Traumhafte Strände in Ghanas Osten: Butre und Busua

Wahrlich - Ghana ist keine Destination für klassischen Strandurlaub. Denn die Strömung sorgt dafür, dass permanent viel Müll angespült wird, der beim Baden stört und sich am Strand sammelt. An manch einem Strand, der eigentlich ganz schön wäre, muss man fast Slalom um den Müll gehen... Außerdem sorgt die Strömung aber auch dafür, dass es an vielen Stellen unmöglich ist, weiter als bis Hüfthöhe ins Wasser zu gehen. Doch es gibt eine Ausnahme: Busua ist DER Chill-Out-Ort für Ghana-Expats und Reisende. Hier finden sich Lodges und Beach-Hotels an einem wunderschönen Palmenstrand. Noch schöner fand ich aber den Nachbar-Strand von Butre. Auch hier ist das Baden möglich.


Backpacker-Flair in Busua

Wenn man Menschen, die schon einmal in Ghana waren, fragt, wo man hier Strandurlaub machen kann, werden sie nahezu allesamt mit Busua antworten. Denn Busua ist einer der wenigen Orte, der sowohl die Infrastruktur hat, als auch die natürlichen Voraussetzungen: Hier ist das Wasser sehr flach, daher ist die Strömung nicht sehr stark, auch die Wellen brechen meist so, dass Schwimmen möglich ist. 

Busua ist zudem relativ einfach zu erreichen, es gibt Minibusse, die hierhin fahren und der Ort selbst hat auch einige kleine Lokale, Shops und vor allem eine Vielzahl an Lodges, Hostels und Hotels, einige davon liegen auch direkt am Strand. Von Accra aus sollte man aber Zeit mitbringen, denn obwohl es nur rund 250 Kilometer sind, kann die Fahrt gut und gerne acht Stunden dauern. Als Ausgangspunkt eignet sich auch Takoradi, eine der größeren Städte des Landes, von hier aus sind es mit Taxi rund anderthalb Stunden (Kosten ca. 20 Euro). 

 

Das größte erstreckt sich über den gesamten östlichen Teil Busuas, das Busua Beach Resort. Die anderen Anlagen sind eher kleiner und verteilen sich auf den restlichen Ort. Dazwischen finden sich eine Surfschule, ein paar Beachbars und die Fischerboote. Denn für die Einheimischen ist der Strand in erster Linie kein Ort zum Relaxen, sondern Alltag: Die Fischer zerren gemeinsam Boote an Land oder wieder hinauf aufs Wasser, sie beladen die Boote, sortieren die Netze und am Strand warten Frauen, Männer und Kinder, um den frischen Fisch zu verarbeiten und zu verkaufen. 

 

 

Ich habe vorher viel von Busua gehört und davon, wie schön es ist. Es ist auch tatsächlich sehr schön, der Strand ist sehr lang und hellbraun, das Wasser klar und im Hintergrund zeigt sich die Unendlichkeit des Dschungels. Als ich dort war, war allerdings relativ viel Müll im Meer - für Ghana ging es noch, aber mir hat das Baden keinen Spaß gemacht, weil ich überall um mich herum Plastiktüten schwimmen sah und teilweise durch die Wellen auch welche gegen mich gespült wurden. Daher war ich nur kurz im Wasser, obwohl es sonst optimale Bade-Bedingungen gab! 

 

Ansonsten war mir Busua tatsächlich auch zu touristisch. Im Gegensatz zu Butre, aber dazu gleich mehr, wurde ich am Strand permanent angesprochen, alle wollten mir irgendwas verkaufen oder einfach nur plaudern. Ich habe mich dann auf den Weg in die Scorpion Hill Lodge gemacht, das ist einer von zwei Namen, die immer wieder als Empfehlung fielen (Ahanta Waves ist der zweite Name, liegt direkt daneben und betreibt auch die Surfschule im Ort), und habe dort einen Cider getrunken. Leider liegt die Lodge nicht direkt am Meer, sondern an einer Art Lagune, die allerdings bei Ebbe leer ist. So standen nur Boote auf der Sandbank und entfernt konnte ich das Meer sehen. 

 

 

Alles in allem ist Busua wirklich schön, wer allerdings mehr Ruhe will, ist im Nachbarort besser aufgehoben. Butre. Dort war ich auch. 

