Erinnerungen an die Sommer an der Costa Brava

(c) Nadine1984nrw / Wiki Commons
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Gehören eure Familien eher zu jenen, die immer an den gleichen Ort in Urlaub gefahren sind oder zu jenen, die immer wo anders hin wollten? Nun, meine Familie war ein Mix, wobei die Tendenz dazu ging, eher noch einmal dorthin zu fahren, wo wir schon waren. In meiner Kindheit haben wir einige Jahre je zwei Wochen im Sommer an der Costa Brava verbracht - nicht gerade das klassische Ziel für Familienurlaub. Immerhin war damals, in den 90ern und 2000ern Lloret de Mar das heutige Mallorca, ein Ort, der für Party und viel zu viel Sangria und Bier stand. Nebenan in Calella de Mar und dem ruhigeren Pineda de Mar, die offiziell schon zur Costa del Maresme gehören, waren wir damals untergebracht.


Heute würde ich einen solchen Urlaub nicht mehr machen: In riesigen Hotelbunkern untergebracht, wie die Sardinen am Strand gequetscht und das für zwei Wochen - mit einem Ausflug pro Woche. 

Calella: Zwischen Partyurlaub und Strand

In Calella war ich gleich mehrmals im Urlaub, das erste Mal 1997 und das letzte Mal Anfang der 00er-Jahre. Ich habe in dem Ort einen Teil meiner Jugend und Teenie-Zeit verbracht - und vielleicht ist es nicht ganz der optimale Ort für einen Familienurlaub. 

 

Jedenfalls gab es ziemlich viel Party und Action, selbst am Strand sah man immer wieder Betrunkene, wenngleich es im Hotel mehrere Familien gab. Für mich als Teenie war es super, dass meine Eltern so locker sind. Ich konnte abends in die Discos zum Tanzen gehen, mit einer Freundin. 

 

In Calella hab ich auch meine erste Urlaubsliebe erlebt - in einer Disco hab ich mich in einen Mittzwanziger aus den Niederlanden "verknallt". Ich war erst 14 (natürlich nicht "offiiziell"). Nachdem das nur zwei Tage hielt, lernten wir dann unsere "Nachbarn" kennen, eine Vierer-Gruppe Jungs nach dem Abi. Meine Schwester war damals so zierlich, dass sie zwischen den Balkonstangen hindurch passte und sie hat dann Botschaften hin- und hergetragen.

 

Für mich gehörte Calella lange zur Costa Brava, so stand das immerhin auch auf den Strandtüchern, die man am Strand kaufen konnte. Erst als ich schon erwachsen war, hörte ich zum ersten Mal von der Costa del Maresme, zu der Calella eigentlich gehört. Calella ist geprägt von den typischen Hotelbunkern - wobei in den jüngsten Jahren wohl ein kleines Umdenken eingesetzt hat und Hotelbunker zurückgebaut werden und eher Apartment-Anlagen entstehen. 

 

Calella ist komplett auf den Party-Tourismus ausgerichtet. Es gibt viele Restaurants, aber noch mehr Bars und Clubs, vor allem in der Rambla de Capasbre. Allerdings gibt es auch noch eine Altstadt, die ein paar Spaziergänge lohnt. 

 

Auch wenn der Strand mit dem grobkörnigen Sand und den unzähligen Menschen heute nicht mehr mein Fall wäre - so fand ich es damals vor allem schön, mit meiner Familie Ausflüge zu den Felsen am Ende des Hauptstrandes zu machen (dahinter befindet sich der FKK-Strand, was ich als Teenie natürlich auch ziemlich witzig fand) - dort haben wir im Sonnenuntergang Fotos gemacht.

Pineda: Alternative für Familien an der Costa Brava

Ich habe keine Ahnung, wie es passiert ist, aber zwischen den beiden Calella-Aufenthalten, entschieden meine Eltern, dass wir ins Nachbardorf fahren: Pineda, nur ein paar Kilometer nördlich von Calella.

 

Pineda ist deutlich ruhiger als Calella oder Lloret und dient etwas eher dem Familienurlaub. In Pineda gab es zumindest damals nur eine Disco - und auch heute noch wirbt Pineda im Gegensatz zu Calella eher mit Kunst und Kultur als mit Party. In der Hauptsaison im Sommer gibt es am Strand auch einen bewachten Kinderspielplatz mit Hüpfburg und Wasserspielen. 

 

Dennoch - es gab ungefähr genauso viele Hotels und auch der dortige Strand unterschied sich nicht wirklich von dem in Calella - außer, dass es deutlich gesitteter zuging. Aber auch hier ist die Altstadt geprägt von Restaurants und Souvenir-Shops. 

Lloret de mar: Der Ballermann in Festland-Spanien

Früher war ich ein wenig traurig, dass ich in Calella saß und die richtige Party in Lloret ging. Lloret war so ein Ort, an dem wir jeden Sommer ein paar Leute trafen, die wir kannten. Was heute der Ballermann ist, war damals Lloret de Mar und immer noch gibt es dort den Party-Tourismus. Also definitiv kein Ort für den Familienurlaub. Wir waren nur ein-, zweimal tagsüber am Strand - er sah quasi gleich aus wie überall an der Costa Brava (Lloret liegt auch tatsächlich an der Costa Brava), nur fanden sich hier noch mehr Schnapsleichen und Betrunkene. 

