Safari im Mole: Elefantengucken in Ghanas Norden

Der Mole Nationalpark im Nordwesten Ghanas ist das größte Natur- und Wildlife-Schutzgebiet des Landes. Auf 4840 Quadratkilometern finden sich zahlreiche Tiere, Touristen bekommen vielleicht einen der rund 600 Elefanten zu Gesicht. Im Gegensatz zu vielen anderen Parks im Süden und Osten Afrikas, darf man hier auch zu Fuß gehen. Auf Raubtiere und Katzen muss man eher verzichten, dafür gibt es viele Warzenschweine, verschiedene Antilopen-Arten und eine herrliche Natur mit dicht bewaldeten Stellen. Der M0le ist als einziger Ort in Ghana geeignet für eine Safari und wenn auch nicht mit Kenia und Co vergleichbar, doch einen Besuch wert. Die Preise sind enorm günstig. 


Kob-Antilope
Kob-Antilope

Wer schonmal auf Safari in Süd- oder Ostafrika war, wurde mir mehrfach gesagt, wird vom Mole Nationalpark enttäuscht sein. Denn die Artenvielfalt und die hohe Population an Wildtieren gibt es im Mole nicht. Ich hatte auch eigentlich gar nicht vor, in den Mole zu fahren - vor allem, weil er so weit ab vom Schuss ist. Von Accra aus sind es rund zwölf Stunden im Bus oder eine Stunde im Flugzeug, wobei die Flüge bei rund 150 Euro hin und zurück liegen, wenn man nicht zeitig bucht. Das war mir dann doch zu teuer. 

 

Dann aber ergab es sich, dass ich auf eine Dienstreise in die Northern Region musste. Ich war schon einmal in Damongo auf Dienstreise, damals war der Zeitplan aber stark getaktet und obwohl das Gate nur rund zehn Minuten mit dem Auto entfernt liegt, konnte ich nicht in den Mole. Aber das Schicksal wollte es so: In meiner letzten Woche in Ghana musste ich montags noch einmal nach Damongo - und konnte glücklicherweise auf der Arbeit erfragen, schon sonntags zu fliegen, um etwas Zeit für Safari zu haben. 

 

Von Tamale aus, der größten Stadt im Norden Ghanas, sind es noch einmal etwas mehr als zwei Stunden Fahrt. Für mich war es sehr praktisch, denn mein Fahrer musste ja ohnehin mit mir nach Damongo und ist einfach schon früher gefahren. Man kann auch ein Taxi nehmen, allerdings würde ich eher zum Trotro raten. Wer aus Accra oder Kumasi mit dem Bus  kommt, kann auch schon früher, ganz in der Nähe von Damongo, aussteigen. 

 

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Pool des Mole Motels mit Blick in den Park.
Pool des Mole Motels mit Blick in den Park.

Während es im südlichen und östlichen Afrika ganz viele Hotels und Unterkünfte in den Nationalparks gibt, hat der Mole trotz seiner Größe nur zwei aufzuweisen: Das staatliche Mole-Motel und das private Luxus-Resort Zaina Lodge. Da die Zaina Lodge rund 300 Euro pro Nacht verlangt, war die Entscheidung für mich natürlich schnell getroffen. 

 

Das Mole Motel liegt nicht sehr weit vom Gate des Parks. Hier zahlt man 40 Cedis Eintritt (5 Euro, Studenten 20 Cedis, 7 Cedis pro Auto) und wird durchgewunken. Durch den Park hindurch führt eine gut ausgebaute Straße, da sie auch Verbindungsstraße für Bürger ist. Das Motel kostet 100 Cedis im Dorm, das günstigste Einzelzimmer ist für 180 Cedis zu haben, dafür habe ich mich dann auch entschieden.  Es war ein riesiges Zimmer mit drei Betten und viel Platz, einem Balkon mit Blick über den Park (allerdings Richtung Damongo / Larabanga) und hin und wieder kamen Affen und Warzenschweine vorbei. Es gibt einen Pool und ein Restaurant, das Essen war leider nicht so gut und auch recht teuer. Aber die Nachfrage richtet es: Immerhin gibt es im Park ja einfach keine Alternative. 

 

Da ich bereits gegen 12.30 Uhr dort war, hatte ich genug Zeit vor der ersten Safari und habe erst einmal den wundervollen Ausblick über den Park genossen - man kann von einer kleinen Plattform aus auf zwei Wasserlöcher schauen - ein paar Antilopen waren zu erkennen. Danach hab ich es mir im Pool bequem gemacht - eine herrliche Abkühlung bei den wirklich heißen Temperaturen im Norden!