Einsamkeit und Ruhe in Butre

Ich habe mich sehr schwer damit getan, eine Unterkunft zu finden. Ich hatte von Freitagabend bis Dienstagabend Zeit und mir schwebten Busua, Butre und Cape Three Points im Kopf herum. Von jeder Ecke hörte ich andere Empfehlungen. Ich habe mich schließlich für meinen Ausgangspunkt in Butre entschieden - und eine Tageswanderung nach Busua, darüber lest ihr unten mehr. Und die Entscheidung war goldrichtig: Im Gegensatz zu Busua ist Butre nämlich klein und beschaulich und vor allem: einsam und ruhig! Wie ich das genossen habe!

 

Die beiden Lodges, die es in Butre gibt, Hideout Lodge und Fantas Folly, liegen östlich des Dorfes, direkt am Strand. Beide haben Liegen am Strand und Beachbars. Bis auf die beiden Beachbars und den Ort am westlichen Ende des Strandes ist es sonst leer: Man sieht nur Palmen und Dschungel im Hintergrund und den Sand! Das war wirklich wunderschön. Butre liegt in einer kleinen Bucht und man kann von einem Ende zum anderen laufen, ich habe ein wenig getrödelt und daher hin und zurück etwas mehr als zwei Stunden gebraucht. Am westlichen Ende der Bucht findet sich der Stein, den ihr auf dem ersten Bild des Artikels seht, die Landschaft ist einfach atemberaubend! 

Ich habe in der Hideout Lodge übernachtet, die für das Geld einiges bietet. Eigentlich wollte ich für 15 Euro in einem Baumhaus schlafen (es gibt dort ein richtiges Zimmer), aber leider war es "under construction" und deshalb habe ich für den gleichen Preis ein Bungalow bekommen. Das Essen war ausgezeichnet, die Karte ist umfangreich und auch sonst habe ich mich pudelwohl gefühlt. Ich habe mich direkt nach dem Frühstück an den Strand gelegt und bin nur zum Essen und zum Baden aufgestanden. 

 

 

Ebenso wie in Busua ist das Meer in Butre flach und die Strömung nicht so stark. Direkt an der Hideout Lodge war das Wasser nicht so klar, sondern eher sandig, aber links und rechts davon schon. Allerdings sollte man beim Schwimmen hier dennoch auf sein Gefühl achten, denn die Strömung ist für uns Europäer immer noch sehr stark und es sind schon öfter Leute ertrunken. An ersten Tag konnte ich bedenkenlos schwimmen, am zweiten Tag ging es ab mittags nicht mehr so wirklich und am dritten Tag bin ich nur noch bis zur Hüfte ins Wasser. Das hängt auch immer mit den Gezeiten zusammen und wie stark sie gerade ausgeprägt sind. Für mich als Wassernixe, die stundenlang einfach im Wasser sein kann, war das manchmal etwas frustrierend. Aber dafür hatte ich den schönen Ausblick!

 

Der Text wird unterhalb der Galerie fortgesetzt!

Wandern durch die Butre Hills

Erst war ich ein wenig traurig, dass ich nicht sowohl Busua wie auch Butre sehen konnte - doch dann las ich davon, dass man eine rund drei Kilometer lange Wanderung von der einen in die andere Bucht machen kann. Und das habe ich natürlich gleich getan. Die Lodge stellt für 20 Cedis einen Guide (3,50 Euro - was verhältnismäßig teuer ist), der einen den Weg zeigt - und das empfiehlt sich auch zumindest beim Hinweg, weil es nicht so einfach zu finden ist. 

 

Von der Hideout Lodge aus geht es zunächst nach Butre selbst, also in den Ort. Um von dieser Seite aus in den Ort zu kommen, muss man über eine der amüsantesten Brücken, die ich je gesehen habe. Aber überzeugt euch selbst! Durch das Dorf hindurch geht es dann in die Höhe - auf die Butre Hills. Die liegen nämlich zwischen Butre und Busua. 

 

Der Aufstieg geht ziemlich schnell und durch die Hitze war es schon ein wenig anstrengend, aber es war auch in Flipflops absolut machbar. Oben hat man einen tollen Ausblick. Wer den Weg nur einfach geht, sollte auf jeden Fall auch ab und zu beim Aufstieg nach hinten schauen, denn hier zeigen sich tolle Ausblicke auf die Bucht von Butre. Oben angekommen geht es durch den Wald - und hin und wieder hat man fantastische Ausblicke auf den Dschungel Richtung Landesinnere.

