Schnorcheln und Wassersport auf Bom Bom Island

Bom Bom Island ist neben der Praia Banana die Sehenswürdigkeit auf der Insel Príncipe, dem kleineren Teil von São Tome und Príncipe. An Land liegt das älteste Hotel-Resort Príncipes, über einen Holzsteg geht es hinüber zur kleinen Ilheu de Bom Bom. Auch Tagesgäste sind willkommen - vor allem Aktivsein steht hier an: Schnorchelausstattung, Jetski, Stand-Up Paddling lässt sich hier ausleihen und ein Wanderweg führt einmal um die kleine Insel. Es gibt also genug zu tun, um einen ganzen Tag hier zu verbringen. Wer viel Glück hat, entdeckt beim Schnorcheln sogar Schildkröten oder Walhaie - aber auch ohne wartet ein herrliches Riff mit vielen bunten Fischen.




Das Hotel Bom Bom Island ist nicht nur das älteste auf Príncipe, sondern auch eines der teuersten. Das Standard-Doppelzimmer kostet hier ab 400 Euro die Nacht. Wer nicht so viel Geld ausgeben kann oder möchte, kann aber auch als Tagesgast auf die Insel ganz im Norden kommen. So haben wir es gemacht.

 

Ich hatte an mehreren Stellen, unter anderem in unserem Reiseführer, gelesen, dass der Tagesaufenthalt etwas Geld kostet. 2015 waren es laut Reiseführer 20 Euro pro Person, wobei der Betrag mit dem, was man an der Bar zu sich nimmt, verrechnet werden sollte. Wir stellten uns also darauf ein und obwohl man einfach so das Gelände und die Insel hätte betreten können, haben wir uns an der Rezeption angemeldet. Aber wir bekamen nur einen Lageplan und eine kleine Anweisung, welche Toiletten wir nutzen könnten, wo das Activtiy-Center ist und wo sich die Bar befindet. Daher haben wir die Anlage also kostenfrei genutzt!

 

Theoretisch hätten wir also auch den Pool nutzen können, aber da zum Hotelresort zwei wunderschöne Strände gehören, bietet es sich natürlich nicht unbedingt an, im eher kleinen Hotelpool zu planschen. Übrigens konnten wir auch alle Gegenstände im Activity Center kostenfrei ausleihen. Wir hatten beide Schnorchel und Maske den Tag über geliehen und mein Freund hat sich später auch noch ein Stand-Up-Paddling-Board ausgeliehen. Auch Kajaks kann man sich mieten.

 

Erst einmal zur Anreise. Bom Bom Island liegt etwa neun Kilometer nördlich von der Hauptstadt Santo Antonio und rund fünf Kilometer vom Flughafen entfernt. Die Fahrt führt durch einige Anhöhen und man hat bisweilen einen ganz tollen Ausblick. Und wie immer auf Príncipe ist einfach alles grün um einen herum.

 

Nach dem ersten Gate führt die Straße noch etwas weiter bis zu einem kleinen Parkplatz. Von dort aus gibt es auch Wegweiser, sodass sich jeder gleich zurecht findet. Zu linker Hand sind die ersten Bungalows an der Praia Bom Bom, nach einigen Metern rechts findet sich die Rezeption.

 

An der Praia Bom Bom ist vor allem ab nachmittags Sonne und zu der Zeit fanden sich auch viele der Gäste, die in Bom Bom übernachten, dort. Vormittags lagen sie noch alle im Osten der Anlage, an der Praia Santa Rita.

 

Die Praia Santa Rita war auch gleich mein Favorit, denn hier lässt es sich wunderbar schnorcheln. Die nette Dame an der Rezeption hat uns Tipps gegeben, wo es sich am besten eignet. An der Praia Santa Rita, die nicht ganz so hübsch ist wie die Praia Bom Bom, gibt es eine Bootsrampe und da sie kaum genutzt wird, hat sich dort eine bunte Fischwelt angesiedelt. Papageienfische, Zebrafische und vieles mehr habe ich hier gesehen.

 

Leider hatte ich kein Glück und habe weder Walhaie noch Schildkröten gesehen. Ich war schon ganz aufgeregt, weil an der Praia Santa Rita ein großes Info-Schild hängt für die richtigen Verhaltensweisen beim Schnorcheln - und es war explizit erwähnt, dass man keine Schildkröten anfassen soll. Das ist natürlich eigentlich selbstverständlich, aber Príncipe nimmt es ernst in Sachen Nachhaltigkeit, wie ich euch schon in meinem Artikel über die Praia Banana und das Ecomare-Museum erzählt habe. Aber sei es drum, ich hab zwar rund drei Stunden im Wasser verbracht, aber keine Schildi gesichtet. Übrigens auch kein Seepferdchen, die es hier auch geben soll.

