiedelt hat! 

 

Am Ende der Straße haben wir unser Auto abgestellt - und mit dem ersten Blick von der Aussichtsplattform - ja, die gibt es hier! - hinunter, wussten wir auch, warum das solch ein Highlight ist! 

 

Die Felsformationen dort haben einen Kanal gebildet, mit den Wellen fließt das Meereswasser hinein und wie in einem Stromschnellen-Kanal hindurch. Am Ende wartet eine kleine Fels-Brücke und darunter ist ein Becken - hier brechen die Wellen dann mit viel Getose (und es spritzt ordentlich!). Es ist super faszinierend gewesen, das anzuschauen. Man konnte schon vom Meer her erahnen, wie stark die Welle gleich den Kanal fluten würde. So etwas habe ich noch nie zuvor gesehen! 

 

Wir sind von der Aussichtsplattform dann hinunter zu den Steinen geklettert, wobei man aufpassen sollte und nicht zu nahe an den Kanal oder das Becken / die Brücke kommt. Denn wie viel Gewalt hinter den Fluten hier stecken, das sieht man auf den ersten Blick. Wer hier reingezogen wird, hat wohl kaum eine Überlebenschance. Auch wenn ich sofort Lust auf Body Rafting bekommen habe, bin ich natürlich nicht so lebensmüde. 

Wir saßen eine ganze Weile unten auf den Lava-Felsen und haben einfach nur gestaunt und geschaut. Irgendwann kam ein Herr und hat auf Portugiesisch auf uns eingeredet. Er hielt uns an, nicht näher ans Wasser zu gehen als wir gerade waren - aber wir saßen ja eh. Außerdem wollte er wohl Geld haben, allerdings haben wir es nicht genau verstanden, auch nicht, welche Funktion er hat - und nach zwei Minuten ist er dann auch wieder verschwunden und ward nicht mehr gesehen. 

 

Wir haben indes die herrliche Atmosphäre genutzt. Wir sind am späten Nachmittag gegen 17 Uhr zur Boca do Inferno aufgebrochen, nachdem wir am Strand waren - und hatten deshalb wunderschönes Licht, als die Sonne untergegangen ist. Das war echt noch einmal ein kleines Highlight. 

 

Ursprünglich wollten wir noch zur Spitze nach vorne laufen, wo wir einige Fischer sahen, aber wir haben uns dagegen entschieden, denn so wie es war, war es einfach genau richtig.


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