Neu war für mich, dass man sich selbst um seine Safaris kümmern musste, denn das Motel ist nur Übernachtungsstätte. Keine 100 Meter entfernt liegt aber das Informationszentrum des Parks, dort kann man sich den Safaris anschließen. 

 

Täglich um 7 Uhr und täglich um 15.30 Uhr starten die Touren, die mehr als erschwinglich sind. Wer Lust hat, kommt einfach zur Info und dann wird unterteilt in jene, die eine Walking Safari machen wollen (20 Cedis) und jene, die eine Jeep Safari machen wollen. Beides dauert zwei Stunden. Ich entschied mich für die Jeep-Safari: Die kostet 200 Cedis pro Auto (da wir zu sechst waren, waren es 34 Cedis) und 20 Cedis pro Person für den Guide, also habe ich tatsächlich 9 Euro für eine zweistündige Safari bezahlt! Zum Vergleich - in Kenias bekanntestem Nationalpark kostet der Eintritt schon 70 USD am Tag! 

 

Außerdem gibt es noch eine Night Safari, die um 19 Uhr startet. Eigentlich wollte ich gerne mit - auch hier liegt der Preis bei 200 Cedis fürs Auto, allerdings 50 Cedis für den Guide, doch leider musste ich mich entscheiden - Abendessen oder Night Drive und ich war doch ziemlich hungrig. Leider wusste ich nicht, dass es eine Gruppe gibt und hatte daher mein Essen zu spät bestellt. Es gibt übrigens auch Bird Watching Touren, die früh am Morgen zu Fuß stattfinden. 

 

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Safari-Fahrzeug mit Sitzen auf dem Dach.
Safari-Fahrzeug mit Sitzen auf dem Dach.

Auch das ist speziell: Man sitzt hier auf dem Dach! Ja, richtig gelesen. Auf den Dächern der Jeeps wurden Bretter montiert, darauf vier Sitzbänke mit jeweils Platz für zwei Menschen. Der Guide, mit Gewehr unterwegs, hat immer einen Platz in der letzten Reihe, um zur Tierwelt zu erzählen. Bis zu sieben Gäste können also mitfahren. 

 

Auf unserer Fahrt haben wir Kob-Antilopen, Wasserböcke, Buschböcke, Mangusten, Grüne Meerkatzen, Paviane, Geier  und eine riesige Echse gesehen. Außerdem Elefanten! Die konnten wir aber nicht vom Jeep aus sehen. Als unser Guide Elefanten-Spuren entdeckte, machte er sich auf ins Gebüsch und als er nach einer Weile die Elefanten fand, kam er zurück und holte uns. Wir mussten uns beeilen, da die beiden Tiere enorm schnell unterwegs waren.

 

Nach einem spannenden Walk (ich hatte gefühlt halb Mole an meinem Rock hängen danach!) erreichten wir eine Wasserstelle und dort stand eines der beiden Tiere und posierte fast für uns. Das war schon mehr als beeindruckend. Neben uns knirschte es im Wald und dann kam der Rüssel des zweites Tieres hervor, das wir allerdings nur durch die Bäume hindurch sehen konnten. Wir blieben ein paar Minuten und machten uns dann eher gemütlich auf den Weg zurück.

Wasserbock.
Wasserbock.

Lange hatte ich überlegt, was ich am nächsten Morgen machen würde. Ich hatte eigentlich Lust auf eine Walking Safari. Allerdings dauert sie nur zwei Stunden und startet an der Lodge, die ja ganz am Rande des Nationalparks ist, weshalb ich nicht davon ausging, dass ich viel sehen würde. 

Da ich um 8.30 Uhr in Damongo sein musste, konnte ich mich ohnehin keiner 7 Uhr Gruppe anschließen, aber es war möglich, dass ich ein Fahrzeug für mich miete. Also ging es um 6 Uhr morgens los. Während mein Guide am Abend vorher super war, hatte der am Morgen so gar keine Lust. Das hat mich ziemlich geärgert, so sind 36 Euro für eine Privatsafari zwar nicht viel, aber dass er 15 Minuten zu spät kam, einfach einnickte und quasi kein Tier fand (im Gegensatz zu mir) und er mir dann auch noch erzählen wollte, dass wir keine Tiere sehen konnten, weil es zu kalt sei, wusste ich dann auch, dass er tatsächlich kein guter Guide war. Ich habe dementsprechend dann auch kein Trinkgeld gegeben. 

 

Dennoch haben wir einige Tiere gesehen, ich zumindest (und auch der Fahrer ;-)), allerdings die gleichen wie tags zuvor - wobei ich keine Elefanten, dafür aber einen Adler entdeckt habe! Für den Preis war es schon okay, aber die weite Anreise aus Accra hätte ich mir dafür wohl nicht angetan. 




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