 

 

Ich hatte eigentlich von wunderschönen Aussichten auf die Buchten und Strände gehört, aber die habe ich tatsächlich nicht wirklich gesehen. Auf dem Rückweg, den ich entgegen der Empfehlung alleine gegangen bin (es wurden wohl schon öfter mal Touristen ausgeraubt auf dem Weg, aber da war so viel Betrieb, dass ich keine Angst hatte), bin ich auch mal ewas vom Weg ab gegangen, da hatte ich dann hin und wieder den Blick aufs Meer, aber auch nicht so fantastisch, wie ich es mir vorgestellt hatte. 

 

Gegen Ende des Waldweges, der übrigens sehr vernünftig ist, geht es dann auf einem schmalen Pfad bergab hinunter zur Bucht von Busua. Das war schon ein bisschen anstrengend, gerade in Flipflops, aber auch das absolut machbar. Der Waldweg endet quasi am östlichen Ende vom Strand von Busua - und der Ort liegt am westlichen Ende - deshalb geht es noch rund 20 Minuten am Strand entlang. Der Strand ist ebenfalls wunderschön, das Wasser klar und ich war fast ein wenig traurig, dass ich zwecks Guide nicht einfach direkt ins Wasser springen konnte :-) 

 

 

Also, wer in Busua oder Butre ist, sollte die Wanderung auf jeden Fall machen, wenn er/sie nicht nur faul am Strand liegen will. Die Tour hat etwa 45 Minuten gedauert und war nur mäßig anstrengend, das meiste hat wohl die Hitze ausgemacht. Wasser solltet ihr dennoch dabei haben, denn gerade beim jeweiligen Aufstieg schwitzt man doch enorm. 

Bootsfahrt durch die Mangroven - mit Chance auf Affen

Mit Tieren kann man mich ja immer locken - auch wenn ich mir ehrlich gesagt in Ghana nie so sicher bin, ob es stimmt, was einem die Einheimischen so sagen. Ich denke da gerade an Cape Three Points und das hartnäckige Gerücht, man könne vom Leuchtturm aus Wale sehen - ich aber noch nie jemanden getroffen habe (außer dem Leuchtturmwächter), der sie gesehen haben will. So ähnlich verhält es sich auch hier. 

 

Für 30 Cedis (5 Euro) wirbt die Hideout Lodge mit einer Kanu-Tour durch die Mangroven, hinein in ein Gebiet, in dem angeblich Affen und Krokodile wohnen. Nun ja, da die Tour morgens ist und nur etwas länger als eine Stunde dauert, habe ich das natürlich gemacht! Zusammen mit dem Bootsmann ging es an den Dorfrand von Butre, wo eine Lagune oder ein Fluss ins Meer führt (deshalb auch die lustige Brücke). Dort hatte ich dann eine kleine Enttäuschung: Ich hatte mich auf Kanu fahren gefreut - aber da stand ein sehr großes Holzboot. Also nicht selbst fahren, bewegen und all die Dinge - sondern auf einer Holzlatte im Holzboot sitzen und gefahren werden. Na gut, es war ja erst kurz nach 7 Uhr, also war es schon okay, auch wenn ich dem Bootsmann zu verstehen gab, dass ich die Bezeichnung irreführend finde. 

 

 

Wir fuhren also durch die Mangroven und es war schön. Enorm ruhig, einfach nur in der Natur und genießen. In den Mangroven kletterten die Krabben umher, hin und wieder zeigte sich ein Fisch, der im Schlamm lebt. Diese länglichen, grauen fischartigen Lebewesen, Schlammspringer genannt, robben sich im Matsch am Wasserrand entlang! Außerdem haben wir einige fliegende Fische gesehen, was ich auch immer faszinierend finde. 

 

Im Affengebiet angekommen, war es ganz ruhig. Wir fuhren ein Stück weiter, zu einer Art kleinen Höhle innerhalb der Mangroven, die als "Schlafplatz der Krokodile" bezeichnet wird. Aber auch hier: kein Krokodil. Der Bootsmann sagte noch, wir seien dafür zu früh, die Krokodile kämen erst gegen 10 Uhr und es war erst etwa 8 Uhr. An dem Platz drehten wir dann auch um und fuhren zurück, was wegen der Strömung sehr schnell ging. 

 

 

Es war auf jeden Fall eine romantische, schöne Fahrt und ein Ausflug in die Natur, den ich genießen konnte, auch wenn ich etwas anderes erwartet hatte. Selber paddeln hätte mir aber wohl deutlich besser gefallen. Ob es hier wirklich Affen und Krokodile gibt? Keine Ahnung. Zu dem Zeitpunkt, als ich in der Lodge war, waren keine andere Gäste da, die die Tour gemacht haben, daher konnte ich nicht fragen, ob sie mehr Glück hatten. 


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