Inselparadies in Kenia: Chale Island

Die Insel Chale Island vor dem Diani Beach im Süden von Mombasa, auch Diani Chale genannt, ist ein wundervoller kleiner Ort zum Entspannen, Sonnenbaden und um das Leben zu genießen.

 

Chale Island besteht zu drei Vierteln aus Mangrovenwald, der unter Naturschutz steht. Auf dem anderen Teil findet sich eine Hotelanlage, The Sands at Chale. Auf die Insel muss man aber erst einmal kommen - bei Flut mit Boot, bei Ebbe mit dem Traktor.


Eher durch Zufall bin ich auf Chale Island gekommen. Ich wusste von der Insel und ich hatte Bilder gesehen, die traumhaft waren. Allerdings ging ich davon aus, dass das Hotel unbezahlbar sein würde.

 

Dann aber, als ich mit meiner Mutter nach einem schönen Hotel an der Küste schaute, ploppte Werbung auf für Chale. Und ich klickte drauf. Und siehe da, es war ein Angebot von Tui. Vier Nächte im Doppelzimmer mit Halbpension 350 Euro pro Person. Es war gebucht.

 

Ich organisierte uns einen Fahrer, der uns vom Bahnhof in Mombasa abholte und die rund drei Stunden (es sind nur 70 Kilometer, aber führt die einzige Strecke durch Mombasa City, inklusive Fähre) zum Anleger auf dem Festland brachte. Wir kamen, als schon Ebbe war und das Wasser immer weniger wurde. Husch, husch, ab ins Boot. Wir stiegen ein, das Gepäck auch - aber wir kamen nicht mehr voran.

 

Mein Freund stieg aus und schob mit, aber das Boot bewegte sich kaum. Also mussten wir alle wieder aussteigen, unser Gepäck blieb auf dem Boot und mein Freund und der Angestellte zogen das Boot hinüber - ohne unser Gewicht ging das einigermaßen.

 

Wir warteten derweil bei einem wundervollen Sonnenuntergang. Und weil es noch warm genug war, wurde der Rock hochgekrempelt und wir liefen ein Stück durch das Wasser, zu kleinen Felsen, und genossen die Urlaubsstimmung.

 

Denn wir mussten rund eine halbe Stunde warten, bis die Ebbe so weit vorangeschritten war, dass wir mit dem Traktor übersetzen konnten. Irgendwann zeigten sich dann die Scheinwerfer im Dunkel und wir wurden abgeholt und tuckerten durch den Indischen Ozean. Surreal, aber auch spaßig.

 

Rund 200 Meter sind es vom Festland zur Insel. An der Rezeption gab es einen Willkommensdrink, eine Einweisung und dann wurden uns unsere Zimmer gezeigt. Wir hatten die günstigste Kategorie gebucht, aber siehe an: Die Zimmer waren riesig, super liebevoll eingerichtet und wir fühlten uns sofort pudelwohl. Alle Zimmer hatten Meerblick und auf dem Bett warteten kleine Überraschungen mit Steinen und Sinnsprüchen auf uns. Die meisten Zimmer gibt es in Bandas, einer Art Bungalow, die allerdings nochmal deutlich teurer sind.

 

Es war leider schon zu spät, um noch an den Strand zu gehen - außerdem war ja ohnehin Ebbe, und die Gezeiten sind in Kenia leider sehr stark ausgeprägt. Und es war leider auch zu dunkel, um das Gelände zu erkunden.

 

Wir machten uns also ans Abendessen. Es sah alles so toll aus. Gegessen wird in einem Holz-Pavillon mit riesigem Dach. Tagsüber hat man Aussicht auf das Meer, es liegt nämlich direkt am Strand. Es gab unglaublich viel und gutes Essen, eine Pasta-Station, eine Fisch-Station mit dem "Fang des Tages" (zwei oder drei Sorten), eine riesige Salat-Bar, Suppe und viele Fleisch- und Gemüsegerichte.

 

Man kann auch All Inclusive oder Vollpension buchen, natürlich. Allerdings waren die Getränke nicht sehr teuer und wir haben rund 5 Euro am Tag pro Person an Getränken ausgegeben (Wein, Bier, Eiskaffee/Smoothie), wobei der Alkohol am teuersten war.

 

Allerdings hatten wir uns auch ein wenig eingedeckt und etwas Bier, Cider und Obst und Kekse für den Nachmittag mit auf die Insel genommen. Das ist übrigens gar kein Problem - das einzige, was ein wenig doof für uns war, dass wir keinen Kühlschrank hatten, um das Bier zu kühlen. Wir bekamen an der Bar aber sogar Eis, das wir ins Waschbecken füllen konnten, um das Bier zu kühlen.

 

Bei der Halbpension ist übrigens ein Tee-Kuchen-Buffet am Nachmittag dabei.

 

Wer früh ins Bett geht, kann am nächsten Tag am längsten die Sonne genießen. Nach dem sehr reichhaltigen Frühstücksbuffet mit sehr viel Obst ging es an den Strand. Der war erst einmal sehr weitläufig, weil gerade Ebbe war.

