Die 10: Meine Highlights in Oslo

In Oslo fühle ich mich heimischer als in manch einer deutschen Stadt. Obwohl das Stadtgebiet riesig ist, ist die Stadt selbst klein und übersichtlich und man ist überall recht schnell. Ich habe schon ein paar Beiträge zu Oslo geschrieben, die aber allesamt doch recht umfangreich sind und gefüllt mit Dingen, die man nicht in ein Wochenende packen kann.

 

Immer wieder begegnet mir die Frage, was man in Oslo unbedingt gesehen haben sollte. Deshalb habe ich hier die zehn Dinge aufgeschrieben, die bei keinem Oslo-Besuch fehlen sollten: Meine Lieblingsmuseen, Oasen in der Natur, Cafés, die man gesehen haben muss und der Ort, an dem es selbst in Oslo arktisch (kalt) ist.


Die 10: Apfelkuchen mit Aussicht

Frognerseteren ist etwas außerhalb von Oslo, aber ein eigener Stadtteil - und dort kann man nicht nur wunderbar die Natur genießen (wandern, Radfahren, Skilaufen), sondern auch Oslos besten Apfelkuchen essen. Und zwar im Kafe Seterstua, das auch ein Hotel ist. 

 

Im Winter kann man sich schön am Kamin wärmen, im Sommer auf der Terrasse die wundervolle Aussicht über den Oslofjord genießen.

 

Das Café hat täglich von 11 bis 22 Uhr (sonntags bis 21 Uhr) geöffnet, ihr findet es im Holmenkollveien 200.


Die 9: Nostalgie auf der Fram

Ein großes Stück norwegischer Geschichte - und eigentlich Weltgeschichte - ist im Fram-Museum zu sehen. Denn hier, in dieser eigenes dafür gebauten pyramiden-förmigen Museumshalle, hat das Schiff Fram seine Ruhestätte gefunden.

 

Und die Fram hat allerlei zu erzählen, denn es war das erste Schiff, das Nordpol und Südpol erreichte. Fridtjof Nansen erkundete damit 1896 den Nordpol, Roald Amundsen schließlich 1912 den Südpol. Und dabei lässt sich dieses Stück Geschichte nicht nur von außen betrachten, sondern auch begehen. Und so könnt ihr in die Kabine von Amundsen, Nansen und Co blicken, sehen, wie sie sich die Zähne putzten und wie viele Schichten Kleidung sie trugen, während ihr über ihre Abenteuer lernt.

 

 

Tipp: Auch im Sommer warm anziehen, denn wegen der Beschaffenheit des alten Schiffes und dessen Erhalt ist es extrem kalt im Museum. 


Die 8: Mit dem Boot den Oslofjord erkunden

Auf einem Linien-Boot ist es zwar nicht so toll wie auf einem privaten, aber der Oslofjord muss auf jeden Fall auch zu Wasser erkundet werden. Die Boote starten an der Aker Brygge und eine beliebte Route führt hinüber zur Halbinsel Bygdøy. 

 

Wer die Möglichkeit hat, mietet sich ein Boot und fährt selbst hinaus - in einer Gruppe könnt ihr auch ein Boot mieten. Denn die kleinen einsamen und hübschen Inseln zeigen Oslo noch einmal von einer ganz anderen Seite. Hier lässt es sich picknicken und bei entsprechendem Wetter auch baden. Auf dem Fjord selbst ist hingegen meist reger Betrieb, es gibt Boote, die Eis verkaufen.

 

Wer im Winter in Oslo ist, muss deshalb nicht auf den Oslofjord verzichten. Im Winter ist der Fjord gefroren und ab einer bestimmten Eisdicke wird er auch freigegeben. Dann gibt es dort Eislaufbahnen und Loipen, die zum anderen Ufer führen.


Die 7: Arktische Kälte in der Eisbar

Es gibt ja viele Vorurteile gegenüber Oslo, einer davon ist, dass es eisig kalt ist. Oslo liegt weitab des arktischen Zirkels und hat auch nicht allzu viel mit dem nordnorwegischem Wintertraum von Schnee, Rentieren und Nordlichtern zu tun. Aber ein bisschen arktisches Feeling gibt es auch in der Hauptstadt.

 

Hinter der Uni, in der Kristian IV's Gate, gibt es seit einigen Jahren die Magic Ice Bar Oslo. Hier gibt es Getränke in einer Welt komplett aus Eis!

 

Ich selbst war noch nicht drinnen, weil ich schon in Honningsvåg in einer Eisbar war, aber Freunde von mir haben sie getestet und waren begeistert. Der Eintritt kostet 195 NOK, inkludiert ist ein Getränk und warme Kleidung (Handschuhe und ein Poncho). Wer also noch nie in einer Eisbar war, sollte auf jeden Fall vorbei schauen!

