In der Hölle: Hell's Gate

Eine Safari in Kenia findet normalerweise im Auto statt, man kann sie allerdings auch zu Fuß oder per Fahrrad machen, zumindest im Hell's Gate Nationalpark, der zwischen Mount Longonot und Lake Naivasha liegt.

 

Ich bin mit dem Fahrrad los - und kann das auch nur absolut empfehlen. Es ist schnell genug, um einiges vom Park zu sehen. Und langsam genug, um völlig eins mit der Natur zu sein.


Das Fahrrad kann man entweder an der Hauptstraße für 6 Dollar (dann spart man sich die 20 Minuten Fußweg zum Gate) oder am Gate für 5 Dollar leihen. Der Eintritt in den Park kostet 26 Dollar, das Fahrrad kostet 2 oder 3 Dollar extra.

 

 

Der Park ist gut ausgeschildert, und los geht es, vom Gate aus zunächst einmal bergab. Es geht vorbei an grasenden Zebras, an Affen, Warzenschweine kreuzen den Weg, Büffel ziehen an einem vorbei, Giraffen starren einen an.

Dazu die tolle Landschaft mit Bergen, Felswänden, Schluchten und ganz viel grün drumherum.

 

Bisweilen ist es etwas schwierig, mit dem Fahrrad (nicht gerade im besten Zustand) im tiefen Sand voran zu kommen, aber es geht schon.

 

Man begegnet zudem immer wieder anderen Menschen, im Auto, zu Fuß, auf dem Fahrrad, auch unter der Woche (anders als Mount Longonot, der nur am Wochenende gut besucht ist).

 

Das Ziel der meisten ist ein Picknick-Platz am Ol Njorowa Gorge, die Gorge Road führt direkt vom Gate dorthin.

 

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Während man auf dem Picknick-Platz sein Hab und Gut und vor allem das Proviant gegen Affen und Paviane verteidigen muss, die seeehr nah an die Menschen herangehen, ist der Platz auch gleichzeitig der Startpunkt für die Wanderung in die Schlucht (Gorge).

 

Meistens kommen hier Gruppen an, weshalb der Preis pro Guide fix bei 15 Dollarn pro langer Tour liegt - wer alleine reist, sollte auf jeden Fall handeln. Ich habe für meinen Guide 2 Dollar für die kleine Tour bezahlt.

 

Es gibt eine kurze und eine lange Tour, die kurze dauert etwa eine Stunde, die große anderthalb.

Auf der kleinen Tour geht es durch Schluchten, kleine Flussläufe, vorbei an Felswänden, man klettert an schmalen Hängen entlang und durchquert das Wasser. Das ist wirklich großartig.

 

Die lange Tour führt zudem zum Schlafzimmer des Teufels, dafür muss an Seilen hochgeklettert werden.

 

Die Tour endet zunächst auf einem kleinen Platz, an dem zahlreiche Afrikanerinnen Schmuck, Krimskrams und Getränke verkaufen, und führt schließlich zurück zum Picknickplatz. Dort lässt sich ebenfalls zu erstaunlich fairen Preisen Cola, Fanta und Wasser kaufen, außerdem gibt es Toiletten.

 

Der Rückweg mit dem Fahrrad ist etwas anstrengender, weil es hauptsächlich bergauf geht, weshalb viele ihre Fahrräder direkt stehen lassen und mit dem Auto zurückfahren.

 

Ich bin zurück geradelt und es war tatsächlich anstrengend. Es geht acht Kilometer im Sand bergauf.

 

Am Fischers Tower, etwa einen Kilometer vom Gate entfernt, habe ich eine kleine Rast gemacht. Dort kann man den Turm hochklettern (mit Guide), außerdem finden sich dort zahlreiche sehr zahme, bisweilen aufdringliche, Klippschliefer. Offenbar wurden sie von Touristen angefüttert, denn eigentlich sind diese Tiere wahnsinnig scheu und hauen sofort ab, wenn man sich bewegt. Diese Tierchen allerdings sind mir bis auf den Schoß gesprungen.

Mit dem Fahrrad beschränkt sich die Tour im Wesentlichen auf diese Hauptattraktion.

 

Der Park hat noch einiges mehr, etwa View Points oder ein Spa.

 

Für 18 Dollar lässt sich dort in Afrikas größten Hot Springs baden, natürlichen heißen Quellen. Ich wollte eigentlich mit dem Fahrrad auch noch dorthin, allerdings geht es nochmal steil bergauf und es sind weitere vier Kilometer pro Strecke. Da ich nicht wusste, ob ich das Fahrrad auch dort abstellen kann, um schließlich mit dem Auto zurückzufahren, habe ich es sein lassen.