Blaue Lagune, Baby-Schildkröten und Strände

Im Norden von São Tomé finden sich mit die schönsten Strände des Landes. Auch wenn es viele Touristen in den Süden zieht, so lohnt ein Besuch im Norden auf jeden Fall. Die Blaue Lagune, Lagoa Azul, ist eines der Highlights, im absolut türkisfarbenen Wasser in einer kleinen Bucht lässt es sich herrlich schnorcheln, da nahezu die gesamte Lagune auf einem Riff liegt. Vom Leuchtturm nebenan hat man einen fantastischen Ausblick. Die Praia dos Tamarindos, die nur über einen Feldweg erreichbar ist, gilt als der schönste Strand auf der Hauptinsel - und im Eco-Museum in Morro Peixe wird die Unterwasserwelt vermittelt. Vielleicht hast du so viel Glück wie wir und kannst vor dem Museum sogar Baby-Schildkröten sehen. 


Lagoa Azul

Die Blaue Lagune ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten auf São Tomé - und meiner Ansicht nach auch völlig zurecht. Wir sind zunächst mit dem Auto von Cidade de São Tomé nach Neves gefahren und dabei konnten wir von einer Anhöhe aus schon die Blaue Lagune erblicken - und warum die ihren Namen trägt, war sofort klar. 

 

Wir entschieden uns später für eine Fahrradtour von Neves zur Lagune, rund elf Kilometer sind das und die Strecke führt immer am Meer entlang, was tolle Ausblicke liefert. Leider ist die Straße (wie nahezu alle auf São Tomé) enorm schlecht und man muss echt aufpassen, den unzähligen Schlaglöchern auszuweichen, dafür geht es aber immerhin nicht ganz so schlimm auf und ab wie an anderen Stellen auf der Insel - weshalb genau diese Route bei Radfahrern wohl auch beliebt ist. 

 

Ich fand die Aussicht auf der Fahrt fantastisch. Auf der einen Seite das immer wieder türkis schimmernde Meer mit seinen Buchten, auf der anderen Seite weitestgehend grünes Land - im Gegensatz zum Großteil der Insel findet sich hier im Norden nicht an jeder Ecke Regenwald. Die Vegetation war auf jeden Fall spannend anzuschauen. 

 

Wir kamen also gut verschwitzt und ich auch etwas k.o. an. Die Fahrräder haben wir an einen Baum angebunden und sind dann gleich Richtung Wasser. Einen wirklichen Strand gibt es hier leider nicht, denn im Sand liegen überall Lavabrocken und Steine. Gemütlich Chillen ist hier also nicht unbedingt. 

 

Aber ich wollte eh schnorcheln. Also bin ich ins Wasser gesprungen. Es war auf jeden Fall schön, die Bucht zu erschnorcheln und ich konnte auch einige nette Fische sehen - allerdings keine, die ich nicht andernorts auf São Tomé oder Príncipe schon gesehen hatte.

 

Leider gab es hier ein paar hartnäckige Moskitos, die gab es auch schon an der Praia Banana auf Príncipe. Wenn sie sich auf deine Haut setzen, tut es für einen Moment enorm weh, aber es gibt keinen Stich oder Juckreiz danach oder ähnliches. Aber es tat wirklich weh, daher war ich an manch einem Punkt im Wasser nur noch damit beschäftigt, diese nervigen Moskitos wegzuscheuchen! 