 

Angestellte vom Hotel kümmern sich darum, dass jeder Gast eine Liege hat. Es gibt auch Sonnenschirme, allerdings haben wir uns lieber den natürlichen Schatten unter einem Baum gewünscht. Der Strand ist sehr hübsch und sauber - vor allem im Vergleich zu den öffentlichen Stränden am Diani Beach. Sehr viele Pflanzen, Palmen, Bäume trennen Hotelanlage und Strand, sodass man wirklich paradiesische Eindrücke hat.

 

Bei Ebbe kann man auch ins Wasser, man muss allerdings eine Weile gehen und sollte auf jeden Fall Badeschuhe dabei haben - denn es ist nicht ganz schmerzfrei, über die kleinen Felsen zu gehen - und an vielen Ecken warten Seeigel.

 

Bei Flut hingegen kommt das Wasser nah an das Hotel heran und es lässt sich wunderbar in den Wellen plantschen - die Wellen sind auch ganz wunderbar - hoch, aber nicht zu hoch. Eure Sonnenbrille solltet ihr also lieber an Land lassen.

 

Im Gegensatz zum Diani Beach gibt es auf Chale kaum Beachboys. Ein paar kommen, wenn die Ebbe einsetzt und sie vom Festland aus rüber laufen können, aber sie verschwinden auch wieder, wenn die Flut einsetzt. Generell waren sie aber bei weitem nicht so aufdringlich. Ich habe direkt beim ersten Kontakt gesagt, dass ich meine Ruhe haben möchte, danach wurde ich auch nicht mehr direkt angesprochen.

 

Obwohl die Hotelanlage sehr unauffällig ist, ist sie recht weitläufig, oder vielleicht auch genau deshalb. Auf hohe Gebäude wurde verzichtet, es gibt lediglich zwei Türme mit je zwei Stockwerken, ansonsten handelt es sich um Bandas oder Holzhütten.

 

Es gibt drei Pools, zwei Süßwasser, ein Salzwasser. Dazu ein Whirlpool und ein Fitnessraum mit Blick aufs Meer (Richtung Festland). Der Strand liegt auf die Seite zum offenen Meer hinaus.

 

Wer nicht nur faul am Strand liegen will - was man auf Chale seeehr gut tun kann -, kann die Insel und das Drumherum erkunden. Es gibt jeden Tag ein Programm vom Hotel aus, eine eigene App verrät nicht nur, wann Ebbe und Flut ist, sondern auch, wann welche Veranstaltungen und Ausflüge geplant sind.

 

So gibt es beispielsweise eine Walking Tour mit einem Naturführer durch den Mangroven-Wald. Leider hat sich für mich die Gelegenheit nicht ergeben. Affen, die im Mangrovenwald leben, sieht man übrigens auch auf der Hotelanlage. Wir hatten Besuch von Pavianen (die bei Ebbe auch zum Festland laufen) und Colobus-Affen.

 

Da der Spa-Bereich schon im Ansatz im Mangrovenwald liegt, bin ich dort einfach einmal spazieren gegangen.

 

Der Bereich ist sehr weitläufig und führt auch zu einem dritten, etwas versteckten Pool, der direkt ans Meer grenzt (zumindest, wenn Ebbe ist). Dort bekommt man schon einen ganz tollen Eindruck von der Naturwelt um die Hotelanlage herum.

 

Angeboten wird auch Bingo, Beachvolleyball, eine Kajaktour rund um die Insel (was ich leider zeitlich auch nicht geschafft habe) und eine Schnorcheltour. Letztere habe ich gemacht, allerdings war es nicht so schön. 1000 Schilling kostet sie, also rund 8 Euro.

 

Mit einem Guide geht es hinaus und wir hatten zwei Chinesinnen an Bord, die nicht schwimmen konnten. Aber der Guide hatte keine Sorge. Die beiden trampelten dann auch ständig auf dem Korallenriff rum, weil sie kaum Luft bekamen und ständig Wasser im Schnorchel hatten - und der Guide sagte nichts dazu... Außerdem fütterte er die Fische an, was für mich überhaupt nicht geht. Ich berichtete es am Abend dem Hotelmanager, der sich nach eigenen Angaben darum kümmern wolle, weil er meine Einschätzung teile, dass man weder Fische anfüttern sollte noch auf dem Korallenriff herumtrampeln sollte.

 

Ich hatte vier wundervolle Nächte auf Chale und war ganz traurig, dass ich schon abreisen musste. Natürlich ist so ein Inselleben bisweilen etwas langweilig - man kann nur in der Anlage bleiben und nicht abends noch durch eine Stadt oder ein Dorf schlendern. Aber genau das habe ich nach den hektischen Tagen in Nairobi auch gebraucht.

 

Man kann übrigens als Gast jederzeit aufs Festland übersetzen, etwa um dort joggen oder einkaufen zu gehen. Allerdings ist der Anleger noch ein Stück von Ukunda, der nächsten Stadt entfernt, sodass man für die rund 20 Minuten ein Taxi braucht.

 

Ich werde definitiv wieder kommen, dann allerdings mit dem Flugzeug (nach Ukunda), denn die Anreise aus Mombasa war echt nervenaufreibend.