 

Und wer noch nicht genug von der Kälte hat (und im Winter in Oslo ist): Auf der Fußgängerzone, der Karl-Johan-Gate, gibt es direkt hinter dem Nationalmuseum Richtung Parlament eine Eislaufbahn, auf der den gesamten Winter über kostenlos Schlittschuh gefahren werden kann.


Die 6: Grünerløkka entdecken und im historischen Blå tanzen

Ein nostalgischer Ort in Oslo: das Blå. Der Club in einem alten Fabrikgebäude in der Straße Brenneriveien 9 wurde hauptsächlich als Jazz-Lokal bekannt, doch dort gibt es auch elektronische Musik, Hip-Hop und Rock zu hören. Meistens finden Konzerte statt, ich war beispielsweise auf einem Marit Larsen Konzert. Und wer schon einmal den Film "Elling" gesehen hat, dem wird diese Location auf jeden Fall bekannt vorkommen! Denn Elling kam im Film in die Bar, um an einem Gedicht-Abend teilzunehmen.

 

Grünerløkka, in dem auch das Blå liegt, ist generell eine sehr gute Adresse und vor allem am Abend gefragt. In der Thorvald Meyers Gate reiht sich ein Lokal ans andere, lecker ist es bei Fru Hagen, Mucho Mas, Barrio Bar & Burrito - und im Grünerløkka Brygghus wird noch selbst gebraut. Mittags lohnt sich ein Abstecher zur Mathallen, wo mehr als 25 Lokale und Shops ihre Waren anbieten. 

 


Die 5: Auf dem Operndach spazieren

2008 wurde die Oper in Oslo eingeweiht und in Deutschland ist das vor allem wegen des Ausschnitts von Angela Merkels Kleid unvergessen. Dabei ist die Oper selbst zum neuen Aushängeschild geworden.

 

Die Oper liegt in der Nähe des Hauptbahnhofs, direkt am Oslofjord. Das Gebäude ist so konzipiert, dass sich drum herum und darauf herumspazieren lässt - ganz nach der Idee, sie als treibende Eisscholle zu präsentieren. Deshalb muss auf jeden Fall jeder einmal um das Haus herum gehen und auf das Dach der Oper klettern. Die Aussicht ist auch wirklich nett. Nur bei Schnee und Eis solltet ihr aufpassen, denn es ist bisweilen arg rutschig und nur im äußersten Extremfall wird das Dach dann auch gesperrt.

 

Auch ein Besuch im Opernhaus lohnt sich übrigens, da die Akustik in dem modernen Gebäude wirklich toll ist.


Die 4: Munchs "Schrei" in der Nationalgalerie besuchen

So wahnsinnig viele berühmte Menschen hat Norwegen nicht, zumindest außerhalb des Wintersports. Aber Dichter Henrik Ibsen, Maler Edvard Munch und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg gehören definitiv dazu.

 

Edvard Munch ist sogar ein eigenes Museum gewidmet (das auch sehenswert ist), aber wer sein berühmtestes Werk sehen möchte, findet das nur in der Nationalgalerie. Denn dort ist immer eine Version von "Der Schrei" ausgestellt, während das Munch-Museum eine sensible Variante hat, die nur bei bestimmten Ausstellungen zu sehen ist und nicht dauerhaft.

 

Bis zum Jahr 2020 wird die Nationalgalerie allerdings umgebaut und bis dahin ist ein Besuch dort nicht möglich. Das Museum zieht in ein neues Gebäude und ist deshalb das komplette Jahr 2019 geschlossen. In der Sonderausstellung "Exit" im Munch-Museum ist "Der Schrei" derzeit zu sehen, allerdings nur bis zum 8. September. Dann schließt auch das Kunstmuseum, um 2020 in neue Räumlichkeiten zu ziehen.


Die 3: Der Holmenkollen

Nun, der Holmenkollen dürfte wohl keine Überraschung sein: Der steht auf jeder To-Do-Liste für Oslo. Und auch völlig zurecht, denn die Skisprungschanze ist nicht nur das Wahrzeichen der Stadt, die Aussicht von hier oben über die Stadt und den Oslofjord ist auch herrlich.

 

Der Holmenkollen steht für mich auch für den Beginn meiner Liebe zu Oslo und Norwegen. 2003 bei meinem ersten Besuch in der Stadt hatte ich gerade mal vier Stunden Zeit zwischen Ankunft und Abfahrt der Colorline. Und der Weg führte mich hier rauf.