 

Auch die Umgebung rund um die Blaue Lagune ist toll. Auf der Seite zum Meer hin findet sich etwa ein kleiner Leuchtturm. Es gibt einen Weg, der hinauf führt und auch in Flipflops gut machbar ist. Ich habe zum Aufstieg den etwas steileren und kürzeren Weg genommen, was eher klettern über Steine war, das war nicht so empfehlenswert mit Flipflops ;-) 

 

Die Aussicht ist wunderschön. Auf der einen Seite sieht man die Blaue Lagune, dahinter das weite Meer, auf der linken Seite ist ebenfalls eine Bucht mit türkisfarbenem Wasser (siehe Bild rechts oben) und Richtung Hinterland finden sich zunächst einige der faszinierenden Affenbrotbäume, dahinter die wunderschöne hellgrüne Landschaft mit Hügeln. Das Gras dort oben ist zwar ziemlich hoch und kitzelt an den Beinen, aber die Aussicht solltet ihr euch nicht entgehen lassen. 

 

Ich habe zwar schon viel Zeit in verschiedenen afrikanischen Ländern verbracht, aber ich habe bisher kaum Affenbrotbäume, auch Baobab genannt, gesehen - dafür an dieser Stelle umso mehr. Außerdem gab es noch andere Bäume, wie der hier rechts im Bild, die lustige Früchte trugen. Also auf jeden Fall beim Besuch der Blauen Lagune auch ein wenig Zeit einplanen, um die Natur und die Landschaft drum herum zu genießen! 

 

Ich denke, die Bilder sprechen insgesamt für sich. Es war ein fantastischer Ausflug und wenn einer von euch Urlaub auf São Tomé macht, solltet ihr auf jeden Fall einen halben Tag für diesen Ort einplanen. 

 

Dass es sich um einen touristischen Ort handelt, sieht man übrigens daran, dass es nur einer von zwei Orten war, an denen ich auf São Tomé Souvenirstände gesehen habe! Ja, auf dem "Parkplatz", ebenfalls an einem schönen alten Baobab gelegen, hatten zwei Menschen Stände im Schatten aufgebaut. 

 

Dort verkauften sie den üblichen Krimskrams, allerdings nicht zu trinken oder zu essen. Ihr solltet also selbst genug Trinkwasser mitbringen, denn das nächste Kiosk ist ein ganzes Stück entfernt von der Blauen Lagune. 

Praia dos Tamarindos

Die Praia dos Tamarindos gilt als der schönste Strand auf der Hauptinsel São Tomé. So wirklich beurteilen kann ich das leider nicht, denn wir hatten zwar Zeit eingeplant für diesen Ort, aber es hat dann nur geregnet und daher haben wir nur einen kurzen Stopp eingelegt. Auf jeden Fall war der Strand aber sehr sauber und es ließ sich schon erahnen, dass er wirklich hübsch anzuschauen ist. Bei Sonnenschein ist das Wasser wohl auch türkisfarben und sehr einladend, obschon es bei uns nur grau aussah. 

 

Der Strand ist wohl vor allem am Wochenende bei jenen sehr beliebt, die in Cidade de São Tomé leben und ein Auto haben. Aber selbst damit ist es enorm schwierig, hierher zu kommen. Wir starteten im nur wenige Kilometer entfernten Morro Peixe, einem Ort mit etwas Infrastruktur - und Google Maps wollte uns über die Provinzhauptstadt Guadalupe schicken - also statt zehn Minuten mehr als eine Stunde Fahrt. 

 

Wir entschieden uns natürlich für den Shortcut und es war lustigerweise zwar eine enorm schlechte Straße, aber auch nicht schlechter als die auf Google Maps vorgeschlagene Straße zwischen Tamarindo und Guadalupe, wohin wir zurück fuhren. 

 

Die Straße ist ein Feldweg, ein paar Reifenspuren weisen den Weg und durch den Regen war alles enorm aufgeweicht. Wir hatten sehr schnell eine fette Schicht Matsch auf den Reifen und daher kaum noch Grit. Wenn es dann noch hoch oder runter ging, war es wirklich spannend. 

 

Aber wir haben es natürlich geschafft und sind wohlbehalten angekommen. In einem Dorf waren wir ein wenig lost, weil keine Reifenspuren mehr den Weg wiesen, wir waren in einem etwas erhöhten Teil und sahen unten Autos - und fuhren dann einfach mitten über einen Sportplatz. Dort am Ende fanden sich dann auch Leute, die uns den richtigen Weg zeigten, sodass wir bald zur Hauptstraße zurück fanden. 



