Flamingos am Lake Elementaita

Kenia ist nicht nur für die Big Five mit Leopard, Löwe, Nashorn, Elefant und Büffel bekannt, sondern auch für das hohe Vorkommen von Flamingos. Früher sammelten sich bis zu anderthalb Millionen der Vögel am Lake Nakuru, einem Nationalpark im Rift Valley gut zweieinhalb Stunden Fahrzeit von Nairobi entfernt. Da es dort jedoch häufig zu Überflutungen gekommen ist, sind die Tiere in den vergangenen Jahren immer wieder ausgewichen, etwa an den Lake Bogoria oder aber auch an den Lake Elementaita, rund zwei Stunden Fahrzeit von Nairobi entfernt. Ein toller Fleck Natur.


Der Lake Elementaita ist ein stark alkaischer See und liegt zwischen Lake Naivasha und Lake Nakuru im Rift Valley. Schon vom Highway aus, der Nairobi und Nakuru verbindet, hat man eine tolle Sicht auf den See - und kann mit Glück schon die ersten leicht rosa Punkte im Wasser erkennen. Dabei handelt es sich um Flamingo Kolonien.

 

Im See gibt es keine Fische, dafür ziehen sich hier im Spätjahr Flamingos und Pelikane sowie Störche zum Fressen zurück.

 

Es gibt einige Lodges an den Seeufern, aber man kann auch gut einfach nur einen Tag hierhin kommen, zum Beispiel als Tagesausflug von Naivasha oder Nakuru aus.

 

Wer mit dem eigenen Auto unterwegs ist, hat verschiedene Möglichkeiten an das Seeufer inunter zu kommen.

 

Viele der Wege, die von der Hauptstraße abgehen, enden irgendwann auf Privatgrundstücken, meist von irgendwelchen Lodgen, die dann Eintritt verlangen (oder dass man dort zu Mittag isst), wenn man durchfahren möchte. Dazu gehört beispielsweise das Jacaranda Resort, das als erstes nach der Stadt Gilgil am linken Wegesrand auftaucht (von Nairobi kommend).

 

Es lässt sich allerdings auch direkt vor dem Tor des Jacaranda nach rechts abbiegen, an einer Mauer entlang dem kleinen Weg hinunter zum Ufer folgen. Der Weg ist extrem schlecht, er besteht nur aus Steinen und Sand und bisweilen ist es selbst für Geländewagen etwas schwierig. Die Fahrt dauert etwa 15 Minuten.

 

Als ich das erste Mal dort war und diesen Weg nahm, hat sich unser Fahrer ein Teil des Tanks am Autoboden aufgerissen, sodass wir schnell zurück auf die Hauptstraße mussten, während wir viel Benzin verloren.

 

Ein deutlich einfacherer und kürzerer Weg führt von der Abzweigung danach hinunter. Ihr folgt dem Schild "Pelican Lodge" oder "Sirville Lodge", die liegen beide nebeneinander.

 

Auch hier warten viele Steine und viel Sand, aber die Piste ist als Zufahrt zu den Lodges deutlich besser und da es auf dem direkten Weg nach unten geht, braucht man auch nur etwa fünf Minuten.

 

Ich empfehle also auf jeden Fall, den zweiten Weg zu nehmen. Ihr fahrt einfach geradeaus hinunter, nicht nach rechts oder links zu den Lodges, dann kommt ihr direkt unten am Ufer heraus.

 

Schon auf dem Weg nach unten, als ich immer wieder Blicke über die Landschaft erhaschen konnte, war ich total beeindruckt. Das Umfeld des Sees ist einfach wunderschön.

 

Im Hintergrund ragen die Berge in die Höhe, das Wasser hat eine tolle blaue Farbe und am Ufer ist es abwechselnd weiß, braun oder grün.

 

Zahlreiche Vogelkolonien zeigen sich in der Nähe des Ufers. Wir haben das Auto jeweils in gutem Abstand zum Ufer geparkt, damit die Tiere nicht gestört werden und sind dann ein Stück zu Fuß gegangen.

 

Ohnehin kann man am Lake Elementaita sehr gut zu Fuß gehen, denn anders als am Lake Naivasha gibt es hier keine Privatgrundstücke, die direkt ans Ufer grenzen. Es ist also möglich, einen ausgedehnten Spaziergang zu machen - was ich übrigens auch gemacht habe.

 

Für mich bedeutet der Lake Elementaita Erholung pur - vor allem, wenn man aus dem stickigen und trubeligen Nairobi kommt. Mit all den Vögeln ist man einfach ganz allein in der Natur. Und die Landschaft verliert für mich keinesfalls an Reiz, egal wie häufig ich sie sehe.

 

An einem Tag standen die Flamingos so nahe am Ufer, dass ich sie wirklich ganz toll beobachten konnte - mit Ausdrücken im Gesicht und ihrem Sozialverhalten. Das war mega faszinierend für mich.

 

Wer also nur der Flamingos wegen gen Lake Nakuru fahren würde, kann sich die 60 USD Eintrittsgebühr auch sparen. Denn dort kommt man nur über den Nationalpark an den See. Im Lake Nakuru finden sich zwar noch immer viel mehr Flamingos als am Lake Elementaita, aber wer die Tiere nahe beobachten möchte, findet hier eine wunderschöne und sehr günstige Möglichkeit.




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