 

Zu der wunderschönen Burg Sant Joan haben wir es leider nie geschafft, ihr könnt sie auf dem Titelbild ganz oben sehen. Sie liegt am Nordende der Badebucht. 

 

Dafür haben wir öfter mal einen Ausflug in den Water Park in Lloret gemacht. Ich habe schon als Kind Wasser und vor allem Wasserrutschen geliebt - und davon gab es im Water Park einige. Es gibt Röhrenrutschen und Rutschen, die einer Achterbahn gleichen, aber auch die Pisten für Wettrennen. Wer es lieber etwas langsamer angehen möchte, entspannt im Wellenbad. Bei der Recherche zu diesem Text bin ich auch mal wieder auf der Website des Parks gelandet - und inzwischen würde er mich noch viel mehr reizen als damals - denn es gibt jetzt auch einen Strudel und Kamikaze-Rutschen - und mit Rafting Flüssen, die man mit dem Schlauchboot fährt, bin ich auch immer zu kriegen! 


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Die Umgebung: Platja d'Aro an der Costa Brava

Im Gegensatz zu seinen berühmten Nachbarn Calella de Mar und Lloret de Mar ist Platja d'Aro trotz der Lage an der Costa Brava deutlich ruhiger und ein bisschen weniger touristisch. Was ich nicht verstehen kann, denn von den tollen Buchten aus bietet sich nicht nur ein herrlicher Ausblick auf Meer und Felsenlandschaften, durch die vorgelagerten Felsen ist Platja d'Aro der perfekte Ausgangsort für Schnorcheltouren im Mittelmeer.

 

Platja d'Aro, beziehungsweise Cap Roig, ist eher eine kleine Bucht als ein kilometerlanger feiner Sandstrand. An den Felsen kann man herrlich den Wanderweg Cami de Ronda entlang wandern, auf dem Markt gibt es frische Meeresfrüchte und Fische, direkt von den Fischerbooten. Weil es mir dort so gut gefallen hat, habe ich über meinen Aufenthalt in Platja d'Aro einen separaten Artikel verfasst

Das Zentrum der Region: Girona

(c) Patronat de Turisme Costa Brava Pirineu de Girona
(c) Patronat de Turisme Costa Brava Pirineu de Girona

Von Girona kenne ich eigentlich nur den Bahnhof und den Flughafen. Früher sind wir immer mit dem Zug (oder Bus) nach Spanien gefahren und in Girona war die Fahrt mit dem Schnellzug dann vorbei. Später, auf der Klassenfahrt nach Platja d'Aro, landete unser Flieger hier.  

 

Girona hat hauptsächlich zwei Sehenswürdigkeiten, die ich allerdings beide noch nicht gesehen habe - wie gesagt, für mich war die Stadt bisher eher Durchgangsort. Die Kathedrale Santa Maria überstrahlt die Stadt. Ihre Fassade stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert und ist im Stile des Barock errichtet. Der Bau der Kirche begann allerdings schon deutlich früher - etwa um das Jahr 1300. 

 

Außerdem gibt es die Arabischen Bäder. Diese Nachbauten von nordafrikanischen Bädern finden sich im Mittelmeerraum recht häufig. Sie stammen aus dem 12. Jahrhundert - und wurden 1931 zum Denkmal erklärt. Ein Besuch in der historischen Anlage kostet rund 3 Euro - und allzu viel Zeit muss man hierfür nicht einplanen.

Die katalanische Hauptstadt: Barcelona

Barcelona ist eine Stadt, die ich schon mehrfach besucht habe und trotzdem habe ich irgendwie keine Verbindung. Während der Urlaube in Calella und Pineda haben wir immer einen Ausflug nach Barcelona gemacht und haben beispielsweise eine Führung im Stadion des FC Barcelona, im berühmten Camp Nou gemacht. Dennoch habe ich kaum Erinnerungen an die Aufenthalte. 

 

In der elften Klasse allerdings haben wir eine Klassenfahrt nach Platja d'Aro gemacht und auch in diesem Zusammenhang stand ein Besuch in Barcelona auf dem Programm. Damals haben wir den Park Güell besucht, der zwischen dem Jahr 1900 und 1914 vom spanischen Künstler Antoni Gaudí (im Auftrag von Güell, daher der Name) erschaffen wurde. Der Park ist wirklich einzigartig und hat mich nachhaltig beeindruckt. Es ist eine Parkanlage, die aus Kunst besteht.

Eigentlich sollten dort 60 Villen entstehen, aber nur drei wurden fertig. Die sind heute zu besichtigen - und das pompöse und kunstvolle Drum herum, etwa die bekannte Treppe oder die Portierloge mit dem auffälligen Turm. Wir haben fast den ganzen Tag dort verbracht, nur ein kurzer Besuch der Sagrada Familia war noch drin. Die imposante Kathedrale wurde im 19. Jahrhundert ebenfalls von Antoni Gaudí errichtet.


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