Turtle Museum in Morro Peixe

Als ich gelesen habe, dass es in Morro Peixe - nur ein kleiner Umweg auf unserem Rückweg von Neves nach Cidade de São Tomé, unweit des Lagoa Azul, ein Schildkröten-Eco-Museum gibt, wollte ich unbedingt dorthin. Mir war zwar klar, dass es enorm klein sein muss (und unser Reiseführer kannte den Ort nicht), aber wenn wir schon in der Gegend sind. 

 

Und was soll ich sagen, das Museum ist zwar enorm klein, aber total süß und liebevoll gemacht. Das kleine Haus mit Veranda steht gegenüber des Strandes und völlig unscheinbar. Wir sind nach Google Maps gefahren, sonst hätten wir den Ort auch nicht gefunden. Erst als wir wenden wollten, weil wir dachten, dass es das Museum gar nicht gibt, haben wir an einem blau-weiß getünchten Haus ein kleines "Museum"-Schild entdeckt. Ein Mann war auf der Veranda und nahm uns entgegen - allerdings sprach er kein Englisch. 

 

Das Museum hat ungefähr einen Euro Eintritt (20 Dobra) gekostet und lohnt, wenn man eh in der Nähe ist. Drinnen gibt es einen großen Raum, wo der Besucher mehr zu den Lebensweisen und Lebensräume der Meeresbewohner rund um São Tomé und Príncipe erfährt. Außerdem gibt es viele Stationen, wo Besucher mitraten können - etwa auf welcher Ebene welches Tier lebt. In einer Ecke findet sich ein großer Puzzle-Würfel, sechs verschiedene Meeresbewohner können damit gelegt werden. Früher hatte ich die in einer kleinen Box und habe sie geliebt - da war ich gleich an meine Kindheit erinnert.

 

Das Museum ist natürlich auch im Schildkröten-Schutz aktiv und sammelt in der Gegend die Eier der Schildkröten ein, um sie vor Wilderern, Hunden und Schweinen zu schützen, die die Eier ausgraben und verzehren. Die Eier werden dann auf dem Museumsgelände in einem speziellen geschützten Bereich wieder eingebuddelt, damit die Baby-Schildis wachsen und gedeihen können. Wir hatten das große Glück - aus zwei Nestern hatten sich die ersten Tiere schon an die Oberfläche gekämpft und so konnten wir einen Blick in das Loch hinein werfen, wo noch zahlreiche kleine Turtles schliefen - schon geschlüpft und bald bereit, den Weg in den weiten Ozean zu finden. 

Guadalupe

Guadalupe ist die größte Stadt im Norden von São Tomé, allerdings immer noch sehr klein. Wir sind nur zweimal durchgefahren und ja, man merkte natürlich, dass man in einer größeren Siedlung ist, aber mehr auch nicht. Allerdings finden sich hier ein bisschen Infrastruktur, also Dinge wie Tankstellen oder Shops.  

 

Aber für unsere Definition von Stadt ist Guadalupe weit von einer Stadt entfernt - 1800 Einwohner machen sie zur achtgrößten in São Tomé und Príncipe.

 

Auch unser Reiseführer hat in Guadalupe, das allerdings in einer wirklich tollen und völlig anderen Landschaft als das restliche São Tomé liegt, nicht wirklich Sehenswürdigkeiten gelistet. Die Kirche Nossa Senhora da Guadalupe ist wohl ganz nett anzuschauen, es gibt einige Statuen darin. Allerdings ist die Kirche verschlossen, den Schlüssel muss man am Eingang der Stadt auf der linken Seite, gegenüber der New Apostolic Church abholen. Wir haben das ausgelassen.


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