 

Auf dem Weg von der Haltestelle der U-Bahn-Linie 1 zur Schanze solltet ihr einen Abstecher zum Holmenkollen Restaurant in der Holmenkollveien 119 machen, denn davor brennt seit drei Jahren den evige fredsflammen, das Ewige Friedensfeuer. Jahrelang stand es an der Aker Brygge, seit drei Jahren wacht es über der Stadt.

 

Wem die Aussicht nicht genug ist: Beim Eintritt ins Skimuseum ist ein Besuch auf dem Schanzenturm inklusive. Und wer noch mehr Adrenalin braucht: Für rund 750 NOK kann man an einer Zipline die Schanze hinunter sausen.


Die 2: Nobel Peace Center

Das Nobel Peace Center gibt mir immer wieder das Gefühl, dass es so viele tolle Menschen gibt - und der Glaube an die Menschheit und den Frieden wird hier immer wieder erneuert.

 

Das Nobel Peace Center ist ein Museum, das sich mit dem Friedensnobelpreis beschäftigt. Der wird jedes Jahr in Oslo verliehen - direkt nebenan, im Rathaus. Im Museum geht es um Alfred Nobels Arbeit zur Erforschung von Dynamit, aber auch um die Geschichte des Friedensnobelpreises und seiner Preisträger.

 

Das Museum hat eine feste Ausstellung etwa mit einer interaktiven Übersicht aller Preisträger und zu Alfred Nobel, dazu kommen Wechselausstellungen, die sich beispielsweise mit einem der Preisträger oder einem Thema rund um den Frieden beschäftigen.

 

100 NOK kostet der Eintritt und für mich ist es eines der am schönsten aufgearbeiteten Museen. Nicht nur, dass man sich einen Sticker machen kann, der einen selbst als nächsten Nobelpreisträger auszeichnet, es gibt auch viele interaktive Parts und am Ende eine Wand, auf die man seine Wünsche für eine friedliche Welt schreiben kann. 

 


Die 1: Oase im Vigelandpark

Beim Vigelandpark denkt der Tourist (und auch der Einheimische) sofort an die Figuren von Gustav Vigeland, die über den gesamten Park angebracht sind. Und Monolitt, zorniger Junge und Co sollten auch auf jeden Fall auf jeder Oslo-To-Do-Liste stehen.

 

Aber der Vigelandpark ist noch so viel mehr. Hier kann man wunderbar spazieren gehen und die Natur genießen, vor allem im Frühjahr und Sommer ist hier alles grün und blüht. Im Park treffen sich Osloer zum Sport oder zum Picknick (ohne Alkohol, das ist an öffentlichen  Orten verboten) und so ist der Park ein großes Stück Auszeit und Oase mitten in der Stadt.

 

Manchmal gibt es auch Konzerte, zu denen der Eintritt kostenlos ist. Das können auch mal ganz große Stars sein - ich habe 2006 beispielsweise Aha dort auftreten sehen.



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Kommentare: 4
  • #1

    Dorie (Donnerstag, 30 Mai 2019 11:48)

    Ich war nie in Oslo oder allgemein so weit im Norden. Aber ich lese immer öfter davon und dein Beitrag hat mich auch neugierig auf die Stadt gemacht!
    Liebe Grüße
    Dorie von <a href="https://thedorie.com/" rel="nofollow">thedorie.com</a>

  • #2

    Petra (Donnerstag, 06 Juni 2019 11:13)

    Ich war letztes Jahr zum ersten Mal in Norwegen und auch 2 Tage in Oslo. 5 von den 10 Highlights habe ich gesehen. Oslo ist eine fantastische Stadt. Ich möchte auf jeden Fall bald wieder dorthin. Eine Reise wert - oder zwei oder drei... :-)

  • #3

    Karin Freitag (Donnerstag, 06 Juni 2019 11:47)

    Oslo ist nicht nur EINE Reise wert.Es ist einfach eine wunderbare Stadt. Die 10 hier benannten Orte sollte man unbedingt gesehen haben! Und ein Bummel auf der Karl Johans Gate bis zum Schloss sollte dabei sein mit der Domkirche, dem Grand Hotel, das Nationaltheater. Nicht versäumen die Kvadraturen, ein wichtiges Stück Osloer und Norwegischer Geschichte und natürlich das Parlementsgebäude (Stortinget). OSLO verändert sich ständig, wird immer sehenswerter!

  • #4

    ilona Kaiser (Donnerstag, 06 Juni 2019 11:49)

    Ja - Oslo ist immer einen Stopp wert. Leider war "Der Schrei" im Munchmuseum nicht da, sondern in Tokio, aber der Vigelandpark, die Oper, Der spaziergang zum Schloss über die karl Johans Gata sind klasse, auch die Museen auf Bygdoy, der museumsinsel habe ich inzwischen alle besucht.