 

Ich hatte im Reiseführer zuvor gelesen, dass es sich lohnt in zwei Stunden um Bom Bom Island herum zu schnorcheln. Die Dame an der Rezeption meinte, dass es dort weniger zu sehen gibt als an der Praia Santa Rita. Einen kleinen Ausflug habe ich doch gemacht und bin etwa zur Hälfte um Bom Bom Island, ehe ich von meinem Freund mit dem Stand-Up-Paddling-Board abgeholt und zurückgebracht wurde. Ich habe auch dort viele tolle Fische gesehen, aber es stimmt schon, es war nicht mehr als ich nicht auch im direkten Umfeld der Praia Santa Rita gesehen hatte.

 

Beide Strände liegen übrigens nicht auf Bom Bom Island selbst, sondern noch auf dem Festland, ganz im Norden von Príncipe. Aber von der Hotelanlage aus führt ein Holzsteg über das Wasser hinüber zur Insel. Und das ist sooooo schön! Bei Ebbe läuft man quasi auf dem Steg über die Sandbank, aber bei Flut kann man vom Steg aus Fische und andere Meeresbewohner beobachten. Ich hatte zum Beispiel große Freude an einem Schwarm Flötenfische, die ich von oben gut beobachten konnte.

 

Auf der Insel selbst gibt es eine Bar, die zum Hotel gehört. Außerdem kleinere Strände, aber vor allem einen Wanderweg. Der führt in rund 45 Minuten einmal um die kleine Insel herum. Die höchste Stelle ist nur 72 Meter hoch, aber es geht tatsächlich fast immer bergauf oder bergab. Die Tour ist dennoch nicht sehr anspruchsvoll, auch wenn auf dem Hinweisschild steht, dass man ordentliche Schuhe anziehen soll, bin ich in FlipFlops gegangen (ich hatte keine anderen Schuhe dabei).

 

Ich hatte mir mehr schöne Aussichtspunkte gewünscht, aber auch so war es völlig in Ordnung. Man wandert durch herrlichen Wald, atmet gute Luft und hört in jeder Ecke Vögel zwitschern. Leider haben wir auch keine speziellen Vögel gesehen. Wir haben die Wanderung gleich als erstes gemacht, auch weil es sehr bewölkt war und wir fürchteten, gleich nass zu werden. Der Regen setzte auch tatsächlich ein, aber wir waren ja durch die Bäume geschützt. Und als wir fertig waren, war kein Regen mehr und ich habe mich sehr über die Abkühlung im Meer gefreut, denn ich war schon sehr verschwitzt.

 


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Mittags hat es noch einmal geregnet und wir sind in die Poolbar gegangen, um dort was zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Die Preise dort haben es in sich und passen dazu, dass eine Nacht hier ab 400 Euro aufwärts kostet. Eine wirklich kleine Pizza Margarita kostet 15 Euro. Wir haben uns zu zweit eine geteilt (wir wussten nicht, dass sie so klein ist), sie war tiefgekühlt und aufgebacken, aber für einen kleinen Snack zwischendurch okay.

 

Auch Bier und Kaffee waren zwar recht teuer, aber wir haben es uns dann gegönnt - immerhin haben wir ja doch keinen Eintritt bezahlt. Insgesamt haben wir für eine Cola, ein Bier, eine Pizza und einen Kaffee 27 Euro gezahlt. Das ist für einen Tag immer noch mehr als okay, zumal wir ja die Anlage sehr gut genutzt haben und andernorts kostet es schon 10 Euro, sich Schnorchel und Maske auszuleihen. Wahrscheinlich hätte es aber auch keiner gemerkt oder es hätte niemanden gestört, wenn wir uns was Kleines wie Kekse und Obst mitgebracht hätten. Wasser hatten wir dabei.

 

Bom Bom Island ist das Highlight auf Príncipe und ungefähr jeder, der auf die Insel kommt, besucht auch dieses Resort. Da die Anlage insgesamt aber schon etwas in die Jahre gekommen ist, bin ich doch froh, dass wir uns dagegen entschieden haben, hier zu übernachten, und die Anlage nur als Tagesgäste genossen haben.

 

Dadurch, dass es keinen Eintritt für uns gab und wir das gesamte Wassersport-Angebot nutzen konnten, war es auch nicht so schlimm, dass die Getränke und das Essen so teuer war. Der Ausflug hat sich mehr als gelohnt, ich hatte wundervolle Stunden im Wasser beim Schnorcheln und habe es sehr genossen, in dieser tollen Umgebung zu sein. Wir haben Leute getroffen, die auch nur zwei Stunden hier waren, aber ich finde, man kann sich hier schon sehr gut die Zeit vertreiben. Vor allem Leute, die entweder gerne am Strand liegen oder eben gerne Wassersport machen.

 

Zur Wal-Saison im August und September gibt es auch Whale Watching Touren, die nicht so teuer sind. Die Boote fahren zwar auch sonst hinaus, aber Buckelwale sieht man dann nicht, höchstens Delfine. Das haben wir deshalb nicht gemacht. Das Hotel Bom Bom ist auch noch eine Art kleines Reisebüro, alle Ausflüge auf der Insel, ob Whale Watching, eine Bootsfahrt zur Praia Banana oder Bird Watching, lassen sich hier buchen. Schon deshalb ist die Anlage ein guter Anlaufpunkt.



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