Die Hauptstadt Longyearbyen

Wer nach Spitzbergen reist, kommt meistens in Longyearbyen an. Hier gibt es den einzigen Flughafen und auch einen Hafen.

Besonders schön ist das Dorf nicht, Longyearbyen hat vor allem Mehrfamilienhäuser, überall liegen Rohre frei: der Permafrost. Die Häuser stehen auf Pfählen, die im Permafrost eingefroren sind.

 

Aber für ein Dorf mit kaum mehr als 2000 Einwohnern hat es einiges zu bieten: drei Kindergärten, eine Schule, eine Uni, Museen, ein Kulturhaus, eine Sport- und Schwimmhalle, ein Kino, ein Spa.


Wir wollten uns direkt einen Überblick über die Insel, bzw über die Umgebung von Longyearbyen, verschaffen, dafür eignet sich Wiggo besonders gut. Wiggo ist sowas wie das Gesicht Spitzbergens, er ist Taxifahrer und Touristenführer in einem.

 

Mit seinem 9-Sitzer fährt er die Insel ab (also dort, wo es Straßen gibt, das Netz hat 48 Kilometer), er erzählt von der Entdeckung der Inseln im 12. Jahrhundert und vom amerikanischen Stadtgründer John Longyear, der 1906 nach Spitzbergen kam, um Kohle zu fördern.

 

 Von Longyearbyen, das im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen niedergebrannt und 1946 in zwei etwa ein Kilometer auseinander liegenden Gebieten – Neustadt und Zentrum – wieder aufgebaut wurde, führt die Tour bis zur Grube 7, der einzig noch aktiven Mine in Longyearbyen.

 

Der Bergbau findet jetzt hauptsächlich in Sveagruven und im russischen Barentsburg statt, wo 350 russische und ukrainische Bergarbeiter leben.

 

 

Am anderen Ende führt die asphaltierte Straße bis zum Global Seed Vault, wo zum Erhalt der Pflanzenvielfalt 2,25 Milliarden Samen eingefroren sind.

 

Die Tour kostet rund 35 Euro und gibt einen schönen Überblick.

Nachdem ich Spitzbergen per Hundeschlitten und Scooter erkundet hatten, habe ich mich am letzten Tag ob der wenigen Zeit hauptsächlich in Longyearbyen aufgehalten. In der Stadt lässt sich alles zu Fuß erledigen.

 

Wir waren im Svalbard (so nennen die Norweger die Inselgruppe) Museum und am Hafen spazieren und sind noch ein wenig Shoppen gegangen.

 

 

In Longyearbyen gibt es auch die Sightseeing-Tour Arctic Tapas, eine Bustour mit Essen. Das ist allerdings was für wahre Liebhaber der geschichtlichen Kost: Passend zu Erzählungen über Longyearbyen im Zweiten Weltkrieg gibt es beispielsweise getrocknetes Rentierherz. Legendär ist das Kroa, eine der wenigen Kneipen.

 

Besonders hübsch ist Longyearbyen nicht. Da der Boden ganzjährlich bis zu 40 Meter Tief gefroren ist, sind alle Leitungen oberirdisch verlegt.